Die Absurdität von Immunität

Gastbeitrag von Linus Huber

Ehrenwerte Entscheidungsträger

Gestern habe ich deutlich über meinen Durst getrunken und ich fühle mich elend heute Morgen und bereue zu einem gewissen Grad meine Leichtfertigkeit im Umgang mit der zwar eine gute Stimmung simulierenden Substanz, jedoch war es natürlich ein gutes Erlebnis zu jener Zeit gestern Abend. Der miserable Zustand meiner Person heute Morgen zeigt mir jedoch die Schranken auf und ich muss nun mit den Konsequenzen meiner gestrigen Handlung leben.

Diese Darstellung erklärt das System, welchem wir als Individuen ausgesetzt sind, nämlich die Verantwortung für sein eigenes Verhalten zu tragen und es funktioniert. Wenn wir uns in dieser heutigen Welt ein wenig umsehen, können wir allerdings einige Menschen erkennen, welche sich zwar mit Vergnügen volllaufen lassen, jedoch die Konsequenzen daraus nicht tragen wollen. Sie verstecken sich unter dem Mantel der Immunität, wollen uns jedoch erklären, dass Sie zu unserer aller Wohl handeln. Sie erklären, dass sie das Wohl der Gesellschaft in ihren Händen tragen und damit eine hohe Verantwortung tragen, mit welcher sie ihre übersteigerten Gehälter und Pensionen rechtfertigen, verweigern hingegen die Konsequenzen ihrer Entscheide auf persönlicher Ebene tragen zu wollen. Verantwortung ohne mit den daraus resultierenden Entwicklungen auf persönlicher Ebene tragen zu wollen, ist ein inhaltlicher Widerspruch. Das Gegenteil sollte zutreffen, indem jene, welche für andere Menschen Verantwortung tragen wollen, ihr Handeln einem schärferen Masstab zu unterstellen hätten, als jene, welche sich einzig um ihre persönlichen Belange kümmern. Wer genau sind diese Menschen?

Es handelt sich um Menschen, welche Macht über ihre Mitmenschen anstreben. Im Bereiche des Staates handelt es sich um dieimagesCAPVGIRV politischen Entscheidungsträger und Funktionäre in Regierung und regierungsverwandten Unternehmen. Auch im Bereiche der Wirtschaft wird dieses Prinzip durch den Schutz der Unternehmensstruktur, welche ein Unternehmen vor dem Gesetz mit einer natürliche Person gleichstellt, erreicht, indem die Entscheidungsträger quasi nie persönlich zur Verantwortung gezogen werden, jedoch aufgrund der „grossen“ Verantwortung sich großzügig bereichern. Auch im Falle des Unternehmens Regierung findet ein ähnlicher Vorgang statt, indem sich diese Menschen großzügige Kompensationen und Pensionen zusprechen. Aber wirkliche Verantwortung, welche zu persönlichen Nachteilen führen mögen, wollen diese Menschen nicht übernehmen, sondern lassen die ihnen „anvertraute“ Bevölkerung an den Kopfschmerzen nach der Party leiden.

Dies ist der Grund, dass man die Macht einer Regierung klar umgrenzt, sodass der Versuch der Machterweiterung dieser “Firma” Regierung in Schranken gewiesen wird. Heute besteht eine genau entgegengesetzte Entwicklung, indem Regierungen die Rechtsnormen biegen, sich immer weniger um die von Verfassungen auferlegten Machtbeschränkungen halten, die Auffassung Bürger als ihr Eigentum zu betrachten vertreten (anstelle der entgegengesetzten Meinung), die Bevölkerung zunehmend unter fadenscheinigen Gründen vermeintlicher Sicherheitsbestrebungen reguliert, überwacht und kontrolliert wird und sie somit auch aufgrund verschiedener Programme immer stärker von der Regierung abhängig gemacht und infantilisiert wird. Parallel läuft eine Entwicklung der zunehmenden Zentralisation ab, indem die Bürokraten (von der Allgemeinheit finanzierte Entscheidungsträger) ein vermeintliches Glück in internationalen Gremien und somit in einer immer undemokratischeren Struktur suchen, welche jedoch hauptsächlich dazu dient, diesen Bürokraten neue zusätzliche Jobs mit allen “benefits” zu offerieren und Entscheide weiter vom Volkswillen zu distanzieren, wodurch das einzelne Subjekt zunehmend fühlt, in einer Art Matrix zu leben, in welcher es keinen wirklichen Einfluss mehr ausüben kann. Dieser Umstand in Kombination mit der Tatsache, dass viele der staatlichen Programme nicht wirklich nachhaltiger Natur sind, sondern in erster Linie zum Machtgewinn der Regierung installiert wurden, erhöht sich die allgemeine Unzufriedenheit der Bevölkerung, wodurch sich schrittweise eine Gegenbewegung einstellen würde, d.h. Reduktion der Machtkonzentration. Um dies zu verhindern, werden die zuständigen Entscheidungsträger jedes Mittel (inkl. Krieg) einsetzen. Wir müssen uns bewusst sein, dass die Entscheidungsträger nicht wirklich Verantwortung tragen und tragen wollen, sondern sich vor Jahrzehnten die internationale Norm der Immunität überstülpten. Wirkliche Verantwortung heisst mit den auch persönlichen Konsequenzen einer Handlung zu leben. Eine vergleichbare Immunität wurde den Managern von Grossfirmen erlaubt, indem man solche rechtlichen Strukturen zwar vor dem Gesetz wie eine natürliche Person betrachtet, jedoch die darin funktionierenden Entscheidungsträger auf persönlicher Ebene nicht wirklich zur Verantwortung gezogen werden.

Die Ausnahmen hervorragender und prinzipientreuer Persönlichkeiten bestätigen die Regel.

Um mit den Worten Frederic Bastians zu enden:

“Ah, you miserable creatures! You who think that you are so great! You who judge humanity to be so small! You who wish to reform everything! Why don’t you reform yourselves? That task would be sufficient enough.”

„Ah, ihr miserablen Kreaturen! Ihr, welche denken, dass ihr so grossartig seid! Ihr, welche die Menschlichkeit so klein einstufen! Ihr, welche versuchen, alles zu reformieren! Warum reformiert Ihr Euch nicht selber? Solch eine Aufgabe wäre gut genug.“

 

 

 

 

 

 

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3 Gedanken zu “Die Absurdität von Immunität

  1. Es kann und wird nicht lange gutgehen. Für Unternehmen (deren sog. Manager), wie für Politiker muß gelten: Für das jeweilige Handeln muß auch die persönliche Haftung bestehen. Diese erzeugt auf wundersame Weise sowas wie Verantwortung, bzw. verantwortungsvolles Verhalten und Blick für die Folgen. Es braucht dazu nur ganz wenig Text als Ergänzung des Art. 6 der Eidgen. Bundesverfassung. Wie wär’s mal mit einer entsprechenden Initiative? Eine grundsätzlichere Weichenstellung für die Zukunft von Freiheit, Staat und Volk läßt sich kaum mehr denken.

  2. Frau Cecile Buehlmann fühlt sich belästigt:

    „Ich möchte sie bitten, mich nicht mehr weiter mit ihren Mails zu belästigen!!!“

    und ich habe Ihrem Wunsch natürlich entsprochen:

    Sehr geehrte Frau Buehlmann

    Ich werde Sie selbstverständlich entsprechend Ihrem Wunsch nicht weiter „belästigen“. In Anbetracht der Tatsache, dass gemäss Ihres Portraits Ihr Gehalt wohl Ihr ganzes Leben lang von Steuergeldern finanziert wurde, kann ich Ihre Einstellung gut verstehen.

    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg in Ihrem von unseren Steuern finanzierten und wohlgesicherten Leben.

    Mit freundlichen Grüssen

    Linus Huber

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