Ist Bildungsdirektorin Regine Aeppli noch tragbar?

Philipp GutUPDATE: 01.05.2014 Den ganzen Artikel können Sie hier abrufen/lesen: «Anweisungen von ganz oben»

Liebe Leserinnen und Leser

Ich möchte Ihnen die neueste Ausgabe der Weltwoche empfehlen. Vor allem wegen der Titel-Story „Anweisung von ganz oben“ von Philipp Gut

Diese Geschichte geht uns alle an. Unabhängig von Parteizugehörigkeit oder persönlichen Sympathien zu einem oder anderem Protagonisten. Hier geht es um mutmasslichen Amtsmissbrauch auf höchster Ebene und die Rolle von Bildungsdirektorin Regine Aeppli, wie es sich die hartnäckigsten Verschwörungstheoretiker nicht hätten ausdenken können. Viele hielten den Fall für erledigt, manche – darunter die meisten Schweizer Medien – mögen aus politischer Kopfscheu nicht (mehr) darüber berichten. Dabei wird die ganze Dimension der Affäre erst jetzt allmählich sichtbar. Was als Fall Mörgeli auf vergleichsweise tiefer Professorenstufe begonnen hat, erreicht die Beletage der Zürcher Verwaltung und Politik. Die beharrliche Arbeit der Staatsanwaltschaft deckt Erstaunliches auf: Die Entlassung von Christoph Mörgeli wurde nicht durch die dafür zuständige Uni-Leitung angeordnet, sondern von ganz oben: durch die Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP) und ihren Chefbeamten Sebastian Brändli (ebenfalls SP).

Aber Schritt für Schritt – Hier ein paar Auszüge aus dem Weltwoche Artikel von Philipp Gut.9ee859bfd1

Am 16. September 2012 überraschte die Zeitung Der Sonntag mit einer Sensationsschlagzeile auf Seite eins: «Universität entlässt Professor Mörgeli». Das geplante Mitarbeitergespräch vom folgenden Freitag – so Verfasser Christof Moser – werde zum «Austrittsgespräch». Mörgeli solle fristlos entlassen werden, dies ergäben «Sonntag-Recherchen».[…]

„Sind Aargauer Journalisten Hellseher? Die Nachricht von der angeblich bevorstehenden Entlassung Mörgelis verblüffte. Sie war im Ton absoluter Sicherheit verfasst, kein Hauch eines Fragezeichens relativierte die Meldung. Für den Sonntag war die Entlassung des SVP-Nationalrats und damaligen Konservators am hauseigenen Museum des Medizinhistorischen Instituts der Universität Zürich eine felsenfeste Tatsache. Das ist merkwürdig. Denn die Universitätsleitung mit dem damaligen Rektor Andreas Fischer an der Spitze trat erst am folgenden Tag, am Montag, den 17. September, zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Erst an diesem Montag beschloss die zuständige Uni-Leitung Mörgelis Entlassung. Der Sonntag vermeldete also apodiktisch und – wie sich nachträglich zeigen sollte – bis ins Detail korrekt, was die allein befugte Stelle, die Uni-Leitung, gar noch nicht besprochen und erst recht nicht entschieden hatte.“[…]

 „Etwas konnte hier nicht stimmen. Die Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft, die der Weltwoche vorliegen, bringen jetzt Licht ins Dunkel. Sichtbar werden brisante Fakten. Die Spur der Ermittler führt direkt in die Chefetage der Zürcher Politik und Verwaltung: zu Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP) und Hochschulamtschef Sebastian Brändli (ebenfalls SP).Die entscheidende Frage in diesem Fall, der immer mehr zu einem Polit-Thriller wird, der bis in die Regierung hinaufreicht, lautet demnach: Wie ist es möglich, dass Der Sonntag fünf Tage vor Mörgelis Entlassung bereits felsenfest sicher war, dass diese auch ausgesprochen werden würde?“[…]

„Der einzige Informant des Sonntags in dieser Geschichte ist nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Sebastian Brändli. Die kantonale Verwaltung versuchte deshalb über längere Zeit hartnäckig, die Ermittlungen zu hintertreiben. Nachdem der Staatsanwalt das Hochschulamt am 21. Januar 2013 ersucht hatte, die Anschlüsse zu Christof Moser vom 11. bis 15. September 2012 zu überprüfen beziehungsweise überprüfen zu lassen, musste Brändli am 7. Februar 2013 zugeben, dass er «als Amtschef im fraglichen Zeitraum im Rahmen der üblichen Medienarbeit zu von Ihnen aufgeführten Stellen Kontakt gehabt» habe. Rudolf Hoffmann, Rechtsverantwortlicher in Brändlis Hochschulamt, hatte zuvor verlauten lassen, die Staatsanwaltschaft könne die Verbindungsdaten «in diesem Fall nicht ohne Weiteres verlangen». Doch die Ermittler blieben hart und kamen schliesslich doch noch zu den verlangten, zu Brändli führenden Telefon- und E-Mail-Nachweisen.

Damit wären die Vorgänge geklärt, welche die Universität zu ihrer Anzeige wegen Amtsgeheimnisverletzung im Fall Sonntag veranlassten. Das bisherige Ergebnis der Ermittlungen, wie es sich aufgrund der Einvernahmeprotokolle und der Überwachungsdaten der Staatsanwaltschaft ergibt, kommt einem politischen Donnerschlag gleich. Die Anzeige der Uni betrifft nicht irgendeine untergeordnete Charge in der steilen akademischen Hierarchie, sondern einen Mann, der in Personalunion oberster Hochschulbeamter wie auch Sekretär des Universitätsrats, des strategischen Führungs- und Kontrollorgans der Uni, ist: Sebastian Brändli, Parteikollege und Intimus von SP-Bildungsdirektorin Regine Aeppli.

Das ist allerdings erst die eine Hälfte der erstaunlichen Ermittlungsbefunde. Die zweite, mindestens so brisante verbirgt sich in der Frage, weshalb Der Sonntag bereits am Samstag, den 15. September, online die Entlassung von Christoph Mörgeli verkünden konnte, wenn doch die ausschliesslich zuständige Uni-Leitung erst zwei Tage später, also am Montag, den 17. September 2012, den Entlassungsentscheid fällte.

Die Fakten, die in den Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft dokumentiert sind, legen den dringenden Verdacht nahe, dass der Entscheid, Mörgeli zu entlassen, nicht in der zuständigen Universitätsleitung, sondern zuvor in der SP-geführten Bildungsdirektion gefällt worden ist – unter unmittelbarer und aktiver Beteiligung von Regierungsrätin, Bildungsdirektorin und Universitätsratspräsidentin Regine Aeppli.“

Rektor Fischer war nur Befehlsempfänger von Frau Aeppli, degradiert zu einer Marionette. Aeppli_WW

 „In Tat und Wahrheit setzte der bedauernswerte Rektor wohl bloss um, was Bildungs direktorin Regine Aeppli längst beschlossen und was ihr Chefbeamter, Vertrauter, Sekretär und Parteikollege Sebastian Brändli bereits Tage zuvor der Zeitung Der Sonntag gesteckt hatte.[…]

„Auf die weitere Entwicklung des Falls darf man gespannt sein. Nachdem die Universitätsleitung wegen der Amtsgeheimnisverletzung im Fall Sonntag eine Strafanzeige eingereicht hat, sieht sie sich nun in die unerwartete Lage versetzt, dass sich diese Anzeige nicht gegen irgendwen richtet, sondern in der Person von Sebastian Brändli gegen den für das Hochschulwesen zuständigen Chefbeamten, der erst noch als Sekretär des Universitätsrats fungiert, also des obersten Aufsichts- und Kontrollorgans der Uni. Wie die Ermittlungsakten zeigen, kooperierte Brändli zudem aufs engste mit seiner doppelten Chefin Regine Aeppli.

Was als Fall Mörgeli vergleichsweise niederschwellig auf Professorenstufe begonnen hat, erreicht endgültig die höchste Eskalationsstufe: das Uni-Aufsichtsgremium, den zuständigen Chefbeamten Sebastian Brändli und last, but not least die verantwortliche politische Chefin, Bildungsdirektorin Regine Aeppli“

 Wie lange ist Bildungsdirektorin Regine Aeppli noch tragbar?

P. S. Es gibt aber auch Regierungsräte, der den mutmasslichen Amtsmissbrauch ihren Angestellten duldet und sogar decken. Aber darüber ein anderes Mal.

6 Gedanken zu “Ist Bildungsdirektorin Regine Aeppli noch tragbar?

  1. Tja die Linken und Netten können nur so lange mit der Protektion der Medien rechnen bis der berühmte Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt.
    .
    Die Schweiz sollte sich dringendst überlegen, auf welche Weise derart krasser Amtsmissbrauch straf- und zivilrechtlich geahndet werden kann!

  2. Es geht nicht um links oder rechts, sondern um Macht, welche korrumpiert.

    Die Frage ist jene der „Bestrafung“. Amtsenthebung ist in sich keine Strafe, sondern einzig ein Abschluss einer vertraglichen Vereinbarung. Es muss endlich ein richtiges Exempel statuiert werden, wie z.B. Verlust sämtlicher Pensionsanrechte und Rückerstattung der seit der Amtsverletzung erhaltenen Gehälter. Dies trifft solche Personen auf persönlicher Ebene und alles andere ist einzig ein kleiner Gesichtsverlust gegenüber jenen, welche diese Personen eh nicht zu ihrem Freundeskreis zählen.

    • „Es geht nicht um links oder rechts,…..“

      Doch, es geht – dem Prinzip Ursache und Wirkung zu folgen – immer genau darum. Ohne sozialistische „Sozialisierung“ ist diese und ähnliche Verhaltensweise schlicht undenkbar. Man kann das mühelos in der Geschichte der letzten hundert Jahre auf diesem Kontinent verfolgen und bestätigen. Wenn es etwas zu „beglücken“, „vorzuschreiben“ oder zu „lenken“ und zu „überwachen“ gibt, steht dahinter immer eine sozialistische Denkweise und Organisation.

      • Ich verstehe Ihre Gedanken gut, jedoch ist dieses menschliche Verhalten des Amtsmissbrauchs unabhängig von politischer Orientierung.

        Was Sie ansprechen ist die wuchernde Bürokratie, welche von den „Linken“ (ich hasse solche Worthülsen) eher stärker unterstützt wird, als von den „Rechten“. Aber Hand aufs Herz, heute handelt es sich bei näherer Betrachtung um marginale Unterschiede. Die Bürokratie, wie jeder Organismus, versucht immer und überall zu wachsen, wobei die verschiedenen als Progress verkauften Programme als Mittel zum Zweck dienen. Einzig Entzug finanzieller Mittel sowie die klare Beschränkung der Macht von Regierungen kann dieses krebsartige Wachstum stoppen. Der Grund liegt in der Natur des Menschen, welcher seine persönliche Zukunftsabsicherung immer anderen Überlegungen voranstellt. Dieses menschliche Attribut ist in sich nicht verwerflich, jedoch erzeugt im Falle einer Regierung (da nicht marktwirtschaftlichen Kräften ausgesetzt) eine für die Gesellschaft negative Entwicklung, in welcher ein immer höherer Anteil des wirtschaftlichen Erfolges an nicht produktive Bereiche abgeführt wird.

  3. Sozialisten sind die Pest eines jeden freien Gemeinwesens. Es ist dabei völlig egal, ob diese national-, international-, öko- oder sonstwie geortet werden. qed.

  4. Als ETH-Student erlebte ich 1968, wie wir im Lichthof der UNI mit „Genossen“ angesprochen und aufgefordert wurden den Umsturz im Staat einzuleiten – für mich ein politisches Schlüsselerlebnis. In der Folge wurde die UNI planmässig von diesen DDR-geschulten unheimlichen Genossen unterwandert. Uns werden jetzt die faulen Früchte aus jener turbulenten Zeit aufgetischt.
    Höchste Zeit diesen Augiasstall endlich auszumisten! Der Fall Mörgeli ist nur die Spitze des Eisberges und die innere Haltung der UNI ist zu einem guten Teil einer weltoffenen, zukunftsgerichtreten, der Wissenschaft dienenden und liberalen Institution nicht würdig.
    Bei den vielen seriösen Mitgliedern der UNI, die kompetent und unbeirrt ihrer Forschung nachgehen möchte ich mich an dieser Stelle entschuldigen – zu ihnen gehörte Christoph Mörgeli.

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