Der ehrlose Geri Müller

„Sind Sie vom Aff bisse?“ fragte Christoph Mörgeli rhetorisch in einem Interview den Rundschau-Moderator Sandro Brotz und BR Maurer bescheinigte diesem „nicht gerade intelligenten Journalismus“ zu betreiben. Beide Aussagen werden dem Schaffen der Rundschauredakteure jedoch nicht annähernd gerecht. Ihr Werk ist noch viel verheerender. Wer sich die Rundschau vom 12. November über #Gerigate angesehen hat, weiss wovon ich schreibe.

In der Einleitung des Beitrags fragt Brotz, wer Interesse hätte, dass die Geschichte über Geri Müller und seine Nacktselfies in die Medien komme und kündigte grossmäulig, aber mit ernster Miene neue Erkenntnisse an. Die Hauptschuldigen nannte er auch: Eine „gekränkte Chatpartnerin auf Rachefeldzug“ und die „politischen Gegner“ des NR und Stadtammanns von Baden, „namentlich Josef Bollag und Sacha Wigdorovits“. Zwar bekleiden weder Bollag noch Wigdorovits irgendwelche politische Ämter, aber da ist Brotz flexibel. Beide sollen intensiv in Kontakt mit „der Frau“ gestanden haben und „Rundschau-Recherchen“ von Marc Meschenmoser sollen aufdecken, wie es (nicht ob) zu einer Beratung der Frau kam.Rundschau_12.11.2014

Aber, was verstehen Brotz und Meschenmoser tatsächlich unter „Recherchen“?

Mit melodramatischer Musikeinlage untermal, die einem C-Movie-Thriller gerecht würde, fängt der Beitrag: „Diese Bilder der Bielerin W. stehen am Anfang einer verhängnisvollen Affäre. Sie sendet Geri Müller eine Freundschaftsanfrage auf Facebook, er nimmt an. Angezogen von den Ölbildern der Frau.“ – So wird aus Psychiatriepfleger Geri Müller der Kunstversteher, der sorgfältig seine mehrere Tausend FB-Freundschaften überprüft.

Ab 13. Feb folgen tausende SMS, Bilder, Filme. Mitte April soll NR-Müller die Sache zu heiss geworden und „die Beziehung“ abgekühlt sein. Reichlich spät, könnte man sagen, was nicht unbedingt für seine schnelle Auffassungsgabe spricht.

Nun zitiert Rundschau aus einem 150-seitigen Polizeibericht, der ihr jemand zuspielte, der Zugang dazu hat. Rundschau-Moderator nennt diese Indiskretion „Recherche“.

„Am 22. April informiert W. den Kommunikationsberater Sacha Wigdorovits über ihren Chat mit Geri Müller und schreibt „Das wird ihn für immer aus der Politik katapultieren.“ Nur zwei Stunden später reist Müllers Chat-Partnerin zu Widgorovits“, so die Stimme der Redaktion dramatisch.

Wozu dieses Tempo?, verschweigt die Rundschau.

Aus Polizeiprotokollen ist jedoch klar ersichtlich, womit die Bielerin Sacha Wigdorovits lockte. Sie schrieb ihm gemäss Polizeiprotokoll: „Zudem drückte mir Geri (Gerhard) Müller letzte Woche in Zürich Dokumente der Bundesanwaltschaft über Sacha Wigdorovits in die Hand.“ Wer wäre da nicht neugierig geworden, wenn er die Informationen bekäme, die Bundesanwaltschaft führe über ihn ein Dossier, das irgendein NR noch irgendwelchen fremden Personen in die Hände drückt. Aber solche elementaren Überlegungen passen nicht in den Thesenjournalismus der Rundschau.

Noch am selben Abend, soll „die Frau“ Wigdorovits Nacktfotos von Geri Müller gesendet haben. [Mir wird übel. Schon, die Vorstellung Geri Müller nackt….]

Dann der Tiefpunkt der Sendung: „Sacha Wigdorovits bezeichnet sich selbst als Freund Israels. Er kreuzt seit Jahren verbal die Klingen mit NR Müller… Geri Müller steht der radikalen palästinensischer Organisation Hamas nahe.“ Halten wir fest: Der eine ist Freund einer Demokratie (der einzigen im Nahen Osten), der andere einer Terrororganisation, die offen zum Mord an Juden aufruft.

Weiters soll Wigdorovits, immerhin langjähriger Journalist, der Frau Kontakte zu ehemaligen Journalisten-Kollegen vermittelt und ihr Anonymität zugesichert haben. Welch ein Informationsgehalt aus dem „Leuchtturm der Schweizer Politik“, wie der Redaktionsleiter Mario Poletti die Rundschau bezeichnet.

Danach dürfte auch Müllers Anwalt Andreas Meili seinen faden Senf dazugeben, indem er irgendeine Verschwörungen andeutete, mögliche Untersuchungen ankündigte, so etwas wie Vorwürfe einbrachte… Meili, ein durchaus charmanter und fachlich exzellenter Anwalt, war mit seinem Latein am Ende. Für Rundschau waren das neue Erkenntnisse (sic!).

Auch Wigdorovits’ klare Nachrichten an die Frau, dass er mit der Sache nichts zu tun haben will, versteht die Rundschau umzudeuten.

Dass die Frau Rechtsbeistand dringend gebraucht hat, muss wohl jedem halbwegs denkenden Mensch klar gewesen sein. Und doch findet es die Rundschau anstössig, dass der Kommunikationsberater Wigdorovits die Adresse des Rechtsanwalts Bollag der Frau gab.

Sodann wird der Schriftverkehr zwischen der Frau und Bollag nachgesprochen – wobei die Off-Stimme, die Bollag gegeben wird, einen bedrohlich klingenden Ton hat.

Angeblich will die Frau „aussteigen“ und „sagt dem Blick ab“ – erklärt die Rundschau. Die Kontakte der Frau mit der Weltwoche verschweigt die Rundschau selbstverständlich.

Banale Dialoge, wie:

Frau: „Er hasst israel und juden“

Bollag: „Sehr richtig!“,

die keine Telenovela verwenden würde, werden in der Rundschau theatralisch nachgesprochen. Hanns Joachim Friedrichs hat wahrscheinlich in seinem Grab rotiert.

Bollags Rat an die Frau, sie solle sich an eine unabhängige Staatsanwaltschaft wenden, interpretiert die Rundschau als drängen.

Dass die Frau offensichtlich psychische Probleme hat und wahrscheinlich an einer Borderline-Störung leidet, erwähnt die Rundschau mit keinem Wort. Dem Psychiatriepfleger Müller hätte es klar sein müssen, in welchem Zustand sie sich befindet, und dass sie professionelle Hilfe dringend benötigt. Statt dem Fachmann Müller, die unterlassene Hilfeleistung vorzuwerfen, beschuldigt die Rundschau Bollag und Wigdorovits desgleichen. Verkehrte Welt.

Die Rundschau blendet völlig aus,

dass er, Geri Müller Nacktselfies wochenlang sendete, er mit der Frau chattete, er mit ihr eine Affäre hatte. Müller liess die Hose runter. Nicht Bollag, und auch nicht Wigdorovits. Welchen Belästigungen die Herren Bollag und Widgorovits ausgesetzt waren, zeigt dieser Bericht der NZZ.

Aber nicht genug. Obwohl der Rundschau das Polizeiprotokoll vorliegen soll, aus dem ersichtlich ist, dass Wigdorovits auf SMS antwortete, wird er beschuldigt, die SMS-Unterhaltung initiiert zu haben. Auch seine SMS, sie solle sich Zeit mit dem Rapport lassen und der solle stimmen, beanstandet das Team der Rundschau.

Valentin Landmann, Wigdorovits Anwalt, nannte NR Müllers Vorwürfe „blanker Unsinn“ und „hilfloser Rundumschlag“.

Der Beitrag endet mit: „Von der Affäre bleibt, eine junge Frau jetzt alleine, ohne Unterstützung. Und ein Politiker mit verlorener Ehre.“ Gemeint ist offensichtlich Geri Müller. Der Hamas-Freund soll mal eine Ehre gehabt haben.

Mörgelis Frage „Sind Sie vom Aff bisse?“ erübrigt sich. Es drängt sich eine neue auf: Nicht ob, sondern wie oft, Herren Brotz und Meschenmoser? Wie oft?

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6 Gedanken zu “Der ehrlose Geri Müller

  1. Warum wird diese Person immer noch mit seinem verniedlichenden Namen benannt? Er heisst Gerhard Müller Behrens. Er ist teutschstämmig, ich vermute, seine Wurzeln sind immer noch in der DDR. Obwohl er es ohne entsprechende Ausbildung und Bildung zum NR und Stadtammann brachte, stimmt einfach etwas nicht mit ihm. Nämlich, Herr Gerhard Müller Behrens hat nachweisbar Beziehungen zum islamischen Terror. Er ist auch Trustee, also Vertrauensperson, in einem islamischen Finanznetzwerk, das unter anderen auch islamische und terroristische Organisationen bedient. Er hat beste Beziehungen zu bösartigen Diktatoren und Menschenschindern. All dies ist mit Informationen aus Medien und Internet belegbar.
    In seinem Lebenslauf, der in seiner nun geschlossenen Webseite veröffentlicht wurde, fehlen mehrere Jahre. Eine Lücke, mit der er in der Industrie und Wirtschaft nie eine Stellung erhalten hätte.

    Ich frage mich, ob er von dritter Seite eine spezielle Ausbildung erhielt? Wenn ich Verschwörungstheoretiker wäre, würde ich ihn für einen Agenten einer uns allen unbekannten Macht halten.

    Herr Gerhard Müller Behrens ist ein Israel- und Judenhasser. Ich wiederhole, er ist ein notorischer Antisemit. Aus obskuren Gründen wird er trotzdem, oder erst recht?, von vielen Bürgern und Politikern gestützt. Diese stören sich auch nicht daran, dass sie mit einem penisgesteuerten, krankhaften Narzissten zu tun haben.

    Einst hätte man ihm eine Waffe mit einer Patrone geladen auf den Schreibtisch gelegt, die Japaner haben dafür Seidenstricke geschenkt.

    • Mit Ihren Kommentar, Herr Scheiner, sprechen Sie mir aus dem Herzen. Ich sehe es genau so. Leider getrauen sich heute die wenigsten, das offen auszusprechen.

  2. Pingback: Der ehrlose Geri Müller « World-Media-Watch

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