Schweizer Radio’s phantastische Antworten!

Lüders_Foto_SFAm 25.03.2013 veröffentlichten wir auf diesem Blog Michael Lüders’ phantastische Erzählungen am Schweizer Radio.

Broder reagiert:

Von: Broder Henryk

Gesendet: Dienstag, 26. März 2013 17:22

An: Bolliger, Michael

Betreffhttps://etwasanderekritik.wordpress.com/2013/03/25/michael-luders-phantastische-erzahlungen-am-schweizer-radio/

sehr geehrter herr bolliger,

mit entsetzen habe ich das transskript eines „interviews“ gelesen, das frau brunner mit dem „nahostexperten“ lüders geführt hat; von einem interview kann IMG_8069dabei nicht die rede sein, frau brunner ist die stichwortgeberin für herrn lüders, an keiner stelle widerspricht sie ihm oder stellt eine nachfrage, nicht einmal an der stelle, an der herr lüders in allerbester antisemitischer tradition behauptet, israel sei der schwanz, der mit dem hund amerika wedelt. dabei muss man herrn lüders freilich zugute halten, dass er aus seiner tätigkeit als lobbyist arabischer interessen und berater deutscher firmen, die geschäfte im nahen osten machen wollen, kein geheimnis macht. das hat frau brunner nicht davon abgehalten, ihn den hörern als quasi unabhängigen und objekten experten vorzustellen. würden sie jemand, der für gasprom arbeitet, über die zustände in russland interviewen? ohne die hörer wenigstens darauf aufmerksam zu machen, welche interessen er vertritt.

ich weiß um die „antizionistische“ stimmung in der schweiz, um den boykott von produkten aus den „besetzten gebieten“, also der westbank und nicht etwa tibet, um die aktivitäten von hamas-freunden wie daniel vischer. aber von einem öffentlich-rechtlichen rundfunk erwarte ich mehr professionalität und mehr anstand. wäre ich ein schweizer bürger, würde ich die zahlung der gebühren verweigern. als deutscher kann ich nur sagen: sie sollten sich schämen.

mit sonnigen grüßen aus virginia b

Bolliger antwortet:

From: Michael.Bolliger@srf.ch To:broder_***  Sent: Tuesday, March 26, 2013 5:41 PM

Subject: AW:

Sehr geehrter Herr Broder

Ich habe Ihr Schreiben erhalten und leite es weiter an Susanne Brunner.

Mit besten Grüssen

Michael Bolliger

 Broders Replik:

Von: Broder Henryk  An: Michael.Bolliger@srf.ch Michael.Bolliger@srf.ch Gesendet: 26.03.2013 17:59

sehr geehrter herr bolliger,

wenn ich mich an frau brunner hätte wenden wollen, hätte ich ihr direkt geschrieben.

ich habe aber ihnen geschrieben, weil sie der chef und verantwortlich dafür sind, was über den sender geht. das „interview“ mit herrn lüders liegt vor, wer herr lüders ist, können sie seiner eigenen homepage entnehmen. deswegen erwarte ich von ihnen eine antwort und nicht von frau brunner, die sich in ihrem „interview“ mit lüders selber disqualifiziert hat.

ich finde es enttäuschend, dass sie so reagieren wie ein intendant der ARD. tiefer kann man kaum sinken.

gruss b

SRF antwortet:

From: Mark.Livingston@srf.ch To: broder_*****  Sent: Thursday, March 28, 2013 4:38 PM Subject: Ihre Kritik

Sehr geehrter Herr Broder

Vielen Dank für Ihre kritische Rückmeldung.

Sie monieren unsere Gästeauswahl. Ich kann Ihnen aber versichern, dass wir stets darum bemüht sind, möglichst „neutrale“ Gäste zu finden – oder wenn dies nicht möglich ist, über die Zeit ein ausgewogenes Verhältnis zu erzielen. Michael Lüders ist denn auch nicht in eine Israel-feindliche Ecke zu stellen. Sicher, die Regierung von Israel wird im Gespräch kritisiert. Aber was unser Gesprächspartner Michael Lüders da an Argumenten vorträgt, kann man auch in Zeitungen lesen, denen man kaum Israel-Feindlichkeit vorwerfen kann: z.B. in der NZZ, in der FAZ oder im „Economist“. Meines Erachtens überschreitet Lüders an keiner Stelle die in der breiten internationalen Kritik gezogenen Linie.

Der Vorwurf des Antisemitismus (offen oder verborgen) ist haltlos und an keiner Stelle zu belegen. Lüders Argumentation ist breit angelegt. Er versucht immer neu die komplexen regionalen und internationalen Zusammenhänge ins Spiel zu bringen. Und er weist auf die Veränderungen in der politischen Landschaft Israels hin, auf die Macht der Siedler und ihrer Lobby.

Auch kritisieren Sie Lüders‘ Formulierung, Israel sei der Schwanz, der mit dem Hund USA wedle. Ich erinnere Sie daran, dass der israelische Unterhändler des Oslo-Abkommens, Yair Hirschfeld, auf die Frage, ob Israel tatsächlich den USA die Nahostpolitik diktieren könne, lachend antwortete: „Wissen Sie, die USA vergessen manchmal, dass sie eine Supermacht sind.“ Ein antisemitischer Israeli?

Bemerkenswert scheint mir folgendes Zitat aus dem von Ihnen kritisierten Tagesgespräch:

„Kritik an Israel gilt gemeinhin als nicht wünschenswert, als israelkritisch, potenziell antisemitisch. Das ist aber Unsinn. Ich glaube, man kann sehr wohl ein sehr guter Freund Israels sein und sich einsetzen für eine gesicherte Existenz Israels – und gerade deswegen, als Freund Israels, muss man den Israelis sagen: Leute, ihr geht in eine politische Richtung, die eine Sackgasse ist, aus der ihr nicht mehr herauskommt. Und ihr verliert Eure moralische Überlegenheit, wenn ihr Methoden anwendet, die mit dem Völkerrecht nicht zu vereinbaren sind.“

Sie dürfen eine ausgewogene Berichterstattung erwarten, und wir – das kann ich Ihnen versichern – bemühen uns Tag für Tag, diesen berechtigten Anspruch umzusetzen!

Mit freundlichen Grüssen

Mark Livingston /Redaktionsleiter Rendez-vous/Tagesgespräch

Nachtrag: 30.03.2013

Von: Broder Henryk  An: Michael.Bolliger@srf.ch

sehr geehrter herr livingston,

ja, ich erinnere mich. als yair hirschfeld den satz sagte: ” „Wissen Sie, die USA vergessen manchmal, dass sie eine Supermacht sind”, stand ich direkt neben ihm. deswegen habe ich auch mitbekommen, dass er gleich hinterher sagte: “I do really hope the morons from Swiss radio will never get it. They might get it wrong.”

damit können nur sie und ihre kollegen aus der redaktion rendezvous gemeint gewesen sein. weiterhin gutes schaffen im dienste einer ausgewogenen berichterstattung. b.

Siehe auch, Henryk M. Broder: Ich mag die Schweiz. Kein zweites Land in Europa ist so zivilisiert und so kosmopolitisch. Von den rund acht Millionen Einwohnern der Alpenrepublik sind etwa 1.8 Millionen Ausländer, das sind knapp 23%. Nur in Kreuzberg ist der Anteil der “Menschen mit Migrationshintergrund” noch höher. Die Qualität der Waren und Dienstleistungen ist einzigartig. Das Essen – egal ob in einer Kaschemme auf dem Lande oder in der Zürcher Kronenhalle – konkurrenzlos gut. Was den Schweizern an Herzlichkeit und Spontaneität fehlt, das machen sie durch Höflichkeit und Hilfsbereitschaft wett… weiterlesen: Mr. Livingston meets Mr. Lüders – Great Minds Think Alike (achgut.com)

2 Gedanken zu “Schweizer Radio’s phantastische Antworten!

  1. Erschütternd, die Ignoranz, Geschichtsvergessenheit und Selbstgefälligkeit von Mark Livingston!

    Bei den iranischen Cartoon-Contests und in arabischen Medien werden Bilder mit antisemitischen Stereotypen gezeigt: Der Schwanz Israel, der mit dem Hund USA wedelt; Israel als Puppenspieler, der die Marionette USA führt; Israel als globusumspannende Krake, die die Welt regiert; Israel, das mit der Weltkugel Jojo spielt. Karikaturen, die in der Tradition vom «Stürmer» stehen, teil sogar identisch sind.
    Metaphern, wie sie auch Michael Lüders benutzt.

    http://fighthatred.com/anti-semitic-cartoons/western-cartoons/1105-guardian-

    http://fighthatred.com/anti-semitic-cartoons/arabic-cartoons/594-jews-controlling-obama

    http://archive.adl.org/main_Arab_World/arab_media_portrayal_jews.htm

    http://archive.adl.org/Anti_semitism/cartoon_arab_press_090902.asp

    http://archive.adl.org/Anti_semitism/arab%5Ccartoon_arab_press_081302.asp

    Namhafte Experten haben den antisemitischen Gehalt von Lüders Aussagen längst analysiert:
    Der Politikwissenschaftler Stephan Grigat:
    http://jungle-world.com/artikel/2012/23/45608.html

    Der Politikwissenschaftler Matthias Küntzel:
    http://www.matthiaskuentzel.de/contents/michael-lueders-und-die-reichen-new-yorker-juden

    um nur ein paar zu nennen.

    Aber Mark Livingston von SRF sieht in seiner Geschichtsvergessenheit nirgends Antisemitismus.

    Die Quellenangabe, wonach Yair Hirschfeld gesagt habe, Israel sei eine Supermacht, bleibt Mark Livingston schuldig. Vielleicht mag er die noch nachliefern. Ich finde in Hirschfelds Schriften nur die Aussage, dass die USA die einzige Supermacht der Welt sei.
    http://www.watsoninstitute.org/bjwa/archive/10.2/Essays/Hirschfeld.pdf

    Gewiss aber hat Hirschfeld nie gesagt, Israel sei der Schwanz, der mit dem Hund USA wedelt.

    Und da es Livingston nicht peinlich ist, seine Ignoranz öffentlich zu Markte zu tragen, fragt er auch noch dümmlich «ein antisemitischer Israeli»? Sowas gibt es in der kleinen Welt von Mark Livingston so wenig, wie misogyne Frauen, homophobe Homosexuelle, rassistische Schwarze.

    Apropos Superpower: Medien haben Macht. Das Schweizer Radio SRF verbreitet in völlig verantwortungsloser und unehrlicher Weise Falschinformationen über Israel.

    Audiatur liefert die Fakten zum faktenfreien Interview mit Michael Lüders:

    http://www.audiatur-online.ch/2013/03/28/genau-herr-lueders/

  2. Pingback: Schweizer Radio’s phantastische Antworten! « World-Media-Watch

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