Was uns hier zusammenführt, ist die Liebe zu Israel

Ralph Giordano (1923 – 2014), Rede in Köln am 24. März 2006; Archiv//Aus aktuellem Anlass. 

Im Vorwort der Taschenbuchausgabe 2002 meines 1991 erschienenen Buches „Israel um Himmels willen, Israel“ heißt es: „Das Werk definiert ein damals wie heute konstantes Verhältnis zu dem kleinen ‚Mutterland‘: meine Liebe zu Israel, meine Sorge um Israel, meine Kritik an Israel. Ein Freibrief für falsche Bundesgenossen, mir für letztere auf die Schulter zu klopfen, ist das nicht. Ich akzeptiere niemandes Kritik an Israel, der mir nicht nachgewiesen hat, was ihm die Menschenrechte und ihre Unteilbarkeit wert sind – das Credo eines Rasters, durch das schon so mancher Christ, Muslim und auch Jude gefallen ist.“

Dieses Thema möchte ich unter zwei Aspekten abhandeln: Israel und Deutschland, und Israel und die islamische Welt.

Israel sitzt auf der Anklagebank

Was mich geradezu adrenalisiert: Israel sitzt im Deutschland von heute ganz selbstverständlich auf der Anklagebank, eine einseitige Schuldzuweisung der öffentlichen Meinung mit nahezu kollektivem Charakter. Die veröffentlichte Meinung ist wohl differenzierter, aber oft genug auch in gefährlicher Nähe der Versimpelung des Nahostkonflikts zu Lasten Israels. Das liegt förmlich zum Greifen in der Luft, eine Parteinahme mit der Durchschlagskraft herrschender Ideen. Dem haben wir unsere Parteinahme entgegenzusetzen, und das ohne falsche Rücksicht, Taktik und Defensive – es reicht!

Wieso soll die gezielte Tötung von Terroristen, die unzählige gezielte Morde angeordnet haben, verwerflicher sein als diese Morde? Es ist widerwärtig, Tag für Tag erleben zu müssen, wie laut weite Kreise über die Toten und Verwundeten israelischer Gegenschläge klagen, während sie sich gleichzeitig empfindungslos über die Massaker der „lebenden Bomben“ hinwegsetzen. In Serie zeigen die Medien zu Grabe getragenen Palästinenser, aber nicht einmal hat eine deutsche Kamera nach einem in die Luft gesprengten Bus die Blutlachen von der Größe eines halben Fußballfeldes gefilmt, noch die Rumpfkörper, die arm- und beinlos hundert Meter vom Ort der Explosion weggeschleudert worden sind.

Dann die Kommentare, auf der Straße und in den Medien, dass letztlich Israel auch dafür die Gründe liefert, was auf eine ebenso selbstverständliche wie infame Exkulpierung (Rechtfertigung, die Red.) der organisierten Mörderbanden hinausläuft.

Ich frage: Wollen ungefährdete Deutsche tatsächlich und allen Ernstes die Israelis besserwisserisch belehren, wie deren Staat, Regierung, Militär und Polizei die Bürgerinnen und Bürger vor dem professionellen Terror von Hamas, Dschihad und Hizbollah zu schützen hätten? In den vergangenen drei Jahren sind durch diesen Terror etwa 3000 Israelis getötet worden, an die 1000 davon durch Selbstmordattentäter, nicht zu reden von der zehnfachen Zahl und mehr der Verletzten.

Wie würde Deutschland auf solchen Terror reagieren?

Rechnete man diese Ziffern hoch auf Deutschlands demografische Dimension von 80 Millionen Einwohnern, so würde das bedeuten, dass in der besagten Zeitspanne zwischen Flensburg und München, Köln und Frankfurt/Oder an die 40.000 Menschen umgekommen und Hunderttausende verwundet worden wären. Kann man sich vorstellen, was die hiesigen Folgen wären? Panik, Chaos, Erliegen des öffentlichen Lebens, Rufe nach dem „starken Mann“, Wiedereinführung der Todesstrafe – und die deutsche Demokratie?

Hier versagt meine Fantasie. Ich weigere mich notorisch, die Maßnahmen israelischer Regierungen zum Schutze der Bürgerinnen und Bürger auf die gleiche Stufe zu stellen mit den hinterhältigen Anschlägen arabischer Terroristen, wie es immer wieder in deutschen Medien geschieht – ich weigere mich kategorisch.

Das stellt den Judenstaat nicht unter kritischen Naturschutz und hebt weder die Unteilbarkeit der Humanitas noch Fehler und Schlimmeres auf, die von israelischer Seite gemacht worden sind. Allen voran eine von vornherein falsche Siedlungspolitik nach dem Sechstagekrieg von 1967, ein Wahnsinn, den einzugestehen die Räumung jüdischer Siedlungen aus Gaza ein erster Schritt war. Was keineswegs bedeuten soll, dass ich mich hier herzlos über das Leid der Betroffenen auslasse. Und wie sieht es nun in Gaza aus? Man schießt von da Raketen nach Israel.

Israel ist das Land, das jene kostbaren Werte verkörpert, ohne die wir uns das Leben nicht vorstellen können. Israel – und nicht die arabischmuslimische Staatenwelt. Was ist das für eine Welt? Zitat: „Entzünde die Bombe – und du bist bei Allah“, „Der reichste König hat weniger als der ärmste Märtyrer im Paradies“, „Allah verheiratet mich mit 72 Jungfrauen, wenn ich töte“ – so tönte es in arabischen Hasspredigten noch jüngst und ungestraft im deutschen Fernsehen.

Wer, verdammt noch mal, will mir da einreden, dass es sich hier nicht auch um einen Kampf der Kulturen handelt? Und dass Israels Grundproblem nicht darin besteht, dass es in einem Kampf auf Leben und Tod gerade seiner demokratischen Struktur und seiner humanen Grundsätze wegen in einer ungünstigeren Ausgangsposition steht als seine von jedem rechtsstaatlichen Denken klinisch freien Feinde?

Der jüdische Staat hält sich an demokratische Regeln

Es war der von mir hoch geschätzte Kollege Leon de Winter, der in dem offiziellen Organ der Juden Hollands die Sache unverblümt beim Namen genannt hat: „Natürlich ist die israelische Armee in der Lage, die Verstecke der Terroristen in Wohnvierteln aufzuspüren und zu zerstören. Jedoch ist der Preis an Menschenleben so hoch, dass es kein Zusammenleben in Freiheit und mit freier Presse mehr geben könnte. Das ist das eigentliche Dilemma: Israel könnte, aber weil Israel Israel ist, kann es diese Mittel und Möglichkeiten zur Terrorbekämpfung nicht anwenden und einsetzen.

Manchmal erscheinen Vergeltungsaktionen als zu groß, jedoch sind sie in Wahrheit minutiös im Verhältnis zu den Möglichkeiten, die Israel hat.“ Soweit der Bundesgenosse aus den Niederlanden, Leon de Winter.

In meine Fassung gebracht, lautet es so: Es wäre Israel waffentechnisch ein Leichtes, den Konflikt mit den Palästinensern zu beenden. Es müsste nur der Intifada so begegnen, wie jede arabische Regierung jeder jüdischen Intifada in ihrem Land begegnen würde, nämlich sie bedenkenlos noch am gleichen Abend des Tages, an dem sie ausgebrochen war, in ihrem eigenen Blut zu ersticken.

Aber Leon de Winter hat Recht. Israel kann das nicht, sogar unter Gefährdung seiner Existenz könnte es das nicht – was gleichzeitig eine treffende Charakteristik ist, wer im Nahostkonflikt wem gegenübersteht.

Nein, nicht der kleine Judenstaat wird es sein, von dem aus die großen Schatten über das 21. Jahrhundert fallen werden. Fallen werden sie vor allem aus der Hemisphäre von 22 arabischen Ländern, die 50mal mehr Menschen und 800mal mehr Bodenfläche haben als Israel.

Vom Weltärgernis zur Weltbedrohung

Bevor ich mich dem Thema Israel und die islamische Welt zuwende, den notorischen Israel-Anklägern in den Redaktionsstuben und Chefetagen der deutschen Print- und TV-Medien noch dies ins Stammbuch: Sie sollten sich intensiver als bisher beschäftigen mit dem Teil des Islam, der von einem Weltärgernis längst zu einer Weltbedrohung geworden ist. Steht doch nirgendwo geschrieben, dass Deutschland ein weißer Fleck auf der Karte des Terrors aus islamischen Ländern bleiben wird.

Jetzt zu dem Problem, das wie ein Unwetter über dem eben angebrochenen Jahrhundert schwebt, eine dunkle Wolke, die wohlweislich erst angestochen, keineswegs aber schon voll aufgestochen ist. Ich spreche von der Krise des Islam bei der Anpassung an die Moderne. Revolutionsüberreife Gesellschaften zwischen Marokko und Indonesien, ein riesiger, interkontinentaler Teil der Menschheit, mit dem arabischen Segment als Zentrum, droht an der eigenen Rückständigkeit zu explodieren. Diese Krise ist inzwischen zur Initialzündung eines Terrorismus geworden, wie ihn die Geschichte der Menschheit noch nicht erlebt hat.

ES IST KRIEG – ich sage das so unverblümt, weil Krieg ist. Und die ihn der Zivilisation und allem erklären, was das Leben lebenswert macht, sie verkünden: „Ihr fürchtet den Tod – wir nicht!“

Eine neue Akte der Entmenschlichung

Das aber heißt: Uns ist ein Feind erstanden, der den stärksten aller menschlichen Triebe, den der Selbsterhaltung, für sich außer Kraft gesetzt hat. Diese Kamikaze-Ideologie ist dabei, die gesittete Welt in ein neues Zeitalter zu katapultieren – mit der niederschmetternden Aussicht auf einen abermaligen Totalitarismus.

Der schickt sich an, eine neue Akte der Entmenschlichung aufzuschlagen, die auch den letzten geschützten Freiraum zu zerstören bereit ist und deren ideologische Brutalität alle Tabus menschlicher Gesittung zu brechen beabsichtigt.

Es zählt zu den Lebenslügen unserer Zeit, dass der gesamte arabische Raum befriedet wäre, wenn es  den Nahostkonflikt nicht gäbe. Der ist in der Tat gegenwärtig so festgefahren wie lange nicht – und wird dennoch, in historischen Zeiten gedacht, seine Begrenzung finden.

Die Krise der islamischen Welt aber wird einen längeren Atem haben – und das, so differenziert sie sein mag, ihrer staatenübergreifenden Grundelemente wegen.

Zu ihrer Charakteristik kann ich mich der eigenen Stimme enthalten, da die schärfsten Kritiker sowohl des islamischen Fundamentalismus als auch der islamischen Gesellschaft insgesamt Muslime sind. Eine härtere Abrechnung als ihre mit den jeweiligen Eliten, den manipulierten Massen und den eigenen Übeln kann man sich nicht vorstellen. Kein Weißer, kein Europäer, Amerikaner oder Israeli würde sich auch nur in die Nähe einer Kritik wie aus diesem Munde wagen.

Arabische Unfähigkeit zur kritischen Selbstreflexion

Die innerislamischen Kritiker machen Schluss mit dem üblichen Delegieren der Verantwortlichkeit für den erbärmlichen Status quo nach außen: an „Europa“, an den Kolonialismus, an den „Großen Satan“ USA und den „Kleinen Satan“ Israel – ohne die historischen Sünden des Westens zu unterschlagen.

Schonungslos wird die Unfähigkeit der islamisch-arabischen Gesellschaft zur kritischen Selbstreflexion vorgeführt, wird die eigene Rückständigkeit und die daraus erwachsenden Minderwertigkeitskomplexe als die wahre Quelle des Terrors angeprangert. Was sich mit diesen Stimmen vor uns auftut, ist eine grandiose Philippika nach der anderen gegen einen Terrorismus, dessen Ursachen dem Aggregatzustand der islamischen Welt selbst entspringen.

Wie sieht es der libanesische Dichter Abbas Baydoun? „Wir haben geschwiegen, als große Minderheiten bei uns unterdrückt wurden, und nie die Verantwortung für tatsächliche Massenmorde übernommen …

Allzu oft jubelten wir unseren echten und großen Tyrannen zu, in der Erwartung, die versprochene Stunde der Rache am Westen bräche nun an. Heute scheint es, dass viele unserer Intellektuellen in ihrem Innern einen kleinen Bin Laden großziehen und neuerlich mit einer historischen Rache um jeden Preis winken – selbst wenn es sich um die Zerstörung der Kultur, um das Wegsperren von Frauen oder darum handelt, Afghanistan aus lauter verzweifelter Rachsucht den Kampfbombern eines George W. Bush auszuliefern.“

Abbas Baydoun fährt fort: „Womöglich beten jetzt viele bei uns darum, dass der Rassismus des Westens und die amerikanische Paranoia sich verstärken. Denn auf diese Weise fänden wir eine neue Ausrede, nicht in den Spiegel zu sehen … um uns den Anblick eines fürchterlichen Gesichts zu ersparen, des Gesichts eines anderen Islam, des Islam der Isolation und der willkürlichen Gewalt, der nach und nach die Oberhand gewinnt und bald, während wir auf den Höhepunkt unserer Verblendung zusteuern, unser tatsächliches Gesicht geworden ist.“

Der radikale Islam sitzt bereits fest in Europa

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Wie auch die kritischen Worte der Muslima Ayaan Hirsi Ali, die nach der Ermordung des niederländischen Regisseurs Theo van Gogh und der Veröffentlichung ihres Buchs über das eigene Frauenschicksal schwer bedroht wird: „Ich war bereit, sehr weit zu gehen, um die Menschen aufzuwecken. Auf der einen Seite die niederländischen Autoritäten, die kapieren müssen, dass der radikale Islam und seine Anhänger sich in den Niederlanden festgesetzt haben, und auf der anderen Seite die muslimischen Massen, damit sie lernen, die hässlichen Muttermale ihrer Religion zu sehen.“

Am deutlichsten wird der türkische Publizist Zafer Senoçak aus Ankara: „Kaum ein islamischer Gelehrter, geschweige denn ein frommer Laie ist willens und in der Lage, das Kernproblem in der Denkstruktur des eigenen Glaubens zu sehen … Sie sind nicht bereit zur kritischen Analyse der eigenen Tradition, zu einer schonungslosen Gegenüberstellung ihres Glaubens mit der Lebenswirklichkeit in modernen Gesellschaften.“

Was ist dem hinzuzufügen? Lasst uns die Hoffnung auf eine palästinensische Zivilgesellschaft dennoch nicht aufgeben. Voraussetzung dafür ist aber die Überwindung ihrer inneren Feinde. Wobei uns das 20. Jahrhundert gelehrt hat, dass die Guerilla von regulären Armeen, und seien sie noch so stark, nicht besiegt werden kann.

Was immer also Israel zu dieser Zivilgesellschaft beizutragen vermag: Hizbollah, Hamas und Dschihad dahin zu befördern, wohin sie gehören, auf den Kehrichthaufen der Geschichte, bleibt doch vor allem eine palästinensische, eine innerarabische Aufgabe.

Trotz allem: Der Funke der Menschlichkeit glüht

Das Potenzial müsste da sein. Ich höre von einem palästinensischen Vater, dessen zwölfjähriger Sohn von israelischen Soldaten getötet worden war, und der trotzdem die Organe des Toten für Lebende gespendet hat, ob nun Muslime, Christen oder Israelis, wie es ausdrücklich hieß. Auch wenn eine solche Haltung ganz gewiss nicht exemplarisch ist: Was mir dabei dennoch eine gewisse Zuversicht einflößt, ist der Gedanke, dass selbst in einer so militarisierten Gesellschaft wie dieser der Funke der Menschlichkeit nicht ausgetreten werden kann.

Aber es wird ein schwerer und langer Marsch werden. Vor kurzem kam mir ein Ausspruch zu Ohren, den ich nicht unterschlagen möchte: „Wenn denn die islamische Gesellschaft ihre Ehre über die von der männlichen Begehrlichkeit stets bedrohten Geschlechtsmerkmale der Frau definiert, und das tut sie – wäre es da nicht sinnvoller, den Männern Handschellen anzulegen, als den Frauen das Kopftuch zu verordnen?“

Oh ja, darüber muss man unwillkürlich lachen, aber es ist nicht zum Lachen, weil sich all das, worüber ich gesprochen habe, gegen Juden richtet. Vor allem aber gegen Israel, unser, mein geliebtes Israel.

Mit diesem hochgefährdeten Land fühle ich mich unlösbar verbunden, eine Ankettung, die unabhängig ist von den Maßnahmen, der Politik und den Gesetzen abwählbarer Regierungen. Die Liebe zu Israel ist die Hülle meiner Kritik an ihm, ihm gehört all meine Bewunderung und so manches noch, was mir im Halse stecken bleibt, wenn ich es sagen möchte und nicht kann, weil es mir die Sprache verschlägt. Ich bin überzeugt von der Kraft dieses Landes und seiner Menschen, ich baue auf seine Fantasie, seine Kreativität, seine gewaltige Vitalität und seine Überlebensfähigkeit. Daneben aber hockt in mir, unverbannbar, mit bleibender Unruhe und unausrottbarer Sorge jene jüdische Angst, die meinem Buch den Titel „Israel, um Himmels willen, Israel“ verliehen hat, und die sich dennoch nie geschlagen geben wird.

So deute ich auch unsere Zusammenkunft. Danke, Keren Hayesod, für die Einladung und allen, dass sie mir zugehört haben.

3 Gedanken zu “Was uns hier zusammenführt, ist die Liebe zu Israel

  1. Meine Vermutung, das Israel „auf der Anklagebank sitzt“ : man hat vergessen.

    Europa verhält sich heute zu Israel so, als würde es ich in der Levante um einen territorialen Konflikt handeln, der sich lediglich auf das betreffende Gebiet beschränkt.
    Man hat hier vergessen, wie der palästinensische Terrorismus in Europa wütete. Die Flugzeugentführungen, die Attentate.

    Und kaum nach der Entführung der „Archile Lauro“ und dem terroristischen Absturz einer Passagiermaschine über Lockerbie, war Europa derart mit sich beschäftigt, dass es nicht realisierte, wie sich das Verhältnis zu Israel veränderte.
    Eine Entwicklung, die schon damit begann, als sich in Form der deutschen RAF, ultra-linker Terrorismus mit dem palästinensischem verband. Man nahm die arabische Welt zwar durchaus wahr – vor allem durch ihre despotische Herrscher wie Assad, Nasser, alSadat, den Schah von Persien und später Chomeini, oder auch Saddam Hussein und Gaddafi. Mit Ausnahme von Chomeini war diese Wahrnehmung jedoch „areligiös“. Es ging stets um das West-Ost Verhältnis, darum ob man nun Verbündeter oder Feind ist – der Kalte Krieg.
    Und der aufsehenerregende Vorfall um Salman Rushdi wurde als Sache zwischen ihm und Chomeini abgetan.

    Und nach diesem Kalten Krieg war Europa derart mit sich beschäftigt, das es Israel „aus den Augen verlor“ – so meine Definition. Die Palästinensische Führung schaffte es, die Täterrolle abzustreifen, sich als blosses Opfer dazustellen. Die Bilder in der Welt zeigten bloss noch Steine werfende Palästinenser gegen schwer bewaffnete, gepanzerte israelische Soldaten.

    Dass Kritik an Israel als Deckmantel für antisemitische Äusserungen genutzt wurde, macht plausible Kritik heute schwierig.
    Es ist das Militär welche die erzwungene Abwehrhaltung Israel’s verkörpert. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Umstand auch noch zur Wahrnehmung beiträgt und sich schon alleinig die Gegenüberstellung Militär-Zivilisten leicht ausschlachten lässt. Da wirken Bilder von Steine werfenden palästinensischen Jungen Richtung schwer bewaffnete israelische Soldaten natürlich wirkungsvoll – ohne sich zu hinterfragen wie es kommen kann, dass es eine Gesellschaft überhaupt zulässt solch‘ junge Menschen am Konflikt aktiv zu beteiligen. Was damit einhergehen würde, die Kritik mindestens ausgewogen zu gestalten.

    Vielleicht ist es das, was man sich – u.A. in Kritik an Israel – wünschte. Der Versuch der Auflösung destruktiver Kräfte wie es Gelehrte wie Erich Fromm oder Arno Gruen propagierten.

    • Gerader als Sehender ist es leicht, für Israel einzutreten. Doch manche haben eine Pupillentrübung, weil der jahrtausendealte Antisemitismus nicht an ihnen vorbeigegangen ist.

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