15/18 Die psychologischen Tricks der Energie- und Gesellschaftswender

bild3 Christof MerkliChristof Merkli

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Die „Gegner“ von Atomkraft werden ernst genommen – warum die Gegner von Windkraft nicht? Weil sie „Skeptiker“ sind?

Aber gehen wir zurück zu der in dieser Studie behaupteten überproportionalen Beteiligung der „Skeptiker“ an Diskussionsforen und Gemeindeversammlungen:

Götz Walter diskreditiert die Beweggründe der Gegner ohne jede fundierte Datenlage einseitig als „lauten Protest einer Minderheit von Gegnern“. Eine andere Möglichkeit als Grund dieses Verhaltens ist dem Autor kein Gedanke wert. Man fühlt in der Beschreibung, dass der „laute Protest“ eine reine Gefühlsäusserung ideologisierter und mit falschen Informationen aufgehetzter Anwohner sein muss. Dabei unterlässt Götz Walter die einmalige Gelegenheit, der Frage nachzugehen, ob diese Anwohner vielleicht deshalb so klar gegen Windkraftwerke sind, gerade weil sie über mehr und bessere Informationen zu den Nachteilen von Windenergie verfügen.

Diese Möglichkeit scheint keinem Reviewer, keinem Begleiter und auch keinem Professor in den Sinn gekommen zu sein. Warum ist das so?

Götz Walter et Al. nehmen offensichtlich an, dass diese Möglichkeit nicht besteht. Interessant wäre diese Frage, hypothetisch gestellt, in Bezug auf die alles dominierenden Gegner von Atomkraftwerken. Würde Götz Walter dort auch einfach annehmen, dass diese Gegner keine guten Gründe vorzuweisen haben und sich ebenfalls nicht in der Lage sind, fachlich fundiert argumentieren zu können? Wo finden wir die wissenschaftlichen Grundlagen zur alarmistischen Radiophobie? Wohl kaum an der Universität Zürich. Wenn es diese Grundlagen denn überhaupt gibt …

Anleitung zur Falschinformation der Bevölkerung

Auf der Seite 77 berät der Autor die Windradlobby, wie die Bevölkerung am besten getäuscht werden kann:

Um eine hohe lokale Akzeptanz zu gewährleisten, sollte eine Maximierung des regionalen Nutzens erfolgen.[…] einen kommunalen Fonds einzurichten, der sich aus den Einnahmen der Windkraftanlagen speist […] und für lokale Projekte wie z.B. Umweltschutzmassnahmen und Gebäudesanierungen genutzt wird. Durch diese Massnahmen […] wird allen Einwohnern ein möglicher Nutzen […] in Aussicht gestellt. […]Befragte messen einem Autarkiegedanken bezüglich einer umweltfreundlichen und unabhängigen Stromversorgung durch lokale Windkraftanlagen eine grosse Bedeutung bei.“

Es ist dem Autor und auch seinen Top-Energieexperten der Begleitgruppe offensichtlich entfallen, dass weder Autarkie noch Umweltfreundlichkeit oder Unabhängigkeit durch noch so viele Windräder je möglich sein werden. Aber genau diese diskutablen Elemente von Windkraft wollen mindestens drei Begleiter dieser Studie der Bevölkerung auf keinen Fall unter die Nase reiben. Sie zu diskutieren ist das Recht der Befürworter und der Gegner. Dass sie durch Götz Walter et Al. bereits als geschlossen betrachtet wird, ist offensichtlich. Das Ergebnis ist durch diese Studie zugunsten einer unkritischen Betrachtung einer wunderbaren und problemlosen Windkraftindustrie beantwortet worden. Es gibt gar keine Gegner von Windkraft. Nur unbedarfte „Skeptiker“.

Robert Horbaty, Reto Rigassi und Markus Geissmann tun in ihrer täglichen Arbeit Tag für Tag alles, damit fundierte Informationen nicht an die Bevölkerung weitergegeben werden können. Der Autor hat sich damit zum naiven Werkzeug der Windradlobby machen lassen. Oder, was viel schlimmer ist – er glaubt selber an die wissenschaftliche Relevanz seiner Aussagen.

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