Georg Kreis, der Allerweltsapologet

David Klein David Klein

Sei es der Antisemitismus von Massimo Rocchi, die Burka oder der Islam generell: Wenn immer bei der Tageswoche (TAWO) ein bedingungsloser Apologet gebraucht wird, welcher der TAWO-Leserschaft, ähnlich wie das ehemalige SS-Mitglied Günter Grass, der aufgrund literarischer Inkontinenz seine «letzte Tinte» auch nicht mehr halten konnte, die «korrekte» Meinung geigen soll, nämlich die, der mit den Millionen von Bea Oeri gesättigten journalistischen Hinterbänkler der TAWO-Redaktion, ist der altersrenitente Kreis die erste Wahl.

Dass Kreis bei der TAWO auch auf «Israelkritik» abonniert ist, die nicht selten die Grenze zum Antisemitismus überschreitet und in deren Rahmen er konsequent Schuldumkehr betreibt, indem er die von der Weltgemeinschaft mit Milliarden alimentierten «Palästinenser» zu unschuldigen Opfern israelischer Willkür stilisiert, ist ein logischer Schluss.

Wohl auch deshalb hat der studierte Hysteriker, pardon, Historiker Kreis, der in seiner Haltung wie kein Zweiter die Auswüchse der westlichen «Schuldkultur» verkörpert, die mitunter so weit gehen, die Solidarität mit der eigenen Kultur bis zur Selbstverleugnung zu verweigern, in seiner Analyse der aktuellen Burka-Debatte nichts Besseres zu bieten, als die ultimative soziokulturhistorische Bankrotterklärung: «Nicht die Burka ist das Problem. Wir sind es».

Wie immer regelrecht besoffen von der eigenen Selbstgerechtigkeit, taumelt Kreis von einem unhaltbaren Standpunkt zum anderen, verwickelt sich in absurde Widersprüche und schreckt auch vor eklatanten Falschaussagen nicht zurück («Burkaverbot bereitet dem Schweizer Tourismus Sorgen»: das Gegenteil ist wahr). Ansonsten erschöpft sich Kreis‘ Erguss im TAWO-üblichen und mittlerweile reichlich ermüdenden Blocher/SVP-Bashing. Kreis’ «Argumente» überbieten sich bis zur Lächerlichkeit, eine vertiefte Analyse erübrigt sich.

Nur etwas zum Minarettverbot, das Kreis in seiner Logorrhoe ebenfalls erwähnt und welches oft fälschlicherweise als Einschränkung der Religionsfreiheit missdeutet wird. Wenn in der Schweiz ein Motorradauspuff verboten wird, weil er zu laut ist, heisst das nicht, dass Motorradfahren generell eingeschränkt oder gar verboten ist. Man darf natürlich weiterhin Motorradfahren, aber einfach ohne diesen spezifischen Auspuff. Genauso verhält es sich mit den Minaretten. Selbstverständlich geniesst der Islam weiterhin die Religionsfreiheit und es werden fleissig Moscheen gebaut. Lediglich ohne das territoriale islamische Machtsymbol Minarett. Dieses bedeutet im Übrigen, dass überall von wo man das Minarett sieht, die Scharia gilt.

Ganz viel Freude macht dem Tatter-Kreis der Iran und die ulkigen Männlein mit Kopftuch, deren putzige Selfies den TAWO-Artikel illustrieren und wohl auf eine verschwiemelte Art eine Atmosphäre von Feelgood-Islam verbreiten sollen. Dass der Iran laut Amnesty International 2015 mehr als Tausend Menschen hinrichtete (darunter auch Kinder), ist Kreis keine Erwähnung wert. Auch nicht, dass die Mullahs regelmässig Amerika und Israel mit Vernichtung drohen. Trotzdem wird die iranische Regierung von den Schweizer «Leitmedien», aber auch von Barack Hussein Obama, dem mächtigen Handlanger der Moslembruderschaft, als «moderat» bezeichnet. Ob Kreis eine Schweizer Partei, die jährlich mehr als Tausend Menschen hinrichtet, auch als moderat bezeichnen würde?

Das muslimische Frauenbild entstammt dem Koran und den Hadithen und wird seit 1400 Jahren praktiziert. Die Frau ist halb so viel wert wie der Mann (Sure 2, Vers 282), sie ist ein «Acker», den der Mann jederzeit «bestellen» darf (Sure 2, Vers 223), sie darf und soll geschlagen werden (Sure 4, Vers 34), gehen ein Hund, Esel oder eine Frau während des Gebets am Mann vorbei, ist das Gebet ungültig (Hadith al-Bukhari, Sahih Muslim).

Der muslimische Schriftsteller Kamel Daoud schreibt:

«Die Frau wird verleugnet, abgewiesen, getötet, vergewaltigt, eingeschlossen oder besessen. Darin zeigt sich ein gestörtes Verhältnis zur Phantasie, zum Wunsch nach Leben, zur Schöpfung und zur Freiheit. Die Frau ist die Spiegelung des Lebens, die man nicht akzeptieren will. Sie verkörpert das notwendige Begehren und ist deshalb eines fürchterlichen Verbrechens schuldig: des Lebens».

Dieser religiös institutionalisierte Frauenhass manifestiert sich in Niqab und Burka, so einfach ist das.

Gemäss einer Studie des World Economic Forum (WEF) von 2014 waren 19 von den 20 Ländern mit der massivsten Diskriminierung von Frauen, Länder mit einer muslimischen Mehrheit. Laut der World Health Organisation (WHO) leiden mehr als 85 Prozent der Frauen in Afghanistan unter psychischer, physischer und sexueller Gewalt und/oder sind Opfer von Zwangsehen. Aber bei Hobbykoch Kreis sucht man vergeblich nach Empathie für diese Frauen, für ihn wird lediglich alles «hochgekocht», seine Feindbilder sind einzig Walter Wobmann und die SVP.

Dass diese diskriminierende, entrechtende und enthumanisierende Kleidervorschrift, Frauen in mobile Gefängnisse zu sperren, ihnen ihr Gesicht, ihre Körperlichkeit, ihre Persönlichkeit, ihren individuellen Ausdruck zu rauben, nicht den gewünschten Effekt hat, ist schmerzlich offensichtlich. So gibt es nirgendwo auf der Erde ein eigenes Wort für sexuellen Massenmissbrauch durch Männerhorden wie in der arabischen Welt, wo das sogenannte «Taharrush Gamea» ein veritabler männlicher Volkssport ist und für dortige Frauen entwürdigender Alltag. Es ist ausserdem beschämend und verstörend, dass ausser Alice Schwarzer, Zana Ramadani, Mona Eltahawy oder Ayaan Hirsi Ali praktisch keine westlichen Feministinnen sich mit dieser Problematik befassen. Ganz im Gegenteil werfen junge (vermeintliche) Feministinnen Schwarzer allen Ernstes Rassismus vor. Die Muslima Khola Maryam Hübsch ist sich sogar nicht zu schade, zu behaupten, Schwarzer würde mit ihrer berechtigten Kritik an der Unterdrückung der Frau in muslimischen Gesellschaften «islamfeindlichen Rechtspopulisten helfen»

Kleiderordnungen (vorwiegend für religiöse Minderheiten) waren im Islam übrigens schon seit dem frühen 8. Jahrhundert für sogenannte Dhimmis (Schutzbefohlene, Untergebene) üblich. Sie betrafen Juden und Christen, oft jedoch nur Juden. Die Kennzeichnungspflicht begann 717 mit einem Befehl von Kalif Umar II. Die Art des Kennzeichens war anfangs nicht festgelegt und variierte. 807 befahl Kalif Hārūn ar-Raschīd in Persien für Juden einen gelben, für Christen einen blauen Gürtel. In anderen islamischen Ländern waren es Halsketten und verschiedenfarbige Schuhe. Diese Massnahme setzte sich im Mittelalter im gelben Fleck und Judenhut fort und fand ihren Höhepunkt im gelben Judenstern der Nazis.

5 Gedanken zu “Georg Kreis, der Allerweltsapologet

  1. PS. Noch bestätigen möchte ich die Auffassung von David Klein zum Minarettverbot. Ein Zusammenhang mit Menschenrechten ist absurd. Es handelt sich im Sinn von Michel Foucault, vgl. „Überwachen und Strafen“ dabei um Protz- und Einschüchterungsbauten, auch Symbole der Eroberung, was bei einem fairen Vergleich auch für christliche Kathedralen zum Beispiel in Südamerika zutrifft. Für den Fall, dass irgendjemand behauptet, das Minarettverbot stelle eine Diskrimierung dar, empfehle ich den Verzicht auf weitere Kirchturmbauten, welche seit rund 100 Jahren in der Schweiz kulturhistorisch sowieso nicht mehr viel gebracht haben und im Einzelfall schon sehr umstritten waren als „Seelenabschuss-Rampe“ und dergleichen. Auch wurde Sekten und staatlich nicht anerkannten Religionsgemeinschaften der Bau von Protztürmen auch schon mit gutem Grund nicht bewilligt. (Früher waren indes Kirchtürme wegen der Alarmierungsfunktion der Glocken, dem Hinweis auf Geburten, Todesfälle usw., wegen der Zeitangabe usw. absolut sinnvoll und sie stehen insofern in der Regel mit Recht unter Denkmalschutz.) Langfristig ist die vollständige Trennung von Kirche und Staat (die Feiertage sind als Bestandteile auch der weltlichen Kultur ausgenommen, Weihnachten hat bekanntlich fast nichts mehr mit Religion zu tun) ein Postulat der Aufklärung. Die meisten Vertreter der christlichen Kirchen setzen sich aber zur Wehr, fordern sogar die Anerkennung des Islam; nicht aus Liebe zu demselben, sondern um der Erhaltung der Privilegien willen, welche Religonsgemeinschaften beanspruchen.

  2. Persönlich halte ich die Burka-Debatte, noch weniger natürlich die Burkini-Debatte, nicht für den Hauptkriegsschauplatz. Mir fällt in Deutschland und auch in der Schweiz auf, dass diese Sache im Moment auf bürgerlicher Seite und auch auf SPD-Seite als Zückerchen für das Unbehagen gegen den Islam verwendet wird, um sich nicht mit dem Hauptproblem befassen zu müssen, der immer weniger eingedämmten Masseneinwanderung von Muslimen (was auch Zunahme der Zahl unbelehrbarer Antijudaisten bedeutet) und weil man in der Bundesrepublik gegenüber der AfD nicht mit völlig leeren Händen dastehen will. Ich vermute, dass auch in der Schweiz das Burkaverbot mehrheitsfähig wäre, wobei mich persönlich derlei Touristinnen in Interlaken nicht stören. Würde aber wie weiland SP-Stadtammann Boris Banga von Grenchen solche Leute auf einem Amt usw. bedingungslos zurückweisen. Im übrigen begreife ich gut, dass sich David Klein über den Satz empört „Nicht die Burka ist das Problem. Wir sind es.“ Eine Debatte, die nicht ausgefochten wird, bedeutet billige Kapitulation und wird Probleme nicht nur nicht lösen, sondern vergrössern.

    Georg Kreis will offenbar verhindern, dass es zu einem neuen Kulturkampf kommt, was bedeutet, sich um eine notwendige Auseinandersetzung zu drücken. Sicher ist aber eines: Die Debatte zum Beispiel über die kopftuch- und haubenbewehrten katholischen Lehrschwestern des 19. Jahrhunderts, die sogar im Bundesrat geführt wurde, war etwas total anderes als die heutige Burka- und sonstige Islamtextiliendebatte. Es handelte sich nämlich um Einheimische, welche in den katholischen Kantonen nicht nur bei der Bevölkerung das volle Vertrauen hatten, sondern welche Frauen für die damalige Mädchenbildung, von Alphabetisierung bis zu weiblichen Handarbeiten und bis zu höheren Schulen und Seminarien, absolut unentbehrlich waren und sich in der Regel nicht extremistisch verhalten haben. Trotzdem waren sie sehr umstritten. Der heutige Streit um die Burka kann absolut damit nicht verglichen werden, ist aber angesichts sogar des Streites um die Ordensfrauen des 19. Jahrhunderts psychologisch verständlich. Auch wenn Georg Kreis leider oft als feindbildorientierter Kulturpolitiker auftritt, in dieser Hinsicht fragwürdiger denn als Historiker. würde ich ihn nicht als Antisemiten bezeichnen. Es war insofern mehr als angebracht, seine Aussage, wer das Problem darstelle, so energisch zurückzuweisen, wie es David Klein in der Regel tut.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s