9/18 Die psychologischen Tricks der Energie- und Gesellschaftswender

bild3 Christof MerkliChristof Merkli

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Wurde die Auswahl der befragten Regionen durch die Begleitgruppe manipuliert?

Bis zum heutigen Datum wurden unsere Anfragen nach Bezeichnung der gewählten Regionen und Gemeinden für die Umfrage nicht beantwortet. Die einseitige Zusammensetzung der Begleitgruppe lässt den Verdacht nach Manipulation der befragten Orte zu. Das eindrückliche Indiz dazu ist diese Vorenthaltung wichtiger Information zur Beurteilung der Studie. Es muss auch angenommen werden, dass die Kritiker von Windkraftprojekten durch die Vertreter der Windradlobby gegenüber dem Verfasser der Studie desavouiert wurden. Es gibt konkrete Beispiele, dass die Suisse Eole die Praxis des aktiven und professionellen Mobbings gegen ihre Kritiker betreibt. Die Windradlobby denunziert die Kritiker nicht offen und ehrlich, sondern hinter deren Rücken in spezifisch für die Entscheidungsträger zugeschnittenen e-mails. Leider sind die verschiedenen Exponenten des UVEK und des BFE daran äusserst interessiert, benötigen sie doch dringend gute Gründe, mit uns nicht mehr kommunizieren zu müssen. Fachliche Argumente, die die Argumente der Kritiker widerlegt hätten, wurden dabei noch nie gesehen. Der Windradlobby fehlen die Argumente für ihren Traum komplett. Das ist der Hauptgrund für dieses feige und unwissenschaftliche Verhalten.

Verwunderlich ist in diesem Zusammenhang, dass der umfangreiche Kampf um das von der Windradlobby kläglich verlorene Einzelprojekt „Heitersberg“ nicht in die Umfrage einbezogen wurde. Dem Begleitgruppenmitglied Reto Rigassi wäre dieses Projekt bestens bekannt gewesen. Durch sein starkes Engagement für den Bau dieses menschenverachtenden Windrades (350 Meter Abstand zu bewohnten Gebäuden, kein genügendes Windaufkommen, Bau mitten in ein Landschaftschutzgebiet) war die Diskussion in den betroffenen Gemeinden Remetschwil, Spreitenbach und Bellikon und das Wissen in der Bevölkerung in einmaliger Weise abschöpfbar gewesen. Aber hier hätte die Windradlobby wahrscheinlich einen stärkeren und fachlich begründeten Widerstand erwarten müssen. Man nahm einfachheitshalber an, die 62 Einsprecher aus Gemeinden, Verbänden und den nahegelegenen Wohnorten wären alles nur unbedarfte „Skeptiker“ ohne einen einzigen triftigen Grund ausser dem eigenen Egoismus.

Die Nichtwahl dieses Schlüsselgebiets als Befragungsregion entlarvt die Absicht der Studienverantwortlichen, die „Skeptiker“ im Vornherein daran zu hindern, ihre schon vor der Studie angenommene „überproportionale Beteiligung“ ausnützen zu können. Dass die Beteiligung der befürwortenden Windradlobby an dieser Studie alle „Proportionen“ bei weitem sprengt, wurde als gottgegeben und ohne mit den Wimpern zu zucken akzeptiert. Der Umstand, dass die Umfrage gegenüber der Paysage Libre – Freie Landschaft dermassen erfolgreich verheimlicht werden konnte, lässt vermuten, dass beim Versand der Unterlagen an die Befragten ein passender Filter angewendet wurde. Die Weigerung zur Lieferung der bei Götz Walter angefragten Angaben unterstreicht das böswillige ignorieren der potenziellen „Skeptiker“ eindrücklich.

Problematische Schlüsse aus dem Phänomen „inverser NIMBY-Effekt“

Der aus unserer Erfahrung kaum nachvollziehbare „inverse NIMBY-Effekt“ soll das totale Umschwenken ehemaliger Gegner von Windparks in begeisterte Befürworter des „bewohnten Windparks“ beschreiben. Die herangezogenen Beispiele sind schon deshalb für die Schweiz nicht anwendbar, weil wir in der Schweiz massiv bessere Möglichkeiten zur Verhinderung von Beamtenwillkür haben. Im nahen Ausland werden Bewilligungen für Strukturbauten „von Amts wegen“ und oft zentralistisch entschieden. Eine Einflussmöglichkeit der Anwohner besteht dort nur beschränkt. Dies führt im Zusammenhang mit dem in dieser Studie festgestellten „Freikaufens von der Last der Windräder“ (Seiten 26/27), zu nicht weniger als einer qualifizierten Nötigung der Anwohner durch die Windkraftindustrie. Würde man nun den inversen NIMBY-Effekt im Zusammenhang mit den psychologisch verwandten Themen „Stockholm-Syndrom“ und „Eltern-Kind-Entfremdung“ betrachten, könnte man die Gründe für dieses irrationale Verhalten besser verstehen. Aber dazu ist diese Studie nicht in der Lage. Sie verfolgt das Ziel, die Gegner, hier abschätzig „Skeptiker“ genannt, im Sinne der Windradindustrie zu marginalisieren.

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