Die Illusion des Appeasement

Aus aktuellem Anlass veröffentlichen wir  diesen Beitrag, den  David Klein imageanlässlich des Charlie Hebdo-Terrors geschrieben hat. Er trifft jedoch auch genauso auf die neuen Anschläge zu. 

Die Welt ist entsetzt über die Morde von Paris. Muslimischer Terror in Europa fand seinen Anfang jedoch nicht 1989 mit Ayatollah Khomeinis Todesfatwa gegen Salman Rushdie und der Ermordung seines japanischen Übersetzers Hitoshi Igarashi.

Der Beginn der modernen Zeitrechnung in der Geschichte des muslimischen Terrors in Europa war der 22. Juli 1968, als die der PLO angegliederte «Volksfront zur Befreiung Palästinas» ein Linienflugzeug der israelischen El Al entführte. Das Unwort «Islamismus», mit dem heute von Muslimen verübte Verbrechen relativiert werden, war noch nicht im Sprach­gebrauch, und die sogenannte Islamophobie, ursprünglich von Khomeini gegen unislamisches Verhalten instrumentalisiert, war noch nicht von linken Intellektuellen als Kampf­begriff gegen jegliche Kritik am Islam umgedeutet worden. Der palästinensische Terroranschlag gegen Zivilisten trat einen beispiellosen Tsunami muslimischen Terrors in Europa los, der in der barbarischen Hinrichtung von 17 Menschen in Paris seinen vorläufigen Höhepunkt fand.

Auch in die Schweiz kam der Terror. Im Februar 1969 fordert ein palästinensischer Anschlag auf ein israelisches Linienflugzeug am Flughafen Kloten zwei Tote. Im Februar 1970 explodiert auf dem Swissair-Flug SR330 eine palästinensische Bombe, alle 47 Insassen kommen ums Leben. Im September des gleichen Jahres entführen Terroristen der «Volksfront zur Befreiung Palästinas» drei Flugzeuge, darunter eines der Swissair.

Die drei palästinensischen Attentate erschütterten die kriegsunversehrte Schweiz in den Grundfesten und verleiteten die damalige Bundesregierung zu einem fatalen Fehler: Sie kooperierte mit den muslimischen Terroristen. Aus Angst vor einem «Racheakt» der Palästinenser wurde in einer geheimen Krisensitzung beschlossen, allfälligen Forderungen der Entführer «unverzüglich stattzugeben». Als Rechtfertigung für die Freilassung der muslimischen Terroristen führte der Bundesrat «humanitäre Gründe» an. Der Zürcher Rechtsanwalt und Publizist Manfred Kuhn entgegnete damals: «Wir wurden zu einem rechtsfreien Raum. Das bedeutet nicht Humanität, sondern Barbarei und Anarchie.» (Nachzulesen in der vierteiligen Serie «Arabischer Terror in der Schweiz» von Marcel Gyr/NZZ.)

In einer Zurschaustellung eklatanter historischer Ignoranz und unter demselben fadenscheinigen Vorwand der «Humanität» unterstützt die heutige Bundesregierung palästinensischen Terror mit Hunderten Millionen an Schweizer Steuergeldern.

Muslimischer Terror, der mit seinen mörderischen Anschlägen gegen jüdische Zivilisten in Israel, den Massakern in der Charlie-Hebdo-Redaktion und dem jüdischen Supermarkt in nichts nachsteht. Sind diese exorbitanten Zahlungen ein «Ablass», um die Schweiz vor muslimischem Terror zu schützen? Ob Bundesrat Ueli Maurer wohl deshalb glaubt, die Schweiz stehe «glücklicherweise nicht im Fokus von Terroristen». Gleichzeitig relativiert er: «Die Schweiz ist nicht so sicher, wie wir das gerne hätten.»

Maurers Bedenken sind gerechtfertigt, denn auch Frankreich setzte Jahrzehntelang auf Appeasement-Politik im Umgang mit muslimischem Terror, in der Hoffnung, von Anschlägen verschont zu bleiben. In den 1970ern erkaufte sich die französische Regierung mit inoffiziellen «Zuwendungen» an palästinensische Terrorzellen Sicherheit für ihren zivilen Luftverkehr. In den 1980ern beendete Paris von Teheran gesponserte Terroranschläge, indem gesperrte iranische Guthaben von über einer Million Dollar freigegeben wurden. In den 1990ern wurden die Fundraising- und Rekrutierungsaktivitäten verschiedener algerischer Terrorgruppen in Frankreich bewusst ignoriert, um die Sicherheit der französischen Zivilbevölkerung zu gewährleisten. Jahrelang wurden von mehreren Regierungen erhebliche Lösegeldsummen für die Freilassung von über hundert französischen Geiseln im Nahen Osten und in Afrika bezahlt.

Frankreich war die erste westliche Grossmacht, die ein Verbot für Waffenexporte nach Israel verhängte und gleichzeitig das erste westliche Land, in dem Yassir Arafats PLO eine Botschaft eröffnete. 1996 verhinderte die Weigerung Frankreichs, Organisationen wie die Hizbollah oder die Hamas auf eine Terrorliste zu setzen, eine G-7-Vereinbarung zur Bekämpfung von globalem Terror. 2003 versuchte Frankreich mit allen Mitteln, UNO-Massnahmen gegen Saddam Hussein zu verhindern.

Im Dezember 2014 schliesslich anerkannte Frankreich «Palästina», zu dessen Einheitsregierung auch die muslimische Terrororganisation Hamas gehört.

Der Horror von Paris hat nun auf erschütternde Weise das Versagen des französischen Appeasement aufgezeigt, das auch der Schweizer Regierung eine dringende Warnung sein sollte.

2 Gedanken zu “Die Illusion des Appeasement

  1. Der Bericht von David Klein ist gut recherchiert, gut geschrieben und hochaktuell. Ich empfinde den Bericht angesichts der Terrorsituation in Europa und Israel, verursacht durch den Islam, als verstörend und als eine Warnung.

    Verstörend allein deshalb, weil die Schweizer noch nie darüber nachgedacht haben, was ihre Behörden tatsächlich veranlasst hat, die Verfolgung der islamischen Attentäter seit Februar 1969 einzustellen. Es wurden doch Schweizer ermordet und Swissair-Flugzeuge zerstört? Das für die damaligen politischen Figuren beschämende Verhalten hatte nach meiner sehr persönlichen Meinung nicht nur einen politischen, sprich wirtschaftlichen Hintergrund. Handfester Juden- und Israelhass war mit dabei. Dieser Juden- und Israelhass ist heute in gewissen Parteien, bei den „Grünen“ und in der „SP“ Programm und fester Bestandteil ihrer Innen- und Aussenpolitik, versteckt hinter Israelkritik.

    Ich frage mich, haben sich die damaligen schweizerischen Politiker bei den palästinensischen Terrororganisation genügend eingeschleimt, um künftigen palästinensischen und islamischen Terror in der Schweiz oder gegen Schweizer abwehren zu können?

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