Israel: Moral, Freiheit und Demokratie

Podium

P. Heumann; Y. Kugelmann; R. Köppel; R. C. Schneider; S. Wigdorovits Foto: Klaus Rózsa | photoscene.ch

(bel/db) «Israel – zwischen Moral und Realpolitik?» – diese Frage diskutierte am Mittwoch, 30. September 2015 ein hochkarätig besetztes Podium. Eingeladen hatte die Hadassah-Stiftung Schweiz. Der Debatte ging ein Vortrag von Prof. Avi Rifkind voraus: «Weshalb ich auch Terroristen behandle».

Ethik und Menschlichkeit statt Politik
Hadassah, das hebräische Wort für Myrthe ist zugleich der Name für Königin Esther. Ihre Geschichte steht für die Rettung der Juden. Und der Name ist Verpflichtung für die Stiftung «Hadassah», die in Jerusalem zwei Spitäler von höchstem Renommée unterhält: Menschenleben retten.

Prof. Avi Rivkind Foto: Klaus Rózsa | photoscene.ch

Prof. Avi Rivkind Foto: Klaus Rózsa | photoscene.ch

Israelische und palästinensische Spitzenmediziner, jüdische, christliche und muslimische Pfleger, behandeln jährlich eine Million Menschen – unabhängig ihrer Religion, politischer Gesinnung oder finanzieller Möglichkeiten. Sobald jemand die Schwelle des Krankenhauses überschreitet, ist er einfach nur noch Patient.
Hadassah behandelt Opfer von Terroristen – und sogar Terroristen. Oft zur gleichen Zeit. Verrückt? «Natürlich ist das verrückt», sagt Prof. Avi Rifkind, Leiter der Traumatologie des Hadassah-Spitals. Für den weltweit renommierte Spezialisten für Notfallmedizin, insbesondere für die Behandlung von Terroropfern, bestehen gleichwohl keine Zweifel, dass es richtig ist, jedem zu helfen. «Weshalb ich auch Terroristen behandle» – über dieses ethische Dilemma hielt er eine bewegende Rede in der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich. Ein Beispiel aus seiner Praxis: Hamas-Terrorist Hassan Salameh, der als Drahtzieher von Selbstmordanschlägen auf zwei Busse in Jerusalem 45 Menschenleben auf dem Gewissen hat, wurde bei seiner Verhaftung verletzt und mit einem Bauchdurchschuss ins Hadassah-Spital eingeliefert. Avi Rivkind: «Wir haben als Ärzte einen Eid geschworen. Wie kann man da anders reagieren?»
In Rivkinds Büro hängt ein Photo des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz über das Jets der Israeli Air Force fliegen. Dieses Bild hält ihm täglich vor Augen, dass «wir das Leben jedes Menschen wertschätzen müssen.» Hadassah war für den Friedensnobelpreis nominiert.
[Lesen Sie hier mehr über diese aussergewöhnliche Persönlichkeit in einem Portrait von Pierre Heumann: (pdf: Rivkind.Aug15).]

Unter Leitung von Sacha Wigdorovits, Präsident Hadassah Schweiz, diskutierten anschliessend Pierre Heumann, Nahostkorrespondent Tel Aviv, Roger Köppel, Chefredaktor Weltwoche, Yves Kugelmann, Chefredaktor Tachles und Richard C. Schneider, Leiter ARD-Studio Israel zum Thema «Israel – zwischen Moral und Realpolitik?».

Einige Statements aus der Diskussion:

TV-Journalist Richard C. Schneider sprach von der Macht der Bilder. Die Wucht der Bilder aus Gaza sei durch nichts zu toppen. Ein Bild eines verängstigten Kindes in einem israelischen Bunker, das vor den Hamas-Raketen Schutz sucht, kommt dagegen nicht an. Während Israel es aus ethischen Gründen nicht zulässt, dass Bilder von israelischen Opfern veröffentlicht werden, benutzen die Palästinenser schockierende Bilder, die nach Bedarf auch inszeniert werden, als Propaganda.
Viele seiner Kollegen seien schlecht vorbereitet als Nahostkorrespondent. Sie gingen mit der Einstellung nach Israel, dass Krieg immer schlecht sei, Opfer immer unschuldig seien und es immer um Menschenrechte gehe. Arabisch und hebräisch sprechen sie kaum. Sie sind überfordert bei elementaren Fragen, bspw. was man machen soll, wenn die Hamas Raketen aus einem zivilen Gebiet, wie Schul- und Krankhäusern, auf Israel schiessen.

Weltwoche-Verleger Roger Köppel betonte, dass unsere Medienlandschaft einseitig berichtet und Israel einseitig und zu Unrecht verurteilt. «Die Bereitschaft der Journalisten, etwas zu verstehen, ist gering.» Es werde weltfremd und vom hohen Ross aus über Israel diskutiert. Gleichwohl stelle er bei den Schweizern ein wachsendes Verständnis für Israel fest, weil sie erkennen, welche Kräfte da in Syrien, im Irak und beim Islamischen Staat wirken. «Israel hat heute mehr auch mit uns zu tun.» Es sei wichtig, dass sich Israel erklärt und die Leute seien heute auch bereit zuzuhören. Aussagen von Leuten wie Geri Müller und Dani Vischer beurteilt er als intellektuellen Flachsinn einfachster Drittweltisten. Mit denen zu diskutieren sei letztlich uninteressant.

Pierre Heumann, Nahostkorrespondent in Tel Aviv, bekennt, dass er manchmal frustriert sei, über das Unwissen der Leute, die Zusammenhänge seien nicht bekannt und die Fakten darum teils schwierig zu vermitteln. «In den letzten vier Jahren hat sich die Wahrnehmung über Israel dramatisch verändert. Die Leute zappen weg in der Tagesschau, sobald der Name fällt.» Weiter gibt er zu bedenken, dass die heterogenen Meinungen, die in Israel existieren, von den westlichen Medien ignoriert werden. Hier würden immer dieselben Personen oder Medien aus einem bestimmten Spektrum Israels zitiert. Das sei so, wie wenn die ausländischen Medien zur Schweiz nur die Wochenzeitung zitieren oder Jean Ziegler befragen würden. Israel wird mit anderen Massstäben beurteilt.

Yves Kugelmann, Chefredaktor der jüdischen Wochenzeitschrift Tachles, teilt die Kritik seiner Kollegen über die Nahostberichterstattung nicht. «Die Meinungen über Israel sind unter Juden sehr heterogen und dies decken wir auch entsprechend ab.» Ganz allgemein beurteilt er die Nahostberichterstattung als heterogen, Korrespondenten würden in hoher Qualität und adäquat über Israel berichten. Nicht die Medien schreiben unausgewogen, sondern die Wahrnehmung der Medienkonsumenten über die Nahostberichterstattung sei schwarz-weiss.

Die anregende Diskussion zeigte auf: Israel ist nicht perfekt, aber es korrigiert sein Handeln stetig und richtet es nach ethischen Prinzipien aus. Israel ist eine Demokratie, die mit den schwierigsten Herausforderungen der Welt konfrontiert ist. Die demokratische Welt sollte Israel deshalb laut und deutlich Rückhalt geben.

Wer die Hassadah-Stiftung unterstützen will, findet HIER nähere Angaben.

Nachtrag: «Wir retten auch unsere Feinde» Avi_Rivkind-Interview_SonntagsBlick_20151018_dt

6 Gedanken zu “Israel: Moral, Freiheit und Demokratie

  1. Mehr und mehr werde ich hellhörig, bezüglich Bericht Erstattung über Israel: Jüngstes Beispiel: In Dimona stach ein junger Israeli auf Araber ein: Teletextkommentar: Ein JUDE stach auf 4 Palästinenser ein.
    Baz, Kommentar der SDA: Ein jüdischer Israeli stach…
    Der geneigte Leser merkt : Der JUDE

  2. Es muss heissen: Die Diskussion um „Moral“ muss in Israel selbst g e f ü h r t werden und sie wird d o r t wie nur in wenigen Ländern tatsächlich geführt. Im 2. Weltkrieg ging es um 235 000 Flüchtlinge in der Schweiz.
    @ Herr Scheiner. Sie gehören zu denjenigen unter Ihren Landsleuten, die in Ihrem Eifer bei Meinungsverschiedenheiten sofort die Keule der Feinde Israels und der Antisemiten zücken, also bekennen Sie sich zu den sattsam bekannten und politisch eingeordneten Übereifrigen. Sie würden Ihrer Meinung besser Gehör verschaffen, wenn Sie diese Wertungen mal weglegen können. Diejenigen, die was nicht sofort gleich sehen wie Sie, sind nicht vorsätzlich so infam wie Sie es zu unterstellen scheinen. Sage ich als jemand, der auch schon David Klein gegen Angriffe von wegen seines Übereifers in Schutz genommen hat. Die Substanz von dessen Artikeln scheint mir nämlich nicht so schlecht. Artikel von Herrn Yves Kugelmann habe ich aber meinerseits schon mal mit Gewinn gelesen.Dabei muss er trotzdem nicht alles „schlechthin richtig“ gesehen haben.

    • Lieber Pirmin

      Ich schätze Deine oft sehr differenzierten und fundierten Meinungsäusserungen. Aber ich muss auch sagen, dass wenn Alexander Scheiner oder auch ich Fakten und eigentlich intolerable Missstande ohne das gewohnte PC-Geschwafel thematisieren, man nicht immer gleich über wie auch immer geartete «Keulen» jammern sollte.

      Yves Kugelmann, den ich persönlich kenne und schätze, obwohl unsere Ansichten bezüglich Israel diametral divergieren, macht mit Tachles eine Zeitung für die vermeintlich «liberalen» Juden in der Schweiz und ist seiner Klientel verpflichtet. Ausserdem hat Tachles eine Kooperation mit der ebenfalls sehr israelfeindlichen Haaretz und muss auch diesbezüglich seine Leserschaft hofieren. Schneider ist Erfüllungsgehilfe der stramm israelkfeindlichen und antisemitischen ARD und hat auch dort seine Funktion als «Alibijude», sprich «authentische Stimme» gegen Israel zu erfüllen. Als ich ihn auf Facebook (sehr höflich) auf seine einseitige Berichterstattung ansprach und einige Fakten richtigstellte, entfreundete er mich kurzerhand.

      Was Kugelmann über die Medienberichterstattung über Israel schreibt, ist auch empirisch nicht haltbar. Hier möchte ich erneut auf die Studie von Prof. Monika Schwarz-Friesel, Leiterin des Fachgebietes Allgemeine Linguistik und Antisemitismusforscherin an der TU Berlin hinweisen, die Kugelmanns offensichtlich angeschlagenen Urteilsvermögen auf die Sprünge helfen sollte.

      Seit zehn Jahren erforscht Schwarz-Friesel die deutsche Berichterstattung über den Nahost-Konflikt. Bis 2017 soll das Projekt noch laufen, erste Ergebnisse hat Schwarz-Friesel aber jetzt schon ausgegeben:

      Kein anderes Land der Welt wird in deutschen Medien so oft und scharf kritisiert wie Israel!

      Das Forscher-Team um Schwarz-Friesel untersucht, wie oft bestimmte negative Begriffe und Wendungen in Artikeln über Israel vorkommen, etwa Ausdrücke wie «Verbrecherstaat» und «Unrechtssystem», Vergleiche mit Nazi-Deutschland und Superlative wie «der schlimmste» und «die größte Gefahr für den Weltfrieden». Zum Vergleich werten die Linguisten Artikel über Konflikte und Menschenrechtslagen in anderen Ländern aus, darunter Russland, Nordkorea und Saudi-Arabien. Keines von ihnen kam so schlecht weg wie Israel.

      «Hier hat sich in den letzten Jahren wiederholt gezeigt, dass im deutschen Kommunikationsraum ein extrem einseitiges und sehr negatives Israel-Bild vermittelt wird», stellt Schwarz-Friesel fest.

      Zudem analysierten die Forscher 400 Schlagzeilen deutscher Zeitungen während des Gaza-Konflikts 2012 und der aktuellen Operation. Das Ergebnis: In 75 Prozent der Fälle wurde Israel als der die treibende Kraft des Konflikts gezeichnet. Nun liesse sich einwenden, Israel sei die stärkere der beiden Parteien und deshalb doch tatsächlich meist der lenkende Akteur. Doch die Forscher stellten fest, dass Israel selbst dann als der aktive Part gezeichnet wird, wenn es in Wahrheit nur reagiert.

      So titelte eine deutsche Zeitung während einer früheren Gaza-Kampagne: «Israelischer Raketenangriff» – dabei hatten sich zuvor Palästinenser auf israelisches Militärgelände geschlichen und zwei Soldaten erschossen.

      Unvergessen natürlich auch die in ihrer Absurdität unübertroffene Focus-Schlagzeile «Israel droht mit Selbstverteidigung» stellvertretend für die unzähligen anderen.

      «An allem sind die Juden schuld! Die Juden sind an allem schuld! Wieso, warum sind sie dran schuld? Kind, das verstehst du nicht, sie sind dran schuld!»

      Der jüdische Komponist Friedrich Hollaender («Ich weiss nicht zu wem ich gehöre») schrieb den satirischen Chanson «An allem sind die Juden schuld» 1931 als mutige Antwort auf den zunehmenden Judenhass in Deutschland nach dem Erdrutschsieg der Nationalsozialisten bei den Reichstagswahlen im Jahr davor.

      Analysiert man die Berichterstattung in den Schweizer Medien betreffend die blutige palästinensische Terrorwelle von 2014, die in dem mit Äxten und Fleischermessern angerichteten Blutbad in der Jerusalemer Bnei Thorah Synagoge gipfelte, fühlt man sich unweigerlich an Hollaenders Refrain erinnert.

      In den sogenannten Schweizer «Leitmedien» überbieten sich die Kommentare mit Schuldzuweisungen an Israel bis zur Lächerlichkeit. Angesichts des jüngsten Attentats salbadert Monika Bolliger (NZZ) von «perspektivlosen, traumatisierten Jugendlichen», von «Armut und Benachteiligung» (gemäss Forbes Magazine ist die Hamas die zweitreichste Terrororganisation nach dem IS) und qualifiziert Juden, die ihre heiligste Stätte, den Tempelberg, besuchen wollen, pauschal als «Fundamentalisten und Extremisten» ab.

      Gemäss Susanne Knaul (BZ) hat Israel Palästinenser zu «Freiwild» erklärt, das Massaker in der Synagoge verharmlost die «Nahost-Korrespondentin» im Interview lapidar als «Missverständnis», begangen aus «Frustration».

      Claudia Kühner (TA) schliesslich moniert, dass den fünffachen Mördern, die von israelischen Sicherheitsleuten am Tatort erschossen wurden, kein «regulärer Prozess» gemacht wurde und konstatiert im demokratischen Israel, wo Araber mehr zivilrechtliche und persönliche Freiheit geniessen, als in jedem arabischen Land, «rassistische Züge».

      Kein Wort von dem von der Palästinensischen Autoritätsbehörde (PA) verbreiteten Song «Überfahr den Siedler» von Muhammad Abu Al-Kayed und Anas Jaradat, der auf dem ‎‎«Quds News Network» hunderttausende Klicks verzeichnet und mit ganz besonderen textlichen Perlen aufwartet: «Überfahrt sie, vernichtet sie, löscht sie aus, sprengt sie in die Luft! Lasst die Siedler in rotem Blut ertrinken, terrorisiert sie, lasst keinen einzigen am Leben! Allah wird euch helfen!»

      Die Palästinenser, welche in Rafah (Gazastreifen) Äxte schwingend und mit Süssigkeiten den Tod der abgeschlachteten Juden feiern, werden der Leserschaft ebenso vorenthalten, wie die zahlreichen antisemitischen Karikaturen in Al Hayat, der offiziellen PA-Zeitung, die zu weiteren Morden aufrufen.

      Die Karikaturen, die auch auf der Facebook-Seite von Hamas-Parlamentarier Mushir Al-Masri (er war einer von Geri Müllers Gästen im Bundeshaus) zu sehen sind, zeigen unter anderem das Foto einer Blutspur aus der Bnei Thorah Synagoge mit dem Untertitel «Der rote Teppich» oder eine Frau mit dem Namen Al-Aqsa, bekleidet mit einem Hut in der Form des Felsendoms, die in einem israelischen Gefängnis von einem israelischen Soldaten vergewaltigt wird: Israel vergewaltigt die Al Aqsa Moschee.

      Es ist eine Sache, Fakten zu unterschlagen, jedoch eine andere, Fakten wissentlich falsch darzustellen, was die Damen Bolliker, Knaul und Kühner, die in relevanten Blogs und ausländischen Medien längst als parteiliche antiisraelische Lobbyistinnen enttarnt sind, unablässig tun.

      So berichten alle drei, die «Häuser der Täterfamilien» würden regelmässig «abgerissen». Knaul zitiert diesbezüglich Ghazi Hamas, den Sprecher der Hamas als «verlässliche» Quelle. Arutz Seva (Kanal 7), eine der führenden israelischen Radiostationen und News-Websites berichtet hingegen mit Hinweis auf entsprechende Fotos, dass zumindest im Fall von Abdel Rahman Al-Shaludi, dem Mörder der drei Monate alten Chaya Zissel-Braun, nur die Zimmer des Täters verwüstet worden seien.

      Eric Gujer, Auslandschef der NZZ, muss auf Anfrage bei «extrem technischen Fragen» des Nahostkonflikts «passen» und verweist auf Monika Bolliger. Eine entsprechende Mail an Frau Bolliger blieb unbeantwortet.

      • Für diese ausführliche Antwort danke ich ausdrücklich. Das mit dem Alibi-Juden scheint leider System zu haben, selbst wenn man es nicht pauschalisieren sollte. Ich bestätige für diese sachlichen Ausführungen meine Bereitschaft zur „docilitas“, was der mittelalterliche Philosoph und Kirchenlehrer Thomas von Aquin als „Fähigkeit, sich etwas sagen zu lassen“ umschrieb. Diese Fähigkeit bezeichnet der Philosoph als eine „Untertugend“, also einen Bestandteil der Klugheit.

  3. Ich habe den Bericht über den Anlass mit 5 Minuten Verspätung gelesen. An meiner persönlichen Meinung halte ich weiterhin fest und kommentiere nochmals:

    Erstaunlich, dass über diesen eigentlich wichtigen Anlass in den Medien nichts zu finden ist. Ich möchte deshalb meine Meinung darüber kundtun:

    Die ethischen Vorstellungen bezüglich Israel sind bei den Herren Kugelmann und Schneider sehr dürftig.

    Herr Kugelmann, Redakteur von der angeblich jüdischen Wochenzeitung Tachles, ist nach meinen Erfahrungen ein Gegner von Jüdischen Staat Israel und vom Zionismus und unterstützt einseitig eine jüdische Palästinenserlobby in der Schweiz. (u.a., NIF, JVJP, Givat Haviva).

    Herr Schneider, Statthalter der antisemitischen und antiisraelischen ARD, ist ein Gegner vom Jüdischen Staat Israel und hat, nach meiner Meinung, in Israel nichts zu suchen.

  4. In wichtigen Fragen waren die geschilderten Gesprächsteilnehmer wohl mehr oder weniger gleicher Meinung.

    Faktisch ist Israel heute umstrittener als es hier dargestellt wird. Eines scheint aber schwer zu bestreiten: Die Diskussion um „Moral“ muss in Israel selbst geführ werden und sie wird auch wie nur in wenigen Ländern tatsächlich geführt.

    Es besteht ein Spannungsverhältnis zwischen Gesinnungsethik und Verantwortungsethik, wobei in Israel die Verantwortungsehtiker in der Regel obenaus schwingen. Die Gesinnungsethiker dominieren dann, wenn das Problem theoretisch aussieht und andere die praktischen Lösungen machen müssen, bei denen man im Einzelfall schmutzige Hände bekommen kann.

    Weil die Diskussion in der Schweiz stattfand, erlaube ich mir, auf die Schweiz im 2. Weltkrieg hinzuweisen. Die Gesinnungsethiker dominierten umso stärker, je weiter der Krieg und die damalige Flüchtlingspolitik zurücklagen. Aus damaliger Sicht hatte die Schweiz die erfolgreichste Führung aller Zeiten, weil es ihnen im mörderischsten aller Kriege gelang, die Zahl der eigenen Opfer und auch den „Landschaden“ des Krieges auf ein absolutes Minimum zu reduzieren, womit dem Zweckartikel der Bundesverfassung maximal nachgelebt wurde. Trotzdem nahm man, ohne die nie registrierten, um die 235 00 Flüchtlinge auf, davon deren 300 im speziell geschützten Asylstatus, letztere natürlich nur solche, die sich selber erhalten konnten, wie allerdings die Mehrheit zum Beispiel der jüdischen Flüchtlinge, die meistenteils trotzdem nur den einfachen Ausländerstatus hatten, um im Zweifelsfall problemloser ausgeschafft werden zu können.

    Im Vergleich zu heute, wo diese Zahl von Flüchtlingen in Bayern in gut 2 Monaten erreicht wird, waren „wir“ indes hartherzig. Die Gesamtzahl darf sich für damalige Verhältnisse trotzdem sehen lassen. Es ist trotzdem nicht ausgeschlossen, dass die Schweiz wohl nie eine so verantwortungsfähige Regierung hatte wie zur Zeit des 2. Weltkrieges. Das ist aus heutiger Sicht nur bedingt ein Kompliment. So wie es weltweit nicht als Kompliment anerkannt wird, dass die Haupteigenschaft einer isrealischen Regierung in der Verantwortungsfähigkeit lag oder liegt. Wenn ich als Oppositioneller in jener Weltgegend irgendwann ins Gefängnis müsste und ich die Wahl hätte, in welchem Land, würde ich mutmasslich Israel vorziehen. Selbst Adolf Eichmann kriegte dort einen verhältnismässig fairen Prozess und nicht die schlimmste Behandlung. Typisch Israel ist, dass die einzige mir bekannte Person, die dies in Frage stellte, ein israelischer Staatsbürger und Jude war. Mit anderen Worten: die stecken nicht alle unter der gleichen Decke, sondern diskutieren heftig. Selbst auch wenn es um schicksalhafte Fragen um Israel geht. Ohne mit allem einverstanden zu sein sage ich: Das macht mir Eindruck.

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