Thomas Borer: „Lügenpresse“

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Im Zusammenhang mit den US-Wahlen wurde beklagt, wie falsch die Medien Sachverhalte darstellen. Journalisten weisen diesen Vorwurf gerne entrüstet zurück: „vielleicht die anderen, aber wir hier in der Schweiz sicher nicht“. Der Medienkonsument kann schwer überprüfen, ob das stimmt. Immer mal wieder liest man aber einen Artikel, bei dem man die Wahrheit sehr genau kennt und einen Vergleich mit der journalistischen Darstellung ziehen kann.

In dieser schönen Situation war ich heute Morgen dank eines Artikels von Reza Rafi, dem Bundeshausjournalisten der Sonntagszeitung, mit der eindrücklichen Schlagzeile „Thomas Borer verliert Zutritt ins Bundeshaus“. Rafi führt aus: „Der wohl bekannteste Lobbyist der Schweizer Politik ist seinen unbeschränkten Zugang zum Bundeshaus los.“ Und in diesem Ton fährt Rafi fort: Thomas Matter bestätigt auf Anfrage, „dem prominenten Strippenzieher den Dauerzutritt weggenommen zu haben.“ Der Leser erwartet nach diesem Paukenschlag eine nachhaltige Begründung: dass Borer etwas Anstössiges begangen oder die Interessen von Thomas Matter schwer geschädigt habe; und dies alles letzte Woche – eine Zeitung muss ja „news“ enthalten.

Aber nichts davon. Rafi erläutert das medial hinlänglich bekannte Göttisystem und lässt am Ende Borer den Sachverhalt erklären. Dabei wird ersichtlich, dass die vorherigen 41 Zeilen irreführend waren und der Artikel schlichtweg überflüssig – und mehr als 12 Monate alte Fakten wiedergibt.

Und der Leser fragt sich: Hat der Bundeshausjournalist der Sonntagszeitung wirklich in dieser Woche kein aktuelleres und wichtigeres Thema gefunden? Oder aus welchen Gründen manipuliert er die Leser?

Für den geneigten Leser im Folgenden noch die Fakten:

· Borer hatte in der Legislatur, welche 2015 endete, erstmals einen fixen Gästebadge von Nationalrat Matter.
· Borer findet das „Göttisystem“ des Schweizer Parlaments völlig unzeitgemäss und inadäquat. Er unterstützt Vorschläge für eine transparente Registrierung von Public Affairs Vertretern, wie Sie z. B. in parlamentarischen Vorstössen von Ständerat Didier Berberat oder Nationalrat Lukas Reimann gefordert werden.
· Daher hat Borer im Herbst 2015 in Absprache mit Nationalrat Matter auf eine Verlängerung des Gästebadges verzichtet.
· Wie jeder Schweizer oder ausländische Gast kann Borer jederzeit auf Einladung eines Mitgliedes des Stände- oder Nationalrates das Bundeshaus betreten.

Und nun wünsche ich einen schönen Sonntag – und lesen Sie Ihre Zeitung mit der kritischen Distanz und merken Sie sich Medien und Journalisten, die es mit den Fakten nicht genau nehmen oder Schlagzeilen manipulieren – nur so behalten sie einen genauen Kompass.

Mit freundlichen Grüssen
Thomas Borer

DR. BORER CONSULTING – Die Netzwerker unter den Beratern

2 Gedanken zu “Thomas Borer: „Lügenpresse“

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