14/18 Die psychologischen Tricks der Energie- und Gesellschaftswender

bild3 Christof MerkliChristof Merkli

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Ein Wortspiel – ohne böse Absichten?

Die Wortwahl für die Befragten in der Studie ist tendenziell und demaskierend. Es gibt die „Befürworter“ und die „Skeptiker“. Weder „Kritiker“ noch „Gegner“ sind in der Schweiz auszumachen. Nur „Skeptiker“.

Die Anlehnung an die der grossen Mehrheit der Mitglieder der Begleitgruppe genehmen „Kritiker der Atomwirtschaft“ und die „Atomkraftgegner“ wurde wohl bewusst unterlassen. Gerade die Sozialpsychologie sollte mit der Wahl solcher verräterischer Bezeichnungen in Studien etwas vorsichtiger umgehen. Das mag aus der Sicht des Autors eine unwichtige Kleinigkeit darstellen. In Zeiten der von der etablierten Wissenschaft je länger je mehr grundlos als „Klimaleugner“ und „Klimaskeptiker“ bezeichneten Gegnerschaft einer ideologisierten und verpolitisierten Klimapolitik wurde die Wortwahl in dieser Studie gerade wegen der bekannten Einflüssen der Windradlobby in einem vorsätzlich negativen Sinn angewendet.

Per Definition sind „Skeptiker“ Zweifler, gehören demnach eindeutig zur ebenfalls erwähnten Gruppe der „unentschiedenen Personen“. Schon wegen der gebotenen wissenschaftlichen Exaktheit hätte man diese Gruppe als „Gegner“ bezeichnen müssen. Wer sich noch nicht entschieden hat, zweifelt und ist skeptisch. Die Gegner, die sich in der Schweiz bei der Organisation Paysage Libre – Freie Landschaft und europaweit bei der EPAW (Eropean Platform Against Windparks) vereinigt haben, sind sich schon seit Jahren einig: Sie wollen keine Windkraft. Weder bei sich noch bei anderen, denn sie ist für eine nachhaltige und effiziente Energiepolitik nicht sinnvoll anwendbar!

Die „Gegner“ der Windparks in der Schweiz, die Dachorganisation Paysage Libre – Freie Landschaft und ihre angeschlossenen, aus allen Regionen der Schweiz kommenden zwanzig Vereine haben sich diese Frage unter Beizug fundierter fachlicher Informationen beantwortet. Dieser Studie ist das egal. Was nicht sein darf, kann nicht sein – ein Ansatz, der die katholische Kirche in den Zeiten der Inquisition nachgelebt hat. Letzte Spuren finden wir noch heute in der Sozialpsychologischen Fakultät der Universität Zürich. Zu Ende gedacht bedeutet die Verwendung der Bezeichnung „Skeptiker“ einen kompletten Ausschluss der erklärten Gegner von Windkraft. Das ist etwa so, wie wenn die Energiepolitik von einem Tag auf den anderen die Organisationen Greenpeace, Energiestiftung und „Nie wieder Atomkraftwerke“ als nichtexistent bezeichnen würde. Auf diese Idee kommen Radio- und Klimaphobiker natürlich nicht. Sie sind überzeugte Sympathisanten einer oder mehrerer dieser Gruppen. Aus dieser Sichtweise muss man die echten Gegner von Windkraft ausschliessen und ignorieren. Das dogmatische Weltbild der Alarmisten lässt keine andere Wahl zu.

Fehlende Kalibrierung des Wissensstandes der Befragten

Was in der Fragestellung offensichtlich wird, ist das antwortentscheidende Mass an bestehendem Wissen der Befragten zur Nutzung der Windkraft. Eine Kalibrierung hätte eine wichtige Möglichkeit der Differenzierung und eine realistischere Auswertung der gegebenen Antworten erbracht. Im Ansatz ist das durch die Feststellung erfolgt, dass Befragte mit einer höheren Bildung tendenziell kritischer zu Windkraft eingestellt sind. Eine Bemerkung, die jeden Sozialpsychologen bei der Auswertung aufhorchen lassen müsste.

Nicht so bei Götz Walter. Auch seinem führenden Professor Heinz Gutscher scheint dieser aufkommende und höchst interessante Aspekt nicht aufgefallen zu sein. Eine wissenschaftliche Betrachtung dieses Hinweises hätte das von der Begleitgruppe und dem Autor unerwünschte Ergebnis erzeugen können, dass besser informierte Befragte eine zunehmend kritischere Haltung zu Windkraft einnehmen. Das würde die politische Einstellung der an der Studie beteiligten „Wissenschaftler“ in ihren Glaubenssätzen und Grundfesten erschüttern!

Die schreckliche Vorstellung der Universität Zürich: Das betonierte und von der Windradlobby beeinflusste Halbwissen der sozialwissenschaftlichen Fakultät zur erneuerbaren Energie hätte weiterentwickelt werden müssen. Das genau gleiche Verhalten, finden wir in den Mauscheleien um den Bericht des IPCC, der ja auch teilweise in Zürich geschrieben wurde! In seinem vierten Bericht hat der IPCC mit einer Wahrscheinlichkeit von 90% behauptet, die menschliche CO2-Emission sei Schuld am Klimawandel. Davon ist heute kaum etwas übriggeblieben, das zur wissenschaftlichen Erkenntnis des Klimawandels auch nur die Spur beitragen könnte!

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