Forschung! – Forschung?

Irene AegerterDr. Irene Aegerter (Partnerseite: kaltduschenmitdoris

Die „Energiestrategie 2050“ soll beschlossen werden, koste es was es wolle. Die CVP-Ständeräte sind diejenigen, die entscheiden werden und sie werden von Doris Leuthard knallhart diszipliniert. Alles klar, also? Mit nichten! Der Bundesrat sah sich genötigt, den Nationalfonds zu beauftragen, Forschungsprojekte zu finanzieren, die herausfinden sollen, ob die angestrebte „Energiewende“ überhaupt funktionieren kann, und das mit vollen 45 Millionen Schweizerfranken!

Erst schiessen, dann zielen? Genau so sieht es aus!

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Das Titelbild der Pressemitteilung zeigt: Die neue Energiepolitik gleicht einem Stochern im Nebel! Darum soll jetzt geforscht werden.

Dazu hat man zwei Nationale Forschungsprogramme formuliert: Die Nummer 70 umfasst naturwissenschaftliche und technische Frage­stellungen, bei Nr. 71 geht es um soziologische und politologische Probleme. Die Lektüre der einzelnen Projekte ist zum Teil erheiternd, manchmal auch deprimierend oder gar erschreckend.

Da liest man im Projekt „Zielkonflikte beim Umstieg auf erneuerbaren Strom“:

„Im Rahmen der „Energiestrategie 2050“ wurden bisher offensichtlich noch keine systematischen Analysen der Risiken und notwendigen Kompromisse des neuen Stromsystems aus Sicht der betroffenen Akteure durchgeführt.“

Aha! Vielleicht hätte man darüber nachdenken sollen, bevor man die National- und Ständeräte tagelang mit offensichtlich theoretischen Konzepten beschäftigt.

Eine weitere Perle unter dem Titel „Forschung“: „Photovoltaik der nächsten Generation“

„Das Projekt wird der Öffentlichkeit zeigen, dass PV in der Energiewende eine bedeutende Rolle zu einem bezahlbaren Preis spielen kann.“

Nochmals: Aha! Wenn man es schon weiss, warum braucht man denn noch gutes Geld um das herauszufinden?

Wir wollen das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Wenn man lange genug sucht, findet man tatsächlich das eine oder andere Projekt, welches eine echte Fragestellung angeht und Erkenntnisse in Aussicht stellt, die wir dringend benötigen. Etwa dieses: „Nanostrukturierte Lithium-Ionen-Batterien“

„Die geplante Forschung baut auf eigenen laufenden Projekten auf, wird sich aber insbesondere mit der Übertragbarkeit des Prinzips nanostrukturierter Elektroden auf Batterien und Superkondensatoren in drei Bereichen befassen.“

Dumm bloss, dass die Verfechter der Energiewende behaupten, das sei alles schon erforscht und erfunden und diese neuartigen Speicher seien einsetzbar.

Neben Belustigung und der Genugtuung, seinen Verdacht bestätigt zu finden, vermittelt die Lektüre der Forschungsprogramme aber noch eine weit unangenehmere Empfindung: das kalte Entsetzen. Im Projekt „Wie schaffen wir die Wende“ liest man folgenden Satz:

„Es [das Projekt] ermöglicht ausserdem komplexe, aber strukturierte politische Empfehlungen für die Erhöhung der Akzeptanz… “.

Im Klartext: Wir werden euch sagen, wie ihr das Volk so beeinflussen könnt, dass es die Kröte schluckt.

Sind wir soweit gekommen, dass die Regierung die Wissenschaft beauftragt, herauszufinden, wie ihre Macht über das Volk durch Meinungsmanipulation vergrössert werden kann? Nähern wir uns da Nordkoreanischen Verhältnissen? Oder leidet das Kaltduschenmitdoris-Team an Paranoia?

Wie dem auch sei: Der Bundesrat bestätigt mit diesem Forschungsprogramm das, was wir schon immer vermutet haben:

Denn sie wissen nicht, was sie tun.

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