Heute (k)eine BaZ im Briefkasten…

556063_460993640622292_1933828683_n(10/11. Februar 2013) Ausgestattet mit Gewerkschafts-Fahnen, -Feuerzeugen, -Mützen, -Autos und enormem -Kampfgeist marschierte gestern Abend gegen halb 11 Uhr eine Gruppe vom Gewerkschaftshaus in Richtung Baz-Druckerei um die Druckereibelegschaft zu unterstützen. Organisiert wurde der Streik von der Medien- und Kommunikationsgewerkschaft Syndicom, unterstützt von SP-Mitgliedern wie der JUSO-Präsidentin Sarah Wyss oder dem Baselbieter LR Daniel Münger.

Sofort nach dem Eintreffen machten sich die Gewerkschaftsmitglieder an die Arbeit. Mit einem Gewerkschaftsauto wurde die Ein- und Ausfahrt blockiert und die Fahnen aufgestellt. Noch bevor man es überhaupt realisieren konnte, kamen die Druckerei-Mitarbeiter, die ihre Arbeit niedergelegt hatten, aus dem Gebäude heraus.

Die Party

Bis halb 12 Uhr waren es über 200 Personen. Nun nahm die „Party“, wie es manche Genossen nannten, ihren Lauf. Getränke wurden angeliefert, Lagerfeuer angezündet, Sitzbänke aufgestellt und daneben die Heizstrahler. Natürlich durfte auch der Grill nicht fehlen – alles in allem gut organisiert. Die Polizei liess sich kurz blicken, verschwand aber kurze Zeit später wieder, ohne dass böse Worte gewechselt wurden. Die Temperaturen sanken weit unter null und es begann zu schneien.

Es wurden knappe Informationen verkündet, wie die Forderung nach einem gutem und fairen Sozialplan sowie von der Geschäftsleitung, dass sie die Verhandlungen während des Streiks unterbrechen werden. Die Pflichtdrohungen von beiden Seiten, wie man sie so kennt.

Nun waren alle da

Die meisten hielten eine Plastikkaffeetasse in den Händen, aus denen einige Kaffee mit einem Schuss Schnaps und andere Schnaps mit einem Schuss Kaffee tranken. Später gab es noch Bier und Sekt.

Um was ging es eigentlich?

Redet man mit den betroffenen Mitarbeitern stellt man schnell fest, dass sie eigentlich nur ihren Arbeitsplatz retten wollen und Existenzängste haben! Unsicherheit herrscht. Eigentlich sind die Mitarbeiter arme Würstchen in einem Idiotensandwich. (Redewendung, keine Beleidigung!) Vom Arbeitgeber „im Stich gelassen“ flüchten sie sich in die Arme der Gewerkschaft. Die Gewerkschaftvertreter sagten zwar, sie würden uneigennützig für die Belegschaft kämpfen, dass jeder Mitarbeiter pro Arbeitsjahr eine Abgangsentschädigung von CHF 1‘000.- bekommt. Nur, das war nur ein Teil der Wahrheit.

24638_10200676641742143_209043455_nDie Parole auf dem Eingangstor „Liebe Herren wir lassen uns nicht so abservieren“ sagte mehr! Bald wurde deutlich, die Aktion richtet sich gegen die „zwei Herren“: dem „Inhaber“ Christoph Blocher und Chefredaktor Markus Somm! Sie sind die Bösen! Und ja, sie haben Fehler gemacht. Die interne Kommunikation lässt offensichtlich zu wünschen übrig. Es herrscht ein allgemeines Misstrauen, ein menschliches Miteinander wird vernachlässigt!

Aber es wäre zu einfach, die ganze Schuld den „beiden Herren“ anzulasten. Viele von denen, die sich mit den bald entlassenen Mitarbeitern solidarisieren, sagen offen, dass sie kein Baz-Abo mehr haben. Die meisten kündigten ihr Abo als bekannt wurde, dass der neue Chefredaktor Markus Somm heisst. Danach kam der Wirrwarr mit den Eigentümerverhältnissen. Blocher kam und ging, ging und kam, das Käseblatt „TagesWoche“ erschien, die BZ-Basel wurde lanciert und mit Matthias Zehnder personel top besetzt… Somm bekam keine Chance sich zu beweisen, er ist kein Sympathieträger. Und ja, auf manche BaZ-Artikel könnte man getröst verzichten, weil ihre Autoren langweilige Agenturmeldungen abschreiben und ihre Büros nur verlassen um Feierabend zu machen.

Mit gemischten Gefühlen verliess ich die „Party“ kurz nach ein Uhr. Mir tun die Mitarbeiter leid, sie bleiben auf der Strecke. Und auch wenn ich mit einzelnen Mitgliedern der Gewerkschaft gute Kontakte pflege, ihre Aktion billige ich nicht. Sie meinen es vielleicht gut, aber gut gemeint heisst nicht gut gemacht! Auch die BaZ-Verantwortichen könnten es besser machen! Sie sollten es auch!

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