«Solche Politiker brauchen wir!»

imageVon David Klein
«Solche Politiker brauchen wir», posaunt ein Kommentator auf Twitter. Gemeint ist Geri Müller, Nationalrat und Stadtamman von Baden. Ein «Volksvertreter», der lügt, betrügt, manipuliert, seine Macht missbraucht und mit der Hamas, in deren Charta die Vernichtung aller Juden festgeschrieben steht, mörderisch-islamistischen Terror unterstützt.

Für den Twitterer ein «normaler Bürger mit Ecken und Kanten», der «nicht perfekt, noch unfehlbar» ist. Betrachtet man die Auslassungen in den Kommentarspalten zu «Gerigate», scheint der moralische Kompass eines Grossteils der schweizer Bevölkerung völlig zu versagen.

Doch auch die professionellen Medien und Politiker, die den öffentlichen Diskurs in der Schweiz bestimmen, sind mit wenigen Ausnahmen mit der Einordnung der «Causa Geri» in jeder Hinsicht überfordert. Es wird wild mit Begriffen wie «Privatsphäre», «Öffentlichkeitsrelevanz» oder «juristischer Straftatbestand» hantiert, die jedoch verfehlen, was eigentlich Thema der öffentlichen Diskussion sein sollte, nämlich dass Geri Müller ein unredlicher, unehrlicher, unreifer und manipulativer Machtmensch ist, der weder im Badener Stadthaus, noch im Nationalrat auch nur das Geringste verloren hat. Jurisprudenz hin oder her.

An einer Pressekonferenz gibt Müller den reuigen Sünder, der sich medienwirksam «vor der ganzen Welt schämt». Obwohl er in praktisch jedem Punkt lügt und essenzielle Informationen verschweigt, besteht Martin Rupf, Kommentator der BZ Basel darauf, dass dieser «ehrliche und authentische Auftritt Respekt verdient».

Ähnlich ehrlich und authentisch geht es in der vom SRF eilig einberufenen Betroffenheitsveranstaltung für das vermeintliche Opfer eines «Medienmobbings» (WOZ) zu. Psychoanalytiker Gmür bagatellisiert, plappert von Pornokinos, Halbwelt und «Sexualität nach aussen tragen», Medienrechtler Studer beschwichtigt und spendet Trost. Es sei «nichts Wahnsinniges» passiert, flötet Geri Müller, «harmlos», das Ganze, einfach «en Seich».

Auch dass die Hamas Israelkollaborateure auf offener Strasse erschiesst, Frauen steinigt, Homosexuelle lyncht, Christen verfolgt und ermordet, in Verletzung des humanitären Völkerrechts Raketen auf unschuldige israelische Zivilisten regnen lässt und die Bevölkerung im Gazastreifen als menschliche Schutzschilder missbraucht, bezeichnete «Grüsel-Geri» (BLICK) einst als «Seich», den «ein paar wenige» machen.

Trotzdem applaudiert die «Twitter-Gemeinde». Die Sympathiekundgebungen überschlagen sich bis zur Lächerlichkeit und keiner merkt, wie armselig das alles ist: «Der einzig ehrliche ist Geri Müller», zwitschert Stefanbaur, Claudio Kuster würde Müller «sofort wählen als NR oder Stapi» und der Basler Anwalt Daniel Ordas lobt «Müller schlägt sich super im SRF Club».

Der offensichtlich begriffsstutzige Philipp Gut wundert sich in der «Weltwoche»: Wo liegt überhaupt das Problem? Statt auf Müllers frauenverachtende Chat-Ergüsse einzugehen, konzentriert sich der Journalist auf die von ihm diagnostizierte «instabile Persönlichkeitsstörung Typ Borderline» der «suizidalen Ritzerin» (BLICK). Müller hingegen attestiert «Dr. Gut» ein «Helfersyndrom».

Für Carlos Hanimann von der «WOZ» mutierte «Gerigate» zum «Fall Patrick Müller», der als Chefredaktor der Schweiz am Sonntag wohl «nicht mehr tragbar» sei. «Politikberater» Mark Balsiger spricht gar von einer «Exekution» durch die Schweiz am Sonntag.

Grünen-Co-Präsidentin Regula Rytz, bezüglich unqualifizierter Israelkritik auf dem gleichen blamablen Niveau wie Müller, ist derweil ganz einfach «froh», dass Geri seine Sicht erläutert hat und der Vorwurf der Beeinflussung der Polizei «vom Tisch» sei. Nach Müllers Entschuldigung könne man nun «zum politischen Alltag zurückkehren».

CVP-Chef Christophe Darbellay philosophiert auf hohem Niveau: «Dummheit ist keine Straftat».

SVP-Nationalrätin Yvette Estermann bringt schliesslich das Totschlagargument der Barmherzigen: «Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein». Müller sei «durch die öfentliche Debatte moralisch schon genug gestraft».

Mit dem gebetsmühlenartig wiederholten Mantra der «Fehlbarkeit» des Individuums und der arg strapazierten «Entschuldigungskultur» (Seich gemacht, entschuldigen, weiter Seich machen) wollen sich Politiker und Journalisten, aber auch der eingangs erwähnte Twitterer den Rücken für allfällige eigene Entgleisungen freihalten. Sowohl die Hemmschwelle für derartige Eskapaden, wie auch die Messlatte für deren Beurteilung werden sukzessiv herabgesetzt. Was der darf, darf ich schon lange.

Dann wird es unappetitlich: «Müller bringt Juden ins Spiel» ballert der BLICK. Auch die Boulevard-Fabrik 20min springt auf den Judenexpress auf. Als Beweis für eine «jüdische Verschwörung» gegen Geri Müller wird ein «Strategiepapier» von 2011 des Juden und ehemaligen BLICK-Chefredakteurs Sacha Wigdorovits ausgegraben. Dabei handelt es sich um inhaltliche Überlegungen bezüglich der Website Audiatur, mittels der sich Wigdorovits und andere für eine ausgewogene Israel-Berichterstattung einsetzen. Mit einem «Adressbuch voll mit Kontakten in die Medienszene» wird Wigdorovits als «PR-Chefstratege» dargestellt, der mit einem «ausgeklügelten Massnahmenplan» die «öffentliche Debatte um Israel-Themen» unterwandert.

20min zeichnet ein Bild von Wigdorovits, das an die nachweislich gefälschte antisemitische Hetzschrift «Die Protokolle der Weisen von Zion» erinnert, in der Juden als Umstürzler und Verschwörer mit dem Ziel der Weltherrschaft diffamiert werden. Dass eine Website wie Audiatur dringend notwendig ist, zeigt jedoch die aktuelle Studie von Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel, Leiterin Allgemeine Linguistik und Antisemitismusforscherin an der TU Berlin, die seit zehn Jahren die Berichterstattung über den Nahost-Konflikt erforscht, mit dem Resultat: Kein anderes Land der Welt wird in den Medien so oft, scharf und zu unrecht kritisiert wie Israel.

Der hinterfotzige Versuch, aus dem Täter Müller ein Opfer «jüdischer Kreise» zu machen, wurde von den Medien dankbar aufgenommen und trägt bereits Früchte. In einer Zeit des offenen Judenhasses in der Schweiz aufgrund der Gaza-Krise erstaunt das wenig. Ein Kommentator, dessen Urteilsvermögen noch nicht angeschlagen ist, bringt es aber auf den Punkt: «Egal wie es angefangen hat und von wem es ausging – von einem Stadtpräsidenten erwartet man mehr als von einem Sekundarschüler».

Bekanntermassen digitalisierte Müller sein Gemächt auch in Damaskus, wo er mit einem Diplomatenpass mysteriöser Herkunft herumgeisterte. Dass der Diplomatenpass nur im Zusammenhang mit offiziellen Reisen benutzt werden darf (was bei Müller nicht der Fall war), sei hier nur am Rande erwähnt. Ebenso, weshalb Müller überhaupt im Besitz eines Diplomatenpasses ist, wie Dominik Feusi in der BaZ hinterfragt.

Vermutlich hat er den zehn Jahre gültigen Pass nach einer offiziellen Reise klammheimlich behalten. Womöglich nachdem er 2004 mit einer Delegation des Schweizer Parlaments die palästinensischen Gebiete in Westjordanland und Gazastreifen besuchte und nebenbei im israelischen Aussenministerium in kurzen Hosen und einem ärmellosen T-Shirt einen Vertreter des israelischen Sicherheitsrats, am Beispiel der vorbildhaften Beilegung von Unstimmigkeiten im Aargau belehrte, wie der Nahostkonflikt zu lösen sei (Hubert Mooser in der BaZ).

Fabian Renz dringt auf «Politblog» zum Kern der Problematik vor: «Unsere Exekutivpolitiker verfügen über mehr Macht und ein höheres Einkommen als Normalsterbliche. Doch das darf nicht heissen, dass an sie die geringeren charakterlichen Anforderungen gestellt werden. Eher muss es umgekehrt sein. Die Vorzugsbehandlung von Machtträgern ist ein Kennzeichen von Bananenrepubliken».

Anhand der verqueren Voten diverser Politiker und dem Gros der Netzgemeinde, entsteht jedoch der Eindruck, die Schweiz hat nicht anderes verdient als Politiker wie Geri Müller, ein «peinlicher Weltverbesserer» (BaZ), der in «delirischem sexuellen Zustand» NZZ-Interviews gibt, die Schweizer Botschafterin über «offene und geheime Dinge» informiert und in einer «synästhetischen Phase» in Amtsstuben sein schrumpeliges Zipfelchen ungefragt in den Wind hängt.

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33 Gedanken zu “«Solche Politiker brauchen wir!»

  1. @David Klein. Ihre Ausführungen zeigen, was ich Ihnen schon vorher bestätigte, dass Sie in der Materie drin sind. Ein paar Verfeinerungen würden nichts schaden. Voltaire zum Beispiel hat der Judenemanzipation und der Religionsfreiheit mehr genützt als geschadet, auch wenn man selbstverständlich in einem Werk von 50 Bänden aus dem 18. Jahrhundert bei fast jedem was Antisemitisches findet. Darum sollten Sie Voltaire in Summa eher auf Ihre Mühle lenken als ihn auch noch anzugreifen. Das sage ich jetzt als „Philosemit“, wie Sie es sagen. Es stimmt tatsächlich, dass ich als Philosophie- und Literaturlehrer auch schon von einem Schüler gefragt wurde, ob es in meinem Unterricht nicht auch nichtjüdische grosse Philosophen und Literaten gäbe, der Unterton wäre von Ihnen vermutlich als antisemitisch erspürt worden. Gut, dass Sie Heidegger erwähnen. Dessen Antisemitismus ist eindeutiger als sein Nazitum. Er weigerte sich nämlich 1934 eine schon angesagte Vorlesung über den Staat zu halten und las dann über Logik. Seinen jüdischen Lehrer Husserl verleugnete er mit der Zeit, Hannah Arendt ist trotz allem von ihm beeinflusst, bis in ein gewisses Geschwurbel hinein. Sogar Heidegger ist also komplexer als Sie ihn darstellen. Ihn habe ich aber nicht zu verteidigen. Eher schon Jacob Burckhardt, dessen Antisemitismus nur in privaten Briefen gelegentlich durchkommt, nicht im gültigen Werk, ich lasse mir also den Jacob Burckhardt nicht als Antisemiten versauen. Und über Jünger bin ziemlich genau im Bild. Deswegen lese ich seine Studien über Käfer, Drogen, Träume und sogar den Antisemitismus, den er auch als eine Art Droge realisierte, trotzdem, aber ich versichere Ihnen, ich lese solche Leute nicht, weil sie Antisemiten waren, sondern trotzdem sie es waren. So machte es gegenüber vielen Autoren, zwar Jünger nicht, auch Marcel Reich-Ranicki. Und was ich über Hebels tolle Geschichte vom witzigen Juden sagte, zu dem stehe ich voll. Sie würden Ihrer eigenen Bildung schaden, wenn Sie als Basler Hebel nicht lesen würden. Elias Canetti, ohne den ich meine Biographie über Klaus von Flüe (jetzt 3. Auflage seit 3 Wochen) nicht so geschrieben hätte, war Hebelpreisträger und sagte, dass er bei allem, was er erzähle und schreibe, sich mit Hebel zu messen versuche. Wie Canetti über die Bekämpfung des Antisemitismus am Zürcher Gymnasium in den zwanziger Jahren schrieb, in „Die gerettete Zunge“, das sollten Sie unbedingt lesen. Dann werden Sie in Ihrem Argumentieren noch besser als Sie es jetzt schon sind. Ich hoffe sehr, dass Sie sich nicht schon selbst beim Antisemitismus ertappt haben, wenn Sie sich über gewisse Leute aus dem eigenen Lager ärgerten. Aber verwechseln Sie das bitte nicht mit Verharmlosung, so habe ich es auch wieder nicht gemeint. Noch was, dieser Massimo oder wie er heisst, Rocca oder so?, dessen Auftrittszelt habe ich dieser Tage vor dem Bundeshaus gesehen. Ich hätte gar nicht gewusst, wer er ist, hätten Sie ihn nicht mal wegen Antisemitismus angezeigt. Habe mich ehrlich zu wenig mit ihm befasst, um das beurteilen zu können. Israel wird einen solchen Typen garantiert überleben.

    • Herr Meier, Sie wiegeln ab :-). Religionsfreiheit hat nichts mit Antisemitismus zu tun.

      Das IKRK hat eine zentrale Rolle bei der Flucht von Nazis nach Südamerika gespielt, das belegen zahlreiche Studien. Tausende Nationalsozialisten, Kriegsverbrecher und Kollaborateure haben nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mit neuer Identität nach Südamerika fliehen können – dank dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK).

      Der italienische Historiker Gerald Steinacher in seiner Habilitationsschrift „Nazis auf der Flucht“ : Das IKRK hat eine zentrale Rolle auf der Fluchtroute via Italien nach Übersee gespielt, die Steinacher als „Reichsautobahn für Kriegsverbrecher“ bezeichnet. Praktisch ohne Kontrollen haben die IKRK-Delegationen in Italien Reisedokumente ausgestellt und damit NS-Belasteten die Weiterreise zumeist nach Südamerika ermöglicht.

      Als Beispiel nennt Steinacher 9000 Angehörige der SS-Division Galizien. Obwohl die Einheit an Verbrechen gegen Juden und Polen beteiligt war, erhielten alle SS-Männer vom IKRK Reisedokumente.

      Laut Steinacher wusste die IKRK-Zentrale in Genf von den Missbräuchen, verschleppte aber griffige Massnahmen. Dabei hat die deutschfreundliche Haltung der IKRK-Präsidenten Carl Jacob Burckhardt und Paul Ruegger eine entscheidende Rolle gespielt, schreibt Steinacher.

      Ein Sprecher des IKRK sagte damals auf Anfrage, man bedauere den Missbrauch der Dokumente zutiefst. Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass sich das IKRK damals in einer sehr schwierigen Lage befunden habe.

      Naja, soviel zum Nichtantisemiten Carl Jakob Burkhardt, ein guter Bekannter Hitlers, der oft beim Massenmörder zu Besuch war. Burkhardt wusste über die KZs genau Bescheid und hat NICHTS unternommen!

      Der neue UNRWA-Chef kommt ja auch vom IKRK und ist morgen Vormittag in „Sternstunde Philosophie“ zu Gast. In der Sendereihe, in der Rocchi seinen Antisemitismus verbreitete. Ich werde diese Sendung aufmerksam verfolgen.

      Antisemitismus ist keine „Art Droge“ oder Ähnliches, sondern ein Ressentiment, das auf dem Antijudaismus im Neuen Testament und dem Judenhass im Koran basiert.

      Selbstverständlich habe ich Canetti gelesen. Von der „geretteten Zunge“ blieb mir vor allem eine Szene in Erinnerung. Am Realgymnasium Rämibühl erlebt Canetti 1919 einen antisemitischen Angriff, der von der Schulleitung heruntergespielt wird. Als sich der hyperaktive Schüler bemüht, nicht mehr so oft aufzustrecken, haben die anonymen Sticheleien ein Ende…

  2. Ich möchte auf das ursprüngliche Thema zurückkommen. Die Medien haben es inzwischen praktisch ad acta gelegt. Für mich ist der Fall jedoch noch nicht erledigt. Mit dieser Person, obwohl NR und Stadtammann, stimmt einfach etwas nicht. Immer wieder habe ich es in Kommentaren, zumeist in der BAZ, erwähnt. Nämlich, Herr Gerhard Müller Behrens hat nachweisbar Beziehungen zum islamistischen Terror. Er ist auch Trustee, also Vertrauensperson, in einem islamischen Finanznetzwerk, das unter anderen auch islamische und terroristische Organisationen bedient. Er hat beste Beziehungen zu bösartigen Diktatoren und Menschenschinder. Das kann ich aus Presseberichten und Informationen aus dem Internet belegen.
    Er ist, nach meiner persönlichen Meinung, neben Hans Ziegler, Daniel Vischer und noch einigen Politikern, eine der bösartigsten Personen, von denen ich Kenntnisse habe. Durch und durch böse, eklig und gefährlich. Der Prototyp des Israel- und Judenhassers.

  3. @Lieber David Klein. Habe keine Mühe, Ihre Antwort als intelligent einzuschätzen und Ihre Bemühungen als redlich. „Strohdumm“ war übrigens ein Lieblingswort von Karl Popper, der damit aber nicht Menschen meinte, sondern schlechte Argumente. Dass Sie für Ihre Argumentationen und Ihr Engagement Gründe haben, ist nicht nur offensichtlich, sondern es erweist sich auch die Wichtigkeit von Wächtern wie Sie. Meine Argumentation über die Sachen, wo ich mit Ihnen nicht einverstanden bin, ist keine Ja – aber- Argumentation. Es geht tatsächlich um den angesprochenen Dichter und Denker Goethe. Goethe hat sich beispielsweise auch gelegentlich gehässig und unsachlich über das Christentum geäussert, nicht alle seine Kritiken in dieser Sache sind objektiv. Jesuiten und strenge Protestanten haben Bücher gegen den Christentumshasser Goethe geschrieben. Gegen Frömmler hatte er eine berechtigte Abneigung, sogar Lavater mochte er gar nicht. Trotzdem wäre es völlig falsch, in ihm einen Feind des Christentums zu sehen, den Katholizismus zum Beispiel verstand der in „Faust“ und in der Erzählung „St. Rochusfest zu Bingen“ fast besser als dieser sich selbst. Nun zur Sache des Antisemitismus: Ich könnte Sie dank meinen Forschungen auch mit antisemitischen Bemerkungen von Pestalozzi und I.P.V. Troxler, einem der Väter der CH-Bundesverfassung versorgen, von Gotthelf ganz zu schweigen usw. Jetzt bitte ich Sie aber den riesigen Unterschied zwischen einem Hasser und einem gelegentlichen Mitverwender von Klischees zu sehen. Der Feindbildmensch bringt bei jeder Gelegenheit als Erklärung des Bösen sein Feindbild, seien es die Juden, die Jesuiten, die Bilderberger, die Freimaurer, die kommunistische oder illuminatische Weltverschwörung usw. Wenn nun aber Marx und Heine, die ich früher selber mal aus Freude am Polemisieren als „schlimme Antisemiten“ bezeichnete, ihrerseits Dinge sagen und schrieben, die für Sie äusserst antisemitisch wären, müsste man diese Art des jüdischen Selbsthasses, zum Teil aber nur Selbstkritik an gewissen Leuten der eigenen Kaufleuteklasse, genauer analysieren und nicht gleich mit Antisemitismus kommen. Ein Antisemit ist für mich klar nicht, wer bloss mal einen bösen Witz über die Juden erzählt, so wie ich schwer zu schlagen bin bei nicht nur gutmütigen Katholikenwitzen. Sondern ein Antisemit ist ein Ideologe, der das Böse der Welt mit den Juden erklärt. Zu diesen Antisemiten gehörte nun mal Goethe nicht, von dem Sie genau so profitieren könnten wie von Johann Peter Hebels Judengeschichten, die teilweise einen antisemitischen Eindruck machen, über alles gesehen aber eher eine Impfung dagegen sind. Sie kennen vielleicht die Geschichte vom Wanderjuden, der immer verspottet wurde von den Dorfbuben. Er gab sich davon zum Schein erfreut und gab dann jedem, der ihn verspottete, einen Batzen. Eines Tages gab er den Batzen nicht mehr. Da sagten die Buben: „Jetzt sagen wir Dir aber auch nicht mehr Judenmauschel.“ Sie sehen, es gab und gibt Juden, die Ihr Anliegen, Herr Klein, noch etwas schlauer verfolgen als Sie und der im Prinzip für mich durchaus schätzenswerte Herr Scheiner.

    Vor allem: wenn Sie in Shakespeare und Goethe den Antisemiten sehen wollen, schiessen Sie irgendwie ein Eigentor. Das hätte ihnen ein Gelehrter, der noch belesener war als ich, Marcel-Reich Ranicki, übrigens im Zusammenhang nicht nur mit W. Walser von üblem Antisemitismus nicht unverschont, besser sagen können als ich. Noch was: Die Geschichte von Hebel kenne ich von meinem Doktorvater Peter von Matt, der letzten Donnerstag den Goethepreis der Stadt Frankfurt erhalten hat und sich von seinem ehemaligen Lehrer Staiger doch stark abgrenzte, der möglicherweise ja sogar ziemlich sicher nicht frei von Antisemitismus war. Dieser von Matt hatte einen Onkel, der in Stans ein Buchantiquariat führte mit nicht nur günstigen Preisen. Als ich vor 40 Jahren sagte, ich würde mir von dort viele Bücher zu meiner Dissertationsrecherche besorgen, warnte er mich: „Passe Si uf, das isch dänn ein färtigä huärä Juud!“ – Es war aber nicht so schlimm, denn ich konnte in Stans die Preise immer wieder „abäjuude“, wie man übrigens auch in meiner Kindheit in Würenlingen jederzeit sagte. Passen Sie mit Ihrer Stempelverteilung des Antisemiten vielleicht doch etwas auf, es könne dann und wann eher ein Eigentor sein, ein undifferenziertes Urteil. Ich versichere Ihnen, dass ich jetzt meinen hochverehrten Lehrer Peter von Matt, kritischen Zeitgenossen in der Schweiz, jetzt garantiert nicht als Antisemiten denunziert habe.

    • Lieber Herr Meier, ich bin kein Fanatiker, schon gar kein religiöser. Wenn morgen alle Religionen zugunsten eines „Weltethos“ à la Hans Küng aufhören würden zu existieren, wäre ich begeistert.

      Aber momentan gibt es die Religionen eben noch und auch den Antisemitismus. Mit geht es jedoch hauptsächlich um die ungerechte Behandlung, die man Israel, der einzigen Demokratie im Nahen Osten, angedeihen lässt und warum.

      Sie schreiben wortreich und durchaus interessant, aber auch Sie umgehen zugunsten der ein oder anderen Anekdote geschickt die Themen, wo Ihnen und den meisten Anderen die Argumente ausgehen.

      Antisemitismus heute und in der Vergangenheit, sind zwei komplett verschiedene paar Schuhe.

      Eigentlich wäre das Deutschland der Jahre 1871-1914, in dem antisemitische Parteien und Verbände politische Tagesordnung waren, die Blütezeit für Judenhasser wie Geri Müller gewesen. Aber auch „Israelkritiker“ Daniel Vischer hätte sich in der „Antisemitenliga“ von Wilhelm Marr garantiert pudelwohl gefühlt und mit christlichem Übereifer die „Antisemiten-Petition“ gegen die soziale und rechtliche Gleichstellung der Juden unterschrieben. Regula Rytz indessen müsste ihren Antisemitismus nicht hinter fadenscheinigen Verfechtungen der Menschenrechte verstecken, sondern wäre ein begeistertes Mitglied des „Verbands gegen die Überhebung des Judentums“.

      Antisemitismus war bis nach dem Zweiten Weltkrieg schlicht und ergreifend sozial akzeptiert, eben auch für Goethe, Shakespeare und Hebel, wobei Sie Erasmus geflissentlich übergehen.

      Heute versteckt sich der Antisemit hinter der „Israelkritik“, einem Wort, das ausschliesslich für Israel erfunden wurde. Oder haben Sie je von einer „Nordkoreakritik“ gehört…?

      Von Sartre stammt der Satz: „Was der Antisemit wünscht und vorbereitet, ist der Tod der Juden, das unverhandelbare Endziel ist und bleibt für immer die Vernichtung des gesamten jüdischen Kollektivs“.

      Auf den sogenannten „Antizionismus“ umgewandelt heißt das: Was der Antizionist wünscht und vorbereitet, ist der Tod Israels.

      Er verschleiert seine Absichten, indem er sie als „Israelkritik“ bezeichnet. Aber das unverhandelbare Endziel ist und bleibt für immer die Vernichtung des gesamten jüdischen Staates, sei es durch das Recht des Irans auf atomare Bewaffnung oder durch das „Rückkehrrecht“ der Palästinenser. Bis dieses Ziel nicht erreicht ist, wird er mit seiner „Israelkritik“ nicht aufhören.

      Aber eigentlich sprachen wir ja von den sogenannten „Gebildeten“.

      Der Antisemitismus der Intellektuellen spielte über Jahrhunderte eine wichtige Rolle. Die Kirchenväter, insbesondere im vierten Jahrhundert des christlichen Zeitalters, legten die ideologische Infrastruktur, aus der sich ein Grossteil der Dämonisierung der Juden, des Judentums und des jüdischen Volkes entwickelte.

      Sie brandmarkten die Juden ausdrücklich als Christusmörder, als gottesmörderisches Volk. Das hatte seine Anfänge bereits in den Evangelien. Die einzigen Intellektuellen des christlichen Europa des Mittelalters waren Geistliche. Mehr als tausend Jahre lang lehrten führende christliche Theologen Verachtung für das jüdische Volk. Nach dem Zweiten Weltkrieg beschrieb der französische Autor Jules Isaac dies detailliert.

      Die Wahrnehmung des vermeintlich satanischen Charakters der Juden setzte sich durch das Mittelalter hindurch fort. Gegen Ende dieses Zeitalters wurden Juden buchstäblich zur „Abstraktion des Teufels“. Fast alle ihre Taten wurden als aussergewöhnlich böswillig und pervers interpretiert. Der Reformator Martin Luther war ein Mann von beträchtlicher intellektueller Macht. Seine Angriffe auf die Juden gehören zu den heftigsten in der Geschichte antisemitischer Verleumdungen.

      Voltaire und andere französische Philosophen des 18. Jahrhunderts proklamierten, das Kapitalverbrechen der Juden bestehe darin, dass sie Gott und den Monotheismus erfunden hatten, das Schlimmste, was der Zivilisation jemals zugestossen sei. Mit anderen Worten: Ihre Sünde bestand nicht darin Christus gekreuzigt, sondern zur Welt gebracht zu haben.

      Die grossen idealistischen deutschen Philosophen des 18. Jahrhunderts von Kant über Fichte zu Hegel waren alle antisemitisch. Genauso die herausragenden Intellektuellen, die sich ihnen anschlossen oder sie bekämpften wie Schopenhauer, Nietzsche und der junge Karl Marx. Nietzsche und Kant waren weniger antisemitisch als andere. Diese Tradition fand ihren Höhepunkt in Martin Heidegger, den viele als den führenden Philosophen des 20. Jahrhunderts ansehen. Seine Hingabe an den Nationalsozialismus war tiefgehend und beeinflusste seine Haltung zu den Juden.

      Zu den Erben der Traditionen der Aufklärung gehörten die frühen französischen Sozialisten des 19. Jahrhunderts. Mit sehr wenigen Ausnahmen legten sie die Grundlagen für den französischen Antisemitismus des späten 19. Jahrhunderts. Zu ihnen gehörten Charles Fourier, Pierre-Joseph Proudhon – der Gründer des Anarchismus und einflussreiche Persönlichkeit in der französischen Arbeiterbewegung – und Alphonse Toussenel. Die führende Persönlichkeit des französischen Antisemitismus zur Zeit der Dreyfus-Affäre war der halbintellektuelle Edouard Drumont, Autor des Bestsellers La France Juive (Das jüdische Frankreich). Mit ungefähr 100 Ausgaben wurde es öfter verkauft als alle anderen Bücher des Frankreichs des Fin-de-Siècle.

      Proudhons grosser Rivale und Gegenspieler Karl Marx schrieb ein Werk, das für Marxisten immer in den Pantheon seiner Schriften gehört: Zur Judenfrage. Unter den vielen Juwelen der intellektuellen Inspiration dieser Arbeit finden sich Sätze wie: „Welches ist sein (des Juden) weltlicher Gott? Das Geld.“ oder die Aussage, die gegenwärtige christliche Welt in Europa und Nordamerika habe den Höhepunkt ihrer Entwicklung erreicht und sei völlig judaisiert worden.

      Antisemitismus ist keinesfalls die Domäne der Ignoranten und Ungebildeten. Massenbewegungen wie der Nationalsozialismus und viele Formen von Faschismus, Nationalismus und einige Arten des Sozialismus haben wichtige Komponenten von Antiintellektualismus. Dennoch haben diese Bewegungen, die sowohl antiintellektuell und antisemitisch sind, auch eine intellektuelle Grundlage. Zu denen, die den europäischen Faschismus inspirierten, gehörten Denker wie George Sorel, Giovanni Gentile, Ernst Jünger, Oswald Spengler und viele andere. „Hitlers Professoren“, um einen Ausdruck von Max Weinreich zu verwenden, halfen den Boden für den Völkermord der Nazis an den Juden zu bereiten.

      Die intellektuelle Dämonisierung der Juden geht bis heute weiter, trotz den dramatischen Veränderungen, die intellektuell, sozial und politisch in der europäischen Geschichte stattgefunden haben. Israel zu delegitimieren ist heute in der gebildeten Elite Europas Mode. Viele Schriftsteller, Künstler, prominente Journalisten und Akademiker stehen an vorderster Front, wenn widerliche Vergleiche zu Zionismus und Nationalsozialismus und Israel zu Hitlerdeutschland gezogen werden. Der portugiesische Nobelpreisgewinner Jose Saramago war nur einer von vielen. Sie alle passen auch in eine lang andauernde Tradition intellektuellen Judenhasses.

      Ich „stemple“ Sie nicht zum Antisemiten. Sie sind eher ein Philosemit, der dem Juden den Weg zur Erleuchtung weisen will und nebenbei auch gleich bestimmen möchte, wer wie sehr und aus welchem Grund (k)ein Antisemit ist. In dieser Hinsicht sind Sie und der ominöse „Denker“ Patienten im gleichen Spital.

      • Ich bin erstaunt. Ich habe weder Israel noch die jüdische Glaubensgemeinschaft und deren Angehörige kritisiert. Ich habe mich ausschliesslich zu Ihrem Text und Ihrer Person geäussert. Weshalb mich dies zu einem Antisemiten machen soll, erschliesst sich mir immer noch nicht.

        Aber das Muster ist durchaus bekannt.
        Wer die SVP kritisiert ist ein „Linker“. Kritik an Russlands Politik ist prinzipiell faschistisch. Und anscheinend ist ein Kritiker an David Klein automatisch ein Antisemit.

        Solches Denken ist brandgefährlich und provokativ! Und trotzdem mag ich mich nicht dazu verleiten lassen, ähnlich zu argumentieren. Ich beurteile Menschen weder nach Herkunft noch nach Glauben. Ich hüte mich auch davor, Menschen leichtfertig zu kategorisieren. Und exakt aus diesem Grund habe ich den Text von David Klein auch kommentiert und eben kritisiert – nicht mehr aber auch nicht weniger.

        • Ich bin erstaunt. Die „Schweizer Bürger jüdischen Glaubens“, die von Ihnen „nicht kritisiert“ wurden, „in dieser Geschichte eine himmeltraurige Rolle gespielt“ zu haben, gehören also nicht zur „jüdischen Glaubensgemeinschaft“?

          Geri Müller war „nie ein Täter“? Der „wahre Skandal“ sind die „Herren Bollag und Wigdorovits“, die Sie jedoch „nicht kritisieren“ und die auch nicht zur „jüdischen Glaubensgemeinschaft“ gehören?

          Aber das Muster ist durchaus bekannt. Die von Ihnen „nicht kritisierten Angehörigen der jüdischen Glaubensgemeinschaft“, sind am Antisemitismus selbst schuld.

          Auch Rocchi ist kein „Täter“, wenn ihm auf das Stichwort Sigmund Freud (ebenfalls „Angehöriger der jüdischen Glaubensgemeinschaft“) nichts anderes einfällt, als das antisemitische Stereotyp des geldgierigen Juden, das seit Urzeiten als verleumderische Anklage gegen Juden missbraucht wird und von Hitler als grösstes Verbrechen „dieser internationalen Geld- und Finanzverschwörer“ und Hauptargument für die „Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa“ genannt wurde.

          „Täter“ ist, der „Angehörigen der jüdischen Glaubensgemeinschaft“, der diese antisemitische Äusserung zur Anzeige bringt und damit „dümmlich“ den Antisemitismus fördert.

          Frei nach Carl von Ossietzky: „Es gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist als der, der ihn gemacht hat.“

          Lassen Sie mich den Austausch mit Ihnen mit Karl Kraus beenden: Ihre Aussagen sind so falsch, dass nicht einmal ihr Gegenteil richtig wäre.

  4. @Scheiner. Dass Sie den Schabath heiligen, macht mir Eindruck, obwohl für Sie nur selbstverständlich. Ich engagiere mich seit Jahren für Sonntagsheiligung. Kritisieren Sie mich, Herr Scheiner, aber halten Sie mich bitte nicht für feindselig gesinnt.

    • Herr Pirmin Meier. Nun weiss ich, dass Pirmin Meier aus dem Wikipedia und der Kommentator Pirmin Meier ein und dieselbe Person sind. Abschliessend in dieser Sache, ich bleibe trotzdem bei meiner Aussage.
      PS: unter meinen besten Freunden sind sogar Nichtjuden.

  5. @David Klein. Es muss heissen: Sie verteidigen Israel wie gewisse übereifrige Schweizverteidiger die Schweiz verteidigen. Sie verstehen hoffentlich, wie ich es meine, und dass Deutschlands Dichter und Denker eben gerade aus der Sicht der grossen jüdischen Intellektuellen nicht mit Nazis gleichzusetzen sind. Ich würde mich übrigens nicht an dieser Diskussion beteiligen, betr. „die etwas andere Kritik“, hätte ich nicht anerkannt, dass Sie sich völlig legitim für die hier angesprochene Sache wehren und sich ebenso legitim abgrenzen.

  6. @Scheiner. Da ich Geri Müller seit 10 Jahren kenne, als bekanntermassen nicht Gleichgesinnter, weiss ich auch, dass er in Israel mit Knessetabgeordneten und dortigen Intelellektuellen sprach. In Sachen meinen „Judenhass“ können Sie sich in Endingen bei der Familie Bloch, meinem Klassenkameraden erkundigen. In meiner Heimatgemeinde Würenlingen gab es 1894 zwei Neinstimmen zum Schächtverbot, nicht gerade viele. Es waren mein Grossvater und mein Urgrossvater. Dass unsere Familie 1967 die Gebete der Familie Bloch beim Sechstagekrieg unterstützt hat, war vielleicht sogar etwas viel des Eifers. Sie wissen offenbar auch nicht, wer ich bin (siehe Wikipedia) und dass ich unmittelbarer Augenzeuge bzw. Ohrenzeuge des Attentats auf die Swissair Coronada am 21. Feb. 1970 war, habe auch darüber geschrieben. Vor 5 Jahren hielt ich in Gegenwart von Bundesrat Samuel Schmid eine Rede, bei der ich die Nichtahndung dieses Verbrechens, die Schweiz wollte nicht in den Konflikt reingezogen werden, als Schande bezeichnete. Ich erlaube mir aber, Mitglied der Vereinigung zum Wiederaufbau von Emaus zu sein und wenn es sein muss, auch gewisse Kreise in den USA zu kritisieren. An Israel, in dessen Lage ich mich deutlicher einzufühlen glaube als gewisse Linke, habe ich öffentlich noch nie Kritik geübt. Ich habe auch an Seminarien und Tagungen zur Geschichte des Antisemitismus schon teilgenommen. Dies schliesst nicht aus, dass der Antisemitismus im Surbtal 1862 nicht einfach mit dem der Nazis gleichgesetzt werden kann, was keine Entschuldigung, nur eine Differenzierung ist. Hass ist übrigens immer Hass, widerwärtig, niederträchtig, es muss nicht immer Antisemitismus. Dass ich Ihren israelischen Patriotismus achte, ist das eine, aber Sie wissen selbst, dass es bei Ihnen auch Fanatiker und Übereifrige gibt.

  7. @David Klein. „Die Nazis waren auch Dichter und Denker.“ David Klein, verhalten Sie sich bitte nicht wie ein Fanatiker, sondern passen Sie sie vielleicht nach oben den deutschen oder deutschsprachigen jüdischen Intellektuellen an, welche zu unterscheiden wussten, etwa Marcel Reich-Ranicki, Stefan Zweig (bester Beschreiber der österreichischen Kultur in „die Welt von gestern“), Rudolf Borchardt, der bedeutendste Sammler der Werke der deutchen Dichter und Denker im „ewigen Vorrat“ deutscher Poesie, auch mit den bedeutendsten jüdischen Denkern, die ich noch kennenlernen durfte, Elias Canetti und Karl Popper. Die hätten einen so strohdummen und undifferenzierten Satz nie gesagt. Es ist wie den Schweizverteidigern. Man kann auch das Judentum und die jüdische Kultur, incl. die deutschjüdische Kultur so verteidigen, dass man bei solchen Freunden keine Feinde mehr braucht.Verhalten Sie sich bitte gebildeter.

    • @Meier: Sind Sie DER Pirmin Meier? Leider hantieren auch Sie, der so viel von Bildung hält, mit Begriffen wie „strohdumm“. Glauben Sie tatsächlich, dass nicht auch Dichter und Denker Antisemiten und Nazis sein können?

      Frei nach dem Motto „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ schreiben jedes Jahr Tausende Ärzte, Rechtsanwälte und Professoren Briefe an jüdische Institutionen, die zeigen: Es gibt einen gefährlichen intellektuellen Antisemitismus in Deutschland.

      Dass ein hoher Bildungsgrad offenbar nicht vor Judenfeindlichkeit schützt, weiß keiner besser als Monika Schwarz-Friesel. Die Wissenschaftlerin hat sieben Jahre lang mehr als 14.000 Briefe an israelische Institutionen auf judenkritische Inhalte untersucht.

      (Ich habe die Studie in meinem Artikel erwähnt)

      Das schockierende Ergebnis: 63 Prozent der antisemitischen Briefe an den Zentralrat der Juden und die israelische Botschaft stammten von Menschen aus der sogenannten Mitte Deutschlands – und nicht etwa, wie häufig angenommen, von frustrierten Rechtsextremen aus sozialen Unterschichten.

      „Bei den Briefen haben wir häufig dasselbe Muster beobachtet: Zu Beginn des Briefes betont der Autor ausdrücklich, dass er kein Antisemit sei, sondern Humanist oder dergleichen. Im Verlauf des Schreibens kommt allerdings meistens die dezidiert antisemitische Haltung durch“, sagt Schwarz-Friesel. In vielen Fällen handele es sich dabei um eine Verquickung von altem und neuen Ressentiments gegenüber Juden.

      „Es geht darum, die Existenzberechtigung der Juden in Frage zu stellen“

      „Der moderne Antisemit kritisiert zwar Israel – allerdings ist es meistens keine wirklich politisch fundierte Kritik wie bei anderen Staaten“, sagt Monika Schwarz-Friesel, Linguistik-Professorin an der TU Berlin, es gehe vielmehr darum, die Existenzberechtigung des Staates und somit auch die der Juden in Frage zu stellen.

      2012 veröffentlichte die ARD eine sehenswerte Dokumentation mit dem Titel „Antisemitismus heute – Wie judenfeindlich ist Deutschland?“

      http://www.ardmediathek.de/tv/Kontrovers/Antisemitismus-heute-Wie-judenfeindlic/BR-Fernsehen/Video?documentId=18977282&bcastId=14913688&mpage=page.moreclips

      „Eine Kritik-Verbot an Israel gibt es nicht“

      Das Klischee, in Deutschland gebe es auf Grund der Geschichte ein Kritik-Verbot an Israel, stimme absolut nicht. Das habe ihre Forschergruppe anhand empirischer Studien widerlegt. Die Zuschriften, die etwa den Zentralrat der Juden erreichen, belegen das auf erschreckende Weise. So habe laut Schwarz-Friesel ein Jura-Professor dem Zentralrat der Juden geschrieben: „Wir Deutschen haben bittere Erfahrung mit Auserwählten, Sie müssen das wohl noch lernen“.

      Ein andere Zuschrift ging noch weiter: „Warum werden die Juden immer wieder verfolgt? Das müssen Sie sich schon selber fragen. Beim nächsten Holocaust beginnt das Gejammer wieder von vorn. Ich habe die Schnauze voll“, so die abartige Botschaft an den Zentralrat.

      „Die Judenfeindlichkeit in Intellektuellen-Kreisen hat mittlerweile Ausmaße angenommen, die so nicht zu erwarten waren“, sagt auch Markus Funck der Huffington Post. Der Forscher vom Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung spricht vom „sekundären Antisemititmus“, wenn er an die heutige Judenfeindlichkeit denkt.

      Dabei würden nicht die Juden im eigenen Land angegriffen, sondern das Land Israel kritisiert. „Trotzdem treten dabei alte Stereotypen auf, nur eben zwischen den Zeilen.“

      „Und diese Stereotypen sind jederzeit aktivierbar“, so Funck. Oft seien es politische oder wirtschaftliche Ereignisse, bei denen die alten Bilder funktionieren. So habe die Occupy-Bewegung während der Bankenkrise indirekt ein jüdisches Feindbild aufgebaut, indem sie die Wall Street mit Bänkern mit krummer Nase und dickem Bauch gleichgesetzt habe. Rassismus pur!

      Auch bei den Linken und unter Liberalen in Deutschland sei Antimetismus verbreitet, sagte Politikwissenschaftler Martin Kloke kürzlich dem „Deutschlandfunk“. Seit den 60er Jahren arbeite sich ein linksgetönter Antisemitismus an Israel ab.

      „Vor 1967 wurden vielfach gerade in linken Kreisen Juden idealisiert, es gab Bühnenstücke, jeder Jude war ein Nathan der Weise, makellos aus den Konzentrationslagern zurückgekehrt und diese Projektion hat sich dann in ihr Gegenteil verkehrt“, so Kloke.

      Das sei so ähnlich wie bei enttäuschter Liebe – „und dann plötzlich schlägt diese Bewunderung in einen ebenso unkritischen Hass und Abneigung über.“

      Goethe würden Sie doch sicher als grossen Dichter bezeichnen? In Johann Wolfgang von Goethes Briefen, Tagebüchern und Gesprächen finden sich Bemerkungen, die mit Fug und Recht als antisemitisch bezeichnet werden können, sowohl aus der Sicht von damals wie aus der heutigen. Vielleicht hat dieser grosse Deutsche gerade deshalb so punktgenau und treffend das Problem in seiner Essenz erkannt und beschrieben, das die Welt mit den Juden hat:

      „Was klagst du über Feinde? Sollten solche denn je werden Freunde, denen das Wesen, wie du bist, im Stillen ein ewiger Vorwurf ist?“

      Aber auch Baudelaire, Molière, Wagner, Louis-Ferdinand Céline, Mel Gibson, Walt Disney und unzählige andere waren und sind Antisemiten.

      Und wie steht es mit Erasmus, dem Fürsten des Humanismus der Renaissance?

      Erasmus beschrieb die Juden mehrmals als „Pest“. 1517 zum Beispiel schrieb er in einem Briefwechsel mit dem Hebraisten und Reformer Wolfgang Fabricius Capito aus Strasbourg: „Nichts ist gefährlicher für die Erziehung des Christen als die übelste Pest, das Judentum.“

      Im selben Brief nannte er Hebräisch „eine barbarische Sprache“, wie es der Kirchenvater Hieronimus schon gemacht hatte. 1516 schrieb er in Heronymus‘ veröffentlichten Werken, Häretiker würden den Pöbel gerne täuschen und ihm mit magischen Worten aus dem Talmud und der Kabbala Angst machen. Erasmus war ein leidenschaftlicher Gegner der hebräischen Literatur, die während der Renaissance neu aufgelegt und studiert wurde. Er hatte das Gefühl, die Wiedergeburt des Studiums des Hebräischen und seiner Literatur sei ein Signal für die Wiederbelebung des Judentums.

      Er hegte eine tiefe Verachtung für das Judentums und behauptete, dessen Anhänger glaubten Erlösung durch eine völlig ungeistliche Beachtung der Gesetze Moses, ihrer Riten, Symbole und Regeln zu erreichen. Das bestand aus seiner Sicht in der Erfüllung der Vorschriften zu Essen und denen, die Kleidung, Fasten, den Sabbat und die Feiertage betrafen. Erasmus‘ Kommentar zum Johannesevangelium stellt klar, dass er das Judentum als Anachronismus betrachtete, eine Prophetie, die ihre Erfüllung überlebte, die Verkörperung des Versagens, ein Fossil und so weiter.

      Was den Judenhass der meisten Menschen anbelangt, hat wohl Thomas Hobbes das essenzielle Statement gemacht, er prägte 1651, lange vor dem Holocaust, den Satz:

      „Wer jemandem mehr Schaden zugefügt hat, als er wiedergutmachen kann, wird sein Opfer hassen“.

  8. Schweizer Bürger jüdischen Glaubens haben in dieser Geschichte eine himmeltraurige Rolle gespielt. Kaum jemand nimmt deswegen jedoch die Juden als Gruppe in eine Art Sippenhaft (Ewiggestrige und Extremisten ausgenommen). Genauso ist Kritik an diesen Hintermännern kein Antisemitismus. Wer nun, wie Herr Klein, mit dem Vorschlaghammer eine antijüdische Stimmung heraufbeschwört, macht den Antisemitismus erst salonfähig. Dasselbe hat er mit seiner dümmlichen Anzeige gegen Massimo Rocchi auch schon getan.
    Der wahre Skandal ist der Umgang von den Herren Bollag und Wigdorovits mit einer höchst privaten Angelegenheit. Wenn die intimste Privatsphäre nicht mehr geschützt ist, dann ist der Mensch in allen persönlichen Angelegenheiten angreifbar – womöglich sogar in Bezug auf seinen Glauben. So etwas darf nicht sein.
    Übrigens kann Geri Müller nicht vom Täter zum Opfer gemacht werden, weil er nie ein Täter war. Oder welche illegale „Tat“ hat er denn begangen?
    Dieser Artikel ist schlicht unüberlegt und gerade deshalb brandgefährlich.

    • „Denker“ als Pseudonym ist in Ihrem Fall wohl etwas hochgegriffen. Obwohl, die Nazis waren ja auch „Dichter und Denker“, insofern passt es wieder.

      Ja, klar, die Juden sind am Antisemitismus selbst schuld, oder anders gesagt: Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen.

      Ich kann mich jedoch nicht erinnern, im Rahmen der Blocher/Hildebrand-Affäre je etwas von einer „christlichen Verschwörung“ gelesen zu haben, obwohl dort „schweizer Bürger christlichen Glaubens“ ebenfalls eine „himmeltraurige Rolle“ gespielt haben.

      Was immer auch Bollag und Wigdorovits mit der Angelegenheit zu tun haben, hat nichts mit ihrer Religion zu tun und geschossen hat die Selfies immer noch Müller und nicht der Mossad.

      „Kaum jemand nimmt deswegen jedoch die Juden als Gruppe in eine Art Sippenhaft (Ewiggestrige und Extremisten ausgenommen)“. Naja, wenn man die Kommentarspalten betrachtet, scheint die Schweiz vorwiegend aus „Ewiggestrigen und Extremisten“ zu bestehen, Sie eingeschlossen.

      In Amtstuben während der vom Steuerzahler bezahlten Arbeitszeit seinen Schwanz zu fotografieren und andere damit zu belästigen, sie im Nachhinein zu bedrängen, diese Fotos zu löschen und letztendlich seine Macht als Politiker zu missbrauchen, indem man die Polizei mobilisiert (was ein normaler Bürger nicht könnte), ist beileibe nicht die „intimste Privatsphäre“, wie Sie in Ihrem dümmlichen Kommentar trompeten, sie Denker.

      Das sind die „Taten“, die Müller begangen hat und die sind zu verurteilen, egal ob sie „illegal“ sind, was im Übrigen immer noch Umstand einer Untersuchung ist.

      • Nur weil ich nicht Ihrer Meinung bin, stempeln Sie mich als Nazi ab? Kein Wunder sehen Sie sich in einer Welt voller Antisemiten, wenn Sie eine einfache Kritik gleich dermassen abkanzeln.

        Ich gebe zu, dass ich mit einer solch einseitigen Weltanschauung nicht mithalten kann. Wenn ich einen einzelnen Menschen, der möglicherweise jüdischen Glaubens ist, kritisiere, bin ich beileibe noch kein Antisemit. Aber Sie haben bereits in der Vergangenheit auch schon Muslime als Nazis betitelt und gehen offensichtlich immer noch leichtfertig mit dieser Bezeichnung um. Dass Sie den Begriff „Nazi“ somit gefährlich abschwächen, scheint Ihnen keine Rolle zu spielen.

        Die Schlagzeile vom Blick mit der „jüdischen Verschwörung“ konnte ich nicht nachvollziehen. Den Ausdruck „Grüsel-Geri“ übrigens auch nicht. Der Blick ist aber definitiv nicht „die Schweiz“.

        Die Kommentarspalten waren in keiner Art und Weise voll von Antisemitismus. Ich habe vorsichtshalber nochmals eine Reihe Kommentare zu Artikel über „Gerigate“ durchgelesen. Ihr Vorwurf läuft definitiv ins Leere.

        Dass bei einem vollamtlichen Politiker Arbeitszeit und Freizeit fliessend sind, erklärt sich von selbst. Die „vom Steuerzahler bezahlte Arbeitszeit“ hat Geri Müller sicherlich auch ohne fragwürdige Selbstportraits vollumfänglich geleistet. Die Fotos sind in einer Pause entstanden und wohl kaum in der Arbeitszeit. Belästigt hat Herr Müller damit niemanden. Dieser Austausch war gemäss übereinstimmenden Medienberichten einvernehmlich. In Anbetracht der Berichterstattung in den letzten 10 Tagen ist es nachvollziehbar, dass Herr Müller die Löschung der Fotos verlangte. Wer würde das nicht machen, wenn er seinen Fehler realisiert? Von Amtsmissbrauch kann nun definitiv keine Rede sein! Und ich hoffe, dass jede Bürgerin und jeder Bürger die Polizei verständigt, wenn ihm jemand innert kürzester Zeit mehrfach Selbstmordansichten schickt!

        Wenn Sie eine nüchterne Betrachtung der Falls als dümmlich abtun, ist das Ihre Sache. Aber Reflexion scheint allgemein nicht Ihr Ding zu sein. Toleranz kann man jedoch nicht nur von Anderen verlangen. Sie ernten letztlich auch nur, was Sie säen.

        • Wie gesagt: Juden sind selbst schuld am Antisemitismus.

          Ich habe Sie zwar nicht darum gebeten, aber vielen Dank, dass Sie meine Aussage einmal mehr bestätigen.

          Dass ist allgemein das Argument von Antisemiten, dass man den Begriff “abschwächen” würde, wenn man sie mit Nazis vergleicht.

          Mit diesem Argument haben auch die Gegner meiner Anzeige gegen Rocchi (zu denen ja auch Sie gehören) hantiert: Durch eine häufige Anrufung würde das Antirassismus-Gesetz “banalisiert”. Wird das Strassenverkehrsgesetz etwa auch “banalisiert”, wenn zu viele Bussen verteilt werden? Sollten nur noch Verkehrsunfälle mit Todesfolge zur Anzeige gebracht werden?

          Muslime (aber auch alle anderen), die auf der Strasse skandieren: “Jude, Jude, feiges Schwein”, “Juden ins Gas” oder ganz einfach “Adolf Hitler, Adolf Hitler”, die bezeichne ich, mit Verlaub, als Nazis. Die entsprechenden Videos sind auf youtube zu sehen.

          Bitte entschuldigen Sie, ich wusste nicht, dass Sie den Terminkalender von Geri Müller verwalten und deshalb genau wissen, wann er “Pause” macht, um sein Gemächt zu digitalisieren. Warum sind Sie mit dieser wichtigen Information noch nicht an die Presse gelangt…?

          “Und ich hoffe, dass jede Bürgerin und jeder Bürger die Polizei verständigt, wenn ihm jemand innert kürzester Zeit mehrfach Selbstmordansichten schickt!”

          Aha, und dass die Frau in suiszidalem Zustand fünf Stunden verhört und anschliessend mit 10 Franken in der Tasche (Polizei: nehmen sie doch ein Hotel) auf die Strasse gesetzt wurde, nachdem sie die Herausgabe ihres Handy (was hat dieses mit ihrer Selbstmordgefahr zu tun?) verweigerte, macht Sie nicht stutzig? Naja, ich sagte ja, Leute wie Sie verdienen Politiker wie Geri Müller.

          Abschliessend erlaube ich mir, Ihre “nüchterne Betrachtung des Falls” als ebenso dümmlich “abzutun”, wie Sie meine Anzeige gegen Rocchi in Ihrem ersten Kommentar.

        • Oh nein Herr Klein, ich habe in keiner Weise behauptet, dass die Juden selbst schuld sind am Antisemitismus! Ich sage, dass SIE einer der Schuldigen sind. Und diese Schuld ändert sich nicht, egal ob Sie nun Christ, Jude, Moslem oder Atheist sind. SIE sind ein Brandstifter und Wegbereiter des Antisemitismus, indem Sie mich als Kritiker von Ihren Worten einfach pauschal als Nazi bezeichnen. Meine Kritik richtet sich an Sie als Mensch, ohne dass ich Sie kategorisieren muss.

          Ihre Versuche, mich ins Lager der Antisemiten und Nazis zu rücken, sind ähnlich trivial und lächerlich wie Ihre Sätze zum Terminkalender von Geri Müller. Aber schon Jean-Jaques Rousseau sagte, dass Beleidigungen die Argumente jener sind, die über keine Argumente verfügen.

          Und so hinkt auch Ihr Beispiel aus dem Strassenverkehr. Ich nehme dieses Beispiel jedoch gerne auf. Dieses Gesetz würde tatsächlich banalisiert, wenn man jeden Autofahrer nur alleine deswegen als Raser bezeichnen würde, weil er in ein Auto steigt. Und auf diese absurde Idee kommen nun wirklich nur Extremisten.

          Versuchen Sie es mit Fassung zu tragen, dass ich weder Nazi noch Antisemit bin. Ihr Glaube macht Ihre Worte weder besser noch schlechter. Ihr Glaube kann Ihre Worte auch nicht legitimieren oder sogar rechtfertigen. Auch wenn Sie dies gerne sein möchten, sind Sie dennoch nicht das Sprachrohr Ihrer Glaubensgemeinschaft. Meine Kritik gilt lediglich Ihnen als Person. Nehmen Sie diese Kritik persönlich, ich bitte Sie darum, denn nur so ist sie auch gemeint.

    • Sie verwenden ein interessantes Pseudonym. Das müsste man psychologisch auswerten, warum gerade „Denker“? Können Sie überhaupt denken? Oder schwatzen auch Sie nur antisemitischen Unsinn nach?
      Die Hauptsache ist, Herr Denker, Sie können damit leben. Oder?

      • Wenn Beleidigungen und Diffamierungen um sich greifen, sind die eigenen Argumente wohl rar gesät. Beste Grüsse nach Israel

        • Mit Beleidigungen haben Sie angefangen („Dasselbe hat er mit seiner dümmlichen Anzeige gegen Massimo Rocchi auch schon getan“). Aber das ist genau auch ein typisches antisemitisches Merkmal: Der Antisemit darf beleidigen, wenn es jedoch der Jude tut, „beschwört er mit dem Vorschlaghammer eine antijüdische Stimmung herauf“, ist also selbst der Urheber des ihm entgegengebrachten Antisemitismus.

    • Herr Denker, als intellektueller Antisemit duerfen Sie beleidigen, diffamieren und luegen, sie koennen nicht anders. Mit Ihnen kann man nicht argumentieren, Sie sind unbelehrbar, bleiben Sie so, steht Ihnen gut.

      • @Herr Scheiner: Ich bleibe, wie ich bin. Und ich kann dies, ohne zu beleidigen. Das macht mich weder zu einem Antisemit noch zu einem Intellektuellen. Aber Herr Scheiner, Anstand ist erlernbar. Es besteht auch bei Ihnen Hoffnung.

        @Herr Klein: „Dümmliche Anzeige“ ist eine (harmlose!) Wertung und keine Beleidigung. Sie und Herr Scheiner jedoch machen jeden Kritiker kurzerhand zu Antisemiten. Ist Ihr Verhalten also zionistisch? Nein, ich glaube nicht. Es ist gefährlich und dumm. Sie flüchten bei Kritik einfach ins vermeintliche Schutzmäntelchen Ihres Glaubens und missbrauchen diesen daher auf fatale Weise. Können Sie nicht als eigenständige Person argumentieren und schreiben? Was für ein Armutszeugnis – als Mensch nicht als Angehöriger einer Glaubensgemeinschaft!

  9. David Klein kann intelligent schreiben und die Kunst, Phrasen als solche zu analysieren und zu denunzieren, ist bei ihm hoch entwickelt. Es bleibt aber dabei, dass der Faktor Intrige bei dieser Geschichte unbestrittenermassen eine Rolle spielt, und zwar nicht allein durch eine rachsüchtige Intrigantin. Interessant ist, was der grosse jüdische Autor Elias Canetti in seinem Buch „Masse und Macht“ den Machtkristall des Geheimnisses nennt. Unzählige wussten schon von der Bombe, bevor sie platzte. Es gibt in der Geschichte eine jüdische Connection, aber Herr Bollag ist kein Vertreter des „Weltjudentums“, sondern ein lokaler Jude, der soeben mit seiner sich von ihm distanzierenden Israelitischen Kultusgemeinde den politischen Charakter der Geschichte anerkannt hat. Dieser kommt auch bei Herrn Klein durch, sobald er Stellung nimmt zu Hamas, Israel usw. Im Zusammenhang mit Herrn W. , der nachweislich nicht die Wahrheit gesagt hat, aber dann gleich zum Abwürgen der Diskussion die Protokolle der Weisen von Zion bemühen, scheint mir aber bei diesem Beitrag ungeschickt und kontraproduktiv zu sein.

    • Herr Pirmin Meier, Sie bemuehen sich sehr, Ihren Judenhass nicht in den Vordergrund zu stellen. Aber Ihren Verstand im Skandal um Ihren Herren Gerhard Mueller, sofern vorhanden, der steht im Hintergrund.

    • @Meier: Nichts liegt mir ferner, als irgend eine Diskussion „abwürgen“ zu wollen. Indem ich die Protokolle anspreche, eröffne ich ja gerade die Diskussion.

      In der „SonntagsZeitung“ stilisiert Catherine Boss Josef Bollag als „machiavellistischen Strippenzieher“, ein „reicher Jude“, der über ein „grosses Kontaktnetz in der Schweiz, in Israel, selbst in den USA verfügt“. Dieses Netzwerk steuert der „mächtige Präsident der Kultusgemeinde“, der sich aus ärmlichen Verhältnissen mühsam „hochgedient“ hat aus seiner „Villa mit Pool, die hoch über Baden thront“.

      Das klingt sowohl nach den Protokollen, wie auch nach dem Weltjudentum.

      Lorenz Honegger („Oltener Tagblatt“) und René Zeyer („BaZ“) sekundieren mit Demontagen von Wigdorovits, dem „Mann fürs Grobe“, „Katastrophen-Sacha“, dem „harten Hund“, der „bei der ersten grösseren Krise alles falsch macht“.

      Dem politischen Gegner eins auswischen gehört weltweit zum politischen Alltag. Wigdorovits und Bollag haben von Müllers Chat-Partnerin einen Steilpass erhalten und diesen genutzt. Ich kann mich jedoch nicht erinnern, bezüglich der Blocher/Hildebrand-Affäre, bei der gestohlene Akten der Steilpass waren, etwas von einer „christlichen Verschwörung“ gelesen zu haben.

  10. ich weiss beim besten Willen nicht wie man dieses Individium treffend beziffern soll und diejenigen, die ihm „Stange“ halten!
    Was die ganze Geschichte uns aber zeigt, ist, welche Allianzen geschmiedet werden!
    Ein sog. Schw. Staatsmann, im ärmellosen Leibchen und kurzen Hosen, will die Israelis belehren????
    Es ist höchste Zeit, das Bundeshaus als Tollhaus zu deklarieren und als eigenen Staat auszurufen!

  11. Sehr guter Artikel! Mit läuft’s kalt den Rücken runter, wenn ich twitter-Kommentare lese und fragte mich, ob eigentlich alle jegliche Wertvorstellungen verloren haben. Das Recht auf ‚Individualität‘ wird ad absurdum geführt. Grüsel werden als ‚Grenzgänger‘ tituliert und so beinahe mystifiziert. Keiner nennts beim Namen: einfach grusig, naiv und dumm, unprofessionell und man muss sich um seine Urteilsfähigkeit Sorgen machen!(was er in Sachen Hamas beweist, eben nicht zu haben). Und von dem will sich die Bevölkerung vertreten lassen?? Ich hoffe mal, dass Twitterer und Journis die Minderheit sind!

    PS: kein eigenes Twitter-account?

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