Judenkritik zu Weihnachten bei Tamedia

Kulturredaktor Christoph Heim publiziert auf Tages-Anzeiger Online, Berner Zeitung Online und im Landboten antisemitische Propaganda von Banksy.

«Weihnachtsfeier vor Betonsperrwall
Der britische Street-Art-Künstler Banksy übt mit seiner Installation in Bethlehem Kritik an Israels Besetzung des Westjordanlands.» Bildschirmfoto 2019-12-25 um 13.46.12

Banksy ist der Rolf Knie der Linken. Pathetischer Kitsch, einfallslos, banal. Massenkunst für den Massengeschmack. Auf Banksy können sich alle einigen. Seine Kunst ist der niedrigste gemeinsame Nenner und befriedigt niedrigste Ressentiments.

Das Werk von Banksy zu kritisieren könnte für einen Kulturjournalisten, der sich in der im Verwesungsstadium befindlichen Medienbranche einen Rest Berufswürde bewahrt hat, also eine publizistisch anspruchsvolle Aufgabe sein.

Doch Kulturjournalist Christoph Heim hat keinerlei Anspruch an seine Tätigkeit, noch räumt die TX Group dem Journalismus irgendeine Bedeutung bei, noch stören sich die Verantwortlichen, Arthur Rutishauser und Judith Wittwer, an dem kläglichen Journalismusersatz, den ihre Mitarbeiter bieten.

Der Tages-Anzeiger bietet Null Recherche, Null Beobachtung, Null Analyse, Null Innovation, Null erzählerischer Mehrwert, Null Wissensvermittlung.

Bildschirmfoto 2019-12-25 um 13.54.19

Kulturjournalist Christoph Heim copy-pastet einen Artikel von der SDA, die wiederum eine Agenturmeldung von AFP verschickt hat, die wiederum weltweit die ekelhafte antisemitische Propaganda von Banksy vertreibt. Diese wird an Weihnachten willfährig von Zehntausenden Medien rund um den Globus publiziert – und es findet sich nicht ein einziger Journalist weit und breit, der sich journalistisch betätigt.

Journalistische Tätigkeiten wie recherchieren, analysieren, in den Kontext stellen, müssen heute andere erledigen. Zum Beispiel wir:

Banksy hasst Juden. Banksy hat seine Karriere auf Antisemitismus aufgebaut. Und Banksy vereint in seinen Bildern biblische und historische Ignoranz. Unbemerkt von Christoph Heim. Unbemerkt vom Tagi-Ressortleiter. Unbemerkt von der Chefredaktion.

Das The Walled Off Hotel in Bethlehem besteht vom Estrich bis zum Keller – und das würde Christoph Heim wissen, wenn er recherchierte – voller Bilder, die jahrhundertealte antisemitische Topoi transportieren.

In der neusten Skulptur werden Maria, Josef und Jesus – obgleich alle drei Juden sind – als Palästinenser dargestellt. Gaga! Als Juden könnten sie heute gar nicht nach Bethlehem ohne ihr Leben zu riskieren. (Siehe Photo des Verbotsschilds).Verbotsschild

Auf einem anderen Bild im The Walled Off Hotel werden Juden als Mörder von Jesus dargestellt und Jesus, der Jude, ist – komplett gaga! – Palästinenser.

Ein Banksy-Klassiker, der von Linken alle Jahre wieder zu Weihnachten gepostet wird – ist das antisemitische Bild von Maria und Josef, denen der Zugang zu Bethlehem verwehrt wird wegen der Mauer. Ein Bild, das nicht nur die Fakten falsch darstellt – Maria und Josef sind Juden und dürften gar nicht nach Bethlehem – sondern als Motiv auch ganz in der tiefverwurzelten Tradition des christlichen Antisemitismus steht, der Juden vorhält, Jesus nicht als ihren Messias anzuerkennen.

Und hier noch ein paar Informationen, die Ihr nicht aus dem Tages-Anzeiger und anderen Medien aus dem Hause TX Group erfährt:

Der Schutzwall ist eine Reaktion auf den eliminatorischen Judenhass der Palästinenser und dessen Folgen wie Selbstmordanschlägen gegen Juden im benachbarten Jerusalem.
Wer gegen diesen Schutzwall ist, wer diesen Schutzwall als «beschämend» bezeichnet, sagt faktisch, dass sich die Juden schutzlos abschlachten lassen sollen.

Christoph Heim zitiert in affirmativer Weise ausschliesslich Standpunkte gegen die Mauer. Und keinen einzigen für den Schutzwall. Kein Wort zum Terror, kein Wort zu Selbstmordanschlägen. Mehr muss man über Christoph Heim nicht wissen.

Notabene ist es nicht das erste Mal, dass sich Kulturjournalist Christoph Heim mit seiner Ignoranz in aller Öffentlichkeit blamiert und falsche Informationen verbreitet. #Relotius

Wenn den linken Heuchlern im Tages-Anzeigern und in anderen Medien die Christen in Bethlehem plötzlich so wichtig sind, weshalb recherchieren sie dann nicht, wie Christen, die während Jahrhunderten die Mehrheit in Bethlehem ausmachten (bis zu 70 Prozent), von der mittlerweile muslimischen Mehrheit systematisch schikaniert und vertrieben werden (auf 17 Prozent)?

Ein Muster notabene, das sich im ganzen Nahen Osten zeigt. Christliche Minderheiten werden verfolgt und ermordet. Im Nahen Osten sind die Heiligen Nächte tatsächlich still.
Ohrenbetäubendes Schweigen dazu im Tagi.
Stattdessen verbreiten Banksy und seine Helfershelfer in den Medien antisemitische Propaganda.

Die Welt wird dadurch nicht zu einem besseren Ort.

3 Gedanken zu “Judenkritik zu Weihnachten bei Tamedia

  1. Das meiste ist zwar korrekt, das Problem ist nur, dass Sie es so darstellen, als seien andere Religionen (inkl. des Judentums) nicht auch auf Legenden gebaut.

  2. Alles richtig. Nur eine kleine Ergänzung. Die überwiegende Mehrheit der Juden akzeptierte Jesus nicht als „den“ Erlöser, denn sie hatten eine andere Vorstellung davon als jene kleine Gruppe, aus deren Reihen später das Christentum entstand. Die Mehrheit dachte die Erlösung als endgültige Befreiung von Fremdherrschaft, Ausbeutung, Unterdrückung. Zuerst für sich selbst, dann auch für die anderen damals bekannte Völker. Obwohl die Juden ein tief greifendes Wissen hatten von der eigenen Sündhaftigkeit (s.Busspsalmen), war ihnen der Gedanke von einer Erbsünde fremd. Diese war eine Erfindung von Paulus, der Jesus nicht mehr kannte, den er nach seiner Fantasie (und Gehörtem) neu geschafft hat. Paulus stammte aus einer total an die hellenistische Kultur assimilierten jüdischen Familie, die von der jüdischen Denkweise keine Ahnung hatte. In den zwei Jahren, die er bei Gamaliel in Jerusalem verbrachte, da war er schon 20 Jahre alt, lernte er etwas Hebräisch und einiges aus der Religion. In nur zwei Jahren konnte von einem tief gehenden Verständnis keine Rede sein. Die Evangelien entstanden nach seinem Tode, wurden aber von seinem Denken inspiriert. Man konnte dies von seinen Briefen kennen lernen, auch von der Apostelgeschichte, viele haben noch seine Predigten gehört. Seine Gedankenwelt beinhaltet nach jüdischem Verständnis manch Richtiges und viel Falsches. Wie auch immer, der Jesus seiner Fantasie war aller Wahrscheinlichkeit nach (Stand der heutigen Forschung) wesentlich anders als der lebende. Es gibt jetzt schon etliche Theologen die wissen, wie sehr Paulus die Lehre von Jesu, die eine rein jüdische war, verfälschte. Er war es, der das Christentum geschafft hat, Jesus hatte damit nichts zu tun. Er war schon lange tot, als diese neue Religion im Lauf der 2. und 3. Jh. entstand. — Nun muss und will ich aufhören, sonst wird’s ein noch längerer Roman daraus.
    lg
    caruso

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