„Israel torpediert sich selbst“ – meldet die Aktuelle Kamera 2.0 auch SRF Tagesschau Mittag genannt

Diesen SRF Beitrag vom 30.10.2013 als Desinformation oder schlechte Recherche zu nennen wäre untertrieben. Es ist #Vollpfostenjournalismus. 

„Israel hat angekündigt, 26 Palästinensische Häftlinge freizulassen, zum Teil nach über 20 Jahren Haft. Eine Geste zur Wiederbelebung der Friedensgespräche. Heute konnten die Gefangenen zu ihren Familien zurückkehren. Doch nur wenige Stunden später torpediert Israel seine Versöhnungsgäste gleich wieder selber. In Ost-Jerusalem, das mehrheitlich von Palästinensern bewohnt ist, will Israel 1‘500 Wohnungen für jüdische Siedler bauen.“

…danach werden Bilder von feiernden Palästinensern gezeigt und die Moderatorin kommentiert.

„Die Ankündigung erneuten Wohnungsbaus könnte dies [Friedensverhandlungen] alles zu Nichte machen. 1 500 Wohnung sollen hier im Stadtteil Ramat Shlomo neu entstehen. Diese Siedlung in Ostjerusalem stand 2010 im Rampenlicht als hier 1600 neue Wohnungen erstellt wurden. Für die Palästinenser ist der Ausbau der Siedlungen ein grosses Hindernis bei den Friedensverhandlungen. Sie hoffen dereinst Ost-Jerusalem zur Hauptstadt eines eigenen Staates zu machen. Bereits 2010 sind Verhandlungen an der offensiven Siedlungspolitik gescheitert.“

Hätte SRF sich die geringste Mühe gegeben, hätten sie den Bericht von Ulrich Sahm gefunden, der sich bei Israels Innenministerium erkundigt hat.

Ulrich Sahm:

„Die 1.500 neuen Wohnungen in der „völkerrechtlich illegalen jüdischen Siedlung“ Ramot Schlomo in Jerusalem haben schon mehrfach internationale Empörung ausgelöst und werden in Zukunft zu weiteren Skandalen hochgespielt werden können.

In Agenturmeldungen hieß es in der Nacht zum Mittwoch, dass der israelische Armeehörfunk den Bau der neuen Wohnungen „verkündet“ hätte. Eine Nachfrage beim israelischen Innenministerium ergab, dass der Armeehörfunk keine Befugnis habe, Wohnung zu bauen oder deren Bau zu verkünden. Vielmehr habe das Innenministerium in der Zeitung Ma’ariv eine „statutorische Anzeige“ geschaltet, wie es bei jeder Ausschreibung von Regierungsprojekten gesetzliche Pflicht sei. Solche Anzeigen würden periodisch geschaltet, ohne jeden Zusammenhang mit aktuellen Ereignissen wie der Freilassung palästinensischer Häftlinge.

Die Sprecherin des Innenministeriums, Efrat Orbach, sagte auf Anfrage, dass 2010 die Veröffentlichung einer Ausschreibung für die Planung des gleichen Projekts ausgerechnet während des Besuches des US-Vizepräsidenten Joe Biden zu einer Krise zwischen Israel und den USA geführt hatte. Jetzt wurde die Ausschreibung für den Bau der inzwischen geplanten Wohnungen als „Reaktion“ auf die umstrittene Freilassung von palästinensischen Häftlingen interpretiert. Weitere Empörung steht an, sowie der Baubeginn der Wohnungen und danach deren Übergabe veröffentlicht wird.

Eine Zufallsbefragung von Bewohnern solcher „Siedlungen“ in Ostjerusalem ergab, dass sich viele der Befragten überhaupt nicht bewusst waren, „Siedler“ zu sein. In Jerusalem allein leben etwa 250.000 Menschen in solchen „Siedlungen“ jenseits der „Grünen Linie“ (Waffenstillstandslinie bis 1967) in Ostjerusalem. Israelis betrachten diese „Siedlungen“ als Stadtviertel. Zudem stellt sich heraus, dass einige der größten Viertel, darunter Gilo mit allein 70.000 Einwohnern, Newe Jaakov und Armon Hanatziv auf Grundstücken errichtet worden sind, die schon in den Dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts von Juden erworben worden sind. Es handelt sich also nicht um arabisches oder palästinensisches Privatland. Hinzu kommt, dass auch der Begriff „jüdische Siedlungen“ verfälschend ist. In den meisten „Siedlungen“ wohnen auch Araber, Moslems und Christen, also Nicht-Juden.“

Erfreulich:

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3 Gedanken zu “„Israel torpediert sich selbst“ – meldet die Aktuelle Kamera 2.0 auch SRF Tagesschau Mittag genannt

  1. Hat sich die NZZ-Community inzwischen dank ihrer obskuren „Netiquette“ zu einem anti-Israelischen und anti-Jüdischem Plattform entwickelt? Verleumdungen und Beschimpfungen von Israel, seiner Regierung und der IDF sind hier kein Problem. Die Verantwortlichen der NZZ sind nicht im Stande böswillige Kommentare zu erkennen. Oder, sind sie ihnen etwa willkommen?

  2. Du hast Mut, diesen Artikel zu bringen! Dass die SRF antiisraelisch und damit eben auch antijüdisch ist, ist nichts Neues. Ich möchte an den Herrn Andre Marty erinnern, der aus Israel berichtete. Wie er es in Israel, wo es bekanntlich Juden hat, jahrelang leben konnte, ist mir ein Rätsel. Seine hasserfuellten Berichte sind im Web.

    Aber auch bei den Tageszeitungen gibt es die Berufsantisemiten: In der NZZ den Herrn Jürg Bischoff und die Frau Monika Bolliger,
    die den rechten Antisemitismus betreuen. Im TA der Stadt Zürich ist es die Frau Claudia Kühner, die den linken Antisemitismus betreut.

    Alle aufgeführten Journalisten nehme ich als aktive Israel- und Judenhasser wahr, die damit ihr Brot verdienen. Ihnen gebührt der Julius Streicher Ehrenpreis.

    • Lieber Alexander
      Danke, ich finde es nicht mutig – sondern richtig diesen Juden- und Israelhass aufzuzeigen. Ich finde es schade, dass die SRF-Mitarbeiter diese Beiträge lesen aber lernunfähig sind. Die Antwort ist immer die Gleiche: Wir bemühen uns neutral zu berichten, bla, bla, bla.
      Antisemitismus ist stärker als Fakten. Es ist zum Verzweifeln manchmal…
      herzliche Grüsse nach Israel
      dani
      P. S. Grosse/positive Überraschung, dass Zeit reagiert hat.

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