Das Tagesschauelend… und dann sprach noch Simonetta Sommaruga!

(Tatbestand: Gezielt erschoss ein 42-jähriger Mann zwei seiner Arbeitskollegen und verletzte sieben weitere. Nach der Tat nahm er sich das Leben.) 

Tagesschau vom 27.02.2013, 19:30 Uhr: Drei Tote bei Bluttat in der Holzfabrik Menznau, zeigte einen Beitrag von 4 Minuten und 36 Sekunden! Eine merkwürdige und doch so typische Berichterstattung mit den bereits bekannten Reaktionen.

Tagesschau Katja StauberIn einer Zusammenfassung wird der mutmassliche Täter als ein ruhiger, unauffälliger, 42-Jähriger Familienvater beschrieben. Die Polizei sowie der Arbeitgeber des Täters äusserten sich zu der Tat. Soweit nichts Ungewöhliches.

Das Berichterstattungselend begann ab dem Zeitpunkt der Liveschaltung (ab Minute 2:20), der Tagesschaumoderatorin, Katja Stauber (K. S.), mit dem vor Ort Reporter Raphael Amrein (R. A.)

K. S.: „Man weiss nichts über das Motiv, darum müssen wir spekulieren. Ralf Amrein, gibt es einen Hinweis darauf, was den Familienvater zu dieser Tat gebracht haben könnte? Gibt es vielleicht schon ein mögliches Tatmotiv?“ – Auf solche Tagesschau-Spekulationen können wir getrost verzichten. Ihr Auftrag lautet informieren und nicht mit Spekulationen die Sendezeit tot schlagen.

R. A. „Laut der Polizei hat der mutmassliche Täter die Schüsse gezielt abgefeuert, das ist das Einzige, was bekannt ist. Ein Motiv ist nach wie vor unklar und auch die Fabrikleitung kann sich die Tat nicht wirklich erklären. Spätestens hier hätte man aufhören können. Und so eine Tat kann i. R. nie jemand erklären. Der Mitarbeiter soll seit längerem an psychischen Problemen gelitten haben.“ – Warum nicht Depressionen, HIV, Grippe oder kreativ die Sexsucht nennen? Wenn er schon spekuliert. „Einige der Mitarbeiter, seine Kollegen, Dorfbewohner haben mir gesagt, dass man von einem Beziehungsdelikt ausgehe, weil eines der Opfer, offenbar eine Frau sei, die früher neben dem Täter gewohnt habe. Nur, das sind zurzeit alles nur Spekulationen.“ Erfuhr er diese brisanten Informationen am Stammtisch in der Kantine oder in der Dorfbeiz? Das wird  wohl und hoffentlich das Geheimnis des Reporters R. A.  bleiben. „Sicher ist, dass es keine wirtschaftlichen Gründe sind. Die Firma will die Produktion herunterfahren, aber keine Stellen abbauen.„ Dass wirtschaftliche Gründe auch privater Natur sein können, scheint er nicht zu wissen. Und überhaupt, woher plötzlich diese Sicherheit?

K. S.: „Was wissen Sie über den Zustand der Verletzen, die zum Teil auch schwer verletzt sind?“

R. A.: „Nein, über den Zustand der Verletzten ist nichts Neues bekannt. Die Polizei will erst Morgen wieder informieren. Im Laufe des Tages wurde aber klar, dass sich zumindest die fünf Schwerverletzten zum Teil in einem kritischen Zustand befinden.“ – Diese Information hatten wir schon beim einleitenden Bericht gehört. Es sind nicht alle Tagesschauzuschauer dement!

K. S.: „Was die Waffe angeht, es wird von einer Faustfeuerwaffe, also einer Pistole gesprochen. Weiss man über diese Waffe mehr? Könnte Sie aus dem Armeebestand kommen?“ – Das ist die so typische, eigentlich perverse Tagesschau-Logik. Sobald irgendwo in der Schweiz geschossen wird, sollen Armeewaffen eingesetzt worden sein. So wird suggeriert, dass nur Armeewaffen „böse“ sind und Menschen erschiessen. Es sind sozioökonomische Gründe entscheidend, nicht die blosse Verfügbarkeit von Feuerwaffen!

R. A.: „Über die Tatwaffe will die Polizei im Moment sehr wenig bekannt geben. Das Einzige, was bekannt ist, ist das es eine Pistole ist, also kein Sturmgewehr oder sonst irgendeine Waffe.“ – Auch kein Pfeil und Bogen! „Ob es sich um eine Armeewaffe handle, das sei nach wie vor unklar. Unklar ist auch, woher der Mann diese Waffe hatte und ob er überhaupt einen Waffenschein besass. Auch das ist nach wie vor Gegenstand der Ermittlungen„. – Wohlgemerkt, es wird das Wort „Armeewaffe“ wiederholt.  Endlich endete diese informationslose Schaltung!!!

Nun fährt Katja Stauber weiter: „Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat im Namen des Gesamtbundesrates tiefe Betroffenheit über die Tat in Menznau ausgedrückt. Die Tat mache bewusst, welches unglaubliche Leid Waffen anrichten können.“ – Ah, wie innovativ!

SommarugaMit ihrem dauerhaft-traurigen Blick sprach sie, die Bundesrätin Simonetta Sommaruga: Die Ermittlungen in Luzern werden aufzeigen, welche Lehren zu ziehen sind. Für mich war immer klar, das Waffenrecht laufend zu verbessern. Wir haben in den letzten Jahren einiges getan, wir sind aber noch nicht am Ziel. Und wir heisst: Bund und Kantone.“

Und wer Simonetta Sommaruga kennt, weiss auch, dass „Verbesserung“ bei ihr „Verbot“ bedeutet. Für sie sind freie Menschen die grösste mögliche Bedrohung. Seit Jahren setzt sich die bekennende Etatistin gegen privaten Waffenbesitz ein. Sommaruga ist der Meinung, dass die Waffen nur dem Staat „gehören“ sollen. Nichts aus der Vergangenheit gelernt? Wenn ein privater Waffenbesitzer „durchdreht“, dann erschiesst er einzelne Menschen, was äusserst tragisch ist. Wenn aber der Staat „durchdreht“, wie es immer wieder vorkommt, werden Millionen umgebracht! Dem Staat darf man nicht vertrauen

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Ein Gedanke zu “Das Tagesschauelend… und dann sprach noch Simonetta Sommaruga!

  1. „Dem Staat darf man nicht vertrauen…“ – das sehe ich auch so, zumal keine Transparenz herrscht, sondern nur davon geredet wird.

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