Blanker Hass auf Israel

ChristophLandoltAuch in der Schweiz tobten judenfeindliche Demonstrationen. Die Organisatoren, darunter Nationalrat Daniel Vischer, finden, es sei «gut herausgekommen». Von Christoph Landolt 

Weltwoche Nr. 30/31.14

Nach jedem Sabbatgebet ermahnt der Rabbi der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich die Gläubigen, sie mögen zügig heimgehen. Letzte Woche kam die Warnung per E-Mail: «Möglicherweise könnte es zu Ausschreitungen

kommen.» Die Security werde die Synagoge mit zusätzlichen Kräften bewachen. In den Tagen zuvor hatten Muslime auf der Facebook-Seite «Demo für Palästina in der Schweiz» neben den üblichen antisemitischen Tiraden auch handfeste Drohungen («ab ins juden virtel einmashieren [sic!]», oder: «Wir müssen die Juden ausrotten») von sich gegeben. Die Administratoren tolerierten es. 7500 markierten die Seite: «Gefällt mir».

Die Bewilligung zur Kundgebung eingeholt hatte die Kauft-nicht-beim-Israeli-Organisation BDS (Boykott, Desinvestition und Sanktionen gegen Israel), in der vor allem einheimische (Alt-)Linke zusammengeschlossen sind. Die Gesellschaft Schweiz–Palästina, die vom grünen Nationalrat Daniel Vischer präsidiert wird, rief zur Unterstützung auf. Ebenfalls aufgesprungen sind die Konvertiten vom Islamischen Zentralrat Schweiz (IZRS) und die Schweizerische Islamische Gemeinschaft, die eng mit der antidemokratischen türkischen Bewegung Milli Görüs verbunden ist.

Die gute Nachricht vorweg: Anders als in Paris, wo der Mob daran gehindert werden musste, in die mit 200 Juden besetzte Synagoge vorzudringen, anders als in Berlin, wo ein Imam zur Vernichtung der Juden aufforderte und Demonstranten ein jüdisches Ehepaar angriffen, wurde die Veranstaltung in Zürich nicht gewalttätig. «Dies ist keine antisemitische Kundgebung, sondern eine Kundgebung für die legitimen Rechte der Palästinenser», verkündete eine Aktivistin zu Beginn. Tatsächlich?

Kritik an den Medien

Die Anti-Israel-Koalition liess auch in Zürich ihre hässliche Fratze hervorblitzen. Als zwei Teenager eine Israel-Fahne verbrennen wollten, wurden sie von einer der Organisatorinnen zwar davon abgebracht – aber nicht etwa, weil dies in der Sache falsch wäre,

«Sachliche Diskussion»: Kundgebung in Zürich

«Sachliche Diskussion»: Kundgebung in Zürich

sondern weil «die Medien hier sind». Der Mann, der ein Schild mit der Aufschrift «Die Juden brauchen eine Hitler» in die Höhe hielt, löste keine Empörung aus. Ein Grüppchen tätowierter Neonazis demonstrierte bestens gelaunt Seite an Seite mit den bärtigen Anhängern der radikalen Muslimbruderschaft.

Bei der Gesellschaft Schweiz–Palästina findet man, die Demonstration sei «gut herausgekommen», wie Sekretär Peter Leuenberger auf Anfrage erklärt. Das sei nicht selbstverständlich, denn «das, was in den Medien vorausgegangen ist, hat nicht gerade geholfen». Blick und 20 Minuten hatten im Vorfeld über den Antisemitismus berichtet, der auf der Facebook-Seite der Demo-Organisatoren toleriert wird. Kritik an den Medien, die auf die Hassbotschaften aufmerksam gemacht haben, statt an denen, die Israel und die Juden hassen. Warum distanzieren sich die Solidarität-mit- Palästina-Organisationen nicht von den islamistischen Gruppierungen wie dem IZRS, der zur «Mobilmachung für Gaza» aufgerufen hatte? Warum entfernt keiner die Drohungen?

Leuenberger, der den ferienabwesenden Daniel Vischer vertritt, möchte die Frage nicht beantworten. «Ich will eine sachliche Diskussion führen.» Die Antisemitismusfrage, die sich angesichts der Szenen vor dem Rathaus aufdrängt, kann offenbar also nicht sachlich diskutiert werden.

Man ahnt, warum: Der Kitt, der christliche Friedensfrauen, linke Palästina-Freunde, türkische Nationalisten, Kopftuch-Konvertitinnen und «Allahu akbar!»-brüllende Bartträger verbindet, ist der Hass auf Israel und – wie einzelne eingestanden – auf die Juden.

LESEEMPFEHLUNG: Nein, es sind nicht beide schuld! – JUSOS Hessen Süd

 

 

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6 Gedanken zu “Blanker Hass auf Israel

  1. Pingback: Schaschlik | abseits vom mainstream - heplev

  2. Der ursprüngliche Judenhass ist ein besonderes Merkmal und Standbein des radikalen Christentums. Das gilt auch für den radikalen Islam.
    Infolge der gesellschaftlichen Rolle von Christentum und Islam lässt sich Judenhass nicht ausrotten.
    Aufrechterhalten wird er zudem durch wirtschaftliche und politische Krisen. Dann werden Juden beschuldigt.

    • Herr Schreiner,
      ich fürchte, Sie bringen da was durcheinander.

      Judenhaß im Christentum rührte aus einem Mißverständnis/Unverständnis der gelehrten Heilsgeschichte: Man lastete „den Juden“ die Kreuzigung Jesu (Mord) an. Der darauf gründende Haß widersprach und widerspricht dem Christentum. Ein „radikales Christentum“ ist also das genaue Gegenteil dessen, was Sie annehmen.

      Der sog. „radikale Islam“ ist nichts weiter, als die strikte Befolgung des Koran. So, wie das jedem Moslem aufgetragen ist. Die einen tun es, die anderen eben nicht. Würden letztere plötzlich fromm, müßten auch sie es tun.

      Im Glaubenssinne läßt sich Judenhaß bei Christen durchaus ausrotten. Die ist bei Moslems undenkbar, solange sie dem Koran und Islam anhängen. Tun sie es nicht mehr, so sind sie Abgefallene und vogelfrei.

  3. „Warum distanzieren sich…..“ “ Warum entfernt keiner …“

    Gute Fragen. Aber warum kommen Sie nicht zu einer bündigen und schlüssigen Antwort? Wenn ich mir so ansehe, wie in Helvetischen Landen in den Schulen Geschichte gelehrt wird, verwundert die ausbleibende Antwort nicht mehr so sehr. Menschen, die mit der Geschichte und den damit zusammenhängenden Randwissenschaften (Philosophie z.B.) vertraut sind, wissen: Sozialismus jeder Erscheinungsform und Farbe und der Islam (jeder Ausprägung) haben den Haß auf Juden gemeinsam. Das läßt sich wie ein roter Faden seit den Jakobinern (Sozialisten) und seit Erscheinen des Islam lückenlos nachweisen. Nicht ohne Grund suchte und fand der NS seinen besten Verbündeten im Islam zur realen Mittäterschaft. Der internationale und grüne Sozialismus steht dem in nichts nach.

    Sog. „christliche Friedensfrauen“ sind in dieser Gesellschaft deswegen sichtbar, weil sie eben keine Christen sind, sondern daß, was man gemeinhin als Taufscheinchristen bezeichnet und die bei sich bietendem weltlichen Anlaß jederzeit die Mitgliedschaft aufkündigen. Immer aber handeln sie gegen ihren angeblichen Glauben. Die Moslems dagegen handeln strikt ihrem Glauben entsprechend.

    Lösung: Und zwar die einzig mögliche: Totales Verbot des Koran. Im gleichen Maße, wie z.B. in Deutschland der Erwerb/Verkauf von „Mein Kampf“ verboten ist.

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