Naturnahe Lachnummer

Ulrich SchlüerVerschwinden und schweigen – das wäre die seinem etwas bizarren Hobby angemessene Reaktion gewesen. Aber Geri Müller will bleiben: Er wolle um das vermeintlich «vorübergehend» verlorene Vertrauen kämpfen.

von Ulrich Schlüer, Chefredaktor «Schweizerzeit»

Geri Müller – darin erstaunlicherweise von unserem Fernsehen unterstützt – glaubt an die Taktik öffentlich zelebrierter Zerknirschung. Er will seiner Entlassung aus der Politik entgehen, indem er sich in alle Stuben des Landes als Schwächen ausgelieferter Schuldiger outet. Er will uns via «Club» im Schweizer Fernsehen seine schwere Bürde mittragen lassen: Wie bedrückend es doch sei, Stadtpräsident zu sein. Er könne sich unter dieser Bürde kaum mehr in der Badi zeigen. Denn dort sähen ihn die Leute jetzt so, wie sich Putin abbilden lasse – mit entblösstem Oberkörper.

Ob solch Bekenntnis zur ihm aufgebürdeter Last seine Lust rechtfertigen soll, sich in seinen Arbeitsräumen anderswo zu entblössen?

«Ewiger Teenager?»

Doch zu der «Club»-Sendung ist auch ein Alles-Versteher aufgeboten worden: Die Öffentlichkeit wisse kaum, teilt dieser bedeutungsschwanger mit, dass Selbstentblössung unter Teenagern viel weiter verbreitet sei, als man sich dies gemeinhin vorstellen könne. Müssen wir daraus lernen, dass wir Geri Müller als gleichsam «ewigem Teenager» Verständnis entgegenzubringen haben? Hat denn der sich ewigem Teenagertum verschreibende Stadtpräsident nicht gelegentlich auch Bewerbungsgespräche mit Mitarbeitern – und -innen – für hohe Kaderstellungen zu führen? Man kann sich lebhaft vorstellen, welche Lachnummer er dabei abgibt…

Und überhaupt: Man habe sich endlich mit den Drahtziehern zu befassen, meint er. Mit jenen, die seine, Geri Müllers Lustbarkeiten den Medien zugetragen hätten.

Soll damit von der Lächerlichkeit des Entlarvten abgelenkt werden? Interessant übrigens: Im Bunde mit einem grünen Politiker haben gewisse Medien die Jagd nach echten oder vermeintlichen Drahtziehern unverzüglich und eifrig aufgenommen. Im «Fall Mörgeli», der sich weder Ehrenrühriges noch Fehlbarkeit vorwerfen lassen muss, prägt demonstrative Tatenlosigkeit die gleichen Medien, wenn die Öffentlichkeit gelegentlich auch Recherchen über Drahtzieherinnen und Drahtzieher von recht üblem Geschehen in Erfahrung bringen möchte.

Moralische Instanz

Im eidgenössischen Parlament stach Geri Müller bislang heraus als moralische Instanz. Immer und immer wieder wetterte er über die Unmoral politischer Haltungen anderer. Er macht sich gelegentlich – auf Steuerzahlers Kosten natürlich – gar zum Weltreisenden – als Aushängeschild moralischer Aussenpolitik der Schweiz. Selbst seine überaus enge Neigung zur Hamas rechtfertigt er mit weltpolitischer Moral.

Wir können uns lebhaft vorstellen, wie sich die Mienen der Zuschauer und Zuhörer im Nationalrat grinsend in die Breite ziehen, wenn Geri Müller nächstes Mal vom Nationalratspult aus demonstrativ die moralische Instanz dieses Landes auslebt. Doch: Nicht nur Geri Müller verkäme dabei zur Lachnummer. Die Schweiz könnte davon angesteckt werden.

Gab es kürzlich nicht eine Sekretärin, die – sich demonstrativ in Bundeshaus-Büros räkelnd – gleiche Leidenschaft der Öffentlichkeit preisgab, wie sie auch Geri Müller in seinen Amtsräumen heimzusuchen pflegte? Man hielt die Frau zwar nicht für gefährlich, wohl aber für einfältig, für höchstens «halbwegs gebacken».

Und suspendierte sie ohne Verzug. Mit breiter Zustimmung all jener, welche die Bundeskuppel nicht offensichtlicher Entwürdigung preiszugeben bereit sind.

Soll gleicher Massstab für Politiker unter der Bundeskuppel nicht gelten? Nur weil Geri Müller grün und damit Medienliebling ist, soll er dem ihm angemessenen Verdikt entgehen können?

Bleibt er, so mutiert er dank seiner politischen Färbung zur naturnahen Lachnummer. Ob Baden solche Bereicherung im örtlichen Stadthaus wohl zu schätzen weiss?

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3 Gedanken zu “Naturnahe Lachnummer

  1. Gut, dass Herr Ulrich Schlüer diesen Artikel über diesen Herrn Gerhard Müller Behrens veröffentlicht. Er bringt einen ganz speziellen Aspekt in diesen politischen Skandal: wie sich ein schweizerischer Politiker entblödet und lächerlich macht. Zu einer Lachnummer. Aber keiner lacht, weil der Verursacher oder sein Akt lustig ist. Nein, alle lachen, weil er lächerlich ist, er und der von ihm verursachte Skandal. Wird er sich damit, ich hoffe politisch ruiniert, nun selbst versenken? Oder sind seine Wähler klug genug, ihn endlich aus der Politik zu kicken?
    Nein, das muss er (noch) nicht. Seine top-notch PR-, Politik-, Rechts-, Medien-, Finanz-, Dress- und Sexualberater stehen ihm zur Seite. Nach meiner Meinung ist er ihnen teils auch als seelenverwandter Juden- und Israelhasser, der dazu in der schweizerischen Politik aktiv ist, zu wichtig.
    Tatsächlich, er beschäftigt sich nicht nur mit seinen zwei Geschlechtsorganen, dem fotogenen (?) Penis und dem islamofaschistisch gewaschenen Hirn. Er ist besonders in der islamischen Welt umtriebig und zudem für eine islamische Finanzorganisation, die islamische und terroristische Organisationen bedient, Vertrauensperson, „Trustee“. Ganz besonders hektisch wird er, wenn er gegen Israel, gegen Juden und gegen das Judentum wirkt. Er kennt die Menschenschlächter in der arabischen und islamischen Welt und in Nordkorea. Er kennt die Bösen und ihre Handlanger.
    All das habe ich dem Internet und den Schweizer Medien entnommen. Und nun möchte ich mich zu meinem schlimmen Verdacht äussern, ganz nach meiner freien persönlichen Meinung. In seinem Lebenslauf fehlen klare Informationen darüber, was er einige Jahre getrieben hat? Wo war er, wurde er je irgendwie für irgendwas von irgendwem ausgebildet, geschult? Er benimmt sich ja gerne wie ein helvetischer James Bond, quasi ein eidgenössischer Politagent.
    Inzwischen ist aus seinem unappetitlichen Skandal eine Rufmordkampagne gegen frühere politische Widersacher geworden. Erneut wird er unter der Gürtellinie aktiv. Pfui, Herr NR und Stadtammann Gerhard Müller Behrens, schämen Sie sich.

  2. „Hat denn der sich ewigem Teenagertum verschreibende Stadtpräsident nicht gelegentlich auch Bewerbungsgespräche mit Mitarbeitern – und -innen – für hohe Kaderstellungen zu führen? Man kann sich lebhaft vorstellen, welche Lachnummer er dabei abgibt…“

    Vermutlich käme es auch zu Missverständnissen bei den Bewerberfotos.

  3. Es kommt nur bei politischen Umstürzen oder bei Revolutionen vor, daß braune, rote oder grüne Sozialisten „verschwinden und schweigen“.

    Ansonsten kleben sie fest an ihren Stühlen. Auch mit tatkräftiger Unterstützung der überwiegend rot/grünen-sozialistischen Medien und Journalisten. Verharmlosung als eingeübter Reflex. Beispielhaft durchdekliniert an einem Herrn Chon-Bendit im Europäischen Parlament (!). Der konnte sogar seine pädophilen Neigungen per Buch absondern. Er klebt immer noch…. Warum nicht auch dieser G. Müller? Quasi als Ersatz für diesen EP-Abgeordneten, wenn man schon nicht am EP partizipieren kann/darf ?

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