8/18 Die psychologischen Tricks der Energie- und Gesellschaftswender

bild3 Christof MerkliChristof Merkli

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Wo sind die Kritiker der Windkraft?

In der Folge der obgenannten extrem einseitigen Besetzung der Begleitgruppe und der Projektleitung sind verschiedene Mängel dieser Studie erklärbar. Es muss angenommen werden, dass der pseudowissenschaftliche und subjektive Ansatz des Studienverfassers Götz Walter und seines Doktorvaters Prof. Dr. Heinz Gutscher durch eine subitle Einflussnahme der Begleitgruppe noch verstärkt wurden. Alle Mitglieder der Begleitgruppe kennen die Organisation Paysage Libre – Freie Landschaft. Man kann beim besten Willen nicht über das Thema Windkraft Schweiz schreiben oder reden, ohne über diese Organisation stolpern zu MÜSSEN! Sie ist bis hinauf zur Bundesrätin Doris Leuthard auch dem UVEK- Generaldirektor und der gesamten Spitze des BFE bestens bekannt. Sie war in den Arbeitsgruppen zur Energiestrategie 2050 mit drei Vertretern prominent an der Ausarbeitung der Vorlage für den Bundesrat beteiligt. Und sie ist vor allem die einzig fassbare und kompetente Konterpart zur Suisse Eole, die in der Begeitgruppe zu dieser Studie selbstverständlich ihren Einfluss gelten macht. Die offizielle Partnerschaft der Suisse Eole mit dem Bundesamt für Energie berechtigt die Wissenschaft nicht dazu, die offizielle Gegnerorganisation komplett zu ignorieren. Der Status der „Offiziellen Windkraftexperten“, der hier den Profiteuren einseitig zugestanden wird, ist einer der grundsätzlichen Denkfehler dieser Studie. Diese Profiteure sind weit davon entfernt, objektive Aussagen zu Wirkung und Nachteilen der Windkraftnutzung machen zu können. Zu oft haben sie die Nachteile, Gefahren und Probleme von Windkraftanlagen böswillig unterschlagen oder beschönigend dargestellt. Solche Leute als einzig gültiges „Mass aller Dinge“ mitwirken zu lassen, ist eine Unterlassung, die nicht ohne Absicht erfolgt sein kann. Der Autor verteidigt seine selbsterklärte Unabhängigkeit trotzdem weiterhin ohne sich den kleinsten Zweifel anmerken zu lassen:

„.. Ihnen muss meine Erklärung genügen, dass ich die Studie als Forscher an der Universität Zürich frei von jedwegen Interessenskonflikten und externen Einflüssen durchgeführt habe.“

Das ist – nach den negativen Äusserungen des Autors zu den „Skeptikern“ und die offensichtliche Befangenheit aller Beteiligter – gar nicht möglich.

Erschwerend für eine freundliche Behandlung unserer Organisation durch Vertreter einer ungebremsten Windradeuphorie ist die Tatsache, dass die Organisation Paysage Libre – Freie Landschaft mit Kritik an Behörden und Bundesrat nicht heuchlerisch gespart und ihre Argumente jeweils – im Gegensatz zu den Befürwortern der Windkraft – immer offen dargelegt hat. Wir müssen annehmen, dass das offensichtliche Ignorieren unserer Organisation in durchschauberer Weise, bewusst und durch alle Beteiligten unter missbräuchlicher Anwendung ihrer Funktion gelebt wird.

Am Schluss der Studie (Seite 78) lässt der Autor Götz Walter seinem Unverständnis für die „Skeptiker“ freien Lauf und outet sich definitiv als unkritischen Windradbefürworter. Zuerst belegt er seinen ganz persönlichen Mangel an Realitätssinn und propagiert indirekt, dass die Bevölkerung in Diskussionsforen von den „Skeptikern“ vereinnahmt wird, was seiner ganz persönlichen Vorstellung von demokratischer Meinungsbildung widerspricht:

Die Forschungsergebnisse zeigen, dass eine Abstimmung unter den Einwohnern pro / contra lokaler Windkraftprojekte einen vielversprechenden Weg darstellt, um die lokale Akzeptanz vor Ort zu erhöhen und den Bau von Windkraftanlagen basisdemokratisch zu legitimieren. Die Bereitschaft der Befragten an Abstimmungen teilzunehmen ist deutlich höher als Gespräche mit Projektverantwortlichen … oder an Diskussionsrunden / Informationsveranstaltungen teilzunehmen. Weiterhin kann so einer überproportionalen Beteiligung von Gegnern im Planungsprozess vorgebeugt werden …“

Damit wird suggeriert, dass für ein positives Resultat besser auf eine seriöse Information der Bevölkerung zu Gunsten einer schnellen Abstimmung verzichtet werden sollte. Es wird die „signifikante Minderheit“ konstruiert, die man vorher als „die Diskussionen überproportional vereinnahmend und dominierend“ bezeichnet und mit den unrealistischen Vorbedingungen der Studie (1‘500 Meter Abstand zu Ihrem Wohnsitz…) erst verursacht hat. Die „hohe Partizipationsbereitschaft der Skeptiker“ lässt sich in der Wahrnehmung meiner Realität leider nicht feststellen:

Windkraftwerke werden wohl immer umstritten sein. Eine signifikante Minderheit der Befragten in allen Erhebungsregionen war deutlich gegen Windkraftprojekte eingestellt. Da sie über eine vergleichsweise hohe Partizipationsbereitschaft verfügen, werden sie in Einwohnerversammlungen und Informationsveranstaltungen den Dialog stark beeinflussen und im schlechtesten Fall dominieren.“

Diese Sätze zeigen, warum die Kritiker der Windkraft für solche Studien systematisch ignoriert und marginalisiert werden. Es besteht eine gemeinsame Strategie zwischen politisch ideologisierten Wissenschaftlern mit ihrer gelebten unglaublichen Arroganz des Besserwissens und der profitierenden Industrie mit ihrem rein monetären Denken. Die „Skeptiker“ werden systematisch verunglimpft, in den Köpfen von Götz Walter und seinen Begleitern kämpfen die „Skeptiker“ mit unlauteren Argumenten gegen die geliebten Windräder. Der Versuch, die Argumente der „Skeptiker“ ernsthaft und seriös zu bewerten, ist nicht nachvollziehbar und würde auch gegen die innerste Überzeugung der Beteiligten dieser Studie verstossen. Es wird locker präjudiziert, dass an Diskussionsrunden, mit einer nicht nachweisbaren Dominanz der „Skeptiker“, die Diskussion im Vornherein nicht fachlich und seriös ausfallen KANN.

Die Begleitgruppe und der Autor dieser Studie glauben ernsthaft und unerschütterlich daran, dass sie und nur sie sich auf dem „rechten“ Weg zu einer sinnvollen Energiewende befinden. Der hier formulierte Geist sagt zwischen den Zeilen, dass es den „Skeptikern“ unmöglich ist, griffige, nachvollziehbare und wahrheitsgemässe Argumente für die überwiegenden Nachteile der Windkraftnutzung in der Schweiz nachweisen zu können. Was für eine akademische Überheblichkeit! Was für ein praktisches Beispiel eines gelebten universitären Elfenbeinturms der Arroganz!

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