Die Tricks und Lügen antizionistischer Kartographen

Drei Dinge kann man Leuten, die in der Palästina-Solidarität aktiv sind, nicht vorwerfen:

  1. dass sie historische Kenntnisse hätten,
  2. die Fähigkeit besässen, historische Zusammenhänge zu erkennen,
  3. und die Vernunft, neues Wissen aufzunehmen und das Denken zu ändern.

Wer historische Analphabeten propagandistisch indoktrinieren will, muss deshalb auf ihre Ressentiments zielen. Die obskurantistische Serie mit den vier Piktogrammen, die suggerieren soll, wie Juden Land rauben, ist in diesem Sinne ein wirkungsmächtiger Kartenspielertrick. Sie fällt mit ihrer zwar falschen, aber einfachen Aussage und ihrer enormen Suggestivkraft bei einfältigen Gemütern sofort auf fruchtbaren Boden.

Bild 1: Bild 1

Bei den selbst ernannten Menschenrechtsbeobachtern des berüchtigten Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz HEKS und von EAPPI, dem Ökumenischen Begleitprogramm in Palästina und Israel (EAPPI), gehören die Lügenkarten zur Grundausrüstung. Auch die «Olivenöl aus Palästina» verkaufenden Schabracken tragen ungeniert ihre historische Ignoranz zu Markte und dekorieren ihre Stände in der Innenstadt mit den erfundenen Karten. Sie genieren sich kein bisschen, alternative Fakten in Umlauf zu setzen. Au contraire. Mit dem Stolz der Einfältigen tragen sie die Fake-Karten wie eine Monstranz vor sich her. Nachhilfeunterricht in Geschichte und Logik ist verlorene Liebesmüh. Sie lassen sich ihre Ressentiments gegen Juden und den jüdischen Staat nicht nehmen.

Diese dubiose Kartenserie zeigt zweierlei:

– Geschichtsfälschung, Irreführung und Lügen gehören zu den gängigen ideologischen Mitteln und Methoden, um den jüdischen Staat zu dämonisieren und delegitimieren.

– Wird ein Symbolbild ikonisch, ist eine Richtigstellung nahezu unmöglich. Die Falschinformation verbreitet sich rund um den Globus, Korrekturen verpuffen.

Diese gezielt in Umlauf gebrachten Falschinformationen wirken sich jedoch lebensbedrohlich aus und schüren den Hass auf Juden. Denn es besteht einen Zusammenhang zwischen der Publikation dieser anti-israelischen Lügenkarten auf Plakaten und Angriffen auf jüdische Einrichtungen in der Nachbarschaft:

Siehe bspw. hier in Auckland: https://shalom.kiwi/2015/12/ellerslie-advertisement-an-old-lie/  Auch das ist berechnet.

***
In diesem Blog-Beitrag veröffentlichen wir mehrere Quellen und Analysen, die belegen, dass die Kartenserie irreführend und falsch ist. Selbstredend werden sich die historischen Analphabeten nicht belehren lassen. Sie sollen aber auch nicht glauben, es würden alle auf ihre Lügen hereinfallen.

Bitte sprecht die Leute an, die gefälschte Karten in Umlauf bringen, und teilt diesen Beitrag, wann immer Ihr die Fake-Karten seht.

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Der Historiker Yaacov Lozowick hat die berüchtigten falschen Karten analysiert.

Hier finden Sie den Text in Englisch.

Die deutsche Übersetzung stammt von Lizas Welt.

«Fangen wir mit der Karte von 1946 an. Selbst wenn man sie einzeln betrachtet, also getrennt von der Serie, ist sie insofern irreführend, als sie zwei verschiedene Arten von Information enthält: Ihre Umrisse zeigen das von den Briten kontrollierte, gemeinhin Palästina genannte Territorium. Da es sich um die Karte einer politischen Einheit handelt, müsste das Gebiet eigentlich vollständig mit einer einzigen Farbe gefüllt sein, schließlich wurde das gesamte Land von den Briten beherrscht, die weißen Teile genauso wie die grünen. Wollte man dagegen privaten Landbesitz unter britischer Souveränität entlang ethnischer Kriterien darstellen, müsste das Grüne durch einen Mischmasch von Farben ersetzt werden: Ein Teil des Landes gehörte Juden, ein anderer jenen Arabern, die man heute Palästinenser nennen würde, ein weiterer arabischen Grundbesitzern (Libanesen, Syrern, Ägyptern etc.), die nicht auf ihrem Land lebten, wieder ein anderer europäischen Kirchen (beispielsweise der katholischen, protestantischen, griechisch-orthodoxen oder russisch-orthodoxen). Der bei weitem größte Teil des Landes aber gehörte keinem der Genannten und somit der Regierung, also den Briten.

Wenn ich es richtig sehe, wird auf der Karte das jüdische Eigentum an Grund und Boden in Jerusalem (wo es eine jüdische Mehrheit gab) übergangen; Gleiches gilt für Ortschaften wie Gusch Etzion und Neve Yaacov, für Siedlungen am Toten Meer sowie in Hebron, in Safed, in Naharia und dem Hinterland, in Kfar Darom im Gazastreifen und so weiter. Aber das Hauptproblem mit dieser Karte ist nicht, dass sie über jüdisches Eigentum an Grund und Boden hinweggeht, sondern vielmehr die implizite Behauptung, dass alles Land, welches nicht Juden gehörte, »Palästina« war. Und das stimmt nicht. Wenn hier Landbesitz dargestellt werden soll, dann müsste der größte Teil des Territoriums als der britischen Regierung gehörend abgebildet werden; geht es um politische Souveränität, dann war sogar das gesamte Gebiet britisch.

Die zweite Karte beschäftigt sich nicht mehr mit dem Thema Landbesitz, und die Serie kehrt auch nicht mehr dorthin zurück. Es handelt sich vielmehr um eine halbwegs genaue Darstellung des UN-Teilungsplans vom 29. November 1947 – mit einer eklatanten Auslassung allerdings, nämlich der Gegend um Jerusalem und Bethlehem, die eindeutig nicht einer Seite zugeordnet, sondern als corpus separatum behandelt wurde. Ich betone: Jerusalem und Bethlehem. Der Kartenzeichner hat also einem prospektiven Staat Palästina ein sehr wichtiges Stück Land zugeschlagen, das er in Wirklichkeit nie hatte.

Diese Karte bildete natürlich niemals eine Wirklichkeit ab. Zur Zeit des UN-Teilungsplans wurde sie von allen arabischen Staaten abgelehnt, die eine Stimme hatten, und darüber hinaus auch von den einheimischen Arabern, die sich seinerzeit – anders als heute – nicht durchweg Palästinenser nannten. Ich werde mich hier nicht mit der Frage beschäftigen, wer den UN-Teilungsplan durchkreuzte, aber ich glaube, man kann sagen, dass dabei alle Seiten eine Rolle spielten: der Jischuw, el-Husseinis palästinensische Truppen, al-Qawuqjis Truppen sowie die ägyptischen, jordanischen, syrischen, irakischen und libanesischen Truppen, die am Kampf um ein Territorium teilnahmen, das zuvor unter britischer Herrschaft gestanden hatte.

Die dritte Karte (1949–1967) ist auf ihre eigene Weise irreführend. Sie zeigt Israel in weiß und zwei andere Gebiete in einheitlichem Grün – dem gleichen Grün, das in den ersten beiden Karten palästinensisches Territorium markieren sollte. Natürlich stimmt das nicht mit der historischen Wirklichkeit überein: Der Gazastreifen wurde von Ägypten kontrolliert, nicht von den Palästinensern, und sollte von Rechts wegen als ägyptisch besetzt bezeichnet werden. Das größere grüne Gebiet wurde von Jordanien kontrolliert und annektiert; die Bewohner bekamen die jordanische Staatsbürgerschaft, weshalb ich nicht weiß, ob dieses Territorium, rechtlich gesehen, besetzt war oder nicht. Falls ja, dann war sein Status wahrscheinlich ähnlich wie der unter israelischer Herrschaft nach 1967: besetzt eben, mit Siedlern aus dem Besatzerstaat. Wenn es nicht besetzt war, dann war es ein Teil von Jordanien. (Das ist ja auch der Grund für den Namen »Westbank« bzw. »Westjordanland«: die westliche Hälfte von Jordanien.) Wie auch immer: Als Palästina kann man es jedenfalls nicht bezeichnen.

Bemerkenswert ist auch, dass die Karte es vermeidet, sich mit dem privaten Landbesitz zu beschäftigen – was ja das Thema der ersten Karte war. Würde sie diesen Besitz anzeigen, dann müsste an ihr deutlich werden, dass ein Teil des Gebietes innerhalb Israels natürlich Palästinensern gehörte, während kein Stückchen Land in Jordanien als in jüdischem Besitz befindlich akzeptiert wurde, auch wenn dieser Besitz mancherorts niemals in so etwas wie einem rechtsstaatlichen Verfahren aufgehoben wurde.

Kommen wir schließlich zur vierten Karte. Zum ersten Mal in dieser Serie gibt es nun so etwas wie eine palästinensische Herrschaft – im gesamten Gazastreifen und im Westjordanland. (Vernachlässigen wir kurz die Unterscheidung zwischen der Herrschaft der Hamas in Gaza und der Herrschaft der Palästinensischen Autonomiebehörde in der Westbank.) Kaum erklärlich ist dabei die Entscheidung des Kartenzeichners, so zu tun, als ob die palästinensische Befehlsgewalt nur für die A-Zone gilt, und die größeren B-Zonen zu unterschlagen. So, wie ich die Geschichte verstehe, zeigt die Karte außerdem keinen palästinensischen Rumpfstaat, sondern im Gegenteil zum ersten Mal überhaupt das Entstehen einer neuen Entität, von und für Palästinenser. Kein verschwindendes Palästina also, sondern ein entstehendes!»

 Kürzestzusammenfassung:

Die 1. Propagandakarte soll suggerieren, dass es 1946 ein arabisches Land namens «Palästina» gab, dass fast der gesamte Boden «palästinensisch» war und nur ca. 5 Prozent «jüdisch». 1946 gab es jedoch weder Israel, noch einen arabischen Staat namens Palästina (das gab es nie), es gab zu diesem Zeitpunkt nur das britische Mandatsgebiet. Vor der Eroberung Jerusalems durch die Briten war Palästina eine Unterprovinz des Osmanischen Reiches. Abgesehen von Privatbesitz gehörte 1946 alles zur britischen Regierung (Dörfer, Städte, Strassen, Plätze, etc.). Die Juden lebten im gesamten Gebiet, das damals von den Briten besetzt war.

Die 2. Karte ist eine Wiedergabe des amerikanischen Partitionsplans, der das britische Mandat in zwei gleiche Teile aufgeteilt hätte, einen für Araber und einen für Juden. Die Juden haben diese Teilung Palästinas akzeptiert, die Araber lehnten sie ab. Als Israel die Unabhängigkeit erklärte, versuchten die Araber, den von der UN unterstützten jüdischen Staat physisch zu beseitigen, aber sie scheiterten. Alles, was danach passierte, ist die Folge der arabischen Entscheidung, einen jüdischen Staat gänzlich abzulehnen.

Die 3. Propagandakarte lügt brandschwarz: Die grünen Flächen sind nicht «palästinensisch», sondern sie gehören zu Jordanien (West Bank und Ost Jerusalem) und Ägypten (Gaza). Ausserdem lebten Araber auch in Israel, so wie heute auch.

Die 4. Karte zeigt nicht geschrumpftes «palästinensisches Land», sondern die Gebiete, die erstmals in ihrer Geschichte unter der Herrschaft von Palästinensern stehen.

Bild 4

Hier sehen Sie Karten, die historisch präziser sind:

Bild 1: 

Bild 2: 

Bild 3: 

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Hier finden Sie weitere Quellen, die die Tricks und Lügen der antizionistischen Kartographen entlarven:

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5 Gedanken zu “Die Tricks und Lügen antizionistischer Kartographen

  1. Peinlicher Artikel und peinlicher Experte!
    Fakt ist:
    die israelische Regierung enteignet seit Jahren Palästinenser,
    das Vorgehen wurde auch in UNO-Resolutionen kritisiert,
    auch Minister der israelischen Regierung haben den Landraub schon bestätigt!
    Yaacov Lozowick taugt vielleicht als Weisswäscher für die Regierung, aber nicht als Historiker!
    Immer interessant, wenn die Geschichte der Shoah gefälscht wird laufen jüdische Kreise Sturm. Jüdische
    Kreise manipulieren aber ihre eigene neuere Geschichte und den entsprechenden „stillen“ Genozid an dem palästinensischen Volk!

    • Herr Brunner. Wenn in der Schweiz Land enteignet wird, notabene ohne Entschädigung, nennen Sie dann dies auch Landraub? Oder gelten nur für Israel solche Terminologien? Wie „stiller Genozid“, die Israelis manipulieren ihrer eigenen Geschichte? Ich habe kürzlich ein Foto vom Konzentrationslager Nordhausen, mit endlosen Reihen von Toten gesehen! NUR die arabische Beschriftung lautete; es sei ein Foto des arabischen Dorfes Al- Dawayima und es würde die Toten des angeblich von Israelis verübten Massakers von 1948 zeigen. Solche Beispiele gibt es mehr als genug. Das jüngste Beispiel. eine Foto einer Süssen Zweijährigen wir gezeigt mit der Behauptung das Kind wäre bei einem Angriff mit Tränengas durch die Israelis gestorben. Blöd nur, dass sich kurze Zeit später die Mutter des Kindes meldete; Ihre Tochter erfreue sich bester Gesundheit, und das Foto sei bei einer Geburtstagsfeier entstanden und überhaupt leben sie nicht im Nahen Osten. Lauter falsche Berichte und Massenhaft Hetzte von palästinensischer Seite gegen Israel also! Wer manipuliert wenn? Wer ist hier peinlich?

      • Die Schweiz ist ein zivilisiertes Land und Enteignung ohne Entschädigung gibt es nicht, im Unterschied zu Israel. Aber das ist eben die Regierung unter dem korrupten Netanyahu, ein weiteres Mal angeklagt! Der „stille Genozid“ findet an der palästinensischen Bevölkerung statt! Ganze Generationen werden zerstört nur um Land für die Einwanderer zu schaffen. Das Judentum in Europa hat unter den Verbrechen der Nazis viel gelitten und wendet trotzdem ähnliche Verbrechen, Landraub und Vertreibung, an! Aber ihre Scheuklappenargumentation, Kind, ist bezeichnend. Machen sie doch eine einfache Rechnung, wieviele Bewohner Israels wurden schon durch palästinensische Verbrechen getötet und wieviele Bewohner Palästinas wurden schon durch israelische Verbrechen getötet!

  2. Endlich mal was Gutes über die Wahrheit dieses Gebietes in Deutsch. Denn die Geschichte wiederholt sich: dieses Mal will auch die CH in der Unsetzung der UN Resolution 2334 mitwirken-ist die offizielle Antwort des CH Bundesrates ! Auf in den Kampf mit dem Iran, der Türkei, Deutschland, England, Frankreich, der UN/ NATO etc mit Russland zur Eroberung von Jerusalem um die Hälfte den Palästinensern per Militär Aktion gegen Israel zu geben (Name ist RömKath.für Westbank), und wie immer: wer den Augapfel Gottes angreift wird den Krieg schlussendlich auf ganz schlimme Art verlieren müssen- Ach du liebe Schweiz wie tief bist Du gefallen !

    MB Fr. MONIKA BRUNSCHWILER Zertifizierte Beraterin bei Dr Rath (Zellularmedizin) Eidg. zertifizierte Polizistin und Finanzermittlerin FH LU Als Gast in der Brian Tracy Show Mit dem eigenen Profiling In FOX and Affiliates Mitautorin Bestseller „Against the grain“ Rudenzweg 74 8048 Zürich http://www.polizeierfahrungbrunschwiler.weebly.com und http://www.monikabrunschwiler.com und http://www.leadership4humanbeings.com E-Mail: mo.brunschwiler@bluewin.ch Tel. +41786558494

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  3. Pingback: Die Tricks und Lügen antizionistischer Kartographen — etwasanderekritik | German Media Watch-Blog

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