Weil ich sie zitiert habe, beleidigte Elisabeth Schneider-Schneiter

Gestern veröffentlichte ich hier ein paar Zitate von SR Th. Minder NR E. Schneider-Schneiter, die in der Arena gesagt wurden. Unkommentiert. Den Beitrag teilte ich auf Facebook, Twitter und Co. Die anschliessenden FB-Kommentare waren Frau Schneider-Schneiter nicht wohlwollend. Sie wurde als „arrogant“, „herablassend“, „elitär“ etc. bezeichnet.

1836953_385491441591125_1736676622_oDie Reaktion von Frau Schneider-Schneiter kam umgehend. Schneider-Schneiters FB-Seite ist für mich nicht mehr zugänglich. Sie hat mich nicht „entfreundet“ (was für ein hässliches Wort), sondern blockiert!

Nun, meine Damen und Herren, das ist ihr gutes Recht. Jedoch meines auch, die Frage aufzuwerfen, was hält die Beselbieter CVP-Nationalrätin, mit Ambitionen auf einen Bundesratssitz, von der Meinungsfreiheit oder gar Kritik? Offensichtlich recht wenig bis gar nichts.

Aussagen über das Privatleben von Politikern mache ich nicht. Ob ein Politiker Sonntags eine religiöse Messe besucht oder ins Puff geht ist mir so lang wie breit. Ob er verheiratet, schwul, lesbisch, asexuell oder was auch immer ist, ist mir auch absolut egal. Interessiert mich einfach nicht. Vorsichtig bin ich, wenn ein Politiker als sympathisch und nett bezeichnet wird. Auch fehlt mir das Verständnis, was die Ehepartner in einem Wahlkampf zu suchen haben. Für echte Charismatiker (Obama gehört nicht dazu) habe ich eine Schwäche, die ich mir zu entwöhnen versuche.

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1064537_385491428257793_2056808627_oMich interessieren jedoch die Aussagen und die Arbeit von gewählten oder kandidierenden Politikern. Es ist nicht nur mein gutes Recht, sondern meine Pflicht Politiker allen Couleurs zu kritisieren und jede ihrer Aussagen und Handlungen auf die Goldwaage zu legen. Ich will mir nicht eines Tages Vorwürfe machen müssen, hätte ich es bloss gesagt. Denn liebe Leser, unsere Generation +/- 20, wird nicht behaupten können, es nicht gewusst zu haben. Informationen sind für alle verfügbar und jeder kann es wissen. Vorausgesetzt, man will es wissen. Politische Analphabeten sind an ihrem Zustand selber schuld.

Ein Politiker, der sich anmasst zu kandidieren, um das Volk, auch mich, zu vertreten, muss sich mit Kritik über sein Handeln und seine Aussagen auseinander setzen und diese ernst nehmen. Wer das nicht kann, soll halt mal nicht kandidieren. Auch ein Politiker der persönlich Mühe hat den Volkswillen umzusetzen, soll zurücktreten. Punkt.

Dass der Bundesrat und das Parlament, einen Teil der Masseneinwanderungsinitiative für ungültig erklären ist nicht mutig, wie Frau Schneider-Schneiter behauptet. Es ist diktatorisch, arrogant, ignorant und verfassungsfeindlich. Dass Frau Schneider-Schneiter, S. Sommaruga und Co. der Überzeugung sind, am 9. Februar wurde das Volk getäuscht, ist ihr Problem. Sie sollen bitte schön, die Initiative umsetzen und falls sie es mit ihrem eigenen Gewissen nicht vereinbaren können, auch hier gilt, zurücktreten – das politische Mandat niederlegen.

Was für ein Demokratieverständnis haben Politiker von Profil Schneider-Schneiters, wenn sie behaupten, die direkte Demokratie und das Initiativrecht werden überstrapaziert? Wie kam es dazu, dass sie sich solche Aussagen leisten können? Ganz einfach, weil das Volk es zulässt.

Kritik an Politikern wird am Stammtisch geübt, in direktem Kontakt wird endlos geschleimt.

Klammer auf: Wenn wir schon im Baselbiet sind, dann nehmen wir ein Beispiel von hier.

Ein gutes Beispiel ist alt SVP Regierungsrat Jörg Krähenbühl. Während seinen Kandidaturen für das Gemeinde-Präsidium Reinach, National- und Regierungsrat wurde er von vielen als „Schuhverkäufer“ betitelt und belächelt. Auch wurde Krähenbühl wegen seiner Aussage, er sei nicht der Intellektuelle verspottet. Kaum wurde er aber als Regierungsrat gewählt, hiess es „Grüezi, Herr Regierungsrat“, „Ich habe Sie gewählt“, „Ich freue mich, Sie zu sehen“, schleimen, schleimen, schleimen. Ich erinnere mich an eine 1. August-Feier in Reinach, als Jörg eine Rede halten sollte, kam der Reinacher J. M.*** zu ihm und sagte tatsächlich, er sei nur gekommen, um seine Rede zu hören und müsse danach sofort gehen, da er Gäste zu Hause habe, aber die Rede unbedingt hören wollte. Auch klopfte er Krähenbühl auf die Schultern und lächelte ihn falsch an. Fremdschämen war angesagt.

Jedoch, was Jörg Krähenbühl von vielen Politikern unterschied ist, dass ihm solche „Komplimente“ suspekt waren. Er vergass nicht, wer was vor seiner Wahl geredet hat. Auch, noch etwas unterscheidet Krähenbühl von vielen Politikern: Er war kein Bürokrat sondern jemand, der es gewohnt war zu arbeiten. Auch war Krähenbühl nicht so arrogant zu denken, er wüsste alles, sondern war bereit zu lernen und Lösungen zu suchen. Und doch, wurde er abgewählt – Der Grüne Isaac Reber, der seine nicht vorhandenen Führungskompetenzen mit Einbildung kompensiert, ist der neue RR. Und wieder war Krähenbühl nach seiner Wahl, der „Schuhverkäufer“. Nun machen die gleichen Leute jetzt Reber die schleimigen „Komplimente“. Und Reber geniesst sie. Klammer zu.

Nicht nur das Volk lässt es zu. Auch die Journalisten machen das Spiel mit. Sie wollen konsensfähige, politisch korrekte und vor allem charakterlose Politiker und nur diese loben sie – Journalisten wollen auch Teil des Filzes sein! Die Staatsgläubigkeit der Medien erreicht neue Rekordwerte. In der Realität ist die Vierte Gewalt nur noch das vierte Rad am Wagen.

Und dann gibt es noch ein Phänomen in der Schweizer Politik: Rücktritt von einem Politiker darf nicht öffentlich verlangt werden, da es nicht zur politischen Kultur gehört. So halten sich Fehlbesetzungen an der Macht und können dem Bürger lange Zeit schaden, weil es nicht zur Schweizer Politkultur gehört, sie zum Teufel zu jagen.

Politische Korrektheit steht vor dem Wohl des Landes, eine gefährliche Kultur.

Frau Schneider-Schneiters FB-Blockade bringt nichts, solange sie ein politisches Amt bekleidet, wird sie von mir „beobachtet“!

Ich schliesse mit ein paar Zitaten:

• Duldet ein Volk die Untreue und die Fahrlässigkeit von Richtern und Ärzten, so ist es dekadent und steht vor der Auflösung. Platon

• Beliebtheit sollte kein Maßstab für die Wahl von Politikern sein. Wenn es auf die Popularität ankäme, säßen Donald Duck und die Muppets längst im Senat. Orson Welles

• In der Politik ist es manchmal wie in der Grammatik: Ein Fehler, den alle begehen, wird schließlich als Regel anerkannt. André Malraux

• Manche Politiker muss man behandeln wie rohe Eier. Und wie behandelt man rohe Eier? Man haut sie in die Pfanne. Dieter Hallervorden

• In der Politik ist es wie im täglichen Leben: Man kann eine Krankheit nicht dadurch heilen, dass man das Fieberthermometer versteckt. Yves Montand

Die Verfassung eines Staates solle so sein, dass sie die Verfassung des Bürgers nicht ruiniert. Stanislaw Jerzy Lec

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3 Gedanken zu “Weil ich sie zitiert habe, beleidigte Elisabeth Schneider-Schneiter

  1. Es handelt sich um eine weltweite Bewegung, welche sich an verschiedenen Orten mit unterschiedlicher Geschwindigkeit und in verschiedenen Formen abspielt. Die Menschen haben genug von den die Gesellschaft infantilisierenden Bürokraten/Politikern, welche sich, in erster Linie und im Schutze der Immunität um ihr persönliches Wohlbefinden kümmern. Es handelt sich hierbei um normales menschliches Verhalten, welches in diesem Ausmasse jedoch negative Folgen für die Gesellschaft nach sich zieht. Das Internet wirkt dabei als Beschleuniger.

  2. Ich kann den Bürgern einfach nur raten, Politiker die auf eine solch‘ unprofessionelle Art und Weise handeln wie Schneider-Schneiter nicht mehr zu wählen und einen grossen Bogen um solche Leute zu machen.

    • Ihr Wort in Gottes Ohr !

      Wenn sich die Wähler nur daran erinnern würden, wenns wieder mal darauf ankommt, wer zu welchem Thema ihr wahres Gesicht zeigte, dürfte Schneider-Schneiter nicht wieder gewählt werden.
      Denn, sie ist eine, die nach dem Motto lebt: nur wenn der Volksbefrager nach Schneider-Schneiters Ansichten stimmt, ist ihr die direkte Demokratie genehm.

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