7/18 Die psychologischen Tricks der Energie- und Gesellschaftswender

bild3 Christof MerkliChristof Merkli

(Teile: 1/18; 2/18; 3/18; 4/18; 5/18; 6/18)

Unterlassungen, Vorurteile und Schwächen der Studie

Die Begleitgruppe

Gleich zu Beginn fällt die Zusammensetzung der „Begleitgruppe“ und der Name des BFE-Programmleiters auf. Sie sind mit Ausnahme des nicht einschätzbaren Boris Krey vom Bundesamt für Energie allesamt erklärte, bekannte und extreme Vertreter der Windradbefürworter. Sie werden dafür bezahlt, alle erdenklichen positiven Aspekte der Windkraftnutzung zu betonen und die negativen Aspekte zu unterdrücken:

Robert Horbaty: Seine Funktionen bei der ADEV-Windkraft AG sind vielfältig. Er ist zusammen mit dem ebenfalls erwähnten Markus Geissmann „Der Erfinder der Windkraftnutzung“ und Mann der ersten Stunde der Windkraft in der Schweiz. Seine Motivation schöpft sich aus seiner Vergangenheit als Kernkraftgegner und Verkäufer von Windparks und Solaranlagen und seiner Funktion als Geschäftsführer der ADEV Windkraft AG. Er ist auch Geschäftsführer und Besitzer der „ENCO Energieconsulting AG“, die als grundlegende Treiberin, Adressgeberin und Zahlstelle der Branchenorganisation Suisse Eole fungiert. Robert Horbaty hat mehrere Jahre das Amt des Geschäftsführers der Suisse Eole bekleidet. Seine Befangenheit in der Frage der Akzeptanz von Windkraftwerken ist klar belegt. Obwohl diese Tatsache öffentlich bekannt ist und die Organisation Paysage Libre – Freie Landschaft diesen Missstand direkt im Bundesamt für Energie reklamiert hat, wird Robert Horbaty weiterhin als Projektleiter für Schlüsselprojekte des Bundes herangezogen. Notabene ohne die Spur eines kritischen Konterparts – wie das in der vorliegenden Studie erneut zum Ausdruck kommt. Das Bundesamt für Energie hat im Frühling 2012 an einer Sitzung mit dem Chef Erneuerbare Energie, Frank Rutschmann eindeutig und klar jegliche Zusammenarbeit mit der Organisation Paysage Libre – Freie Landschaft abgelehnt mit der Begründung, „man wolle nicht mit den Gegnern zusammenarbeiten“. Wenn selbst der nationalrätliche Energiekommissionspräsident, Eric Nussbaumer, Angestellter der ADEV ist, kann man sich das gut leisten. Man arbeitet im BFE praktisch „Unter sich“, wenn es um Windkraft geht.

Reto Rigassi: Der aktuelle Geschäftsführer der Suisse Eole war mit Sicherheit oder ist wahrscheinlich heute noch Angestellter der ENCO Energieconsulting AG des obgenannten Robert Horbaty. Er ist ebenfalls dogmatischer Kernkraftgegner und Mitglied des Vereins „Nie wieder Atomkraftwerke“ (NWA). Dieser Verein ist – wie übrigens alle hier erwähnten Personen – davon überzeugt, die ungeliebten Kernkraftwerke mittels Windkraft ersetzen zu können – ein Umstand, der gelinde gesagt „diskutabel“ ist. Seit Jahren werden „Experten“ wie Reto Rigassi bewusst in Fachgruppen, Kommissionen und Organisationen eingeschleust und entfalten die beobachtete Wirkung. Ihre Überzahl in den Energiekommissionen ist auffallend (Eric Nussbaumer, ADEV, Beat Jans, ADEV, Rudolf Rechsteiner ADEV, Laurent Favre, ex-Präsident der Suisse Eole, Bastien Girod, Vizepräsident der Suisse Eole, Martin Bäumle, Cramer Robert, Erfinder der Möglichkeit Windräder in Wäldern zu bauen, usw.)

Markus Geissmann: Er hat zusammen mit Robert Horbaty ohne jegliche Absegnung und Wissen seiner Vorgesetzten im Herbst 2001 eine Pressekonferenz als Vertreter des BFE mit Robert Horbaty durchgeführt, in der er die Windkraftnutzung in der Schweiz propagiert und initiiert hat. Seither lässt sich das BFE unter der Leitung des Windkraftfreundes Walter Steinmann über Markus Geissmann als Vertreter der Windradlobby sein gesamtes fachliches und politisches Programm der erneuerbaren Energie durch die Windradlobby diktieren. Im Frühling 2004 wurde das erste wichtige Dokument zu Windkraft in der Schweiz veröffentlicht. Autor: Markus Geissmann. Ein Vergleich der Vernehmlassungspapiere mit der durch Markus Geissmann und dem damaligen Chef Erneuerbare Energie, Michael Kaufmann erarbeiteten Umsetzung des „Konzept Windenergie Schweiz“ lässt schon klar erkennen, wie die Argumentation rein politisch motiviert und jeglicher fachlicher Relevanz entfremdet wurde. Unhaltbare, fachlich und im internationalen Vergleich untaugliche Aussagen sind darin bereits klar erkennbar. Der SAC und auch die Stiftung Landschaftsschutz bestätigten die einseitige Umsetzung dieses Dokuments durch Markus Geissmann und Michael Kaufmann und reagierten damals empört und ablehnend.

Fehlende Unabhängigkeitsdeklarationen (DOI)

Die bei Fachexperten üblichen „Declaration of Interests“ (DOI) fehlen bei allen erwähnten Experten, die an der Studie mitgearbeitet haben. Man muss wohl akzeptieren, dass dies bei solch einseitig angelegten „Studien“ gar nicht mehr notwendig ist, weil alle Beteiligten entweder „Kernkraftgegner“ (ideologische Abhängigkeiten) oder „Mitarbeit bei einer von Windkraftwerken profitierenden Organisation“ (finanzielle und ideologische Abhängigkeiten) angeben müssten. Die klare Weigerung des Autors, seine DOI offen darzulegen, kann nur als bewusst in Kauf genommene Befangenheit interpretiert werden. Insbesondere, weil eine seiner grössten Abhängigkeiten – seine Anstellung bei der Firma „The Advisory House“ – öffentlich bekannt ist.

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2 Gedanken zu “7/18 Die psychologischen Tricks der Energie- und Gesellschaftswender

  1. Ich glaube, dass dieser Fisch nicht vom Kopf her stinkt. Doris Leuthard ist auch ein Opfer ihrer fanatischen Mitarbeiter im UVEK. Mit diesen vielen Maden am Speck, kann sie den Braten einfach nicht mehr sehen. Letztlich ist sie natürlich dafür verantwortlich, weil sie die gewählte Chefin diese Sauhaufens ist. Aber bleiben wir realistisch. An ihrer Position kann sie nicht dermassen viel bewegen, wie wir meinen.

    Ihr Vorgänger Moritz Leuenberger hat das viel schlauer gemacht. Er hat die unpolitischen, fähigen Angestellten einfach durch diese Brut linker Idealisten ausgetauscht. Und jetzt läuft der Laden ohne sein weiteres Zutun gut geschmiert als politische Abteilung der Linken Parteien.

    Das machen die flinken Linken einfach besser als die lahmen Bürgerlichen: Intrigieren. Das ist ihre eigentlich grosse Fähigkeit.

  2. Ok, alles einseitige Interessenvertereter, Fanatiker, Ignoranten und schlimmeres.
    Der Fisch stinkt aber am Kopf und dort sitzt Doris.
    Die Lösung besteht darin, dass diese Leute mit ihren wirtschaftsfeindlichen und undemokratischen Absichten ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden, was nicht einfach ist, da wir die meisten Medien gegen uns haben. Ueli Maurer hat mit seiner Medienschelt in Interlaken den Startschuss gegeben, diesen Augiasstall auszumisten. In der Zwischenzeit: etwasanderekritik, AVES, Weltwoche, Leserbriefe, politische Engagement und die nächsten Wahlen.

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