Skandal-Wettbewerb! GreenTec Award lädt Publikumgsliebling aus!

Der „Dual Fluid Reactor“ war der Publikumsliebling für den ProSieben Galileo-Wissenspreis. Das begeisterte die GreenTec Awards-Initianten nicht und so wurde der Voting-Gewinner nach einer nachträglichen Regelwerksänderung aus politischen Gründen denominiert. Aber es kam noch schlimmer. Von Christian Riesen

Die GreenTec Awards werden mit dem Ziel veranstaltet, ökologisches und ökonomisches Engagement und den Einsatz von Umwelttechnologien zu fördern.“ So steht es auf deren Website. Der ProSieben Galileo-Wissenspreis zeichnet speziell “ Erfindungen und Initiativen aus, die unser Leben in unserer Umwelt harmonischer gestalten oder helfen, die Umwelt zu schützen.“ So kann man es zumindest auf der GreenTec Awards-Website nachlesen. Nach der Bewerbung und deren Zulassung konnten die Website-Besuchenden für ihren Favoriten ihre Stimme abgeben. Der jeweilige Kategorien-Sieger sollte zusammen mit jeweils zwei von der prominent besetzten Jury gewählten Projekten um den endgültigen Kategorien-Sieg kämpfen.

Für den ProSieben Galileo-Wissenspreis bewarb sich auch das Institut für Festkörper-Kernphysik mit ihrem „Dual Fluid Reactor“. Ein Reaktor, der nicht nur absolut sicher arbeiten soll, sondern auch noch aus so genanntem Atommüll Energie erzeugen kann und dabei Endlager überflüssig macht. Das Team um den Kernphysiker Dr. Armin Huke hat das Konzept bereits zur Patentierung angemeldet und in einem IAEA-Konferenzbeitrag einem breiteren Fachpublikum vorgestellt. Ein Konzept, das bezüglich Nachhaltigkeit kaum zu übertreffen ist. Beim Internet-Voting überzeugte der „Dual Fluid Reactor“ (DFR) über 20’000 Abstimmende und schaffte es in der Kategorie ProSieben Galileo-Wissenspreis auf den ersten Platz. Damit war der DFR gemäss Reglement als eines von drei Projekten, die um den Kategorien-Sieg kämpfen, nominiert. Zumindest der 3. Platz war sicher. Aber soweit kam es nicht. Am 7. Juni 2013 schrieb die GreenTec Communications GmbH per Mail dem DFR-Team, dass sie nicht mehr nominiert seien. Die einzige Begründung: „… nach eingehender wissenschaftlicher Diskussion und eingehender Betrachtung der wissenschaftlichen, sozialen und kommunikativen Aspekte Ihrer Einreichung im Licht der Zielsetzung des Awards erfolgt.”

Damit dieser Entscheid nicht angefochten werden kann und in naiver Vorstellung, dass eine nachträgliche Änderung der Wettbewerbsregeln nicht auffällt, wurde auch noch der Text „Die Auswahl der Nominierten und Preisträger erfolgt letztendlich unabhängig durch die Jury der GreenTec Awards, der Rechtsweg ist ausgeschlossen”, hinzugefügt.

Energiewende in Oesterreich und DeutschlandMan könnte sich jetzt angewidert von den GreenTec Awards abwenden. Wen interessiert schon ein Wettbewerb, bei dem es nicht mit richtigen Dingen zu und her geht. So einfach ist es in diesem Fall nicht. Die Schirmherrschaft übernimmt für die GreenTec Awards nämlich niemand geringeres als der deutsche Bundesumweltminister Peter Altmaier. Mit Altmaier im Boot kann man die GreenTec Awards nicht mehr als Wald- und Wiesenveranstaltung deklarieren. Da wird Politik gemacht – auch mit der Denomination eines Kategoriensiegers. Dass die Politik auch hinausgetragen wird, dafür sorgen die Medienpartner ProSieben und Wirtschaftswoche. Nachvollziehbar, da stört ein modernes Kernenergie-Konzept.

Heikel ist die Denomination aus verschiedenen Gründengreentec_peinlich

Es ist ein Vertrauensbruch, wenn ein Wettbewerbs-Reglement mit einer derart prominenten Schirmherrschaft nachträglich einfach abgeändert wird. Es kommt aber noch schlimmer. Über die Greentec Awards-Seite bei Facebook meldeten sich etliche enttäuschte Personen, die ihr Bedauern ausdrückten, dass ihr Favorit reglementwidrig denominiert wurde. Die GreenTec Communications GmbH versuchte sich aus der Affäre herauszuschreiben. Und wie! Zuerst gab es keine Stellungnahme. Weder auf Mail-Anfragen, unter anderem auch des Schreibenden, noch auf Fragen via Facebook kritischer Zeitgenossen. Letztere wurden einfach gelöscht und die Schreibenden gemäss deren Angaben gesperrt. Einen Tag später sahen sich die verantwortlichen GreenTec Awards-Initiatoren Sven Krüger und Marco Voigt genötigt, eine Stellungnahme zu publizieren. Diese mit fadenscheinigen Begründungen gespickte Verteidigungsschrift erzürnte die DFR-Wählerschaft erst recht. Die kritischen Kommentare explodierten. Die GreenTec Communications GmbH begann systematisch alle, auch die mehrheitlich sachlichen, Kommentare und ihre Urheber zu löschen und sperren. Und dann passierte es. GreenTec Communications GmbH publizierte: „Der Name Fukushima wurde zum Inbegriff für mehr als 19.000 Tote, für verstrahlte und verwaiste Landstriche. Diese können, wollen und werden wir nicht ignorieren! Atomkraft in jeglicher Form lehnen wir und unsere Jury kategorisch ab! Eine weitere Diskussion wird es nicht geben.“

Das stimmt nicht, wie eine umfassende Untersuchung der Vereinten Nationen beziehungsweise dem Komitee für die Folgen von Strahlung (Unscear) kürzlich ergab. Der Atomunfall hat weder Todesfälle verursacht, noch wird er einen Anstieg der Krebsfälle auslösen.

Die Lüge der 19’000 Fukushima-Toten und damit die Instrumentalisierung der vielen Opfer des Tsunamis und des Erdbebens entlarvte die Initiatoren hinter den GreenTec Awards vollends. Viel schwerer als der Vertrauensbruch wiegt aber der Umgang mit demokratischen Regeln. Die Unterdrückung missliebiger Kommentare im Umfeld eines politisch beachteten Umfelds hatte Deutschland schon einmal. Damals mussten dafür noch mühsam Bücher verbrennt werden. Heute reicht es, missliebige Kommentare zu löschen und deren Urheber zu sperren. Vorerst.

Die Wirtschaftswoche als Medienpartnerin der GreenTec Awards stellte sich ab Mittwochmittag vordergründig der Diskussion. Ich fragte den Wirtschaftswoche-Autoren Benjamin Reuter: „Wie erklären Sie es einem Kind, dass man Regeln einhalten soll, wenn sich selbst derart gross angepriesene GreenTec Awards einen Deut darum kümmern?“ Die Antwort blieb er mir schuldig. Auch seit Mittwochmittag werden auf der Facebook-Seite der GreenTec Awards offenbar weniger oder gar keine Kommentare mehr gelöscht. Es wird spannend, ob und wie sich die GreenTec Awards aus diesem selbst angerichteten Schlamassel noch retten können.

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14 Gedanken zu “Skandal-Wettbewerb! GreenTec Award lädt Publikumgsliebling aus!

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  4. Soeben wurde ein Interview mit Peter Altmaier auf bild.de online gestellt. Ich habe via Kommentar gefragt: „Peter Altmaier ist auch Schirmherr der GreenTec Awards. Es wäre interessant zu erfahren wie er sich zum Skandal bei den GreenTec Awards stellt.“

    Ihr könnt meine Frage liken oder selbst eine Frage in diese Richtung stellen. Je mehr mitmachen, desto mehr können wir auf das unredliche Vorgehen der GreenTec Awards-Organisatoren hinweisen.

    http://www.bild.de/politik/inland/peter-altmaier/wie-wollen-sie-die-energiewende-stemmen-30859322.bild.html

  5. Das undemokratische Vorgehen, die Manipulation in der Nähe der Regierung, das hat wirklich das Skandal – Potenzial.

    Als Atomkraft kritsche würde ich mich einschätzen. Aber da die Frage nach dem Atommüll offen ist und wenn wirklich der Atommüll sehr viel weniger gefährlich gemacht werden kann und wenn die Reaktoren unterirdisch – in einem geeigneten stillgelegten Bergwerk z.B. – und weitgehend ferngesteuert betrieben werden kann, dann könnte ich mich darauf einlassen, dass der Atommüll auf diese Art entsorgt wird. Also nicht um einen Wiedereinstieg in die Atomstrom sondern nur, um die Reste zu beseitigen – wenn das Ding sehr sicher betrieben werden kann.

  6. Sehr gut . Es wird langsam Zeit, der Grünen Randgruppen-Gemeinschaft entgegen zu treten und den ständigen Abbau und Rückschritt ins Mittelalter aufzuhalten. Hierfür ist das Internet bestens geeignet. Pro-Kernenergiesten und Technikfreunde aller Welt vereinigt Euch

    Man wird sehen, ob ein Rechtsstreit zum Greentec Awards folgt. Jedenfalls wird diese neue Art von “grüner” Einflussnahme die anscheinend erstarkende Pro-Kernenergie-Gemeinschaft weiter stärken. So wie einst die Ökos mit „Gerillia-Methoden“ los zogen und die BRD aus ihren fortschrittlichen Grundfesten gerissen haben, so könnten es auch die Pro-Kernenergie-, Pro-Technik- Mensch in diesem Land . Auch wenn die “gleich-geschalteten” Medien/ Politiker die Kernenergie so behandeln, als ob es sie nie gegeben hat, war es möglich, hier für den Dual-Fluid-Reaktor als Kategorie-Gewinner raus zu gehen. Aus dem Verborgenen heraus, ohne wie die Ökos uniformiert zu sein, kann man mehr bewegen als vielen bewusst ist. Die Besser-Ökos haben auf diese Weise aus einem Muster-Industrieland, Technik offen und interessiert, eine Technik feindliche Nation gemacht, innerhalb von wenigen 30 Jahren.

    Es ist beeindruckend wie mächtig ein Gemeinschaft sein kann, wenn sie sich erst mal sich selbst bewusst wird. Hier kann ich nur sagen, Pro-Kernenergie WEITER SO !!!

    Es bedarf nicht immer der großen Medienpräsenz oder das Gespräches mit Politikern. Unsere Politiker kommen schon von ganz alleine, wenn man nämlich Mehrheiten abernten kann. Darum, und nur darum, geht es unseren aktuellen Berufs-Politösen der Politbüros in der BRD.

  7. Daß man es mit der Wahrheit bei „grünen“ Anliegen nicht so genau nimmt – geschenkt. Zu befürchten ist aber, daß im Zuge der „grünen“ Diskussion Befürworter von Freiheitseinschränkungen verschiedenster Art, in den nächsten Jahren größere Zustimmung erfahren. Die Erde geht ja unter, das ist absolut sicher und in Japan starben nicht 19.000 an einem Tsunami, sondern an der dort allgegenwärtigen Kernschmelze.

    Die WIWO-Autoren sollten sich diesen Umstand bewußt machen und Konsequenzen aus dem Verhalten der greentec gmbh ziehen!

    • Als bekennender Nicht-Jurist kann ich es schwer beurteilen aber dennoch die Frage: Ist mit den „19’000 Toten des Reaktorunglücks“, den „verstrahlten und verwaisten Landschaften“ etc. nicht etwa der Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt?

      • Leider nicht, da die geschickte schreibweise ja nichts falsches Aussagt, sondern die Tatsachen in einem falschen zusammen Hang wirken läßt. Natürlich gab es 19.000 Tote, auch gab es verwaiste und es gab verstrahlte (wobei gier der Begriff falsch aber gebräuchlich ist) Landstriche… die zusammenführung der Nebensätze vermittelt nur den Anschein und ist ein Rhetorischer Trick der Ökofanatiker.

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