5/18 Die psychologischen Tricks der Energie- und Gesellschaftswender

bild3 Christof MerkliChristof Merkli

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Zurück an die Uni Zürich: Das selbstdeklarierte Ziel der Studie verfehlt

Auf Seite 29 äussert sich der Autor zu den bereits erstellten Studien für die lokale Akzeptanz und bezeichnet die Faktenlage als „recht gut belegt“.

„… Eine ganzheitliche und differenzierte Analyse von personen- und projektbezogenen Einflussfaktoren auf die lokale Akzeptanz steht noch aus. Das vorliegende Forschungsprojekt hat zum Ziel, genau diese Analyse durchzuführen …“

Ganzheitlich“ ist ein grosses Wort. „Differenziert“ auch. Die Studie scheitert daran kläglich, weil „alle Organisationen, die der Windkraft kritisch oder ablehnend gegenüberstehen“ von der Studie im vornherein ausgeschlossen wurden und dafür alle die „Windkraft befürwortenden Organisationen“ direkt oder indirekt an der Studie beteiligt sind und Einfluss nehmen konnten. Es ist kein Geheimnis, dass das BFE die Windradlobby unkritisch unterstützt. Das BFE hat einen politischen Auftrag von der Bundesrätin und sogar dem Gesamtbundesrat. Kritik an Windkraftnutzung ist für das BFE gar keine Option mehr. Offenbar gilt das auch für eine „wissenschaftliche“ Studie. Man hat den Anspruch an eine minimale Objektivität schon gar nicht und muss nur noch die genehmen, von der Politik erwarteten Ergebnisse liefern. Insofern erfüllt die Studie die in sie gesetzten Erwartungen perfekt. „Ganzheitlich“ und „differenziert“ ist das wohl kaum.

Das BFE ist Partei in dieser Sache

Die Auftraggeberin der Studie, das Bundesamt für Energie mag aus der Perspektive eines unbeteiligten Betrachters eine „neutrale Instanz des Bundes“ darstellen. Aber das entspricht nicht den Tatsachen. Alle an dieser Studie beteiligten Vertreter des BFE sind politisch, ideologisch und in der wirtschaftlicher Abhängigkeit eindeutig der Gruppe der „Befürworter von Windkraftnutzung“ zuzuordnen. Die finanzielle Abhängigkeit von der Windradlobby ist zumindest bei den Begleitgruppenmitgliedern Robert Horbaty und Reto Rigassi klar gegeben. Der BFE-Mitarbeiter und „Experte für Windkraft“ Markus Geissmann unterschreibt regelmässig Medienmitteilungen der Suisse Eole, deren Inhalt immer die selben Falschaussagen portieren. Die Auftraggeberin kann deshalb keinesfalls als „neutrale Instanz“ gelten. Das Ergebnis dieser Studie ist wenig überraschend eine weitere Ergänzung zur Ansammlung von billigen Argumenten gegen die „Skeptiker“ und einer von Diesen kritisierten Windkraftnutzung in der Schweiz.

Die Suisse Eole lügt wie gedruckt und wird darin vom BFE unterstützt

Die Studie ist lediglich Teil der mit Steuergeldern finanzierten „Akzeptanzförderung von Windkraftanlagen“ durch die schweizerische Windradlobby. Das inhaltliche Programm dieser „Akzeptanzförderung“ beschränkt sich seit jeher auf die Ansammlung positivistischer Aussagen und Behauptungen zu Gunsten des flächendeckenden Einsatzes von Windkraft in der Schweiz. Dabei äussert die Windradlobby unter Beizug der Vertreter des BFE regelmässig Unwahrheiten und Falschaussagen gröberen Kalibers. Als ein kleines Beispiel unter Vielen erwähnen wir die stur weiterverfolgte Aussage, Windkraftwerke würden im Lärmspektrum „keinen Pulsgehalt aufweisen“. Man beachte den pseudowissenschaftlichen Ton. Auszug aus der Eole-Info Nr. 21:

Deutsche Experten kommen vor dem Erfahrungshintergrund von 20‘000 installierten Windenergieanlagen und auf Basis gründlicher Messungen zu ganz anderen Schlüssen. Ein 40-seitiger Bericht, wiederum aus Nordrhein-Westfalen, dokumentiert die Messungen an einer Enercon E-70. Das leicht an- und abschwellende Geräusch wird sowohl subjektiv als auch aufgrund eines standardisierten Messverfahrens (Referenzmesspunkt im Abstand von 134 m von der Rotorebene; Differenz zwischen Taktmaximalpegel und Mittelungspegel) als weder ton- noch impulshaltig eingestuft. Übertragen auf Schweizer Verhältnisse heisst das: Die Pegelkorrektur ist gleich 0 dB zu setzen. Punkt.“

Die schweizerische EMPA und auch das offizielle Bern haben diese Aussage schon längst als reine Propaganda entlarvt. Der erwähnte 40-seitige Bericht wurde bisher weder als Quelle angegeben noch ist er in irgendeiner Form auffindbar.

In Deutschland gibt es dazu ein klares richterliches Urteil in zweiter Instanz. Solche offensichtlichen Falschaussagen wurden von der Suisse Eole bisher weder zurückgenommen noch relativiert. Wir könnten hier problemlos noch fünf weitere entscheidende Falschaussagen dieser unseriösen Branchenorganisation nachweisen. Allein, es ist uns zu dumm als einzige Partei dauernd alles zu belegen, während die Öffentlichkeit auf die unbelegten Lügen der Windradlobby offensichtlich besser anspricht.

Systematische Intransparenz

Wenig verwunderlich ist deshalb auch die auffällig fehlende Transparenz dieser Studie:

• Keinerlei Deklaration der Interessenlage der Experten und des Autors.

• Eine aus den wichtigsten Exponenten der Schweizer Windradlobby zusammengesetzte „Begleitgruppe“, der Mitglieder mindestens teilweise selber an laufenden und geplanten Windkraftprojekten beteiligt sind oder zumindest ideologische Interessen der Kernkraftgegner offen vertreten.

• Ein Autor, der die „Skeptiker“ weder fachlich noch psychologisch richtig einzuschätzen in der Lage und den subtilen Einflüssen der Windradlobby erlegen ist.

• Ein Autor, der bei einer Firma angestellt ist, die ihre Kunden aus den Reihen der Windradpromotoren rekrutiert. Der Autor betreut innerhalb der erwähnten Firma diese Windradpromotoren persönlich.

• Eine Methode, die die Auswahl der gewählten Regionen mit fadenscheinigen Ausreden verheimlichen muss und die Befragten unter Anwendung einseitig positivistischer Signale unangemessen beeinflusst.

Die laufende Schwesterstudie der Universität St. Gallen ist auf dem gleichen Weg: Die Autorin Nina Hampl beantwortet Anfragen entweder gar nicht oder mit dem Hinweis, dass die angefragten Informationen aus rechtlichen Gründen nicht weitergegeben werden dürfen. Wir können nur vermuten, dass die Häufung solch unwissenschaftlicher Studien dazu dienen soll, profitierenden Interessengruppen Vorteile zu verschaffen. Ist das der wissenschaftliche Standard an unseren Universitäten? Wir hoffen nicht.

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