Basler Zahnarzt zum «Nicht-Antisemit des Tages» gekürt

Der Basler Zahnarzt und ehemalige SVP-Grossratskandidat Garry Bonsall relativiert in sozialen Medien den Holocaust. Dafür wurde er zum «Nicht-Antisemiten» des Tages gekürt.

Auf seiner Webseite vermarktet sich Garry Bonsall, der in Basel in der Sankt Alban Bildschirmfoto 2020-02-29 um 16.56.06_3Vorstadt 78 als Zahnarzt wirkt, als «Basel’s English Swiss Dentist Dr. Garry Bonsall» sowie als «der beliebteste Zahnarzt der Schweiz auf Facebook. Er ist der erste Schweizer Zahnarzt, der Bitcoin akzeptiert. Er ist Autor von drei preisgekrönten Zahngesundheitsbüchern in Spanisch, Russisch, Chinesisch, Deutsch und Englisch, um den durch Zahnfleisch verursachten Zahnverlust zu bekämpfen.»

Auf seiner Facebook-Seite präsentiert sich Garry Bonsall wiederum als «Tesla Besitzer, First Adopter (einer, der neue technische Errungenschaften aufnimmt), Disruptor (schöpferischer Zerstörer), Historiker, Investor, als Firmendirektor und als Veganer».

Derjenige Zahnarzt der Schweiz, mit den meisten Likes auf Facebook zu sein, ist aber nicht die einzige überragende Leistung von Dr. Garry Bonsall. Obwohl er – wie er vollmundig verkündet – viele «internationale Banker, Börsenmakler, Diplomaten und Ex-Pats» zahnärztlich betreut und ein aufregendes Leben zwischen Oman und Gstaad führt, findet er trotzdem noch Zeit und Musse, in den sozialen Medien seinem Hobby zu frönen: den Juden und dem jüdischen Staat.

So schreibt Dr. Garry Bonsall auf der antisemitischen Hamas-Propaganda-Seite Palestinian Information Center aus Gaza unter einem Artikel, der behauptet, Juden vergifteten die Weizenfelder in Westbank:

Zitat Dr. Garry Bonsall:
«Sie erklärten 1933 deutschen Familien den Krieg und stöhnen dann, weil sie 6 Millionen verloren»
«They declared War on German families in 1933, then moan because they lost 6 million»

Bildschirmfoto 2020-02-29 um 14.23.56_1

 

Auf Twitter hingegen relativiert der „Historiker“ die Shoah, in dem er die Zahl der ermordeten Juden leugnet. Dafür vergleicht er Gaza mit dem Warschauer Ghetto und palästinensische Kinder mit Anne Frank.

bonsall-tweet_7bonsall2_4Gerry Bonsall 5_8bonsall3_5

In einem Leserbrief, der in der staatlichen iranischen Zeitung Tehran Times abgedruckt wurde, schreibt er:

«Sagen Sie der Welt, dass Gaza ein Konzentrationslager ist, umgeben von Stacheldraht und Schäferhunden. Es ist nur ein paar Schritte davon entfernt, ein Vernichtungslager zu werden. Wie werden Juden, die einst in solchen Lagern gefangen waren, aussehen? Nicht gut!»
«Tell the world, that Gaza is a concentration camp, surrounded by barbed wire and Alsatian dogs, it is a few steps away from becoming an extermination camp. How will that make Jews, once prisoners in such camps, look? Not good!»

Es ist ein interessantes Phänomen bei Nicht-Antisemiten: Sie leugnen und relativieren den Holocaust an den Juden und erfinden dafür einen Holocaust an Palästinensern, resp. Konzentrationslager/Ghettos für Palästinenser.

Damit ist Dr. Garry Bonsall, ehemaliger SVP-Grossratskandidat, freilich in bester Gesellschaft. Auch Geri Müller (Grüne Partei), Franco Cavalli (SP), Jean Ziegler (SP) und andere lupenreinen Nicht-Antisemiten relativieren den Holocaust.

Denn dies ist ein weiteres interessantes Phänomen: Sie wollen zwar alle «nicht Antisemit» sein, sich aber antisemitisch äussern dürfen.

Man kann sich schwer vorstellen, einer solchen Person seine Zähne anzuvertrauen, ohne dass die grauenhaftesten Assoziationen hochkommen. Aber für Geri Müller, Franco Cavalli und Jean Ziegler wäre dies vielleicht sogar ein USP, also Dr. Garry Bonsalls herausragendes Leistungsmerkmal, durch das sich sein Angebot deutlich vom Wettbewerb abhebt.

Antisemiten kommen in vielen verschiedenen Gattungen daher. Und auch dieses Phänomen ist interessant: Antisemiten sind immer die anderen. Man schweigt zu den Antisemiten in den eigenen Reihen und zeigt nur auf die Antisemiten bei den anderen.

An den schweigenden Parteifreunden erkennt man die Duckmäuser, die Feiglinge, die Opportunisten mit dem Rückgrat einer Lakritzschnecke.

Übrigens: Dr. Garry Bonsall hat es zwar nicht in den Grossrat geschafft, aber berühmt ist er dennoch geworden. In Australien wurde er zum «Nicht-Antisemiten» des Tages gekürt.

***

5 Gedanken zu “Basler Zahnarzt zum «Nicht-Antisemit des Tages» gekürt

  1. Der heldische Vorstadtzahnarzt sollte sich ganz, ganz dringend in Gaza als menschliches Schutzschild gegen jüdische Raketen- und Feuerballonangriffe zur Verfügung stellen. Es vergeht ja kaum eine Woche ohne israelischen Raketenbeschuss auf Kinder in Gaza. Der Zahnarzt wird da gebraucht! Ja und die ganzen Messerangriffe von Juden auf Palästinenserische, auf offener Straße und am hellichten Tag sticht der Jud‘ wieder zu, so wie er einst in Auschwitz auf die SS einstach (die SS waren immerhin Idealisten, so wie der Zahnarzt schließlich auch). Da muss er sich doch ganz schnell als menschliches Messerstechgummistück dazwischenwerfen! Oder diese andauernden Rammattacken jüüüdischer Autos auf palästinenserische Passanten jeden Monat. Warum springt denn der heldische Zahnarzt nicht längst dazwischen!, ja Hechtsprung bittschön!, sondern warum bleibt der in seiner Vorstadt?

    Schickt den Mann ganz schnell da hin. Er soll ja vor niemandem als feige Sau dastehen. Das hat er ja nicht verdient. Jeder Tag ohne den Mann in Gaza ist ja ein ganz glanzloser, ganz schön feiger Tag.

    • Der bleibt in seiner Vorstadt, weil er A) als Zahnarzt ganz schön verdient. B) weil er aus der Sofaperspektive und mit den Lügengeschichten gewisser Palästinenser versehen, gefahrlos gegen Israel schimpfen kann

  2. Grüezi mitenand,

    Ich habe noch nie etwas von diesem Antisemiten gehört. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach, erhält er durch diesen Beitrag bereits viel zu viel Publicity. Melden? Ja! Anzeigen? Ja. Just sayin’…

    Beste Grüsse, Ruth Dodziuk-Justitz (Vormals aus Zürich)

    ************** Ruth Dodziuk-Justitz Rachel Imenu 34/10 9366323 Jerusalem Israel Phone & WhatsApp +972 55-8853530

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  3. Pingback: Basler Zahnarzt zum «Nicht-Antisemit des Tages» gekürt — etwasanderekritik | German Media Watch-Blog

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