No Jews, no news oder Warum Res Strehle vom Tagi bewusst die Hamas-Kriegsverbrechen an den Palästinensern unterschlägt

Von Res Strehle, Chefredaktor Tages-Anzeiger/Newsnet, sowie von Sandro Benini, Ressortleiter Ausland, wollten wir wissen, weshalb Tages-Anzeiger/Newsnet ihrer Leserschaft den frisch veröffentlichten Amnesty-Bericht über die Verbrechen der Hamas an der eigenen Bevölkerung während des Gazakonflikts 2014 vorenthält:

[ANMERKUNG: Strehle gab Antwort auf unsere E-Mail im Wissen, dass wir sie hier 1:1 veröffentlichen werden.]

Von: Dani Brandt
Gesendet: Freitag, 29. Mai 2015 12:15
An: Strehle Andreas; Benini Sandro
Betreff: Berichterstattung Kriegsverbrechen Gazakrieg

Sehr geehrter Herr Strehle,
sehr geehrter Herr Benini

Seit drei Tagen blättere ich den Tages-Anzeiger von der hintersten bis zur vordersten Seite durch, ich habe das SMD abgefragt, Newsnet gecheckt und gegoogelt: Ich kann einfach keinen Artikel finden über den aktuellen Bericht von Amnesty International über die Kriegsverbrechen der Hamas «Abductions, torture and summary killings of Palestinians by Hamas forces during the 2014 Gaza/Israel conflict». Das wundert mich bei Ihrer Qualitätszeitung.

Man konnte in allen Welt- und Provinzblättern darüber lesen, von Al Jazeera Online über die NZZ bis zum «Werdenberger & Obertoggenburger». Nur beim Tagi fand ich nichts. Liegt’s an meinen Augen oder an Ihrer Blindheit gegenüber den Verbrechen der Hamas oder gar an Ihrer Gleichgültigkeit, wenn Palästinenser Palästinenser foltern und abschlachten und die Hingerichteten dann zu Opfern von Israel erklären?

Der Tages-Anzeiger hat in der letzten Woche ja auch den Bericht der NGO «Breaking the Silence» veröffentlicht. Wäre es da nicht ein Gebot der ausgewogenen Berichterstattung, auch den Bericht von Amnesty International über die Kriegsverbrechen der Hamas zu veröffentlichen?

Gemäss SMD publizierte der Tages-Anzeiger/Newsnet im letzten Jahr nicht einen einzigen Artikel über die Kriegsverbrechen der Hamas. Die Stichworte «Hamas» und «Kriegsverbrechen» weisen stattdessen auf mehrere Artikel über angebliche Kriegsverbrechen Israels hin, und die Suchwörter «Hamas» und «Folter» weisen nur auf einen einzigen Artikel über Homosexuelle im Gazastreifen hin. «Hamas» und amnesty-m_3318895b«Menschenrechtsverletzungen» geben keine Treffer.
Tages-Anzeiger/Newsnet veröffentlichte sowohl den Bericht von Amnesty wie auch von Human Rights Watch, die Israel Kriegsverbrechen im Gazakrieg vorwerfen.

Gerne lasse ich mich aber von Ihnen eines Besseren belehren und hoffe, dass Sie meine Resultate zur Berichterstattung des Tages-Anzeigers zu den Kriegsverbrechen im Gazakrieg widerlegen können.

Sollte der Tagi gleichwohl noch nichts darüber publiziert haben, helfe ich gerne bei den Recherchen:

HIER der Originalbericht von Amnesty International.

Hier ein paar ausgewählte Artikel zum Thema, die anderswo schon gestern publiziert wurden:

Beste Grüsse
Dani Brandt

Hier die Antwort von Res Strehle:

Gesendet: Freitag, 29. Mai 2015 um 15:04 Uhr

Von: „Strehle Andreas“ 

Cc: „Benini Sandro“ 

Betreff: AW: Berichterstattung Kriegsverbrechen Gazakrieg

Sehr geehrte Frau Brandt,
Wir berichten über den Konflikt in Nahost kontinuierlich, aber ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Auch dass die Hamas Menschenrechte verletzt, haben wir verschiedentlich geschrieben. Es gibt keine Parteilichkeit von uns in diesem Konflikt, auch wenn sie uns und speziell meiner Kollegin Claudia Kühner*** als massgebliche Berichterstatterin und Kommentatorin zu dieses Region immer wieder angedichtet wurde. Ich halte vielmehr einen Satz des israelischen Schriftstellers Amos Oz für wegweisend, der einst an einem von uns organisierten Anlass im Zürcher Kaufleuten sinngemäss sagte: Die Tragik dieses Konflikts besteht darin, dass historisch beide Seiten im Recht sind.
Ich bitte um Kenntnisnahme und grüsse Sie freundlich,

Andreas Strehle

Fazit:

Res Strehle hat seinen eigenen Worten gemäss keinerlei Anspruch auf eine vollständige Berichterstattung – deshalb lässt er den Amnesty-Bericht über die Kriegsverbrechen der Hamas an den eigenen Leuten unter den Tisch fallen und bringt ausschliesslich jene Berichte, die Israel angeblicher Kriegsverbrechen gegen die Palästinenser zeihen.
Obwohl in unserer Mail das Wort «parteiisch» gar nicht vorkommt und entsprechend auch kein Vorwurf der Parteilichkeit, weist er ohne Grund und Aufforderung präventiv eine Parteilichkeit von sich und von der Tagi-Nahostkorrespondentin Claudia Kühner.
Mit Sigmund Freud ist darauf hinweisen, dass die (präventive) Verneinung mehr über den Sprecher und seine unbewussten Affekte aussagt als über den Inhalt.

Da hilft es auch nicht, wenn er eine Binsenweisheit von Amos Oz aus dem Zusammenhang reisst. Es geht nämlich bei dem Amnesty-Bericht nicht darum, ob beide Seiten Recht haben. Sondern es geht um die Kriegsverbrechen der Hamas an der eigenen Bevölkerung während des Gaza-Konfliktes im Sommer 2014.

Der Tages-Anzeiger unterschlägt bewusst und gezielt Informationen über die Kriegsverbrechen der Hamas an der eigenen Bevölkerung während des Gaza-Konflikts 2014.
Die Palästinenser sind den Qualitätsjournalisten von Tages-Anzeiger/Newsnet egal. Die Palästinenser leiden zwar unter einem Terrorregime, unter dem willkürlich gefoltert und hingerichtet wird. Aber solange irgendwie keine Juden involviert sind und man Israel keine Schuld an den gefolterten und hingerichteten Palästinensern geben kann, ists keine Nachricht wert.

No Jews, no news. Sorry.

*** Claudia Kühner sorgt sich wieder um Israel:  http://www.audiatur-online.ch/2012/01/24/claudia-kuehner-sorgt-sich-wieder-um-israel/

No Jews, no News

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6 Gedanken zu “No Jews, no news oder Warum Res Strehle vom Tagi bewusst die Hamas-Kriegsverbrechen an den Palästinensern unterschlägt

  1. Was sich der Journalist Ulrich Schmid in der NZZ leistet, geht auf keine Kuhhaut aber leider in die Zeitung. Er berichtet nur aus Israel, konsequent gegen Israel. Er hat noch nie ein gutes Wort für Israel gefunden. Er missbraucht seine Stellung um seine krankhaft hasserfüllte Meinung zu äussern.

    Ich gehe davon aus, im Einvernehmen mit seinen Vorgesetzten und dem Verwaltungsrat der NZZ.

  2. Seit vielen Jahren nehme ich den TA als die Tageszeitung der linken Antisemiten wahr, die NZZ als die Tageszeitung der rechten und grünen Antisemiten.

    Mit „Antisemiten“ bezeichne ich die Juden- und Israelhasser, die sich in der Regel mit Israelkritik befassen, auch mit Judenkritik, wenn es um AIPAC und Freimauerer geht. Sie befassen sich aber NIE mit Kritik an den Feinden Israels oder an den Feinden von Juden und Judentum, dem Islam. Als ob sie bereits Dhimmis sind.

    Sie sind nach meinen Erfahrungen mit dem TA (und der NZZ) kritiklose und unbedachte journalistische Dummschwätzer. Sie lügen, verdrehen Tatsachen und sind an ihrer Aufgabe gar nicht interessiert.

    Wie wohltuend ist da der Bericht „Das Wigdorovits-Medien-Ei“, den ich als einen der letzten echten Journalisten wahrnehme.

  3. Nicht nur die Berichterstattungen über die Israelis sind gelogen, sondern auch die Berichterstattungen gegen Russland. – In Lybien, Aegypten, Afhanistan etc. sitzen heute nur noch Freimaurer aus den Logen über dem 30. Grad. Russland und Israel wollen sie auch an sich reissen, deshalb werden alle Berichterstattungen gefälscht. Die Journalisten welche die Verantwortung haben, in den Zeitungen darüber zu Schreiben, sind in der Regel auch Freimaurer. Die Freimaurer sind den Illuminaten unterstellt und die Illuminaten sind Luzifer (Satan) unterstellt. ab dem 30. Freimaurergrad beten sie Luzifer an. Deshalb die Lügen. Da der Antichrist bald seine Macht erhält, werden wir die wir Jesus angehören vorher in den Himmel entrückt, damit wir nicht zu Grunde gehen.

  4. Genau solche Unterlassungssünden sind der Mist, auf dem der Antisemitismus (heute verharmlosend Antizionismus genannt) wächst.

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