Die Lage möglichst dramatisch darstellen!

Viele Medien weisen dieser Tage auf Google Street View in Fukushima hin. Ein Kommentar von Alex Baur

Wie bei den meisten Medien-Manipulationen ist auch bei der Geschichte über Street-View in Namie etwas Wahres dran. Tatsächlich gehört ein Teil von Namie-Town – sie liegt unmittelbar neben den havarierten Reaktoren von Fukushima Dai Ichi – zum Gebiet, das am meisten von der Kontamination betroffen ist.

Richtig ist, dass sich Namie nach wie vor im gesperrten Gebiet befindet. Das heisst: Die Stadt kann nur tagsüber und mit einer Sonderbewilligung besucht werden.Google Street View in Fukushima Trotzdem vermittelt der Tages Anzeiger Artikel Mit Google zu Besuch in einer Geisterstadteinen völlig falschen Eindruck, indem er insinuiert, man brauche einen Schutzanzug, um Namie zu besuchen, und man dürfe das Auto nicht verlassen.

Das ist Blödsinn

Sogar die WoZ-Autorin Susan Boos, die nun sicher keine Verharmloserin ist, war ohne jeden Schutz in jener Gegend. Ich selber war nie in Namie, sehr wohl aber in Itate, wo die Kontamination zum Teil gleich hoch ist. Gefährlich wäre es höchstens (potentiell erhöhtes Krebsrisiko), wenn man über Jahre in diesem Gebiet leben würde und vor allem wenn man grössere Mengen an kontaminierter Erde essen würde. Warum sich der Bürgermeister von Namie auf solche Agitprop-Aktionen einlässt, ist auch klar: Es geht nun darum, möglichst hohe Entschädigungen mit der Tepco auszuhandeln; und die sind am höchsten, wenn man die Lage möglichst dramatisch darstellt.

 

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Ein Gedanke zu “Die Lage möglichst dramatisch darstellen!

  1. In dem Artikel heisst es bloss, dass die Techniker von Google-Street-View Schutzanzüge trugen und die Fahrzeuge nicht verliessen, nicht dass man die Anzüge BRAUCHE und und Fahrzeuge nicht verlassen DÜRFE.
    Soviel zum Thema „Die Lage möglichst dramatisch darstellen“…

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