Windkraft: 9/9 Parteipolitik

bild3 Christof MerkliChristof Merkli

(Teil 9 von 9)*** Generell kann man sagen, dass sich die Frage Windkraft Ja oder Nein entlang der politischen Mitte durchzieht. Je bürgerlicher, desto skeptischer. Die Befürworter einer konsequenten Energiewende nach deutschem Muster finden sich in erstaunlichem Einklang auf der linken Seite des politischen Spektrums. Die Parteien EVP, GLP, Grüne und SP zeigen dabei eine bewundernswerte Geschlossenheit. Das passt zur Philosophie der Gleichschaltung, die in diesen Parteien mehr oder weniger verlangt wird. Ein Ausscheren nach rechts ist in diesen Reihen schon deshalb äusserst selten, weil die wenigen linken Individualisten, die noch selbständig zu denken in der Lage sind, auf das schärfste gemobbt werden, wenn sie von der Parteilinie abweichen. Sie verlieren sofort Freunde und Posten. Ihre Karriere ist schneller beendet als sie die Worte “… ja, aber …” aussprechen können. Skepsis ist keine Option in den linken Reihen. Und so erreichen die Parteioberen dieser Parteien ganz nach autoritärem Muster des Stalinismus eine klare Linie.

Abwenden

Auf der anderen Seite sind die Bürgerlichen immer skeptisch und damit der Wissenschaft sehr nahe. Sie akzeptieren weniger Gemeinplätze und schöne, marketingkonforme Wortspiele, wenn sie inhaltlich nicht greifbar sind. Sie lassen sich ihre individuelle Meinung nicht einfach durch eine Parteidoktrin vorschwatzen. Die klarste Haltung GEGEN Subvention von erneuerbarer Energie und die Energiewende legen die Junge FDP Zürich und Aargau an den Tag. Sie haben oft den Mut, genauso klar Stellung zu nehmen, wie dies nur ihre Kollegen auf der anderen Seite des politischen Spektrums tun. Auch die Junge SVP lässt ihre Skepsis gegen den linken Aktionismus nicht nehmen. Unter der Präsidentschaft von Lucien Looser hat sich die Junge FDP Aargau klar auf die Seite der Windkraftgegner gestellt. Ihre Mutterparteien im Kanton Aargau nehmen dazu eine vernünftige Haltung ein und lehnen die Energiewende in der vorliegenden Form als Utopie mehrheitlich ab.

Auf nationaler Ebene ist zumindest die FDP nicht richtig greifbar. Weder als Gegner noch als Befürworter. Die ehemalige Wirtschaftspartei kann leider nicht mehr klar eingestuft werden. Sie verhindert damit eine sinnvolle Energiepolitik. Wenn sie sich aus der Entscheidung durch Enthaltung der Stimme stielt, muss sich nicht wundern, wenn sie als Partei nicht mehr wahrgenommen wird. Viele nationale Politiker der FDP und der SVP sind der Energiewende gegenüber skeptisch bis ablehnend eingestellt. Es finden sich aber auch einzelne, die sich hier komplett auf der linken politischen Seite bewegen. Die Parteidoktrin der bürgerlichen Grossparteien ist zu zurückhaltend und ziemlich mutlos. Während das ganze linke Spektrum klar GEGEN Atomkraftwerke kämpft, lassen sich die Bürgerlichen hier aus Angst vor Wählerverlust nicht festlegen. Die Linke hat das Thema Atomkraft dermassen verunglimpft, dass es heute wirklich schwierig ist, sich klar FÜR Atomkraft einzusetzen. Man wird sofort auf allen Ebenen gemobbt. Erschwerend für einen klaren Standpunkt FÜR Atomkraft ist die Tatsache, dass die gesamte schweizerische Presse- und Medienlandschaft von latenten bis aktiven Atomkraftgegnern durchseucht ist. Von der Seite ist keine objetkive Berichterstattung möglich.

Eine Sonderstellung nimmt die EVP wahr. Sie ist eine Mittepartei, doch äussert sie sich zur Energiewende und zu Windkraftwerken im Gleichschritt mit den Linken. Nach meiner persönlichen Erfahrung mit Exponenten dieser Partei vermute ich hier vor allem sektiererische Züge. Es muss eine interne Quelle geben, die die erneuerbare Energie erfolgreich mit der Schöpfung Gottes in Verbindung gebracht hat. Das erinnert an die Aussagen von Jan Fleischhauer aus seinem Buch “Unter Linken”, der den geistigen Ursprung der linken Philosophie beim Christentum zu finden glaubt:

“Die moderne Linke teilt mit dem Christentum den Bekehrungsauftrag, der sich aus diesem Glauben ableitet. Sie hat als weltliche Nachfolgeorganisation der in Auflösung befindlichen Traditionskirchen sogar ein Grossteil des Personals übernommen: Man findet in ihren Reihen den Pilger wieder, den Ordensbruder und Bettelmönch, aber auch den Kanonikus und gebildeten Kirchenlehrer. Es gibt den Häretiker, den Inquisitor und selbst den Flagellanten, nur dass der sich nicht mit dem Bussgürtel kasteit, sondern mit Kleiebrötchen und Vollkornkost.”

In einzelnen Fällen habe ich im Kampf um die Windkraftwerke sehr positive und auch mutige Politiker kennengelernt. Trotz klarer Nachteile für Wahlkampf und politische Arbeit haben sie immer klar und deutlich Stellung genommen und auch ihren Einfluss in Politik und Wirtschaft in unserem Sinn wahrgenommen. Sie wären allesamt wert, namentlich erwähnt zu werden. Warum ich das nicht tun kann, liegt nicht etwa bei einem Verbot zur Veröffentlichung ihres Namens. Das haben solche Kaliber nicht nötig. Ich erwähne sie hier nicht, weil ich sie und ihre Familien dem linken Terror nicht unnötig aussetzen will.

Referenzen: Dokumentensammlung der IG Pro Heitersberg; • Windradkritischer Blog “Windkraftnutzung in der Schweiz”; • Facebook Gruppe “Naturfreunde für Atomstrom”

***Teil 1 von 9: Wo steckt blos die Opposition in der Schweiz?

***Teil 2 von 9: Es gibt sie, es gibt sie nicht

***Teil 3 von 9: Wer sind die Windkraftgegner in der Schweiz?

***Teil 4 von 9: Der grosse Murks 

***Teil 5 von 9: Windkraftgegner “sind” Atomlobbyisten

***Teil 6 von 9: Verbogene Wissenschaft für den Atomausstieg

***Teil 7 von 9: Keine greifbaren Argumente gegen für Windkraft in Sichtweite

***Teil 8 von 9: Die Windratkritiker beteiligen sich an der Energiediskussion

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3 Gedanken zu “Windkraft: 9/9 Parteipolitik

  1. Das ist insofern interessant, weil ich doch tatsächlich eine Solarthermieanlage auf meinem Hausdach betreibe, die von dieser seiner Firma stammt. Also immerhin das macht er wirklich gut.

  2. Korrektur: … Da ich nicht Werbung für seine Firma machen will: jede Suchmaschine findet ihn!

  3. Die interne Quelle der EVP heisst Josef Jenni, Oberburg bei Burgdorf. Da ich nicht Werbung für seine Firma machen, aber jede Suchmaschine findet ihn.

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