Pakt mit Terroristen

© Die Weltwoche; 21.01.2016; Ausgaben-Nr. 3; Seite 32

Nationalrat Jean Ziegler vermittelte 1970 ein Geheimabkommen zwischen dem 

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Der junge NR Jean Ziegler/Illustration: Cornelia Ziegler, NZZ

Bundesrat und der PLO. Um vor Attentaten verschont zu werden, liess die Schweiz verurteilte Mörder laufen. Von Alex Baur

Es waren Nachrichten und Bilder, die eine Generation prägten. Im Februar 1969 beschiesst ein palästinensisches Kommando auf dem Flughafen Kloten eine Maschine der israelischen El Al, ein Pilot und ein Terrorist werden getötet, drei Attentäter verhaftet. Ein Jahr später bringen Palästinenser bei Würenlingen AG eine Coronado der Swissair zum Absturz, 47 Insassen sterben. Im September 1970 entführen Palästinenser drei Flugzeuge nach Zerqa in Jordanien, darunter eine DC-8 der Swissair, die sie später in die Luft sprengen. Die Geiseln kommen nach Verhandlungen frei, allerdings auch die drei in Zürich verurteilten El-Al-Terroristen. Danach wird die Schweiz vom Palästinenser-Terror verschont.

Viel wurde seither über einen Geheimdeal zwischen der PLO und der Schweiz spekuliert. Dies, zumal die Bundesanwaltschaft plötzlich kein Interesse mehr zeigte, Sufian Kaddoumi, den mutmasslichen Attentäter von Würenlingen, vor Gericht zu bringen. Dem NZZ-Reporter Marcel Gyr ist es nun gelungen, das Geheimnis zu lüften. In einem sorgfältig recherchierten Buch* beschreibt er, zum Teil aufgrund von bislang gesperrten Akten aus dem Bundesarchiv, wie sich der damalige Aussenminister Pierre Graber (SP) mit dem faktischen PLO-Aussenminister Farouk Kaddoumi auf ein geheimes Stillhalteabkommen einigte. Den Kontakt zwischen den beiden hatte der damalige Genfer SP-Nationalrat, Soziologieprofessor und PLO-Sympathisant Jean Ziegler eingefädelt. Hässliches Detail: Der heute hochbetagte Farouk Kaddoumi, den Gyr in Tunis interviewte, war mit dem gleichnamigen Terroristen offenbar eng verwandt.

Mit dem Geheimdeal liess die Schweiz nicht nur verurteilte und mutmassliche Mörder laufen. Sie fiel auch den Briten, Amerikanern und Deutschen in den Rücken, mit denen sie ein gemeinsames Vorgehen vereinbart hatte, und sie gefährdete nicht zuletzt auch die exzellenten Beziehungen zu Israel. Gleichzeitig machte sich die Eidgenossenschaft erpressbar gegenüber der PLO, die recht dreist auf den begehrten Zugang zur Uno in Genf pochte und diesen schliesslich auch bekam. Die Flugzeugentführungen hörten erst auf, als der Westen mit den spektakulären Befreiungsaktionen von Entebbe (1976) und Mogadischu (1977) klarmachte, dass er sich von Terroristen nicht länger erpressen liess.

Säbelrasseln in West und Ost

Doch Marcel Gyr verzichtet verdienstvollerweise auf den moralischen Zeigefinger und begnügt sich damit, die dramatischen Ereignisse so plastisch und detailgetreu wie nur möglich und vor allem aus damaliger Sicht zu rekonstruieren. Was er nicht belegen kann, lässt er offen. Bevor man den Stab über den damaligen Bundesrat und über Ziegler bricht, muss man auch bedenken: Die Schweiz befand sich in einer verzwickten Lage. Nach Zerqa rüsteten sich die westlichen Alliierten zu einer grossen militärischen Operation im Nahen Osten, auch das Sowjetregime liess die Säbel rasseln, und die Schweiz hatte ein grosses Interesse, nicht in diesen Konflikt hineingezogen zu werden.

Die Paketbombe, welche die Swissair-Coronado bei Würenlingen zum Absturz brachte, war eigentlich für ein israelisches Flugzeug bestimmt. Der Irrtum der Palästinenser machte das Verbrechen zwar keinen Deut besser, aber er erleichterte es doch, die Staatsräson über den Rechtsstaat zu stellen. Abgesehen davon misstraute Bundesrat Graber der Standhaftigkeit seiner westlichen Partner – und das durchaus zu Recht, wenn man sich das schnelle Einknicken der deutschen Regierung 1972 nach dem Massaker an den Olympischen Spielen in München vor Augen hält.

P.S.: Der Pakt mit palästinensischen Terroristen ist kein Einzelfall. Gemäss Recherchen von Alex Baur zählte auch die kolumbianische Terror-Organisation FARC unter Bundesrätin Micheline Calmy Rey (SP) mit Unterstützung der Schweiz, eine entscheidende Rolle spielte auch dort ein Genfer Professor: Im Dienst der Menschenräuber

Weitere Artikel zum Thema finden Sie unter http://www.weltwoche.ch, Stichworte Farc und Alex Baur in der Suchmaske eingeben.

3 Gedanken zu “Pakt mit Terroristen

  1. Herr Jean Ziegler hat eine bemerkenswerte Karriere hinter sich. Er hatte das Glück, dass er seine Neigungen und Berufungen in seine Karriere einbringen konnte. Diese sind sein krankhafter Hass auf den Jüdischen Staat Israel und auf das Judentum und seine ideelle und politische Unterstützung der palästinensischen Sache, des Islams und der arabischen Despoten.

    Er teilt sie mit weiteren Genossen aus der SP, mit Frau Micheline Calmy-Rey, Frau Jacqueline Fehr. Nun es gibt noch zwei grüne Politiker, die Herren Fischer und Gerhard Mueller Behrens. Aber diese Zwei waren kaum am Geheimabkommen von schweizerischen Politikern mit der palästinensischen Terrororganisationen beteiligt. Beide haben jedoch genug anderen Dreck am Stecken.

    Heute lese ich in der BAZ (nach meiner Meing die einzige nicht anti-israelische und antisemitische Tageszeitung in der Schweiz), dass sich der Herr Jean Ziegler für den „PLO-Deal“ entschuldige. Ist er jetzt plötzlich ein Altruist, nachdem er vom Terror Betroffenen Schmerz und Trauer verursacht, der Schweiz grossen politischen Schaden bereitet hat und sich dabei nach meiner Meinung auch bereicherte? Bis heute verleumdet und dämonisiert er hemmungslos auch Israel.

    Früher gab es nur eine Möglichkeit um für Fehler in diesem Ausmass zu sühnen: Er möge seine Dienstpistole mit einer Patrone laden und sich den Fangschuss geben.

  2. Ihr,Alle,die über Jüden und den Staat Israel lästert, seid Antisemiten oder wollt das Offensichtliche nicht sehen.Ihr seid nicht mal Wert um Euch zu antworten.Wir stehen mit unserer Moral über die Peinlichkeiten,die von Euch ausgehen.Ihr tut mir Leid.

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