Windkraft: 5/9 Windkraftgegner sind “Atomlobbyisten”

bild3 Christof MerkliChristof Merkli

(Teil 5 von 9)*** Im Gegensatz zu der gerne von öffentlichen Medienanstalten und Journalisten verbreiteten Ansicht, die Windkraftgegner seien doch einfach Atomkraftbefürworter, greift diese Pauschalisierung zu kurz. Es ist eben gerade eines der grossen Probleme der internationalen Gegnerschaft von Windkraftwerken, dass ein grosser Teil ihrer Mitglieder auch Atomkraftgegner sind. Viele Mitglieder sehen zwar ein, dass die Argumentation „Windkraft als Ersatz für Atomkraft“ nicht funktioniert. Aber sie würden nicht so weit gehen, die Atomkraft zu fördern. Sie sehen zu Recht keinen Zusammenhang zwischen Windkraft und Atomkraft. Aber oft fehlt den Windkraftgegnern auch der Mut einzusehen, dass die unbegründete Ablehnung der Atomkraft durch die Linken auf der anderen Seite auch eine klar begründete Zustimmung der Atomkraft durch die vernunftgesteuerten Windradgegner gut vertragen würde. Eine Mehrheit der Mitglieder der windkraftkritischen Dachorganisation “Paysage Libre – Freie Landschaft” lehnt eine Unterstützung der Atomkraft ab. Die Deutschschweizer Windkraftgegner haben sich für einmal nicht gegen die Mehrheit der Westschweizer Windradkritiker durchsetzen können. Das muss auch ich akzeptieren, schon weil die Frage der Atomkraftnutzung kein entscheidendes Element für den Kampf gegen Windkraftwerke darstellt. Denn die beiden Stromumwandlungsarten sind systemisch dermassen unterschiedlich angelegt, dass keinem mittelmässig in Physik ausgebildeten Menschen einfallen könnte, die Windkraft würde die Kernkraft ersetzen. Nur die Grünen und Linken Parteistrategen sehen das anders.

Kernkraft produziert den mit Abstand grüneren Strom

Ich bin einer der ersten schweizer Windkraftgegner der zweiten Generation mit Wurzeln im gewonnenen Kampf gegen die Verschandelung des Naherholungsraums “Heitersberg”. Nach intensiver Diskussion und vertieftem Studium der Alternativen, den Vor- und auch den Nachteilen, entspricht es meiner festen Überzeugung, dass die Kernkraft im Gegensatz zur Windkraft eine unverzichtbare energetische Grösse ist und bleiben wird. Auch die internationale Energiepolitik sieht in der Kernkraft eine hervorragende Lösung für die Emissionsverringerung von Treibhausgasen durch den weltweiten Kraftwerkspark. Selbst die EU will die Kernkraft vorsichtig fördern. Es gibt Bestrebungen innerhalb der EU, die Kernkraft zu Recht als “Grüne, saubere Energie” anzuerkennen. Es wird über Subventionen für Atomkraftwerke diskutiert – was ich allerdings als grösste Dummheit bezeichnen würde.

Ich will hier aber klar festhalten, dass die Kernkraft eine zuverlässige, günstige und umweltschonende Energiequelle unserer Gesellschaft darstellt. Sie wird das auch in Zukunft weiterhin beweisen können. Das bleibt so, selbst wenn die deutschsprachigen Länder in ihrer unerklärlichen Panikreaktion nach Fukushima tatsächlich den Ausstieg aus dieser umweltfreundlichen Technologie durchziehen würden. Der Wirtschaft Europas und unserer allgemeinen Prosperität würde der konstruierte Irrweg des Atomausstiegs keinen Nutzen bringen. Man muss im Gegenteil damit rechnen, dass uns der vernünftige Rest der Wirtschaftswelt mit einem beträchtlichen Schub Atomenergie rechts überholen wird. Es fragt sich dann, wie die europäische Wirtschaft ihre sozialen Verpflichtungen noch finanzieren soll, wenn sie durch rotgrüne Utopien zugrunde gerichtet wurde. Der Gedanke an Europa als absteigender Erdteil zur zweiten Welt des realen Sozialismus ist keine hypothetische Frage mehr. Er entspricht lediglich der aktuellen politischen Entwicklung auch in der Schweiz.

Blogger und Private behalten Kopf und Unabhängigkeit

Ein herausragendes Merkmal der internationalen Kritik an Energiewenden, Windrädern und ins leere laufenden Subventionen ist ihre häufige Präsenz in der Bloggerszene. Es sind die Internetblogger, die ihre Unabhängigkeit gegenüber den mächtigen Linksparteien und den Lobbyisten der grünen Energiebranche aufrechterhalten haben. Hier findet man die unabhängigen Expertisen zu all den komplexen technischen Fragen. Hier findet die wahre Diskussion statt, die doch eigentlich Grundaufgabe der Medien als die vierte Macht im Staat sein sollte. Die öffentlichen Medien haben als Informationsplattform für massgebende politische und gesellschaftliche Veränderungen komplett versagt. Sie werden diesen Mangel an Objektivität niemals wett machen können.

Auf der Seite der Kritiker dieses Energietheaters kämpfen in erster Frontlinie die direkt betroffenen Anwohner einer angedrohten Landschafts- und Lebensraumzerstörung. Sie bezahlen jeden Rappen ihres Kampfes aus dem eigenen Sack. Während die Vertreter der Grünen Energiewende an die Diskussionen und Podien ganz selbstverständlich mittels vom Staat zur Verfügung gestellten Generalabonnements anreisen, quälen sich die Kritiker mit dem eigenen Privatauto oder dem selbstbezahlten 2. Klasse Billet an die Anlässe. Es ist nicht selbstverständlich, dass sie eingeladen werden. In der Mehrheit der Informations-veranstaltungen, die meist durch von Linken unterwanderten Organisationen durchgeführt und heuchlerisch als “öffentliche Diskussionen” propagiert werden, lässt man auf dem Podium bewusst keine unabhängigen Kritiker zu. Wenn sie im Podium teilnehmen, dann meistens, weil sie sich regelrecht aufgedrängt haben oder weil sie aus politischen Gründen nicht übergangen werden können. Während die Mitglieder der grünen Energielobby mit ihren satten Staatslöhnen eine wunderbare, unbelegbare und immer sehr einfach formulierte Utopie in schönen Worten vortragen dürfen, verlangt man von den Kritikern akribisch Nachweis um Nachweis. Dabei müssen die Kritiker das Kunststück schaffen, eine hochkomplexe Materie mit wenigen Worten erklären zu können. Das ist meist ein Ding der Unmöglichkeit aber sowieso nicht notwendig, weil das tiefere Interesse und Verständnis nicht vorhanden ist. Es ist viel einfacher mit einem süssen Lächeln in die Welt hinauszuhauchen, dass “es doch genug Wind hat” und “dass wir sofort etwas tun müssen”. Ein Versuch, diese Aussagen mit handgreiflichen Beispielen zu widerlegen ist kompliziert und wird als langweilig empfunden. Man versteht sofort, was das heisst, “wir müssen etwas tun”: Auf jedem Hügel ein Windpark, auf jedem Quadratmeter Fläche eine Solarzelle, alle 100 Meter Rinnsal eine Kleinststaumauer mit Kleinstwasserkraftwerk und im Boden eine endlose Menge an gratis – Geothermie, die man nur noch zu holen braucht. Die Utopisten fordern “Wir müssen alles tun” und formulieren damit unbewusst die Grundregel der Ineffizienz. Die Kritiker solcher Fehlurteile lesen am nächsten Tag die mediale Zusammenfassung über den Informationsanlass, der suggeriert, dass sie von der Atomlobby bezahlt würden. Das ist aus der Sicht der Journalisten nur logisch, denn die Gegner der Energiewende sind auf keinen Fall die Opfer, sondern nur die Täter. Aus der Sicht des vorher durch die Grünen konstruierten Weltuntergangs ohne Energiewende sind verbaute Hügel und Wälder das kleinere Übel.

Die gewöhnungsbedürftige Moral der Linken

All die Opfer- und Gefahrenkonstrukte der Linken sind bei genauer Betrachtung Elemente eines raffinierten Politmarketings. Kommt die lügenhaft konstruierte Gefahr Tage, Wochen oder sogar Jahre später ans Tageslicht der Öffentlichkeit, wird sie totgeschwiegen oder mit vorbereiteten Floskeln entschuldigend relativiert, um wenig später verpackt in attraktiv veränderten Worthülsen erneut in den Medien erscheinen zu dürfen. Eine ernstzunehmende Opposition gegen Windkraftwerke gibt es aus der Sicht der Windradlobby schon deshalb nicht, weil die Windkraftgegner als Verhinderer einer grossartigen Sache nie an dieWeeklyCalendar_Thumb_Propaganda moralischen Höchstleistungen der Linken anschliessen können. Den Opferstatus haben die Gutmenschen ganz für sich alleine in Anspruch genommen. Für eine wahre Sache – so glauben sie allesamt – darf man deshalb auch die abenteuerlichsten Geschichten erfinden. Das ist nach Jan Fleischhauer, Autor des Buches “Unter Linken” ein typisches Erkennungsmerkmal linken Gedankenguts:

Daran gewöhnt, sich als moralisch unanfechtbar zu empfinden, übersieht er [der Linke, anm. Autor] leichtherzig die einfache Wahrheit, dass derjenige, der sich für moralisch überlegen erklärt, es in der Regel schon nicht mehr ist.

Die Energiewende ist ein unblutiger Krieg, der auf der Linken Seite mit Staatsgeldern, Spendengeldern und einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein geführt wird. An der Seite der Genossen kämpfen aber auch Mutter “Übertreibung” und die giftige Tante “Falschaussage”. Sie werden sekundiert durch professionelle Marketingorganisationen, die viel Erfahrung in der sektiererischen Verhinderung jeglicher Vernunft haben. Ja, es muss in aller Deutlichkeit gesagt werden: Die Energiewende wird mit allen Mitteln erfunden, ertrogen und mit den schönsten Lügengebilden dahergeredet. Die Folgen sind in Deutschland deutlich erkennbar: Atomkraftwerke werden durch Gas- und Kohlekraftwerke ersetzt, nicht durch Windturbinen. Die massenhaft installierten Photovoltaikanlagen liefern bei Sonne zuviel Strom, die ebenso flächendeckend aufgestellten Windparks tun das ihre zur Flutung des Stromnetzes. Ein grosser Teil des produzierten Stroms geht deshalb verloren.

Wer nun aber glaubt, der verlorene Strom würde in den Bilanzen abgezogen, irrt sich gewaltig. Der systemisch verlorene Strom400_F_7631523_YXIFDklxiU8xZClyO8lHl2S8Lgcy0wjP der Wind- und Solarkraftwerke, der nie auch nur das kleinste Motörchen je sinnvoll hätte bewegen können, wird schamlos aufgerechnet und den Grünstrombilanzen als Erfolg dargestellt. Nach offizieller Lesart erzeugen die Deutschen schon 20% ihres Stroms aus erneuerbarer Energie. An den Steckdosen der Verbraucher kommt jeweils gerade mal ein 1-stelliger Bruchteil davon an. (16. August 2013, Teil 6 von 9: Verbogene Wissenschaft für den Atomausstieg)

***Teil 1 von 9: Wo steckt blos die Opposition in der Schweiz?

***Teil 2 von 9: Es gibt sie, es gibt sie nicht

***Teil 3 von 9: Wer sind die Windkraftgegner in der Schweiz?

***Teil 4 von 9: Der grosse Murks

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Ein Gedanke zu “Windkraft: 5/9 Windkraftgegner sind “Atomlobbyisten”

  1. Gut geschrieben. Knallhart.
    Wie blöd sind eigentlich die traditionellen Zentrums- und Mitterechts-Parteien? Ich verstehe nicht, wie es passieren konnte, dass diese Parteien offenbar Angst haben, Wähler zu verlieren. Ich werde nur noch die Leute wählen welche eine sich gegen die sinnlose vermeintlich grüne Politik einsetzen.
    Die Mainstream-Medien habe ich schon seit längerer Zeit aufgegeben. Wer sich informieren will tut das heute via Social Media. Und so finden sich auch Gleichgesinnte.

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