Himmel, Hölle, Fegefeuer

david-dc3bcrrDavid Dürr

Am Ende aller Zeiten – so lesen wir es in der apokalyptischen Offenbarung – wird er kommen und auf einem grossen weissen Thron das letzte Gericht abhalten. Da werden wir alle nach unseren Werken beurteilt, so wie es in den Büchern unseres Lebens steht (Offenbarung 20,11).

Falls Sie sich schon gefragt haben, wann dieses Ende aller Zeiten wohl stattfindet, dann liegt nun neustens die Antwort präzis vor: Am 31. Dezember 2013. An diesem Tag werden wir nämlich alle vor dem weissen Justizpalast zu Washington niederknien und die Bücher unseres Lebens unterbreiten. So bestimmt es das „Program for Non-Prosecution Agreement or Non-Target Letters for Swiss Banks”, zu dessen Entgegennahme man uns am 29. August 2013 nach Washington zitiert hat. Oder auf Deutsch: Programm zur Unterscheidung in jene, die zunächst ins schmerzhafte, aber verdiente Fegefeuer kommen, und jene Glücklichen, die es – nach strenger Prüfung – direkt in den Himmel schaffen.

Der Ablauf ist genau definiert: Wir werden uns in drei Kolonnen aufteilen müssen, eine erste vor dem Höllen-, eine zweite vor dem Fegefeuer- und eine dritte vor dem Himmelstor. Entsetzen wird jene erfassen, die es zur ersten Kolonne verschlägt (Category 1 Banks). Sie sind so gut wie verloren. Sie haben schwer gefehlt und können höchstens noch flehen, Busse tun und auf Gnade hoffen. Selbst wenn sie sich im Staub von Millionenbussen wälzen, können sie für immer verloren sein, im See von brennendem Schwefel, wo sie Qualen erleiden in alle Ewigkeit (Offenbarung 20, 7).

Glimpflicher geht es jenen, die zwar ebenfalls gefehlt haben, aber nicht gar so schlimm. Sie dürfen sich in Kolonne 2 einreihen (Category 2 Banks), vor dem Tor zum Fegefeuer. Da werden sie hinein, sich nackt ausziehen und schämen müssen. Man wird ihnen überall hinschauen, sie beschimpfen und erniedrigen. Und schrecklich werden sie leiden unter grausamen Bussen. Aber nach dieser verdienten Strafe werden sie nicht vernichtet, sondern geläutert sein. Und letztendlich werden eingehen ins Himmelreich des ewigen Glücks.

Noch glücklicher sind jene, die zunächst zwar ebenfalls zur Kolonne 2 gehören, deren Vergehen aber so gering sind, dass sie nach entsprechender Vorprüfung zur dritten, zur Himmels-Kolonne switchen dürfen (Category 3 Banks). Dort treffen sie auf jene, die sich reinen Gewissens schon von Beginn weg vor dem Himmelstor versammelt haben (Category 4 Banks). Und sie alle haben nun die Möglichkeit, sich nach nochmaliger Ermahnung den Himmelsbrief aushändigen zu lassen (Non-Target Letter). Auch dies allerdings unter dem Vorbehalt, dass in ihren Lebensbüchern nicht doch noch Sünden zum Vorschein kommen.

Die Sünden übrigens, um die es da geht, bestehen darin, dem mächtigen Weltenrichter auf seinem weissen Thron nicht genügend Geld verschafft zu haben. Geld, das er benötigt, um seine Macht und seinen weissen Thron zu finanzieren, auf dem er sitzt, um jene zu verurteilen, die ihm nicht genügend Geld verschaffen, um seine Macht und seinen weissen Thron … etc. etc.

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Ein Gedanke zu “Himmel, Hölle, Fegefeuer

  1. Sehr gut gesagt! Mir wird immer ganz übel, wenn ich sehe, wie schnell die Schweiz und die Schweizer Banken vor den US-Gangstern eingeknickt sind und willfährig alles mitmachen, was der US-Schlägertyp verlangt. Auch in der Schweiz scheint heutzutage Rückgrat Mangelware zu sein.

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