Märchenabend mit Dr. Rudolf Rechsteiner

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Zusammen mit Christof Merkli besuchte ich den „Märchenabend mit Dr. Rudolf Rechsteiner“. Ich wusste von Rechsteiners Faktenresistenz aber nicht von deren Ausmass. Er ist tatsächlich der Meinung, dass man sofort den Schalter umdrehen und alle AKWs abschalten sollte. Dass das den gesellschaftliche Zusammenbruch der westlichen Infrastruktur bedeuten würde und Millionen Tote zur Folge hätte, blendet er erfolgreich aus. Rechsteiner beschimpfte den ganzen Abend die böse FDP, die Atomlobby, wer auch immer das sein mag und die Blocher-Presse, Weltwoche und BaZ.

Beleidig war Rechsteiner, der KEV-Vater, über das KEV-Referendum. Wie traut man sich nur an seinen (Wahn-)Vorstellungen zu rütteln.

Hatte er keine Argumente, bemängelte er Reto Müllers jugendliches Alter. Müller liess sich zum Glück nicht einschüchtern bzw. ignorierte die Bemerkungen. Auch unterliess Rechsteiner es nicht, Hans-Kaspar Scherrer als Energie-Baron zu betiteln. Nach dem Motto: Schaut her, ich der kleine Mann kritisiere den grossen Baron. Scherrer, offensichtlich von Rechsteiner nichts anderes gewöhnt, überlächelte es charmant.

Und da war noch der Grünliberale NR Beat Flach, der seine Ahnungslosigkeit gekonnt lässig zelebrierte. Während Scherrer vom Konstrukt Energie Schweiz, das noch gar nicht steht, redet, ist Flach schon irgendwo am Energie sparen. Ob es Sinn macht oder nicht, ist nicht entscheidend – Flach ist nicht in der Lage das Ganze zu überblicken – er betonte aber, dass er etwas Gutes für die nächste Generation tun wolle.

Was einem Angst und Bange machen sollte ist die Tatsache, dass nicht die Experten und die besten Fachleute unsere Energiezukunft gestalten, sondern unwissende, fleissig Politiker. Wie warnte einst schon Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord: Klug und fleissig – gibt’s nicht; klug und faul – bin ich selbst; dumm und faul – für Repräsentationszwecke noch ganz gut zu gebrauchen; dumm und fleissig – davor behüte uns der Himmel.“

bild3 Christof MerkliChristof Merklis ausführliche Zusammenfassung:

Der Verein KAAZ (Kein Atommüll im Ballungsgebiet Aarau-Zofingen) hat für den Abend des 13. September zur Diskussion „Was kostet uns der Strom wirklich?“ in das Naturama Aarau eingeladen. Das prominent besetzte Podium erfüllte alle Bedingungen für eine vertiefte Diskussion. Warum es anders kam? Wir werden sehen.

Vier Herren mit mehr oder weniger Kompetenz im Bereich Energiewende haben sich dem eingeladenen Volk zum Vortrag und der Diskussion gestellt. Unter der Gesprächsleitung des SRF-Journalisten Stefan Ulrich diskutierte man intensiv nach dem Eingangsreferat von Dr. Rudolf Rechsteiner. Die Titel haben wir aus der Beschreibung entnommen und wiederspiegeln nicht notwendigerweise die für das Thema benötigten Fähigkeiten.

Dr. Rudolf Rechsteiner (Energieexperte)

• Dr. Hans-Kaspar Scherrer (CEO, Industrielle Betriebe der Stadt Aarau)

• Beat Flach (Nationalrat GLP)

• Dr. Reto Müller (Präsident AVES, Aktion für eine vernünftige Energiepolitik Aargau)

Rudolf Rechsteiners Eingangsreferat der Wahnvorstellungen

Rudolf Rechsteiner ist ein begabter Worte- und Zahlenverdreher. Es gibt keine optimalere Besetzung aus dem Atomkraftgegnermilieu, die aus Halbwahrheiten raffiniertere Unwahrheiten konstruieren könnte. Seine Folien sind wahre Meisterwerke der politischen und psychologischen Gehirnwäsche. Während ein normalbegabter Demagoge lediglich mit plumpen Argumenten und Behauptungen um sich wirft, packt Rechsteiner seine Aussagen sorgfältig auf eine pseudowissenschaftliche Grundlage und lässt so einen gewaltigen Eindruck der Wahrheit und der Logik entstehen. Er schafft es immer wieder, den Leuten eine billige Energiewende vorzugaukeln, indem er die Gestehungskosten einfach weglässt und mit den günstigen Preisen des Strommarktes argumentiert. Man kann diese intensive, von Rudolf Rechsteiner überzeugend vorgebrachten Geschichte- und Zahlenkonstruktion seines Vortrags nur bewundern. Man spürt, dass hier ein Mensch sein ganzes Leben in eine Illusion gepackt hat und fest an Diese glaubt. Kritik an seinen Aussagen werden von ihm als schmerzliche Nadelstiche empfunden. Was bei offenen Geistern irgendwann zu einem Umdenken oder Korrektur der dümmlichsten Aussagen führt, bewirkt bei Rechsteiner höchstens ein beleidigtes „Passen sie auf!“, wenn man diese Glaubenssätze richtigerweise als „Wahnvorstellungen“ bezeichnet. Die von Rechsteiner gezeigten Folien sind voller Auslassungen und Beschönigungen. Trotzdem werden diese energetischen Fehlkonstruktionen von jedem Bürger, der nicht mit mehr als durchschnittlichem Energiewissen ausgerüstet ist, als wahre Grube der Wahrheit und Logik missverstanden. Nur wirklich erfahrene Experten sind in der Lage, Rechsteiners Eulenspiegeleien zu durchschauen. Hier ein paar Rudolf Rechsteiner – Müsterchen, die gewohnt erfrischend, fantasievoll und möglichst repetitiv dargeboten wurden:

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„Subventionen sind keine Subventionen, weil sie nicht vom Staat erhoben werden.“

Gemäss dem erfahrenen Juristen Reto Müller sind die EEG- und KEV Umlagen eindeutig als Subventionen zu bezeichnen. Es sei aber gar nicht entscheidend, wie man diese Kosten bezeichnen würde. Für den Endkonsumenten ist es auf jeden Fall eine finanzielle Belastung und verteuert den Strompreis ganz direkt. Hier versucht Rudolf Rechsteiner den negativ besetzten Begriff „Subvention“ für seine geliebte KEV (Kostendeckende Einspeisevergütung) zu beschönigen.

„Die Zeitungen fahren alle eine Kampagne gegen die Subventionen für Erneuerbare Energien.“

Rechsteiner meint wahrscheinlich einzelne Zeitungen und Zeitschriften aus Deutschland und Frankreich, die sich tatsächlich und gut begründet gegen die Steigenden Kosten der KEV-ähnlichen Umlageverfahren wehren. Hier in der Schweiz ist mir kein kritischer Artikel und vor allem keine Zeitung bekannt, die eine Kampagne gegen die KEV fährt. Die NZZ sagt in bekannt vorsichtiger Manier gar nichts dazu und die Aargauer Zeitung fährt tatsächlich eine Kampagne – aber nicht gegen, sondern ausschliesslich FÜR die KEV und die gesamte Energiewende nach rotgrüner Art.

„Die Atomkraft und die fossile Energie sind die am meisten subventionierten Energieträger“

Ein meisterliches Beispiel, wie Rechsteiner argumentiert. Er hat grundsätzlich Recht, wenn er das sagt. Dem aufmerksamen Hörer entgeht die Tatsache nicht, dass Rechsteiner hier das Wort „Subventionen“ wie selbstverständlich anwendet (bei seinen geliebten Windrädern sind Subventionen keine Subventionen). Entscheidend ist aber der untaugliche Vergleich der Subventionen für Kernkraft (der Staat hat gebaut und muss die Entsorgung letztlich sicherstellen) und den Subventionen für erneuerbare Energie. Wem es noch nicht aufgefallen ist, sage ich es gerne: Die Kernkraftwerke sind demokratisch legitimierte Energieerzeuger, die vom Schweizer Stimmvolk in mehreren Abstimmungen klar und deutlich gewünscht wurden. Die erneuerbaren Energieträger und ihre Subventionen wurden noch NIEMALS dem Stimmvolk zur Abstimmung vorgelegt, sind demnach politisch und demokratisch NICHT LEGITMIERT.

Rechsteiner vergleicht hier nicht nur finanziell Äpfel mit Birnen. Der Nutzen für die Wirtschaft und die Bevölkerung der Schweiz ist diametral unterschiedlich, wenn man die energetische Qualität betrachtet. Hier die unzuverlässigen, ineffizienten, unsteuerbaren, das Netz belastenden und deshalb zum milliardenteuren Ausbau zwingenden „Neuen Erneuerbaren Energien“. Und auf der anderen Seite die im Vergleich umweltfreundlichen und platzsparenden, höchst effizienten und sicheren konventionellen Kraftwerke der Schweiz, die unseren Strom mit konkurrenzlos tiefem CO2 – Ausstoss erzeugen. Jeder Zubau von Photovoltaik oder von Windkraft verschlechtert die Ökobilanz der Schweizerischen Stromversorgung. Das sieht man erst, wenn man den Vergleich des CO2 Ausstosses von Deutschlands Stromproduktion (60’000 Megawatt installierte Photovoltaik und Windkraft) mit rund 600 Gramm CO2 pro erzeugte Kilowattstunde (KWh) mit derjenigen der Schweizer Stromproduktion vergleicht (460 MW Photovoltaik und Windkraft). Die Schweiz verfügt mit 150 Gramm CO2 pro erzeugter KWh mit Abstand über die sauberste Stromerzeugung in Europa. Das ist wegen der optimalen Herstellung des Schweizer Stroms mittels Kernkraft und Wasserkraft. Auch Frankreich hat eine wesentlich bessere CO2-Bilanz seiner Stromproduktion als Deutschland, weil es aktuell 75% seiner Stromproduktion mit CO2-armer Kerntechnik abdeckt. Der Einsatz untauglicher Erneuerbarer Energie wie diejenige von Windkraft kann hier ökonomisch und ökologisch betrachtet nur eine Verschlechterung der Situation bringen.

„Die Ressourcen der fossilen Energieträger gehen zurück, deshalb werden sie teurer“

Das war bis ca. 2011 noch eine einigermassen haltbare Aussage. Heute wird die Kohle immer günstiger, weil sie der Amerikanische Markt loshaben will und weil Amerika seit der Anwendung des Frackings erneut über riesige Gas- und Ölvorkommen verfügt und diese für die CO2-ärmere Befeuerung ihrer Wirtschaft auch einsetzt. Das europäische Gas ist aktuell noch teurer, als das amerikanische. Global betrachtet ist es eine Frage der Zeit, bis auch die europäischen Gaspreise ins Wanken geraten. Wenn Russland die bessere Ausnutzung ihrer Bodenschätze mittels Fracking anstösst, sind auch hier die Reserven über Jahrzehnte sichergestellt. Rudolf Rechsteiner benützt alte Zahlen, die nicht mehr anwendbar sind.

„Uran geht zur Neige“

Das scheint ein stehender Spruch der Grünen und Linken zu sein. Auch Geri Müller bemüht diese Aussage immer wieder. Geri Müller und Rudolf Rechsteiner ignorieren systematisch, dass es erstens andere spaltbare Stoffe neben Uran gibt, die man in Kernkraftwerken einsetzen kann. Und ausserdem ist die Gewinnung von Uran zwar nachweislich teurer geworden, aber die Energieausbeute aus Uran ist dermassen gross, dass das keine wesentliche Rolle für den Preis von Atomstrom spielt. Es ist auch nicht richtig, dass das Uran „zur Neige geht. Wenn es im Miningverfahren nicht mehr wirtschaftlich gefördert wird, kann es schon heute gut aus Meerwasser gewonnen werden. Uran ist ein sehr häufiges Element im Erdmantel. Es sorgt auch dafür, dass unsere Alpen seit Jahrhundertausenden genauso Strahlen, wie die ebenso ungefährliche Region Fukushima. Mit der 4. Generation der Flüssigsalzreaktoren können alle möglichen Stoffe für die Kernspaltung verwendet werden – auch Atommüll. Hier ist Rechsteiner intellektuell komplett überfordert. Er hat keine Ahnung von der aktuellen Entwicklung im Bereich der Kernkraftforschung.

„Schweizer Aussenhandelsbilanz für fossile Energie ist 6,5 Milliarden Fr. teurer geworden“

Hier hat Rechsteiner wohl Recht. Es gilt aber auf den gleichen Verhältnisblödsinn hinzuweisen, wie bei seinem unzulänglichen Vergleich zwischen konventioneller und erneuerbarer Stromerzeugung. Fossile Energieträger liefern zuverlässige und steuerbare Energie, erneuerbare Energien können das nicht im Ansatz bieten. Weil die Schweizer Presselandschaft diese Kostensteigerung zu Recht nicht gemäss Rechsteiners Wunsch stärker hervorstreicht, bezeichnet er das als „Das intellektuelle Niveau unserer Presse erreicht neue Tiefpunkte„.

Wirklich interessant werden die Betrachtungen von Rudolf Rechsteiner, wenn er am gleichen Vortragsabend über Fukushima sagt, dort sei die Japanische Aussenhandelsbilanz wegen den Aufräumarbeiten in Fukushima ins Unermessliche gestiegen. Es ist peinlich für einen sich selber als Ökonom bezeichnenden Spezialisten wenn er nicht erkennt, dass Japan nach dem Erdbeben vom 11. März 2011 die Stromproduktion von über 50 Kernkraftwerken auf die Produktion mittels Öl- und Gas hat umstellen müssen. Die Aussenhandelsbilanz von Japan wurde deshalb im Jahr 2011 mit über 100 Milliarden Dollar belastet, weil Japan fossile Energieträger im Ausland hat einkaufen müssen. Die Aufräumarbeiten wegen der Atomhavarie in Fukushima und dem Tsunami haben die Aussenhandelsbilanz nicht gross belastet, weil hier vor allem inländische Ressourcen eingesetzt wurden. Die auch in Japan vorhandenen „Erneuerbaren Energien“ haben zur Lösung des Problems keinen messbaren Beitrag leisten können. Sie waren als Ersatz für die automatisch abgeschalteten KKW nicht ein einziges Mal der Erwähnung durch die Medien wert. Rechsteiner spielt hier geschickt mit zwei völlig unvergleichbaren Elementen. Er bemerkt vielleicht nicht, wie er sich selber widerlegt und damit seinen Tiefpunkt des intellektuellen Niveaus noch vor der Presse erreicht. (Bild 1). handelsb_JP_2001_2011

Bild 1: Die japanische Handelsbilanz wird durch den Kauf von fossiler Energieträger als Ersatz für die abgeschalteten Kernkraftwerke um 100 Milliarden Dollar belastet.

Die Havarie von Fukushima wurde durch das Erdbeben und nicht durch den Tsunami verursacht“

Eine weitere Raffinierte Konstruktion von Rudolf Rechsteiner. Für die von Linksrotgrün herbeigeredete Notwendigkeit der Abschaltung des KKW Mühleberg ist es wichtig, dass Erdbeben als grosse Gefahr dargestellt werden können. Deshalb zeigt Rechsteiner einen eindrücklichen Riss auf dem Vorplatz von Fukushima (ca. 1 cm breit), der im Selbstverständnis von Rudolf Rechsteiner ausschliesslich vom Tōhoku-Erdbeben herrühren kann. Das Erdbeben der Stärke 9.0 hat Fukushima tatsächlich recht durchgeschüttelt. Die Risikoanalyse und auch die intensive Untersuchung verschiedener Institutionen zeigen ein klares Bild: Fukushima wurde wegen unglaublicher, aber gerade kulturell begründbarer Unterlassungen und Fehlbeurteilungen zu einem atomaren Ernstfall. Das Erdbeben war – auch technisch – nur indirekt daran schuld. Es ist auch nicht zulässig, das Tōhoku-Erdbeben als Gefahr für das KKW Mühleberg anzunehmen. Die Risikoanalyse für Mühleberg ergibt eine maximale Erbebenstärke von 7.0 und erreicht die Energie des Tōhoku-Erdbebens auch wegen komplett unterschiedlicher geologischer Bedingungen nicht annähernd. Das zu erwartende Beben in Mühleberg liegt bei maximal einem Hundertstel des Tōhoku-Erdbebens und könnte – das hat Fukushima ja gerade gezeigt – die Gebäudestrukturen von immerhin 50 KKW in der näheren und weiteren Umgebung NICHT zerstören.

„Auch in einer hochentwickelten Kultur passieren solche Fehler.“

Damit möchte Rudolf Rechsteiner suggerieren, dass solche Fehler auch bei uns geschehen können. Die japanische Kultur ist exakt in diesem Thema gegenüber der westlichen Arbeitskultur komplett unterentwickelt: Kritikfähigkeit und Hierarchiegläubigkeit ist in Japan ein bekanntes Hindernis für eine objektive Betrachtung von Risiken. Wenn es dem Chef nicht in den Kram passt, kann der junge Kernkrafttechniker noch lange reklamieren … Es wurden in Fukushima mindestens zwei für den Westen unglaublich gefährliche Risiken toleriert. Erstens die ungenügende Höhe der Tsunamimauer von lediglich 5.7 Metern. Der Betreiber TEPCO wusste ganz genau, dass hier mindestens 8 Meter notwendig gewesen wären. Und zweitens der finanziell motivierte Verzicht auf die Wasserstofffilter für die Abführung des bei einer Kernschmelze entstehenden Knallgases. Es gibt aber noch eine ganze Reihe anderer erschütternder Indikatoren und Unterlassungen der Japaner, die Rudolf Rechsteiners Aussage in der Luft zerpflücken. Man lese den Bericht und staune über die japanische Risikokultur.

„Fukushima wird 1’000’000 Todesfälle nach sich ziehen, ähnlich wie Tschernobyl“

Es gab in Fukushima keine Toten. In Japan schon, aber das ist ausschliesslich dem Tōhoku-Erdbeben und den darauffolgenden drei Tsunamis zuzuschreiben. Rechsteiner lügt hier einmal mehr wie gedruckt, denn er könnte ganz genau wissen, was tatsächlich mit den Bewohnern in der Region Fukushima geschehen ist. Auch er kennt die Rapporte des WHO und der UNSCEAR, die sich zu dieser Behauptung klar und deutlich ausdrücken (Auszug aus dem WHO-Bericht „Health risk assessment from the nuclear accident after the 2011 Great East Japan Earthquake and Tsunami“ (Seite 8)):

„Outside the geographical areas most affected by radiation, even in locations within Fukushima prefecture, the predicted risks remain low and no observable increases in cancer above natural variation in baseline rates are anticipated. Some health effects of radiation, termed deterministic effects , are known to occur only after certain radiation dose levels are exceeded. The radiation doses in Fukushima prefecture were well below such levels and therefore such effects are not expected to occur in the general population. The estimated dose levels in Fukushima prefecture were also too low to affect fetal development or outcome of pregnancy and no increases, as a result of antenatal radiation exposure, in spontaneous abortion, miscarriage, perinatal mortality, congenital defects or cognitive impairment are anticipated“.

Übersetzung: „Ausserhalb und innerhalb der Präfektur Fukushima, welche durch die Verstrahlung betroffen sind, verbleibt die Risikovorhersage auf tiefem Niveau und keine beobachtbare Erhöhung von Krebserkrankungen, die über der natürlichen Variation der Basislinie liegen, sind zu erwarten. Die Strahlungsdosen in der Präfektur Fukushima waren klar unterhalb solcher Werte und deshalb sind solche Effekte für die allgemeine Bevölkerung nicht zu erwarten. Die geschätzte Dosis für Bewohner der Präfektur Fukushima waren zu tief, um Fehlentwicklungen menschlicher Föten oder Probleme von Schwangerschaften, Folgen einer pränatalen Strahlenexposition, spontaner Abort, Fehlgeburten, perinatale Mortalität, angeborene Defekte oder kognitive Beeinträchtigung erwarten zu müssen.“

Selbst der Zusatz „ähnlich wie in Tschernobyl“ ist eine typische Lüge der Atomkraftgegner, die Rudolf Rechsteiner hier zum wiederholten Mal schamlos portiert. Es wurden durch die WHO für Tschernobyl ganz ähnliche Erkenntnisse formuliert. So wurden rund um Tschernobyl tausende von menschlichen Föten grundlos abgetrieben, weil die Umweltorganisationen genau diese unbegründete Radiophobie geschürt haben. Es sind exakt diese von Rudolf Rechsteiner in absichtlicher Täuschung vorgebrachten Phobien, die letztlich hunderttausenden von Menschen das Leben gekostet haben, ein Mehrfaches aller je durch die bekannten Reaktorunfälle gestorbenen oder verletzten Menschen es jemals sein werden. Diese unmenschlichen, abscheulichen und aus rein egoistischen Motiven heraus vorgebrachten Lügenmärchen von Rudolf Rechsteiner und seinen atomkraftfeindlichen Genossen sollten als „Bösartige Demagogie mit tausendfacher Todesfolge für das ungeborene Leben“ vor dem internationalen Gerichtshof in den Haag mit lebenslänglicher Haft bestraft werden. Jede andere Interpretation dieser wirkungsvoll tödlichen Desinformationskampagne der Grünen und Linken um Rudolf Rechsteiner entzieht sich der juristischen Logik. Rechsteiner ist auch deshalb mitschuldig an dieser Massenpanik, weil er seine Weltuntergangstheorien nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Russland und wahrscheinlich weltweit mit seinen apokalyptischen Vorträgen verbreitet. Greenpeace Schweiz und die SES (Schweizerische Energiestiftung) blasen in das gleiche Horn wie Rechsteiner, wenn sie die von ihnen selber konstruierte erhöhte Gefahr von Kinderleukämie in der Nähe von Kernkraftwerken in die Welt hinausposaunen. Auch hier zeigen Studien wie CANUPIS, und eine noch aktuellere Studie der „Cancer Research UK“ in England, dass diese Horrorvision für junge Eltern keinerlei wissenschaftliche Grundlage hat. Es kann nur vermutet werden, dass wegen solch naivem Alarmismus der Atomkraftgegner auch in der Schweiz schon einige Schwangerschaft unnötigerweise abgebrochen wurden.

Havarie wie in Fukushima: „Den Raum Zürich für immer evakuieren“

Mit dem beliebten Kartenvergleich der Verstrahlung um Fukushima, der mit eindrücklichen Farben beweisen soll, dass die Strahlung lebensbedrohlich wäre, wenn man das radioaktiv kontaminierte Verbreitungsgebiet von Fukushima vergleichend auf die Schweiz legt, erreicht Rechsteiner wohl den Tiefpunkt des informellen Standards und der Moral. Es geht nicht um Fakten, es geht nur noch um den Wahn eines verrückten alten Mannes, der nicht einsehen will, dass seine Argumentation nicht der Wahrheit entspricht. Wer die Realität trotz offensichtlicher Fakten nicht erkennen kann, der ist dem Wahn verfallen, so definiert Wikipedia den Zustand des Wahnsinns. Bei seiner konstruierten Aussage, man sterbe in der Schweiz 100 Mal eher an einer tödlichen Strahlendosis, als an einem Autounfall, drehen sich selbst Rechsteiners letzte gesunde Hirnzellen kichernd und schmunzelnd von ihren verwirrten Geschwistern ab. Denn seit 1970 starben im Schweizer Strassenverkehr 34’557 Personen. Die von Rechsteiner behauptete 100-fach grössere Bedrohung durch die Atomkraftwerke hätte demnach allein in der Schweiz 3‘450’000 Opfer ergeben.

Wo sind diese Opfer? Es ist seit der Inbetriebnahme des ersten kommerziellen Kernkraftwerkes in Europa und Japan bisher kein einziges Opfer eines Atomunfalls bekannt. Es waren auch in Fukushima bis heute 0 (Null) Tote. Es gibt für diese konstruierte Behauptung von Rudolf Rechsteiner keine Erklärung. Es ist einfach nur die simple und himmeltraurige Lüge eines kranken Fanatikers.

Es hat keinen Sinn, die verlogenen Folien und Aussagen von Rudolf Rechsteiner weiter zu demaskieren. Dieser Mann ist eine unnötige Belastung für jede vernünftige Diskussion um Energiewenden und Atomkraft. Wer diesen Clown der Radiophobie an Podiumsdiskussionen ernst nimmt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Die Gegner des Atommüllager sind den Atomphobikern auf den Leim gekrochen

Weil die Gegner der möglichen Standorte im Raum Aarau ursprünglich eine private Gruppierung war und die Bevölkerung ein Atommüllager verständlicherweise trotz aller gebotenen Vorsicht und Umsicht der NAGRA keine 100’000 Jahre in ihrem Boden haben will, bringe ich für die Ängste dieser Leute viel Verständnis auf. Wie der Kampf gegen Windkraftwerke, ist es das Recht der betroffenen Anwohner, die richtigen und wahren Antworten zu bekommen. Die Vorzeichen der beiden lokalen Oppositionsgruppen sind ganz ähnlich. Beide kämpfen in einer lahmen, langweiligen Medienlandschaft. Die Argumente sind auf einer Seite mehrheitlich ideologischer Art.

Während ich die Lagerungszeit von 100’000 Jahren als eindeutig zu lange empfinde, um für die Geologie und das Grundwasser auch ein todsicheres Endlager unter Kontrolle zu halten, unterstütze ich aber die mehrheitlich auf falschen Angaben begründete Argumentation der Atommüllgegner nicht. Die Gegner eines Atommüllagers haben sich mangels Eigeninitiative komplett der SES und den Atomkraftgegnern verschrieben. Wenn ich die verteilten Unterlagen durchlese, finde ich die gleichen Lügen wieder, wie sie Rudolf Rechsteiner und seine Genossen wiederholt auftischen: 1’000’000 Jahre (1 Million) soll das Zeug „giftig“ sein. Das Ergebnis der 30 Jahre Forschung der NAGRA wird als „keine Lösung“ beschrieben, während nur mittelmässig informierte Kreise wissen, dass es da schon ganz ansehnliche Ergebnisse gibt, wie den Opalinuston, der doch immerhin schon 120 Millionen Jahre unverändert daliegt und sich sehr gut eignen würde, selbst den „Millionenjahre strahlenden Müll“ nach geologischen Grundsätzen sicher verwahren zu können.

Wer mit erfundenen und konstruierten Argumenten kämpft, hat etwas zu verbergen. Der eigentliche Grund dieser Leute ist die von den Atomkraftgegnern systematisch geschürte Strahlenangst. Rechsteiner beweist in seinem Eingangsreferat, dass die Atomkraftgegner jegliches gesunde Verhältnis zu Radioaktivität verloren haben. Sie sind Opfer einer grossangelegten Desinformationskampagne, lassen sich das aber gerne gefallen. Denn die realistischen und greifbaren Argumente sind an einem kleinen Ort zu finden. Die Portierung der Lügen aus den Reihen der Atomkraftgegner machen aus den Gegnern der Atommüllagerstätten reine Mitläufer und Werkzeuge einer verlogenen Organisation. Weil sie sich entschlossen haben, mittels Angst anstelle von Aufklärung zu wirken, haben sie meine ganze Sympathie komplett verloren.

…an einer Lösung nicht interessiert

An diesem Abend habe ich versucht, den Anwesenden einen kleinen Einblick in die zukünftigen Möglichkeiten der friedlichen Atomkraftnutzung zu geben. Reaktoren der vierten Generation sind in der Lage, Atommüll auf eine Lagerzeit von 300 Jahren zu verändern (Transmutation). Die Reaktion im Podium war nicht gerade erhellend. Der Nationalrat Beat Flach hat sich sofort in der komplett falschen Beschreibung der Eigenschaften des Dual Fluid Reactors verloren (es hat bald kein Uran mehr, zu teuer, Fusionsreaktor, Umweltverschmutzung wegen Uranabbau, usw.), nicht ohne darauf hinzuweisen, dass man das in einer Arbeitsgruppe intensiv diskutiert habe. Rudolf Rechsteiner hat dazu gar nichts gesagt, hat demnach etwa gleich wenig davon gehört, wie NR Beat Flach …

Hans Kaspar Scherrer hat diese typisch inkompetenten Äusserungen eines ideologisch verwirrten Nationalrats mit dem Hinweis auf die notwendige Weiterführung der Atomforschung relativiert. Trotzdem hat das Publikum diese ihm bisher offensichtlich unbekannte Technologie nicht weiter nachgefragt und möchte wohl die Option einer ernstzunehmenden Reduzierung des Atommülls und seiner Lagerzeit nicht wirklich zur Kenntnis nehmen. Wir haben es hier mit einer weiteren Organisation zu tun, die sich nur für ihre existenziellen Bedürfnisse bewegt. Wie die ehemaligen Atombombengegner, die heute mangels Problem zu Atomkraftwerkgegnern mutiert sind, werden auch Atommüllgegner etwas neues Finden, gegen das sie kämpfen können. Es geht nicht um die Sache, es geht eher um ein geliebtes Hobby. Auch die weiteren Fragen des Publikums zeigten gut auf, wie diese Leute schlicht und einfach keine Ahnung haben, mit was sie es hier zu tun haben. Einer verlangte unbedingt die genauen Stromgestehungskosten, den die Atomkraft aufweisen würde, wenn man alle Subventionen abschaffen täte. Es gibt dazu logischerweise keine klaren Antworten. Aber Reto Müller wollte sich nicht auf Spekulationen einlassen. Dafür sind ausschliesslich die gläubigen Anhänger von Rudolf Rechsteiner zuständig.

Gute Gesprächsführung und wenig brauchbare Aussagen

Die Gesprächsführung durch Stefan Ulrich war nicht leicht. Er hat seine Aufgabe aber meisterhaft gelöst. Die Kontrahenten verloren sich oft in Nebensächlichkeiten, doch Stefan Ulrich hat sie immer wieder auf die Themen zurückgeführt. Trotzdem blieb zu wenig Zeit für eine vertiefte Diskussion mit dem Publikum. Das hätte wohl auch nicht viel gebracht. Das Publikum war dem Thema genauso wenig gewachsen, wie der Energieexperte Rudolf Rechsteiner und Nationalrat Beat Flach. Die brauchbaren und realitätsnahen Aussagen stammten alle aus den Mündern von Reto Müller (AVES Aargau) und Hans-Kaspar Scherrer (CEO IBA). Die Schweiz wartet immer noch sehnlichst auf eine fundierte Diskussion zur Energiewende. Was man hier an Podiumsgesprächen so miterlebt, ist bestenfalls ein Abbild einer desolaten Energiewende à la Bundesrätin Doris Leuthard.

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