Green Cross und Martin Bäumles Klugscheisserei

„Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg“ (G. B. Shaw) – Ruhig kann man Japan als klug bezeichnen. In keinem anderen Land fliessen Tradition und Moderne so nahtlos ineinander wie in Japan. So ist die Staatsform eine Parlamentarische Erbmonarchie und das Regierungssystem eine Parlamentarische Demokratie.

Ein kulturreiches und hochentwickeltes Industrie-Land. Lange Zeit die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt. Japan setzt auf Bildung und das Niveau ist sehr hoch. Mit Erdbeben und anderen Katastrophen haben sie gelernt zu leben und meistern diese pragmatisch – ohne hysterische Anfälle und ruck zuck unüberlegt zu handeln. So auch wenn es um Energie geht. Während der Westen (hauptsächlich DE, CH u. A) Fukushima-Katastrophe und Fukushima-Tote halluzinieren, setzt Japan weiterhin auf Atomenergie. Nicht zu vergessen, Fukushima ist nicht Japans erste Erfahrung mit atomaren „Unfällen“ – Stichwort 1945, Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki.

Sicher ist, Japan kann solche Situationen selber meistern und ist weder auf unsere finanzielle Hilfe und noch weniger auf westliche Gutmensch-Moral-Predigten und Klugscheisserei angewiesen. Kluge Menschen können von Japans Erfahrungen nur profitieren. Zumindest könnte man erwarten, dass Japans Pro-Atomstrom-Entscheidung respektiert wird.

Es gibt Länder, die unsere Hilfe und unser (Un-)Wissen nötiger als Japan haben. Und schon sind wir beim Thema. Der Luxusreiseveranstalter Kuoni und der Spendensammelkonzern Green Cross organisieren eine „Studienreise“ in die Region Fukushima. Mit dabei: Journalisten und Parlamentarier.

Green Cross bewirbt die Reise: „Sie erfahren aus erster Hand, wie die Menschen um Fukushima mit den Folgen der Katastrophe umgehen, welche Projekte Green Gross aufgebaut hat, um ihre Lebenssituation zu verbessern, und wie Japan den Atomausstieg umsetzt.“ Die werden aber staunen, wenn sie erfahren, dass Japans Atomausstig nur in ihren Phantasien stattfindet. Vielleicht erbarmt sich jemand und klärt die Studienreisenden auf.

Als Sofortmassnahme [März 2011] hat Green Cross für die Verteilung von Orangen an Kinder gesorgt.“ Erfährt der geneigte Leser. Nee, die Japaner wären auf eine solche Idee nie gekommen.

Nebst gesellschaftspolitischen Erkenntnissen verspricht diese aussergewöhnliche Reise eindrückliche Begegnungen und kulturelle Höhepunkte.“, preist Green Cross noch die Reise an. Dazu gehören, wie im Kuoni-Reiseprogramm beschrieben: Busfahrten, Übernachtungen im Hotel, Gaffen von Familien in Sommercamps, Besichtigung der alten Kaiserstadt, persönliches [!oh, jee!] Kennenlernen der japanischen Wellness-Kultur, Galeriebesuche, Teezeremonien etc.

Mit Erlaubnis des Stiftungsratspräsidenten Martin Bäumle werden so Spenden- und Steuergelder verschwendet. Die Stiftung Green Cross wurde im Jahr 2011 mit Regierungsgeldern in der Höhe von über CHF 1,6 Millionen mitfinanziert. Gesamterträge über CHF 9,6 Millionen.

imagesCAE4I31NUnd so begründet Matin Bäumle sein Engagement für die Green Cross Stiftung: „Wir können uns ein zweites Tschernobyl nicht leisten und die Risiken der Stromgewinnung durch AKWs sollten vom Verursacher bezahlt werden und nicht von der nächsten Generation. Von den Auswirkungen der Langzeitfolgen durch die radioaktive Kontamination ist die Bevölkerung noch jahrzehntelang betroffen, weshalb mein Augenmerk dem Programm Sozialmedizin gilt. Ich schränke mich ungern ein, doch ich möchte, dass unsere Umwelt in 50 Jahren noch intakt ist. Deshalb setze ich mich gerne für die Green-Cross-Programme ein, die letztendlich einer intakten Umwelt und der Verbesserung der Lebensqualität der Menschen dienen.“ – So eine Klugscheisserei und natürlich auch fehlendes Wissen.

P. S. Übrigens, wussten Sie, dass Männer in „betroffenen“ Gebieten weder verstrahlt noch psychischen Schaden erleiden. Wie sonst ist die wiederholende Aussage zu verstehen: „Das internationale Gesundheits- und Ausbildungsprogramm Sozialmedizin von Green Cross führt medizinische, psychologische und pädagogische Projekte durch. Damit verbessern sich die Lebensbedingungen von Kindern, Jugendlichen und Müttern, die in radioaktiv und chemisch kontaminierten Gebieten leben.“

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2 Gedanken zu “Green Cross und Martin Bäumles Klugscheisserei

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