Markus Lanz/Dirk Müller 0:1 – ohne Verlängerung!

Müller: „Sie [Lanz] haben sich nie damit beschäftigt, Sie [Bahr] haben sich nie damit intensiv beschäftigt. Sie haben diese Quelle nicht, Lanz_11.07.2013trotzdem setzen sich hin und sagen: Alles Quatsch.“

Lanz: „Das ist mein Job als Journalist.“

Müller: „Nein, nein. Ihr Job muss sein…ankucken und wenn ich die und die Fakten habe danach reden.“

Lanz: „Doch. Mein Job ist kritisch nachzufragen.“

So endete, das „Gespräch“ gestern Abend zwischen ZDF-Sonnenschein Markus Josef Lanz und Mr. Dax, Dirk Müller. Hintergrund der Debatte, Müllers Buch „Showdown“ [Kurzbeschreibung Fussnote Nr. 1]

Und so kündigte Lanz Müller an

„Jetzt stellen Sie sich für einen Moment folgendes vor: Also Griechenland ist nicht wirklich pleite, sondern Opfer einer Verschwörung und die geht kurz erzählt so: Geheimagenten planen ein Attentat auf griechische Spitzenpolitiker um das Land zu destabilisieren, dann treiben die USA das Land in die Pleite um an die gigantischen Erdgasvorkommen vor der griechischen Küsste heranzukommen. Er sagt, dass wird so sein und das weiss ich vom griechischen Geheimdienst und der wiederum weiss das von russischem Geheimdienst. Und weil das entweder so stimmt oder aber eine granatenmässige Räuberpistole ist, hat er einen Bestseller und eine Menge Ärger. Herzlich willkommen Mr. Dax, Dirk Müller. Schön, dass Sie bei uns sind.“

Von Anfang an, versuchte er Müller als Verschwörungstheoretiker zu präsentieren.

„…Sie habe, sagen wir es [atmet, für alle hörbar, tief ein] eine interessante Theorie entwickelt, warum es finstere Mächte gibt, die ein Interesse dran haben, dass es Griechenland möglichst schlecht geht und uns auch demnächst, weil bei den Griechen das Ouso nicht aufs Haus geht. Warum?“, lautete die Erste Frage.

„Es gibt keine finsteren Mächte und es gibt keine bösen Verschwörungstheorien.“ – entgegnete Müller.

Doch“ – unterbricht Lanz.

Müller erklärt, er berichte nur, dass im östlichem Mittelmehr, riesige Wasserstoff-/Gasvorräte existieren würden, die ausreichen die EU über Jahrzehnte mit Gas zu versorgen und dass diese seit wenigen Jahren bekannt sind. Auch, dass diese Gasvorkommen natürlich auf grosses Interesse anderer Länder gestossen ist. Explizit erwähnt er auch, dass Griechenland und Zypern diese in ihrem Hoheitsgewässer haben.

„So, darüber berichten Sie“, so Lanz weiter, „was draus folgt ist ein Szenario, ich sage mal, James Bond ist nix dagegen. Also, es gibt Geheimagenten, [dramaturgische Pause um Luft zu holen], die was gemacht haben?“

Wiederum versucht Müller, die Zusammenhänge zu erklären, dass es Geheimdienstberichte gibt, die auch der Staatsanwaltschaft und anderen vorliegen. In dem Bericht, den der russische Geheimdienst an den griechischen überreicht hat, wird behauptet, „dass ein westlicher Geheimdienst in Griechenland gezielt die Destabilisierung Griechenlands betreibt.“ Als Hintergründe nennt Müller die Aktivitäten des russischen Geheimdienstes, die im Vorfeld der Gespräche, des damaligen Präsidenten Karamanlis mit Putin und dem bulgarischem Präsidenten stattfanden. Gegenstand dieser Gespräche war eine Gaspipeline.

Auch präzisierte Müller, er habe nicht gesagt, welcher Geheimdienst, weil er es nicht wusste. „Mehr habe ich nie behauptet. Das Interessante für mich war, und ich habe das Ganze lange Zeit für sehr schwierig gehalten, dieses Thema, weil die Quellen eben schwer zu durchleuchten sind. Als dann allerdings die griechische Staatsanwaltschaft, in diesem Zusammenhang unter Bezugnahme auf diese Geheimbericht und unter Bezugnahme auf Erkenntnisse des eigenen Geheimdienstes offiziell Anklage erhoben hat, wegen Hochverrat, versuchtem Umsturz und Mordversuch am damaligen Präsidenten Karamanlis, das ist keine Erfindung von mir“ versucht Müller verzweifelt zu erklären „es ist die offizielle Anklageerhebung der griechischen Staatsanwaltschaftund darüber habe ich berichtet und ich habe darüber berichtet, dass die griechische Staatsanwaltschaft Anklage erhoben hat in diesem Zusammenhang gegen Unbekannt, weil die Berichte vorlagen.“

Eigentlich für jedermann nachvollziehbar und für investigative Journalisten eine Goldgrube, nur will es der verschwörungstheoriebesessene Lanz nicht kapieren und fährt fort:

Ok. Um das jetzt einmal einzuordnen, weil es sehr, sehr verwirrend ist: Also, Sie sagen, da gibt es eine finstere Macht, so nennen ich die jetzt einfach. Irgendwelche Schlapphüte sind unterwegs und wollen einen griechischen Regierungschef um die Ecke bringen, möglicherweise, werden dummerweise dabei erwischt. Dieser westliche Geheimdienst hat dann Interesse daran, dieses Land in die Pleite zu treiben um besser an die Gasvorkommen zu kommen. Kann man das so verkürzen?“

„Nein“ entgegnet Müller genervt. „Es ist wesentlich umfassender und diese Informationen, die sind abrufbar. Sie sind nachprüfbar, die sind nachlesbar.“

Danach erklärt Müller weiter die globalen Zusammenhänge und wirtschaftlichen Interessen – Weltpolitik. Für einigermassen politisch und wirtschaftlich interessierte und informierte Menschen ist klar, Müller sagt, dass die „Economic Hit Man“ [Fussnote Nr. 2] in Griechenland am Werk waren. Aber nicht nur das überhört Lanz.

Nachdem Müller sowohl Lanz, als auch dem Gesundheitsminister Daniel Bahr erklärte, sie sollen sich Quellen anschauen und Bahr mit der Frage konfrontierte, wieso die Bundesregierung die Gasvorkommen komplett ignoriere und sie nicht in Betracht ziehe, wenn es um dir Rettung von Zypern ginge, antwortete Bahr: „Weil die Eigentumsrechte noch nicht abgeklärt sind. Wir haben Gasvorkommen in dem Raum und da gibt es Besitzansprüche anderer Länder. Wir sehen, dass da eine Chance ist… Deswegen haben wir ein Interesse dran, dass Griechenland und Zypern im Euroraum bleiben. Weil wir auch eigene wirtschaftliche Interessen haben.“

Also, ist es auch der Bundesregierung bekannt, dass die Gasvorkommen vorhanden sind.

Müllers wiederholter Einwand, warum darüber keine Diskussion stattfindet und warum die Leitmedien die Gasvorkommen verschweigen und behaupten, die gebe es nicht, ignoriert die Pfeife Lanz hartnäckig und fragt tatsächlich: „Nachweisbare Fakten. Waren Sie unter und haben gebohrt und geguckt, ob da Gas ist?… Das meine ich ernsthaft.“

Auch belehrte er Müller, dass dieser Verantwortung gegenüber dem Publikum habe und dass die Menschen ihm seine Verschwörungstheorien glauben würden. Müller nennt wiederholt Fakten, Studien, Namen etc. Und wieder redet Lanz von Mythen, Griechen, die nur Geld wollen etc…

Und dann kam es zu dem Dialog:

Müller:Sie [Lanz] haben sich nie damit beschäftigt, Sie [Bahr] haben sich nie damit intensiv beschäftigt. Sie haben diese Quelle nicht, trotzdem setzen sich hin und sagen: Alles Quatsch.“

Lanz:Das ist mein Job als Journalist.“

Müller: Nein, nein. Ihr Job muss sein…ankucken und wenn ich die die Fakten habe, danach reden.“

Lanz:Doch. Mein Job ist kritisch nachzufragen.“

1) Aussage Showdown:

„Das gesamte östliche Mittelmeer, umgeben von den aktuellen Krisenherden Griechenland, Türkei, Zypern, Syrien, Libanon, Israel, Ägypten und Libyen „schwimmt“ auf riesigen Öl- und vor allem Erdgasvorkommen. Diese Erdgasvorkommen würden nach aktuellen Schätzungen ausreichen, um Europa für Jahrzehnte mit Erdgas zu versorgen. Der Wert und die geostrategischen Bedeutungen dieses „neuen persischen Golfes“, sind ein wesentlicher Treiber der Entwicklungen in Griechenland und Zypern.Diese reichen Vorkommen werden von unseren Regierungen vollkommen ignoriert und das Buch „Showdown“ erfährt die größten Angriffe einiger Journalisten auf genau dieses Thema, weil sie die Existenz dieser Gasvorkommen und ihrer Größenordnung vollkommen in Abrede stellenDie ehemalige griechische Außenministerin Bakojannis hat mir im persönlichen Gespräch unter Anwesenheit weiterer bekannter Personen aus Wirtschaft und Finanzwissenschaft bestätigt, dass nach ihrem Wissen Griechenland auf Gasvorkommen sitzt, die jenen Libyens entsprächen…“ weiterlesen auf der Seite von Dirk Müller

2. Video: Im Dienst der Wirtschaftsmafia – Ein Geheimagent packt aus!

„Ein Insiderbericht über den Ausbau der Wirtschaft auf Kosten der Dritten Welt: John Perkins war ein „Economic Hit Man“, ein Wirtschaftskiller. Seine Aufgabe war es, Entwicklungsländer zu besuchen und den Machthabern überdimensionierte, überteuerte Großprojekte zu verkaufen, die sie in wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA brachten. Zwölf Jahre lang hat Perkins seine Seele verkauft, bis er ausstieg.

Weitere zwei Jahrzehnte später hatte er den Mut, auszupacken. Auslöser dafür war die Frage „Warum hassen sie uns so?“, die Präsident George W. Bush nach den Anschlägen am 11. September 2001 gestellt hatte. Perkins wusste die Antwort darauf. „Im Dienst der Wirtschaftsmafia – Ein Geheimagent packt aus“ von Stelios Koul beschreibt den Versuch des ehemaligen Agenten Perkins, mit sich selbst ins Reine zu kommen, sich in öffentlichen Debatten für seine Aktionen im Staatsauftrag zu entschuldigen und Aufklärungsarbeit zu leisten.

Der Film liefert dabei unglaublich spannende Einblicke in das Netz der modernen Wirtschaftsmafia und offenbart Zusammenhänge, die oft als Verschwörungstheorien abgetan werden. Heute leitet John Perkins die Organisation „Dream Change Coalition“, die zusammen mit den indigenen Völkern Südamerikas deren Umwelt und Kulturen zu schützen versucht.

Der griechische Dokumentarfilmer Stelios Koul folgt in seinem spannenden Film den detaillierten Berichten Perkins‘ über die Ermordung des ecuadorianischen Präsidenten Jaime Roldos, der sein Land dem US-amerikanischen Einfluss entziehen wollte und am Aufbau einer lateinamerikanischen Allianz gegen die US-Dominanz arbeitete.

Im Detail widmet sich Regisseur Koul in seinem Wirtschaftsthriller aber auch den strategischen Interventionen der Weltbank, die bis in die unmittelbare Gegenwart Entwicklungs- und Schwellenländer durch Kreditvergabe oft in unkündbare Abhängigkeiten verstrickt und zu Befehlsempfängern der Industrienationen degradiert.

John Perkins, Jahrgang 1946, wurde von einer internationalen „Beratungsfirma“ im Auftrag der National Security Agency (NSA) als Geheimagent entdeckt und ausgebildet. Von 1970 bis 1982 arbeitete er undercover in zahlreichen Entwicklungsländern als „Economic Hit Man“ und war an der Beeinflussung der lokalen Regierungen oder an deren Sturz maßgeblich beteiligt.“ 3sat.de

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