Der Königsweg zum Doktor-Titel!

(28.03.2013) Gestern Abend zeigte die Rundschau wie medizinische Doktor-Titel erworben werden können: Abschreiben, übersetzen (lassen), Rechtsschreibung korrigieren (lassen) und das Rennen auf Patienten und bezahlte Taxpunkte ist eröffnet. Als „Durchwinker“ dieser Methode wurde Titularprofessor Dr. Christoph Christoph MörgeliMörgeli präsentiert. Moderator Sandro Brotz, bemühte sich von Anfang an, die Geschichte als Einzelfall darzustellen, der nur in Zürich möglich ist bzw. passieren kann. Er sagte „Was in Bern oder Basel wohl kaum möglich wäre ist in Zürich am medizinisch-historischen Institut mindestens ein Dutzend Mal vorgekommen“. Na, ja, wie heisst es so schön, wer es glaubt wird selig.

Wissenschaftsexpertin Michelle Bergadaà entsetzt „Ich verstehe nicht, wieso ein Student sich damit zufrieden gibt. Ich verstehe nicht, wie ein Professor es durchgehen lassen kann. Ich verstehe nicht, wieso eine Uni dies toleriert“ und „Wissen ist der Kern unseres Metiers“.

Offensichtlich ist das Problem der Zürcher Regierung schon lange bekannt. Und genau hier wäre der investigativer Journalismus der Rundschau gefragt: Wieso tolerierte es die Regierung und was hat sie dagegen unternommen? Es sind unrechtmässig erworbene Doktor-Titel – wurden Strafanzeigen wegen Betrugs eingereicht? Was gedenkt die Staatsanwaltschaft zu tun? etc. etc.

Nun sass Christoph Mörgeli im Studio auf dem „heissen“ Stuhl und das Elend nahm seinen Lauf – sehen Sie HIER! Kein einfacher Talk-Gast für Sandro Brotz!Sandro Brotz Mörgelis Zustand lässt sich gut erklären; darüber habe ich auf diesem Blog schon zwei Mal geschrieben (HIER)!

Es drängen sich Frage auf: Was wird jetzt geschehen? Werden die Dr. Titel aberkannt – was zu erwarten wäre? Wird sich die (nutzlose) Patientenschutz-Organisation einschalten und im Interesse von Patienten handeln, damit diese nicht von „Scheindoktoren“ behandelt werden? Werden die Journalisten dieser Problematik auf den Grund gehen? Was gedenkt Santesuisse zu unternehmen? Etc. etc. Oder wird nichts geschehen, wie es in solchen Fällen oft die Regel ist? Wo sind unsere Parlamentarier, die einen Aufschrei auslösen (sollten)?

Dass sie keine Konsequenzen zu befürchten haben, zeigt das Beispiel aus Baselland [Nr. 1]: Die Leiterin der Dienste für Abhängigkeitserkrankungen, Dr. med. Claudine Aeschbach, fälschte nachweislich Krankenakten, der Kantonsarzt, Dr. Dominik Schorr, verstiess gegen das Betäubungsmittelgesetz, wie auch der Kantonsapotheker, Dr. Hans-Martin Grünig. Alle drei sind bis heute noch im „Dienste“ von Patienten.

Aber, was soll’s! Über solche Zustände empört sich die breite Masse nur, wenn von solchen Fällen aus dem Ausland berichtet wird – nicht aber wenn solche Fälle in der Schweiz geschehen. Da wird die Faust im Sack bevorzugt.

[Nr. 1]

Dr. Dominik Schorr, Kantonsarzt: Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz (BMG), Verletzung der Aufsichtspflicht, Urkundefälschung.

Dr. med. Claudine Aeschbach, Leitende Ärztin Ambulatorien für Abhängigkeitserkrankungen: Fahrlässige bzw. vorsätzliche Körperverletzung, Urkundefälschung, unterlassene Hilfeleistung, Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Dr. H. Martin Grünig, Kantonsapotheker: Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz und Aufsichtspflichverletzung

Lesenswert: (Grundkriterien für eine wissenschaftliche Dissertation siehe Bsp. Annette Schavan)

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Ein Gedanke zu “Der Königsweg zum Doktor-Titel!

  1. Einen Doktor braucht ein Mediziner für die Behnadlung von Patienten nicht. Ohne Frage, das „Verschenken“ von akademischen Titeln ist kein guter Brauch, für den medizinischen Alltag wäre das alles jedoch im Prinzip unerheblich.

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