„Billige“ Energiewende à la Doris Leuthard und Dr. Rudolf Rechsteiner

„Der Billigstrom aus dem Ausland drückt auf die Preise der Schweizer Wasserkraft. Es wird kaum mehr investiert. Die Stromkonzerne haben deshalb viele Projekte gestoppt.“ lautete SRF Meldung von heute Morgen.

Ja, meine Damen und Herren, unsere saubere, billige, sichere, kurz gesagt: die bewährte Energie aus Wasserkraftwerken ist gefährdet. Der „Billigstrom“ aus dem Ausland [1] macht vielen Menschen in Kolumbien [1.1], USA [1.2], Russland [1.3], Südafrika [1.4] krank und kostet Tausende das Leben. Die schmutzige Kohle wird nur von westlichen Bürokraten umweltfreundlich gerechnet.

Und obwohl es jedem vernünftigen Menschen zwischenzeitlich klar sein sollte, dass diese Energiewende dermassen grundlegend falsch ist, ist ein Umdenken nicht in Sicht. Weder in Deutschland noch in der Schweiz.

Die Energiewendetreibenden in der Schweiz, Doris Leuthard und Dr. Rudolf Rechsteiner, fahren weiter nach dem Motto: Vorwärts immer, Rückwärts nimmer. Für Ihre Religion „Atomkraft nein Danke.“ und ihr Kind namens „Energiewende“ sind sie bereit jedes Opfer in Kauf zu nehmen. Dass die Energiewende technisch nicht durchführbar ist wird ignoriert. Menschen, die wegen der Energiewende sterben sind nicht der Rede wert, dafür werden Millionen Fukushima Tote halluziniert. Auch, dass das Problem des Atommülls gelöst ist, wollen sie nicht zu Kenntnis nehmen… Nicht nachvollziehbar.

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[1] Böse Mine – gutes Geld 

Das schmutzige Geschäft mit der Kohle

Mit dem Atom-Ausstieg Deutschlands steigt der Bedarf an Steinkohle. Doch die letzten deutschen Zechen werden 2018 schließen. Schon jetzt importieren die Stromkonzerne rund 75 Prozent der Steinkohle aus dem Ausland. Deren Abbau verursacht dort jedoch gewaltige Umweltschäden.

In den USA werden ganze Berge weggesprengt, in Kolumbien ermorden Paramilitärs Bauern, die gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen protestieren, in Russland steigt die Sterblichkeit in den Kohlegebieten um 20 Prozent und in Südafrika wird das ohnehin schon knappe Grundwasser vergiftet.

Deutschland aber wird wieder zum Steinkohleland. Was auf den ersten Blick kaum zu glauben ist – schließlich redet ganz Deutschland von Energiewende und Klimawandel – stimmt trotzdem. Denn Ausstieg aus der Atomenergie, das bedeutet auch: Deutschland hungert nach Steinkohle. In Hamm, Karlsruhe, Hamburg, Wilhelmshaven, Duisburg und Lünen gehen derzeit Steinkohlekraftwerke mit zusammen fast 5300 Megawatt ans Netz. Das ist mehr „neuer“ Kohlestrom in einem Jahr als in den letzten 20 Jahren zusammen. Und das, obwohl die letzten deutschen Steinkohle-Zechen 2018 dicht machen.

Lieferanten werden nicht verraten

Schon jetzt importieren RWE, EON, STEAG, EnBW und Vattenfall rund 75 Prozent der Steinkohle aus dem Ausland, bald werden es 100 Prozent sein. Aus welchen Minen genau die großen Energieerzeuger ihre Kohle weltweit beziehen, wollen sie nicht verraten. Sie begründen dies mit den vielen Stationen der Kohle auf dem Weg nach Deutschland und wettbewerblichen Gründen.

Dabei zeigen viel komplexere Branchen, dass es doch geht. H&M und Adidas zum Beispiel veröffentlichen alle ihrer mehr als 1000 Zulieferbetriebe. „Die Energieversorger hinterlassen einen ziemlich heftigen ökologischen Fußabdruck und verwischen den lieber, als sich der Verantwortung zu stellen“, sagt Sebastian Rötters von der Umweltorgansisation PowerShift.

Öko-Gau in den Appalachen

Die Vereinigten Staaten sind unser Kohlelieferant Nummer eins, die wichtigste Abbauregion für den Deutschland-Export die Appalachen. Paul Corbit Brown ist dort aufgewachsen: „Als ich ein Kind war, konntest du in West Virginia noch aus jedem kleinen Bach trinken. Du konntest Angeln gehen. Du konntest ein kleines Feuer machen und den Fisch direkt neben dem Fluss braten. Man musste sich keine Gedanken machen. Heute kannst du den Fisch aus dem Wasser nicht essen, du kannst das Wasser nicht trinken. An den meisten Stellen kannst du nicht einmal mehr im Wasser schwimmen“. Der Grund für diese gravierenden Umweltschäden liegt im speziellen Abbauverfahren in den Appalachen, dem Mountaintop Removal (MTR), auf Deutsch: Bergspitzenbeseitigung. Statt die Kohle unter Tage nach oben zu fördern, baut man die Kohle von oben ab, in dem man die Gipfel darüber wegsprengt.

West Virginia sieht deshalb in weiten Teilen so aus wie der Schwarzwald – nur ohne Bergspitzen. Doch der Schaden ist nicht nur oberflächlich. Durch den Tagebau werden giftige Metalle in die Bäche und Flüsse gespült. Feinstaub belastet die umliegenden Gemeinden. Nirgends in den USA sterben die Menschen früher. Es gibt überdurchschnittliche viele Geburtsfehler. „Alles spricht dafür, dass es durch etwas konkret vor Ort hervorgerufen wird. Und da kommt –das ist für mich offensichtlich- nur das Mountain-Top-Removal-Verfahren in Frage“, sagt Michael McCawley, Leiter der Abteilung Umweltmedizin am Universitätsklinikum von West Virginia. Seine Schlussfolgerung: „Die Kohle auf andere Weise abgebaut werden. Oder gar nicht.“

Blutige Kohle in Kolumbien

Auch in Kolumbien wird Steinkohle im Tagebau gefördert, 20-40 Euro kostet die Tonne. In Deutschland sind es 140 Euro. Die Umweltfolgen sind ähnlich gravierend. Doch fürchten viele nicht nur um ihre Gesundheit, sondern sogar um ihr Leben. Das gilt besonders für diejenigen, die sich den Konzernen in den Weg stellen. Gewerkschafter zum Beispiel, die sich für bessere Arbeitsbedingungen einsetzen.

2800 ermordete Gewerkschafter in den letzten 25 Jahren, damit hält Kolumbien einen traurigen Weltrekord. Dem US-Kohlekonzern Drummond wird vorgeworfen, jahrelang die AUC, eine paramilitärische Einheit, finanziert zu haben, die nicht nur Minen und Bahnlinie von Drummond schützte, sondern gleichzeitig hunderte Morde beging und tausende Menschen vertrieb.Drummond selbst weist die Vorwürfe zurück und erklärt, Paramilitärs weder finanziert noch beschäftigt zu haben. Doch auch andere Zeugen bestätigen eine direkt Verbindung.

[1.1] 10,55 Millionen Tonnen Steinkohle importierte Deutschland 2011 aus Kolumbien. Drei Unternehmen, Cerrejon, Drummond und Prodeco produzieren 87 Prozent der gesamten Export-Steinkohle. Die Unternehmen sind fest in ausländischer Hand: Die Anteilseigner von Cerrejón sind zu gleichen Teilen Anglo American, BHP Billiton und Xstrata. Drummond ist ein familiengeführtes US-Unternehmen und Prodeco befindet sich im Besitz der Schweizer Firma Glencore. Steinkohle wird in Kolumbien im Tagebau abgebaut. Zurück bleiben zerstörte Landschaften, abgeholzter Regenwald und Menschen, die aus ihren Dörfern vertrieben worden sind. Der Firma Drummond wird vorgeworfen, in Kolumbien Paramilitärs finanziert zu haben, die hunderte von Morden begingen.

[1.2] „Mountaintop Removal“ laut die gängige Abbaumethode im US-Bergbaurevier der Appalachen. Im Tagebau werden dort ganze Bergspitzen weggesprengt und in die danebenliegenden Täler gekippt. Der Gebirgszug der Appalachen gilt Biologen als nordamerikanische Arche Noah, mit mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten, von denen viele bedroht sind. Giftige und krebserregende Schadstoffe aus dem Abraum gelangen über die Flüsse in den Trinkwasserkreislauf. Die Folgen sind zunehmende Krebserkrankungen und Fehlbildungen bei Babys. Die drei größten Liferanten für deutsche Kraftwerkskohle sind Alpha Natural Resources, Arch Coal und Patriot Coal. Alle drei betreiben Mountaintop Removal.

[1.3] Steinkohle wird in Russland überwiegend im Tagebau abgebaut, die Jahresförderung lag 2011 bei 336 Millionen Tonnen, rund 70 Prozent davon wurden exportiert. Russlands größter Kohleproduzent ist die Siberian Coal Energy Company (SUEK), Kohle für Deutschland stammt vor allem aus den SUEK-Tagebauen in Sibirien. Die Kohleabbaugebiete haben sich durch den schon Jahrzehnte andauernden Abbau in ökologische Notstandsgebiete verwandelt, der Gehalt an Luftschadstoffen ist dort zwei bis drei Mal so hoch wie in anderen Landesteilen, das Trinkwasser ist stark verschmutzt, Lebensmittel weisen eine hohe Konzentration von Blei, Cadmium, Quecksilber und Arsen auf. Die Tagebaue werden nach erfolgter Ausbeutung sich selbst überlassen, allein in der Region Kemerovo sind so auf 180.000 Hektar ökologische Wüsten entstanden.

[1.4] Die aus Südafrika eingeführte Kohle wird vornehmlich in den Kraftwerken von E.ON, RWE, EnBW und STEAG verbrannt. In Südafrika selbst zerstören rund 119 Kohleminen, zumeist im Tagebau, die Landschaft und die ohnehin schon knappen Trinkwasserressourcen. Das mit Sulfat, Schwefelsäure und Schwermetallen belastete GrubenWasser vergiftet Flüsse, Seen und Grundwasser. Wie stark die südafrikanischen Trinkwasservorräte tatsächlich sind, hält die Regierung geheim. Im Kohlerevier von Mpumalanga ist die Lage besonders schlecht: dort ist das Grundwasser durch Grubenwasser so verschmutzt, dass es nicht einmal mehr zur Bewässerung der Felder verwendet werden kann. Die größten Kohleproduzenten Südafrikas sind mit Anglo-American, BHP-Billiton, Xstrata und Glencore die gleichen Unternehmen, die auch in Kolumbien die Umwelt zerstören. (ZDF)

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7 Gedanken zu “„Billige“ Energiewende à la Doris Leuthard und Dr. Rudolf Rechsteiner

  1. Man beschränkt sich im Artikel auf den Import von Steinkohle nach Deutschland und vergisst dabei, dass in verschiedenen Kraftwerken Braunkohle verfeuert wird. Allein im 3000 MW Kraftwerk Boxberg beträgt der tägliche Verbrauch 50’000 Tonnen dieser durch niedrigen Brennwert wenig effizienten Kohle mit vielen Schadstoffen. Da es sich aber um einen billig abbaubaren einheimischen Rohstoff handelt wird wenig darüber berichtet. Braunkohlekraftwerke sind echte Dreckschleudern und steigern die CO2-Produktion massiv.

  2. Genau aus solchen gründen sollte ein jeder von uns saubere Energie Gewinnung unterstützen!

    Die Technologie für die saubere Gewinnung ohne Umweltbelastung besteht. Hier die Gruppe in der Schweiz welche die Umsetzung und genau dieses Ziel verfolgt.

    Unterstützt die Gruppe “Freie Energie” mit einem Like!

    Wir Arbeiten an der Umsetzung, jedoch werden noch zahlreiche Likes via Facebook und Menschen die uns dabei Unterstützen wollen gebraucht.

  3. Und was, bitte, mal ganz abgesehen von der technischen Realisierbarkeit, wäre Ihre Alternativvorstellung? Weiter wie bisher? Ganz auf Atomkraft setzen?

    • Entwicklung der Technologie braucht Zeit. Weder (industrielle) Kohlenkraftwerke noch Atomkraftwerke oder Handys wurden von einem Tag auf den anderen „erfunden“. Es gibt (gab!) erfolgversprechende Alternative zur traditionellen Produktion von Kernenergie. Die Forschung wurde auf Eis gesetzt, daneben hat man Milliarden investiert, um den menschlichen Fussabdruck im Klima zu finden. Erinnert mich an die Suche nach dem Fussabdruck des Yeti; den Yei selbst hat man bisher nicht gefunden.
      Ursachenforschung statt Lösungssuche. Unsere moderne Gesellschaft und unser Wohlbefinden sind ebenso auf Energie angewiesen wie auf Trinkwasser. Das Problem der nachfolgenden Generationen wird nicht das Klima sondern die Verfügbarkeit von Energie sein.

  4. Fir verschiedene Schwellenländer stellt aus Kostengründen die Kohle ein notwendiges Übel dar, mit der sie ihre Industrialisierung ankurbeln. Dies haben die Industrieländer früher auch so gemacht.
    Was die Deutschen heute veranstalten, um ihre verfehlte Energiepolitik zu stützen, reicht mit hunderten von Millionen Euros gerade dazu, unser gut funktionierendes und klimaneutrales Stromversorgungssystem über zentrale Kraftwerke in den Ruin zu treiben. Sobald in Deutschland die Subventionen zurückgefahren werden, wird die sog. Energiewende in sich zusammenfallen, auf jeden Fall die Strompreise in die Höhe treiben, den CO2-Ausstoss weiter erhöhen und ein energiepolitisches Chaos hinterlassen.

  5. Die Deutschen Kraftwerke RWE, EON, STEAG, EnBW importieren Billigkohle aus China. (ich weiss das aus sicherer Quelle.) Man rechne den Weg, den die Kohle zurücklegen muss, um in Deutschland verheizt zu werden – und versuche das zu verstehen.

    • Man versuche vor allem zu verstehen, wie das mit den ursprünglichen Zielsetzungen wie weniger CO2 und nachhaltige Energieversorgung zu vereinbaren ist.
      Man will zwar die Kernenergie über die nächsten Jahre abschaffen, aber während dieser Zeit ist die Kernenergie immer noch mit dem selben Risiko behaftet wie bisher. Allein die Absichtserklärung, die Kernenergie verschwinden zu lassen, hat offenbar auf die einschlägigen Kreise wie Prozac gewirkt: die Furcht vor der Kernenergie ist verschwunden, obwohl das Risiko real immer noch besteht. .

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