BDS-CH – die Fröntler von heute

Gastbeitrag von Paul Uri Russak

Zwar finden sie ihr eigenes Motto „Kauft nicht bei Juden“ wunderbar, ja fabelhaft. Wenn ich mir die Personengalerie des BDS-CH ansehe kenne ich nur wenige von den gezeigten Köpfen: Andrea Hämmerle, André Daguet, Arnold Hottinger, Daniel Vischer und Joseph Zisyadis gehören dazu. Sie begrüssen die Blutbäder in der arabischen Welt, denn sie ignorieren sie und lassen sich darüber nicht aus. Sie schweigen. Sie begrüssen, schweigend, den innerarabischen Terror in der Westbank, in Gaza.

ISIS und Al-Quaida stören sie nicht, denn diese sind keine Juden. Palästinenser und deren westliche Sympathisanten haben den Palästinismus erfunden und in die Welt gesetzt und versuchen heute dessen aufgegangene Saat zu ernten. Die Ohrfeige eines israelischen Soldaten für einen Möchtegern-Terroristen der Hamas ist schlimmer, als der Massenmord an Tausenden arabischer Christen und anderen Minderheiten in Israels Nachbarländern. Denn auch darüber schweigen sie sich aus und wollen ebenso bewusst nicht verstehen, dass Israel sich vor dem Palästinismus und Islamismus verteidigen muss.
Bewusst lügen sie vor sich hin, nennen Israel einen Apartheid-Staat und verwechseln – ebenso bewusst – die besetzte Westbank, erobert in einem Verteidigungskrieg gegen eine übermächtige arabische Welt – mit dem Israel innerhalb der grünen Grenze, in dem dessen arabische Bürger dieselben Freiheiten haben, wie dessen anderen Bürger, unvergleichlich mehr Rechte und Freiheit als in irgend einem arabischen Land.

Ich bin ein Linker, war, wie sehr viele andere Linke, in einem marxistischen Umfeld gross geworden. Ich lebe in Israel, spreche Hebräisch und in meinem Bekannten- und Freundeskreis sind Juden, Drusen und Araber zu finden. Im Gegenteil zu faschistoiden Israelhassern wie die BDS-CH, wissen diese, wie gut sie es als israelische Bürger haben. Auf Grund des innerarabische Terrors (auch in Israel) zögern letztere oft, wenn auch nicht immer, sich öffentlich als Israelis zu bezeichnen. Oft, doch nicht immer. Der Beweis dazu ist die steigende Zahl israelischer Araber aus fellachischen Kreisen (Beduinen tun das schon seit Gründung des Staates Israel) in der israelischen Armee, in der sie selbstverständlich auch in Offiziersrängen zu finden sind. Ihr schlimmster Albtraum ist die Bedrohung aus rechtsextremistischen israelischen Kreisen, wie Avigdor Liebermann, der sie und ihre Wohngebiete nach „Palästina“ abschieben will. Meine arabischen Freunde liegen dann nächtelang schlaflos im Bett und haben Angst um Leben und Existenz der Familie, haben Angst ihre Existenz in einer freien Gesellschaft zu verlieren. Doch viele von ihnen haben nicht weniger Angst, dies offen auszudrücken – denn der Terror der nordisraelischen Muslimbrüderfiliale unter Scheich Raed Salah und anderer Terrorgruppen, bedroht auch sie. Doch solches und ähnliches zu „wissen“ entspricht nicht der vor allem in ausländischen israelhassenden Kreisen politischen Korrektheit.

Ich treffe mich fast täglich mit Gesprächsfreunden aus beduinischen und fellachischen Kreisen und weiss von was ich spreche. Ich weiss ebenso, dass vor allem aus hatikvahfellachischen Kreisen in der Westbank und Gaza, palästinistischen Besuchern aus Europa und den USA das erzählt wird, das ihre ideologisch verbrämten Vorurteile bestätigt. Denn Araber sind, wenn sie nicht gerade zu lautstarken Demos angeregt werden, sehr nette und höfliche Leute. Realität und Wahrheit nimmt Platz Zwei ein.

Carlo Strenger schrieb vor wenigen Tagen einen wunderschönen Artikel in der NZZ, den Essay „Credo eines Israel-Kommentators“ den ich voll unterschreibe. Darin steht folgender Satz: „Israels politischer Rechtsrutsch in den letzten Jahren ist vor Allem auf diese [im Essay geschilderten] Existenzängste zurückzuführen, wie ich in oft hervorgehoben habe.“ Es ist höchste Zeit, dass dieses Argument hervorgehoben wird.
BDS-CH ist, wie das BDS gesamthaft, eine ausgesprochen antisemitische Organisation, die sich die Zerstörung Israels zum Ziel gesetzt hat. Judenhass ist eine Ideologie, aber auch eine Krankheit. Heute wird sie als Israelkritik getarnt und ermöglicht es so Alt- und Jungnazis unter dem Stein hervorzukriechen und das Unwesen des Dritten Reiches wieder aufnehmen zu können. Das mit vollster Unterstützung der jihadistischen Welt. Die von dieser gesäte Saat geht auf, das Bestreben zur Juden- (pardon) Israel-Vernichtung ist wieder gesellschaftsfähig geworden.

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11 Gedanken zu “BDS-CH – die Fröntler von heute

  1. Herr Hein,
    1. Nach meinen Informationen wurde der Begriff erstmals von Moritz Steinschneider benutzt. Aber das ist hier nicht von Bedeutung.
    2. Nochmals: Die Extremisten sind für die Juden wohl das kleinere Problem. Es sind die historisch Gebildeten, Menschen mit Argumenten, denen Juden regelmäßig mit Aggressivität entgegentreten. Dazu gehören Dokumente wie diese: http://www.mlwerke.de/me/me01/me01_347.htm.
    3. Diskriminierung gegen Juden ist ca. 2000 Jahre alt. Aber erst der Begriff des Antisemitismus ermöglichte ihnen den „Beweis“ einer latenten und universellen Bedrohung. So gilt jegliche Kritik undifferenziert und wohlfeil als Antisemitismus. Niemand gibt einen Dreck, wenn Sie z.B. keine Chinesen mögen, denn es gibt keinen „Antichinoismus“, also machen Sie sich auch an nichts schuldig.
    4. Ihre Liste der „Semiten“ ist irrelevant, da die meisten davon schon den Weg der Dinosaurier gingen.
    MFG

  2. Ich möchte etwas zu Avigdor Liebermann sagen. Er möchte die israelischen Araber nicht abschieben. Wenn es um die Frage von Siedlungen geht, dann bietet er als Gebietsaustausch Teile Israels an, in denen vorwiegend Araber leben. Es ist gut, wenn diese dann ihre Stimme erheben und sagen, dass sie lieber als israelische Staatsbürger leben, als als palästinensische. Dies sollte viel häufiger gesagt werden, damit es die Mainstream-Antisemit-Europäer endlich wahrnehmen. Wie Paul Uri Russak aber richtig sagt, sie trauen sich nicht wegen des arabischen Terrors.

  3. Ein heikles Thema, mehr so in Deutschland, weil nicht durch vernünftigen Dialog damit umgegangen wird, sondern unter der latenten Drohung politischer Korrektheit. Konstruktive Kritik an Gott, dem Papst, Chinesen oder Türken kümmert niemand; Kritik an Israel oder Juden – und schon sind Sie Antisemit und Ihre Karriere ist vorbei. Dieses Doppelmaß stört manche Leute. Leider verhindert die Judenlobby oft wichtige Diskussionen durch ein Plasmaschild der Selbstgerechtigkeit. Das ändern weder neue Mahnmale, Demuts-und Sühnerituale oder Klassenfahrten nach Auschwitz. Der größte Gegner ist nicht der Islam (im Kampf haben die Juden Routine), sondern das eigene Selbstbewusstsein, mMn.
    Grüße

    • Blödsinn. Kritik an Israel ist durchaus erlaubt. Was nervt, ist die Tatsache, dass gewisse Leute immer nur Israel kritisieren, und zwar auf äusserst unfaire Weise. Tatsache ist, dass sowohl die Fatah als auch die Hamas alles Interesse daran haben, den Topf am Kochen zu halten. Kein Volk – so man die Palästinenser überhaupt als Volk bezeichnen kann – erhält dermassen viel Geld, wie eben diese Palästinenser. Leider versickert das Geld zum grossen Teil in den Taschen bzw. in den luxuriösen Villen mit entsprechend grossen Swimming-Pools der führenden Leute. Im überlauten Geschrei der Palästinenser geht der klägliche Ruf der tatsächlich Verfolgten ungehört unter. Wieso liest man z.B. nie etwas über die von Marokko besetzte Westsahara? Von einer Pflegefachfrau, die vor Jahren dort gearbeitet hat, weiss ich, dass diese unterdrückten Menschen tatsächlich bitterarm sind und sehr leiden. Wen kümmert’s? Die Bösewichte sind schliesslich keine Juden.

    • Unfaire Kritik an Israel ist derart verbreitet, dass sie schon Karriere-Voraussetzung bei manchen Medien ist. Wenn der Deutschlandfunk seine „Nahost-Experten“ zu Worte kommen lässt, dann weiß der Hörer schon, was beispielsweise Michael Lüders von sich geben wird. Oder heute (16.06.)in den DLF-Nachrichten um 5.30 Uhr (http://www.deutschlandfunk.de/westjordanland-israel-erlaubt-nach-15-jahren.447.de.html?drn:news_id=493505) wird der demokratische Staat Israel mit den Terroristen auf eine Stufe gestellt. Oder der Film „Gelobtes Land“, dieses Jahr auf Arte wiederholt ist ein einziges Machwerk gegen Israel. http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/12803/highlight/Gelobtes&Land „Propaganda zur Primetime“. Und so geht es Tag für Tag, Monat für Monat und Jahr für Jahr. Muslimischer Antisemitismus wird sich auf diese Weise mit dem hitlerischen und dem modernen vereinen.

      • Guten Tag Herr Hein,

        da Sie Ihren Kommentar an uns/mich richteten, ist es redundant mit dem Hinweis auf notorische, dogmatische Israel-Kritik zu argumentieren. Es gibt immer Extremisten auf beiden Seiten des Spektrums. Damit haben wir nichts zu tun und (als Resident in Asien) in dieser Hinsicht auch keinerlei Eisen im Feuer.

        Da es Ihnen wichtig erscheint, auf diese ideologischen und undifferenzierten Kritiken mit eben solcher Polemik zu reagieren zeigt allerdings, dass uns eine hirnlose, rein antisemitische Kritik ebensowenig weiterbringt wie eine automatische Freisprechung Israels von allem Fehlverhalten.

        Was wir sehen ist, dass jüdische/israelische Instututionen ungleich stärkeren Einfluss auf die deutsche Politik und Gesellschaft und in der gesamten westlichen Welt haben, als etwa islamische oder irgendwelche anderen Nationen, z.B. etwa China mit 1.3 Billionen Bürgern. Weiterhin sehen wir, dass Israel sich selbst ermächtigt, den „erlaubten“ Umfang der Kritik an seinen Aktionen festzulegen.
        Und nebenbei: „Muslimischer Antisemitismus und hitlerische Antisemitismus“ und nur „Antisemitismus“ sind jüdische Begriffe – Schmähungen für israels Gegner.
        Denken Sie darüber nach.
        Nette Grüße

        • Sie irren: „Die Antisemitenliga war eine der ersten Vereinigungen zur Sammlung von Judengegnern im Deutschen Kaiserreich und die erste, die das Schlagwort Antisemitismus zum politischen Programm erhob. Sie wurde am 26. September 1879 von dem Journalisten Wilhelm Marr in Berlin gegründet und bestand bis Ende 1880.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitenliga
          Antisemitismus ist kein jüdischer Begriff. Judenfeinde versuchten mit diesem Begriff ihrem Bestreben einen wissenschaftlichen Namen zu geben.Er hat auch nichts mit den Einwohnern des Nahen Ostens zu tun. Amharen, Tigrinya, Araber, Hyksos, Malteser, Minäer, Sabäer, Amoriter, Ammoniter, Akkader/Babylonier/Assyrer/Aramäer, Hebräer, Kanaaniter, Moabiter, Nabatäer, Phönizier und Samaritaner gehören zu den semitischen Völkern, sind aber mit dem Begriff „Antisemitismus“ nicht gemeint.

  4. Dieser Artikel gefällt mir sehr gut! Wer sich an Jerusalem vergeht lässt sich mit Gott persönlich ein. Möge Jesus Christus unser Land schützen vor Antisemitismus, das glatt ein Selbstmord für die Schweiz wäre!

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