Ulrich W. Sahm: Terroranschlag 20 Meter von meinem Haus entfernt

von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 17. Oktober 2015
Am Samstagmorgen gegen 9:00 Uhr Ortszeit waren 5 Schüsse in der Rav-Hovel Straße im Jerusalemer Viertel Armon Hanatziv zu hören, auf der Grenze des UNO-Niemandslandes. Innerhalb weniger Minuten kam ein Dutzend Polizeifahrzeuge. Passanten riefen den von ihren Terrassen herabschauenden Anwohnern zu: „Er hatte ein halb-Meter langes Messer in der Hand“.

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Wo geschossen worden war, lag ein junger Mann mit Blutspuren am Hemd auf dem Bürgersteig. Er war offensichtlich tot. Niemand machte Wiederbelebungsversuche, während Polizisten sich über ihn beugten. Ein paar Meter von ihm entfernt lag ein schwarzer Schulranzen. Der junge Mann habe versucht, einen Grenzschützer zu erstechen, als der seinen Ausweis verlangte. Als der junge Mann sich den Polizisten mit gezücktem Messer genähert habe, hätten sie ihn erschossen. Ein Polizist sei durch das Messer leicht am Arm verletzt worden.
Ein Polizeihubschrauber schwebte eine Stunde lang über der Gegend, vermutlich um fliehende Mittäter zu suchen.
Inzwischen hat die Polizei den Ausweis des getöteten Attentäters geprüft und festgestellt, dass es sich um den 16 Jahre alten Muataz Ahmad Awisat aus dem benachbarten Dorf Dschabel Mukaber handelte.
Weiter wird berichtet, dass der 16-Jährige, der einen großen schwarzen Schulranzen trug, als „verdächtig“ aufgefallen sei. Jogger hätten die Polizei gerufen. „Dies ist ein Kind, das offenbar am Morgen ausgezogen ist, seinen böswilligen Plan durchzuführen“, sagte der Polizeikommandeur Haim Schmueli. „Ich rufe die Eltern auf, Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen und uns jedes ungewöhnliche Verhalten zu melden, damit wir uns um sie kümmern können, ohne in die Lage zu geraten, sie auf der Straße zu suchen und zu neutralisieren.“
Der Kommandeur lobte den jüdischen Bürger, der das „auffällige Verhalten“ des Jugendlichen der Polizei gemeldet hatte. Auch andere Bürger sollten das tun, wenn sie etwas „Verdächtiges“ sehen.
Bewohner des Viertels behaupten, dass Awisat auf dem Weg zu einem Anschlag in einer Synagoge war.
Das Hamas-Fernsehen berichtete, dass Awisat der Cousin von einem der beiden Attentäter gewesen sei, die in dieser Wochen im gleichen Jerusalemer Viertel einen Anschlag auf den Linienbus Nr. 78 verübt, zwei Menschen getötet und mehrere Verletzt haben, ehe die Polizei sie erschießen konnte.
Der Familienclan der Awisat aus dem Jerusalemer Dorf Dschabel Mukaber ist schon öfters aufgefallen.
Anas Awisat wurde zusammen mit einem anderen Palästinenser aus dem Dorf im Juni zu einer achtjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Im Dezember 2014 planten sie „aus nationalistischen Motiven“ einen Anschlag in einem Hochzeitssaal, in dem sich üblicherweise zwischen 800 und 1500 Menschen versammeln. Sie hatten schon Waffen gesammelt und wollten den Anschlag als orthodoxe Juden verkleidet durchführen. Um sich ein besonders tödliches Uzi-Maschinengewehr bei einem Waffenhändler in der Autonomiebehörde zu besorgen, fehlte es ihnen am Geld. Das Gewehr hätte über 12.000 Euro gekostet.
30 Jahre im Gefängnis erhielt im Mai Aziz Awisat, der Gashähne in einem jüdischen Wohnhaus geöffnet hatte, um es mitsamt seinen Bewohnern in die Luft zu sprengen. Die versehentliche Gasexplosion in einem Jerusalemer Wohnhaus habe dem Mitglied der Hamas-Organisation als „Inspiration“ gedient. Doch das offene Kerzenlicht nahe den Gashähnen habe keine Explosion ausgelöst. Beim Verhör durch den israelischen Geheimdienst gestand der Mann auch noch die Attacke auf einen ultraorthodoxen Juden am Damaskustor.
Der 20 Jahre alte Iyyad Azmi Awisat, ebenfalls aus Dschabel Mukaber, ist im Juli 2009 mit einem weißen Seat-PKW auf eine Straßensperre im Nachbardorf Zur Bacher mit hoher Geschwindigkeit zugefahren, um die dort stehenden Grenzschützer zu töten. Drei Polizisten wurden an den Beinen leicht verletzt, bis ein Offizier mit seinem M-16 Gewehr tödliche Schüsse auf den Terroristen abgeben konnte. Awisat erlag kurz darauf seinen Verletzungen.

3 Gedanken zu “Ulrich W. Sahm: Terroranschlag 20 Meter von meinem Haus entfernt

  1. Das ist typisch für die,die das Geld nicht mit Arbeit verdienen,sondern mit töten.jemand wird ihre verdammte Familie dann unterstützen,so läuft es

  2. Immer und immer wieder. Den Palästinensern ist das Leben ihrer Kinder doch völlig egal. Sorry „Zum Kotzen“

  3. Danke, ich bin gespannt, wie unsere Medien über den Vorfall berichten!

    Schönen Sonntag und Gruss

    bi

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