Kathy Riklin gewinnt den „Oscar für den Unfug des Jahres 2015“!

Es scheint ein Naturgesetz, dass in der Zeit des Wahlkampfes bei den Kandidierenden der gesunde Menschenverstand, den manche Kandidaten durchaus besitzen, aussetzt und sie Unfug erzählen. Gutes Beispiel ist der Linke Rechtsprofessor Daniel Jositsch, der kürzlich WW-Wirksam sein Herz für Rechte Politiker, für die er sonst nur Verachtung übrig hat, entdeckte.

Gut, es gibt auch Politiker, die konstant Dummheiten von sich geben. Wie der singende glp-Matrose Beat Flach aus Aargau.

Vor jedem Einkaufszentrum gehen sie auf Stimmenfang, sie, die künstlich lächelnden Kandidaten, die unnützes, umweltverschmutzendes Zeug in die Hände der Passanten drücken und erklären: Wählen Sie mich, den Kandidaten Hans Jedermann, der etatistischen Partei XY, weil ich die Eierlegende Wollmilchsau bin. Die gleichen Belästigungen selbstverständlich auch auf allen Online-Kanälen.

Gewöhnlich begegnet man solchen Belästigungen mit einem WTF?-lass-mich-in-Ruhe-Gesichtsausdruck und je näher die Wahlen, stellt sich das Unterbewusstsein auf den Ignorieren-Modus ein.

Nun, hat es die CVP-Nationalratskandidatin Kathy Riklin geschafft, diesen Modus zu umgehen. Ihre Erklärung, was liberal sei, kann man nicht ignorieren:

„Liberal heisst für mich, Einsatz für eine freiheitliche Staatsordnung und die Eigenverantwortung vom Individuum. Das soll aber nicht heissen, mehr Freiheit und weniger Staat, sondern ein Einsatz für eine liberal, soziale Marktwirtschaft. Und unter sozial verstehe ich einen Einsatz für die Schwächeren, Solidarität mit den Menschen die Hilfe und Unterstützung brauchen, aber auch engagierten Einsatz für unsere Natur.“ – damit hat sie den Oscar für den Unfug des Jahres 2015 gewonnen.

Und obwohl Riklin regelmässig Unfug produziert, wird sie wahrscheinlich wieder gewählt. Wie die Mehrheit der bisherigen National- und Ständeräte übrigens auch. Mit ihrer Wiederwahl wollen Herr und Frau Schweizer eine Veränderung der Politik bezwecken. Da fällt mir nur noch Albert Einstein ein: Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.

2 Gedanken zu “Kathy Riklin gewinnt den „Oscar für den Unfug des Jahres 2015“!

  1. Der verwiesene Artikel von Jositsch ist nichs als vernünftig. Er argumentiert auf einem Niveau, mit dem er sicher zu den besten 10% seiner Partei gehört, so dass seine Wahl in den Ständerat angesichts der nicht berauschenden Auswahl nicht unvertretbar wäre.

    Kathy Riklin, die mir u.a. als Kritikerin der Orthographiereform und noch vernünftige Bildungspolitikerin aufgefallen ist, hat bloss etwas blauäugig die amerikanische Definition von „liberal“ paraphrasiert. So ähnlich dachte auch die in den USA politisch erweckte SP-Politikerin Regine Aeppli, Witwe meines Studienkollegen Thomas Wartmann, der leider als Hochbegabter auf eine politische Karriere verzichtet hat. Am widersprüchlichsten war Riklin mit ihrem wütenden Leserbrief an das Zürcher Pfarrblatt vor Jahresfrist, bloss weil die Ecopop-Intiative dort wenigstens kontradiktorisch, durch Thomas Minder, dargelegt wurde. Sie protestierte gegen die Verteidigung von Ecopop durch Minder. Nun aber haben die CVP und andere Zürcher Kleinparteien mit Ecoopop eine Listenverbindung gemacht. Ich würde nie auf der Liste einer Partei kandidieren, welche mit den von mir am meisten Verabscheuten eine Listenverbindung eingeht. Natürlich hat Riklin in der Affäre um das Berufsverbot von Mörgeli eine schlechte Falle gemacht. Wiewohl ich als Paracelsus-Forscher mit Mörgeli schon nicht kleine fachliche Meinungsverschiedenheiten austrug, auch schon ein nicht unwesentliches Detail an seiner medizinhistorischen Ausstellung kritisierte, ist klar, dass er mindestens nicht schlechter qualifiziert ist als beispielsweise linke Seilschaften des Faches Geschichte an der Uni Zürich, wo ich wegen Mangel an Professoren, die wirklich Spitze sind, nicht mehr studieren würde.

    Kathy Riklin hätte als CVP-Politikerin wenigstens die Möglichkeit, die in Wirtschaftsfragen noch durchaus differenzierte sogenannte Soziallehre der katholischen Kirche zum Beispiel mit dem Subsidiaritätsprinzip zu beanspruchen und mit Inhalt zu füllen. Statt dessen bringt sie sozialliberales Gesäusel, also eine Linie, die akkurat zum Konkurs der CVP führt, deren Gedankengut sich verflüssigt in Richtung überflüssig. Mich schmerzt dies, kannte ich doch die Bundesräte Furgler und Hürlimann noch persönlich, habe sie sogar in der Festschrift zum 100. Geburstag der Gesamtpartei porträtiert, welche Beiträge im Netz sogar auffindbar sind. Die CVP des Kantons Luzern politisiert noch auf einer vernünftigen Linie, die in der Lage bleibt, bürgerliche Wähler zu binden, gewiss zwar nicht gerade im Sinne von stockbürgerlich.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s