Solar Impulse 2: „… grobe Irreführung  der sachunkundigen Bevölkerung.“ 

Von: Peter Brenner 

Datum: Donnerstag, 28. Juli 2016 08:15
An: DIE POST  <kundendienst@post.ch>
Betreff: Briefmarke Solar Impuls – bitte weiterleiten an GL

Sehr geehrte Damen und Herren,

„…Vielmehr wollten sie mit ihrer erfolgreichen Erdumrundung aufzeigen,
dass eine verantwortungsvolle und nachhaltige Energiewende möglich ist.
Gleichzeitig wollten sie eine breite Öffentlichkeit für die Nutzung und
Förderung von erneuerbaren Energien sensibilisieren. Das Projekt «Solar
Impulse 2» ist gemäss Piccard nicht nur als Flugzeug zu verstehen,
sondern als wirtschaftliche, umweltpolitische und wissenschaftliche
Botschaft und Symbol….“,

so heisst es in Ihrer Ankündigung der neuen Briefmarke.

Ich kann die Hype um Solar Impuls, der Sie mit der Würdigung per Briefmarke nun den (vorläufigen) Höhepunkt gesetzt haben, nur mit Kopfschütteln und Unverständnis quittieren. Das Unternehmen der Abenteurer Piccard und Borschberg mag zwar als menschliche Pionierleistung eine gewisse Bewunderung verdienen, die Behauptung, dass die „erfolgreiche“ Erdumrundung, für die mehr als ein Jahr benötigt und ein geradezu irrsinniger logistischer Aufwand betrieben wurde, aufzeigen soll, dass eine Energiewende – hier wohl im Sinne einer Stromversorgung durch Fotovoltaik gemeint – möglich sein soll, betrachte ich als eine grobe Irreführung der sachunkundigen Bevölkerung. Eine solche Erkenntnis kann nicht – schon gar nicht wissenschaftlich fundiert – aus Solar Impuls abgeleitet werden. Auch als zukünftiger kommerzieller Flugzeugantrieb taugt das Konzept nicht, ungeachtet allen möglichen technischen Fortschritts steht dem die mangelnde Skalierbarkeit aufgrund physikalischer Gesetze im Wege – ganz im Gegensatz zum Flugapparat der Brüder Wright aus dem Jahre 1903. Eigentlich hat das Unternehmen Solar Impuls geradezu plakativ die grundsätzlichen Limiten der Fotovoltaik und der Speichertechnik aufgezeigt.

Betrachtet man, wer das Unternehmen mit 170 Mio CHF finanziert hat, so kann ich mich des Verdachts nicht erwehren, dass die dabei verwendete „Leichtbautechnik in extremis“ für verschiedene Komponenten (u.a. auch das Kommunikationssystem von Swisscom) werbewirksamen Tests für eine künftige Vermarktung unterzogen werden sollte. Abnehmer für derartige Technologien dürften v. a. im Bereich der Militärtechnik liegen – z. B. bei der Konstruktion und Optimierung von Kampfdrohnen – dort ist man ja bereit, für solche Produkte jeden Preis zu bezahlen. Im Sinne von „Ockham’s Razor“ dürfte es bei dem Unternehmen „Solar Impuls“ also um viel Geld gehen und nicht um hehre Ziele.

Freundlichen Gruss

Peter Brenner, Dipl.-Math.

3 Gedanken zu “Solar Impulse 2: „… grobe Irreführung  der sachunkundigen Bevölkerung.“ 

  1. Für mich ist „Solar Impulse“ eine grossartige technische und fliegerische Leistung. So wie auch die technischen und fliegerischen Erfolge der Brüder Picard. Die Leistung von Bertrand Picard sehe ich sogar als nachhaltig an. Neidlos und voller Bewunderung, der Mann ist ein Genie.

    Viele Erfindungen der Familie Picard wurden aufgenommen, weiterentwickelt und sind heute Stand der Technik auf höchstem Niveau.

    Dass diese Erdumrundung eine komplexe und teure Logistik benötigte, war bekannt. Die 170 Millionen Fränkli werden bestimmt auf die eine oder andere Art & Weise wieder durch neue Technologien hereingespült.

  2. Der Medien- und Politikerrummel – bis hin zu Frau BR Leuthards völlig überflüssigem Ausflug nach Abu Dhabi – wegen der Ach- und Krach-Weltumrundung mit dem Solarflugzeug von Piccard, ist völlig unverständlich. Denn eine Pioniertat war das ja keineswegs. Solartechnik wird unzählige Male viel sinnvoller angewendet, als mit diesem Flugzeug. Brenners Text zeigt auf gut verständliche Weise, warum man nicht von einer Pioniertat und von einem Durchbruch bezüglich erneuerbaren Energien reden kann.

    Aber zwei Dinge wurden im großen Stil verbrannt:
    > Geld. Schön, wenn jemand so Sponsoren-Freunde hat, daß er tatsächlich so ein nettes Privatabenteuer für sich auf die Beine stellen kann.
    > Kerosin. Ich will lieber nicht wissen, wieviel Kerosin verbrannt wurde, um diesen Luxus überhaupt erst möglich zu machen. Die Grünen und BR Leuthard wollen das ganz sicher auch nicht wissen.

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