David Dürr: Wider das Gewaltmonopol des Staates!

Aussteigen, Endstation Sozialismus! Freiheitliche Antworten auf den schleichenden Sozialismus!

Unter diesem Motto fand am 26. Januar 2013 in Zürich eine Konferenz statt! Organisiert war der gut besuchte Anlass von Jungfreisinnige Schweiz und Junge SVP Schweiz.

Es referierten: Maurus Zeier, Co-Präsident JF CH; Erich Hess, Präsident JSVP CH; Lukas Reimann, NR SVP; Christian Zulliger, JF; Christoph Stampfli, Switzerland for Ron Paul; Frank Schäffler, Deutscher Bundestag; Robert Nef, Präsident des Stiftungsrats Liberales Institut Zürich; Christian Hoffmann, Prof., Liberales Institut Zürich; David Dürr, Prof. Uni ZH; Bernd Reuther; Claudio Grass!

Auf dieser Plattform werden die Referate einzeln veröffentlicht!

Referat von David Dürr

Wenn ein Monopol abgeschafft gehört, dann das staatliche Gewaltmonopol oder – um es etwas weiter zu fassen – das staatliche Rechtsmonopol, also das Gewalt-, Justiz- und Gesetzgebungsmonopol. Es ist viel zu gefährlich, es ist schlitzohrig und ineffizient und zudem unnötig.

Das Gewaltmonopol ist das allergefährlichste Monopol überhaupt.

Dass es nach den Erfahrungen mit dem nationalsozialistischen oder dem stalinistischen Gewaltmonopol noch immer Leute gibt, die dem Gewaltmonopol das Wort reden, ist erschreckend. Es heisst dann jeweils, ohne staatliches Gewaltmonopol gelte doch nur das Recht des Stärkeren, beispielsweise des stärksten Mafia-Clans. Nur: Was die National- und was die Sowjetsozialisten verbrochen haben, haben alle Mafiabosse der Welt zusammen nicht im Entferntesten zustande gebracht.

Man könnte auch sagen:

Der Teufel, den der Staat an die Wand malt, um sein eigenes Gewaltmonopol zu rechtfertigen, ist er selbst.

Das Gewalt- und Justizmonopol des Staates ist schlitzohrig.

Es versucht sich typischerweise dadurch zu rechtfertigen, dass es einen starken und durchsetzbaren Schutz braucht, wenn der eine vom anderen, speziell der Schwächere vom Stärkeren angegriffen, verletzt oder bestohlen wird. Das tönt ja nicht unvernünftig.

Doch was, wenn sich einer gegen die Angriffe, Verletzungen oder Diebstähle seitens des Staates wehren will? An wen wendet er sich? Ja wohl kaum an eben diesen Staat! – Doch genau das ist dessen Antwort: Ich selbst, der Staat, bin dazu berufen, den Streit zwischen mir selbst und dir zu beurteilen. Ich, eine der beiden Streitparteien, bin gleichzeitig der Richter! Das kann ja gar nicht sein, werden Sie nun denken. Aber genau so ist es, tagein und tagaus werden in unserer so rechtsstaatlichen Schweiz Hunderte von verwaltungsrechtlichen Verfahren auf diese Weise durchgeführt, durch Richter in eigener Sache.

Da hilft auch das Zauberwort „Gewaltentrennung“ nicht. Die Richter sind auf der Payroll einer der Parteien, gekaufte Richter. Wer würde sich einem privaten Schiedsgericht anvertrauen, das von der „Justizabteilung“ der Gegenpartei gestellt wird?

Das staatliche Justizmonopol ist ineffizient.

Seine Aufgabe erfüllt es nicht hinreichend. Dass in einer Gesellschaft Bedarf nach Konfliktlösung besteht, ist unbestritten. Doch rätselhaft ist, weshalb der Konfliktlöser gerade der gleiche sein soll, der auch noch für Kindergärten, Kehrrichtabfuhr, Spitalwesen, Schulen, Ladenöffnungszeiten, Tabakprohibition und Auslandbeziehungen zuständig ist – warum ein derart verzettelter Gemischtwarenladen, bei dem nie transparent wird, wer nun eigentlich wieviel wofür bezahlt?

Vor allem aber: Warum nur gerade einer? Warum nicht mehrere, die mit einander im Wettbewerb ihre Konfliktlösungsdienste anbieten? Wie gut täte unserem Justizwesen doch Wettbewerb, wenn man an das nicht selten behäbige, ineffiziente und arrogante Auftreten staatlicher Justizorgane denkt! Wer wie ich sein Brot damit verdient, sich mit solchen Behörden herumzuschlagen, weiss ein Lied davon zu singen. Übrigens. Es gibt selbstverständlich auch andere, durchaus kundenbewusste Richter und Justizleute; aber viel weniger als es gäbe, wenn Wettbewerb herrschen würde.

Das staatliche Justiz- und Gesetzgebungsmonopol ist schliesslich unnötig.

Gesetze müssen nicht gegeben werden, und schon gar nicht von einer edlen Obrigkeit, die das Gute in diese schlechte Welt hinunterbringt. Gesetze des geordneten Zusammenlebens in der Gesellschaft sind da, wie die Schwerkraft oder andere Naturgesetzmässigkeiten.

„Homo homini lupus“ heisst es dann jeweils: Der Mensch ist für den Menschen was Wölfe untereinander sind, Bestien, die sich gegenseitig zerfleischen; und genau deshalb müssen sie alle Macht an eine zentrale Stelle abgeben. Der Spruch stammt bekanntlich von Thomas Hobbes, der im 17. Jahrhundert damit die englische Monarchie anschaulich begründen wollte. In der Ähnlichkeit zwischen Mensch und Wolf hatte er durchaus Recht, nur sind die Wölfe nicht zerfleischende Bestien, sondern gewaltscheue Sozialwesen mit ausgesprochen stabilen und insgesamt friedfertigen Gesellschaftsstrukturen.

Naïv – denken Sie vielleicht – den Menschen nun einfach als friedfertiges und gutes Wesen zu sehen. Recht haben Sie, der Mensch hat allemal auch seine gefährlichen Seiten. – Und genau deshalb darf keinem Menschen ein Monopol anvertraut werden, schon gar nicht das Gewalt-, Justiz und Gesetzgebungsmonopol.

Vortrag auf YouTube: HIER!!!

Prof Dr. David Dürr, Jahrgang 1952, lehrt an der Universität Zürich Privatrecht und Rechtstheorie und ist Wirtschaftsanwalt in Basel

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18 Gedanken zu “David Dürr: Wider das Gewaltmonopol des Staates!

  1. Wer wie David Dürr behauptet:

    „Gesetze des geordeneten Zusammenlebens in der Gesellschaft
    sind da,
    wie
    der Schwerkraft oder andere Naturgesetzmäßigkeiten“

    ist tätigkeitsblind.

  2. Gratuliere dem Kollegen Dürr – er hat das Betrugssystem durchschaut! Klar ist natürlich, dass die Nutzniesser dieses Betrugssystems gegen seine ungeschminkte Aufklärung Sturm laufen müssen. Es wird vergeblich sein. Wer einmal entdeckt hat, dass die Erde um die Sonne kreist, wird sich unmöglich durch die ewig gestrigen Verfechter, die Erde sei das Zentrum, noch beirren lassen. RA Edmund Schönenberger

    • Ich zähle Herr Dürr ebenso wie viele andere zu den Nutzniessern dieses Systems, ansonsten würde er eine Profession ausüben welche der arbeitsteiligen Gesellschaft nützlich wäre. Die Jurisprudenz und die Politik gehören meiner Meinung nach nicht dazu, diese beiden „Berufsgruppen“ sind rein Parasitäre Lebensformen, ohne einen sinnvollen Beitrag an ein friedliches Zusammenleben. Sie erschaffen nichts neues, sie sind lediglich in der Umverteilung zum Schaden von vielen und zum Nutzen von wenigen tätig.

    • Jemand wie Edmund Scönenberger, der David Dürrs Ansicht bejaht:

      „Gesetze des geordenete Zusammenlebens in der Gesellschaft
      sind da, wie
      der Schwerkraft oder
      andere Naturgesetzmässigkeiten“

      ist auch tätigkeitsblind.

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  4. Pingback: Staatliches Gewaltmonopol: Es ist das allergefährlichste überhaupt « krisenfrei

  5. Das soll liberal sein? Wenn der Staat das Gewaltmonopol angibt, dann tschüs Liberalismus und Republik und hallo Anarchie und Oligarchie; denn die Anarchie hält sich nicht lange.

  6. Das staatliche Gewaltmonopol wird in einer Demokratie durch Gewaltenteilung und Machtverschränkungen enorm eingehegt. Weiterhin bietet eine staatliche Justiz wenigstens eine Anlaufstelle. Gäbe es sie nicht, wäre ja ohnehin keine Rechtssicherheit gegeben.
    Zentraler Fehler in der Annahme in diesem Referat ist m.E. die Betrachtung des Staates als feindlich gesinnte Organisation anstelle einer gesellschaftlichen Organisation. Hier muss deutlicher zwischen den unterschiedlichen Regierungssystemen unterschieden werden!

    • Auch in einer PRG wird es Anlaufstellen geben, sogar mehrere, was ein riesiger Vorteil ist. Und eine Gegenfrage: Wieso deutlicher unter den Regierungssystemen unetrscheiden, wenn es darum geht, ihre Gemeinsamkeit zu erörtern, dem Raub am eigenem Volk. Was dann mit dem Raubgut angestellt wird, dass wäre erst die nächste Frage. Ich sage Spenden statt Steuern und Willkommen …
      http://globalefreiheit.de/willkommen.htm

  7. Das erinnert mich stark an die Argumente von Peter Hans Kneubühl (welcher in Biel auf die Polizisten schoss). Wenn es keine Gesetze, keine staatliche Justiz und keine Richter braucht, werden wohl auch keine Rechtsanwälte nötig sein, welche wir zu einem Stundentarif von CHF 240 – 600 mandatieren. Es ist eine Tatsache, dass die Gesetze, gerade z.B. im Wirtschaftsbereich, so kompex wie möglich elaboriert werden, um anschliessend den Anwälten genügend Mandate zu generieren.

    • Herr Dürr ist kein Anarchist im eigentlichen Sinne, lediglich ein Minarchist welcher nur jene Bereiche des Staates abzuschaffen sucht, welche seinem subjektiven Empfinden zuwider sind. Er bedient sich ebenso wie sein Nachwuchs am Honigtopf des Staates. Juristen und Politiker welche einen auf Anarchisten Machen sind genau so lächerlich wie Manager welche sich eine Harley kaufen und den Rocker markieren. Es ist so als ob ein Sklaventreiber, welcher den Stock gebraucht, die Sklaverei verurteilt, welche es ihm ermöglicht mit eben jenem Stock auf andere einzudreschen. Ich achte diesbezüglich Herr Kneubühl mehr als Herr Dürr, sicherlich verwirrt und verängstigt, aber er war nie ein Machtmensch welcher über andere bestimmen wollte, sondern versuchte lediglich seine Existenz vor dem Zugriff anderer zu schützen. Herr Kneubühl befand und befindet sich in einem Wahn, aber seine Ängste vor dem was Justiz und Behörden mit ihm anstellen würden, wurde letztendlich in der Realität bestätigt.

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