Wir müssen reden: über die Atomlobby

Es gibt Themen, über die eine Gesellschaft reden und sich Gedanken machen muss. Themen, die über Fortschritt oder Rückschritt einer Gesellschaft entscheiden. Eines davon: die Energie.

Zugegeben, kein einfaches Thema. Denn sobald man Fragen um die sogenannte „Energiewende“ stellt – wohlgemerkt Fragen stellen reicht schon – schreien die Befürworter derselben: Atomlobby! Nachgelegt wird emotional mit Begriffen wie: Tschernobyl und Fukushima. Nachgetreten mit „Atommüll“.

Das war’s. 37 Zeichen – so viele haben „Atomlobby, Tschernobyl, Fukushima und Atommüll“ – reichen, um jeden mundtot zu machen, der die gegenwärtige Energiepolitik des Atomausstiegs und der Energiestrategie 2050 kritisiert.

Es lassen sich irrationale Debatten auf allen Ebenen beobachten: Vom Stammtisch (inkl. Social Media, der Stammtisch des 21 Jh.), über Verbände bis zum Bundesrat.

Ja, es sind irrationale Debatten. Denn es wird nicht über die besten Lösungen gestritten, sondern um die ideologische Ausrichtung. Und funktioniert ein auf Ideologie basierendes Vorhaben, bspw. die Energiestrategie 2050 nicht, (empirisch lässt sich belegen, das funktioniert nie – Maos „Der grosse Sprung nach vorn“ sollte man sich in Erinnerung rufen), wird nicht über die Ausrichtung nachgedacht bzw. schnellstmöglich umgedreht, nein, das Tempo wird erhöht.

Mit der Strategie: „Vorwärts immer, rückwärts nimmer.“ ist schon ein älterer Herr mit Hornbrille und Synthetikanzug kläglich gescheitert, aber wen interessiert es. Fakten sind doch so uncool, cool ist „Atomlobby“ zu schreien!

Wie am Anfang geschrieben, wir müssen reden über:

Die Atomlobby

Um herauszufinden, wer diese ominöse Atomlobby sei und wen sie vertritt, lohnt sich ein Blick auf die Eigentümerverhältnisse der AKW-Unternehmen zu werfen.

In der Schweiz haben wir folgende Kernenergie-Produzenten:

Beznau 1 + 2, Gösgen, Leibstadt und Mühleberg.

Zum Kraftwerkspark der Axpo gehören das eigene Kernkraftwerk Beznau, Beteiligungen an den Partner-Kernkraftwerken Gösgen und Leibstadt sowie Bezugsrechte an französischen Kernkraftwerken.

Die Axpo Gruppe befindet sich wiederum zu 100 % in der Hand der Nordostschweizer Kantone bzw. der Kantonswerke.Dokument1

Axpo gehört dem Steuerzahler – uns allen. D. h. die sogenannte Atomlobby vertritt den Steuerzahler. Ähnlich verhält es sich mit anderen KKW. Zum Beispiel Gösgen: Die KKW Gösgen AG gehört zu: 40% Alpiq, 25% Axpo, 15% Stadt Zürich, 12,5% CKW, 7,5% EWB (Berner Stadtwerk). Von Geheimnistuerei kann also keine Rede sein. Wer es wissen will, kann es wissen und leicht finden.

Es ist nichts Verwerfliches, ein Atomlobbyist zu sein. Die Atomlobby hat keinen Grund sich zu schämen, denn sie hat Fakten und physikalischen Gesetze auf ihrer Seite.

[Versucht jemand mit zweifelhaften Methoden zu lobbyieren, so wird dies bekannt. Siehe Beispiel Alpiq.]

Und da kommen wir zum nächsten Problem: Fakten! sind uninteressant.

Jüngstes Beispiel: Fessenheim!

Da genügte es, dass zwei Journalisten von einem „Vorfall“ und „Vertuschung“ in Fessenheim erzählen und schon bricht die Hysterie aus. Die Journalisten schreiben von „Beinahe GAU“ und die Demonstranten demonstrieren. Dass es weder „Beinahe Gau“ noch „Vertuschung“ gab, interessiert doch keinem.

Ähnlich: Wenn ein Maler von der Leiter in einem Bürogebäude eines AKWs stürzt wird von einem „Zwischenfall in KKW-XY“ geschrieben.

Dass die Energiestrategie an Realität [Physik] scheitern wird, interessiert den Grossteil der Politiker und andere Träumer – obwohl Halluzinationen zutreffender wären – nicht. Dabei genügt manchmal einfaches Kopfrechen.

Nein, man muss sich wahrlich nicht schämen, wenn man die Energiestrategie 2050 in Frage stellt. Im Gegenteil. Die Energiestrategie 2050 ist ein Vorhaben, das zum Scheitern verurteilt ist.

Man muss sich nicht schämen Fragen zu stellen, wie, „Woher sollen die 40% Atomstrom-Ersatz kommen?“, die mit der Abschaltung der AKWs fehlen werden.

Man muss sich nicht schämen, gegen das ökologische und ökonomische Fehlprojekt namens Energiewende zu sein.

Ja, über Ersatz von AKWs können wir gerne reden und beschliessen es zu tun. Nur bitte mit Technologien, die in der Realität funktionieren. Mit Windrädern und Sonnenkollektoren wird uns dies nicht gelingen. Im Gegenteil, mit Subventionierung dieser Energien machen wir noch die sauberen Wasserkraftwerke kaputt und unrentabel.

Auch ist nicht nachvollziehbar, wie man für den Klimaschutz und gegen die CO2 sauberen KKW sein kann.

Ich persönlich zähle mich gerne zur Atomlobby!

Das nächste Mal werden wir hier über Tschernobyl, Fukushima, Atommüll und alternative Technologien reden.

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Leseempfehlung, NZZ vom 30.03.2016

Bandlast-Kraftwerke bleiben wichtig

Der  Strombedarf wird zunehmen, und er wird ausgeglichener sein als bisher. Es leuchtet deshalb nicht ein, weshalb man auf  zuverlässige Bandlast-Kraftwerke verzichten will. Von Markus Häring

2 Gedanken zu “Wir müssen reden: über die Atomlobby

  1. „Wir müssen reden: über die Atomlobby“

    Ja, das müssen wir, denn es läuft etwas so richtig schief und das heißt „Energiewende“!

    „Atomlobby“ – Warum gehöre ich dazu? Weil ich mich ungern für dumm verkaufen lasse und die Kernenergie als zukunftsweisende Hochtechnologie einordne.
    Und spätestens jetzt beginnt das altbekannte Lied der Atomkraftgegner welches eigentlich nichts als eine Auflistung von Fehleinschätzungen und Falschdarstellungen beinhaltet, die da wären Strahlung, Brennelemente, Leukämie, Atommüll, Tschernobyl, Fukushima und der GAU, der größte anzunehmende Atomunfall in einer Reaktoranlage.
    Ja, den GAU hat es gegeben, aber es war ein Super – GAU und dieser trägt die Bezeichnung „Energiewende“.

    Die sogenannte „Energiewende“ war der Freibrief für Solaranlagen- und Windkraftanlagenbauer und -betreiber zum Geldscheffeln. Und dies hält bis heute so an, ohne das man darauf hinweist, das für die Solaranlagen wichtige Rohstoffe benötigt werden und die Windkraftanlagen einmal abgesehen von der gesundheitlichen Belastung in der Nähe lebender Menschen, wahre „Fleischwölfe“ sind. Die Zahlen von getöteten Tieren lässt einem dem Atem stocken noch dazu, wenn man weiß, dass Windkraftanlagen (WKA) von Umweltschützern angepriesen werden.
    Was wichtig ist, ist, das WKA sich bis zu ihrem Lebensende auch nicht wirtschaftlich amortisiert haben und das trotz Subventionen!
    Zurück zur Kernenergie: Ist man einmal über Tschernobyl, das „Opfer“ eines Tests wurde und Fukushima, das „Opfer“ einer Monsterwelle wurde hinweg, hat erklärt, das der Strahlengrenzwert in Deutschland ein vielfaches unter dem Wert der natürlichen Strahlung des Erzgebirges liegt und hat die Leukämie – Story von akut angestiegenen Erkrankungen überwunden, dann kommt das vermeintliche Totschlagargument der Atomgegner, die Endlagerfrage für den Atommüll.
    So, und jetzt wird es so richtig interessant!

    Mit welchem Recht legen Politiker, die in der Regel kein Fachverständnis haben und Umweltschützer, die ständig Nachhaltigkeit im Umgang mit Rohstoffen fordern, fest, das „Atommüll“ aus Kernkraftwerken (KKW) endgelagert werden muss?

    Ist das dumm oder kriminell oder beides zusammen? Auf jeden Fall gehören diese Verantwortlichen in den Knast, weil sie die Grundlagen für das Verschleudern von Milliarden Euro an Steuergeldern gelegt hatten.
    Die Abfallwirtschaft hat in den letzten 20 Jahren ganze Quantensprünge in der Müllverarbeitung und –aufbereitung gemacht und entwickelt sich ständig weiter und das trotz stiefmütterlicher Behandlung durch die Politik. Vor Jahren musste der Müll händisch zu Hause getrennt werden und heute tut dies eine komplexe Anlage.
    Und genau so wird es mit dem hochradioaktiven Müll der Kernkraftwerke werden. Deshalb wäre es richtig, die Castorbehälter mit den abgebrannten Brennelementen einfach in einer Halle zu lagern.
    Zurück zu den KKW: Diese haben in ihrer Gesamtheit in den letzten 10 Jahren in der Technik wichtige Veränderungen erfahren und sind sicher. Das Risiko ist der Mensch und sind die Betreiber der KKW, die die Sicherheit dem Maximalgewinn opfern. Es kann nicht sein, das Betreiber von KKW Anlagenteile, die einer maximalen Nutzungsdauer unterworfen sind nicht tauschen umso Geld zu sparen und damit die Sicherheit des KKW-Betriebes unterminieren und das mit Wissen der Politik.
    Der KKW – Betrieb ist an ganz genaue Regeln gebunden, die ohne Wenn und Aber explizit eingehalten werden müssen!
    KKW werden in Europa weiterhin in Betrieb sein und neue werden hinzukommen und das auch nach dem politisch veranlassten Ausstieg von Siemens aus der Kernenergiesparte. Das war ein sehr großer Fehler.
    Kernenergie ermöglicht eine schnelle, konstante und lineare Energieversorgung ganz im Gegensatz zur Windenergie, die auf den Wind angewiesen ist. Des Weiteren verursacht Strom aus KKW weder Phasenverschleppungen noch belastet dieser die Stromnetz unnötig. Windenergie ist nur bedingt linear, da Wind keine konstante Größe ist und somit konventionelle Kraftwerke parallel zu den WKA mitlaufen müssen.
    All das wird dem Nutzer verschwiegen und es ist ein schwieriges Thema, das man genau betrachten muss. Der Slogan, „Windenergie ist grün“, ist so irreführend, das dieser, wie auch andere Aussagen zu WKA auf den Index gehören.
    Kernenergie in der KKW – Nutzung ist Hochtechnologie und Fortschritt – Windkraftanlagen sind von gestern.

    Mein Schlusswort als Mann der Kernenergielobby ist: Kernkraftwerke sind sicher und haben einen Null CO2 – Ausstoß! Wenn es ein Sicherheitsproblem gibt, dann besteht das aus Politik und den Betreibern der KKW. Kernenergie wird uns weiterhin begleiten und wir müssen dieser verantwortungsvoll umgehen. Kernenergie zu verteufeln ist den Weg zum Rückschritt zu propagieren.

  2. In der BRD sieht die KKW-Besitzerlage vergleichbar aus. Der Energieriese EnBW gehört zu 93% der BRD (Landes- und kommunaler Besitz), RWE gehört zu 25% der BRD. Von den vielen kommunalen Stadtwerken, welche somit auch im Staatsbesitz der BRD sind, ganz zu schweigen. Also diese volkseigenen Staatsbetriebe erwirtschaften Gewinne, welche dann in den Staatshaushalt fließen, also zu uns Bürgern. Trotz dieser einfach zu erfahrenden Besitzstandverhältnisse hört man in fast allen Medien (besonders im BRD-Staatsrundfunk) das die Gewinne privatisiert und die Risiken verstaatlicht werden. Wir leben im multimedialen Mittelalter. Warum jedoch die BRD-Exekutive gegen ihre eigenen Energiekonzerne eine solch zerstörerische Politik fährt bleibt unklar. Vielleicht ist der BRD-Exekutive klar, dass die großen Stromkäufer, die produzierenden Industrie, das Land still und heimlich verlässt. Das einzige was aus physikalischen Gründen nicht die BRD verlassen kann ist die Stromgeneration. Will die BRD-Exekutive jedoch die herben Steuereinnahmeverluste durch die schwindende Industrie ausgleichen, wäre nichts einfacher als für hohe Strom-Erzeugungskosten zu sorgen und so bei konstanten Prozent-Steuersätzen absolut mehr einzunehmen. Nebenbei wird der Bürger über eine EEG-Steuer gleich noch ordentlich abgemolken. Vielleicht ergibt dieser ganze Unsinn dieser politisch „Erneuerbaren“ unter diesem Gesichtspunkt einen „Sinn“. Naturwissenschaftlich reich es aus die Energie- und Leistungsdicht anzusprechen, vom Energie-Erntefaktor EROI ganz zu schweigen, um den Irrsinn mit Zahlen aufzuzeigen..

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