Claudio Grass: Echtgeld vs Falschgeld!

Aussteigen, Endstation Sozialismus! Freiheitliche Antworten auf den schleichenden Sozialismus!

Unter diesem Motto fand am 26. Januar 2013 in Zürich eine Konferenz statt! Organisiert war der gut besuchte Anlass von Jungfreisinnige Schweiz und Junge SVP Schweiz.

Es referierten: Maurus Zeier, Co-Präsident JF CH; Erich Hess, Präsident JSVP CH; Lukas Reimann, NR SVP; Christian Zulliger, JF; Christoph Stampfli, Switzerland for Ron Paul; Frank Schäffler, Deutscher Bundestag; Robert Nef, Präsident des Stiftungsrats Liberales Institut Zürich; Christian Hoffmann, Prof., Liberales Institut Zürich; David Dürr, Prof. Uni ZH; Bernd Reuther; Claudio Grass!

Auf dieser Plattform werden die Referate einzeln veröffentlicht!

Referat von Claudio Grass Claudio Grass

Wie ist Geld entstanden, die Ursprünge des Bankensystems und Schlüsselstellen der Währungsgeschichte

Wir befinden uns bis heute in einer Tauschwirtschaft. Wir tauschen beispielsweise unsere Arbeitsleistung gegen einen Lohn, den wir in Form von farbigen Papiernoten erhalten, damit wir diese zu einem späteren Zeitpunkt erneut in Güter tauschen können, welche wir zu erwerben wünschen. Mit dem Beginn der Arbeitsteilung entstand auch die Tauschwirtschaft. Der Bäcker wollte sein Brot gegen Fleisch beim Metzger austauschen und sofern der Metzger auch Brot benötigte, war dieser direkte Tausch kein Problem. Hatte der Metzger jedoch anstelle von Brot den Bedarf an einem paar Schuhe, konnte der Bäcker kein Fleisch beziehen ausser er konnte mit dem Schuhmacher eine Tausch vollziehen. Aus diesem Grund sahen sich die Menschen nach einem geeigneten Tauschgut aus um, welches von allen Marktteilnehmern akzeptiert wurde und damit über die höchste Liquidität verfügte.

Zwischen 9000 – 1000 v. Christus wurde insbesondere das Vieh so gut wie Geld, da es einfach zu transportieren war (Mobilität), sich selber auf den Wiesen versorgen konnte und nebst Fleisch auch Milch gab. Da in der damaligen Zeit der Grossteil der Menschen Nomaden waren und die Sesshaftigkeit der Menschen erst mit dem Ackerbau kam, war dies ein überaus liquides Gut, welches in breiten Teilen der Welt als Geld akzeptiert wurde. Erst als die Menschen begannen in grössere Städte zu ziehen wurde es schwieriger Vieh zu halten und die Liquidität nahm ab.Wie ist Geld entstanden_ Claudio

Damit begann die Zeit der Metalle und Münzen. Die alten Griechen führten die erste Goldwährung ein den Drachme und wenn man den Aufstieg und Fall von grossen Zivilisationen in der Vergangenheit analysiert, so ist erkennbar, dass das Aufblühen des griechischen, römischen, arabischen Weltreiches und danach den italienischen Stadtstaaten wie Florenz, Venedig und Genua stets mit einer stabilen Gold- und/oder Silberwährung verbunden war. Der Solidus des Byzantinischen Reichs erfreute sich über 800 Jahre als Weltgeld und zirkulierte von China bis Britannien, vom Baltischen Meer bis Äthiopien. Es ist allerdings auch erkennbar dass alle Reiche beim Zerfall eines gemeinsam hatten, nämlich das die jeweilige Goldwährung aufgrund von Regierungsinterventionen sei es durch Reduzierung des Edelmetallgehalts oder das vollständige Ersetzen des Geldes durch minderwertige Metalle oder Materialien wie Leder vollzogen wurde. Dies führte bereits damals zu einer breiten Verarmung der Mittelschicht und der Welthandel brach ein; die jeweiligen Reiche versanken in Korruption und Krieg.

Aus der Gesichte lernen wir, dass Geld nicht aufgrund von Einschränkungen oder Zwang entstanden ist. Wir lernen das die Menschen sich selber in Freiheit entschieden haben, was Sie als Geld benutzen wollten, da es über einige besondere Eigenschaften verfügen musste. Vergleichbarkeit – es musste einfach zu erkennen sein, haltbar und trennbar (Recheneinheit d.h. liquide sein), leicht zu transportieren und es musste selten/knapp sein, damit die Wertaubewahrungsfunktion ebenfalls gewährleistet war. Gold und Silber erfüllen diese Anforderungen am besten. Dies sind die Gründe, weshalb diese Metalle während den vergangenen 3000 Jahren das am häufigsten verwendete Tauschmittel waren. Sie haben einen „inneren Wert“ und hängen damit nicht vom Zahlungsversprechen einer dritten Partei ab.

Der Ursprung des heutigen Bankensystems

Da es auch schon damals nicht ratsam war, mit allzuviel Gold- oder Silbermünzen Früher Betrug, Heute... Claudioherumzulaufen oder diese bei sich in grösseren Mengen zu lagern, suchten die Menschen einen sicheren Ort Ihre Münzen sicher einzulagern. Im antiken Griechenland fungierten Tempel als Banken da sie aus religiösen Gründen als unantastbar angesehen wurden und meistens auch über eine eigene Miliz zum Schutze zur Verfügung hatten. Im weiteren Verlauf der Geschichte wurden insbesondere die damaligen Goldschmiede und deren Geschäfte zu sicheren Depotstellen.

Die Menschen lagerten also Ihr Gold ein wofür sie dem Depositar (Goldschmied) eine Gebühr für die sichere Lagerung bezahlten. Der Goldschmied war verpflichtet jederzeit dem Einleger sein Gold auf Verlangen auszuhändigen und das Gold blieb im Besitz des Kunden und durfte vom Goldschied nicht ausgeliehen werden. Im Gegenzug erhielt der Deponent vom Goldschmied eine Quittung für das von Ihm eingelagerte Gold, welche im späteren Verlauf oft als Zahlungsmittel benutzt wurde da es ein Eigentumstitel/Anspruch auf Gold war. Dies war somit die Geburtsstunde des heutigen Bankwesen sowie die Entstofflichung (Papier-Quittungen) des Goldes.

Die Gier war jedoch auch damals bereits gross und der erste dokumentierte Fall eines Betruges durch einen Bankier geht in das Jahr 393 v. Chr. zurück. Isokrates juristische Rede beschreibt den Versuch des Passio, sich die seiner Bank anvertrauten Depositen anzueignen, wofür er ohne Skrupel täuschte, Urkunden fälschte und stahl sowie bestach.

Diese betrügerischen Aktivitäten ziehen sich bis heute durch die Geschichte. Ebenso die Tatsache, dass diese Vorgehensweise relativ sicher war, solange die Menschen das Vertrauen in die Banken bewahrten. Letztendlich endeten jedoch alle dieser Machenschaften im Bankrott der Bankiers. Dabei war die Vorgehensweise grundsätzlich immer dieselbe, Sie verliehen Gold, das Ihnen nicht gehörte oder brachten mehr Quittungen in Umlauf als effektive Goldvorräte vorhanden waren und verlangten dafür Zinsen. Sie erhielten für das Schöpfen von Geld aus dem Nichts Zinsen für etwas das nicht vorhanden war. Früher war dies ein Betrug und heute nennt es sich Teildeckungs- sprich Fractional Reserve Banking genannt. Auch damals war dies bereits ein ausserordentlich gutes Geschäft und führe zu Kreditexpansionen, die nicht von realen Ersparnissen gestützt wurden und zu einem künstlichen und inflationären wirtschaftlichem Aufschwung führten. Die Quintessenz war steht dieselbe, der Grossteil der Einleger verlierten alles und die Krise und wirtschaftliche Rezession nahmen Ihren Lauf gefolgt vom Zusammenbruch der Banken.

Die Zeit des Hellenismus war ein Wendepunkt in der Geschichte des Bankwesens, da es zur Gründung der ersten Staatsbank kam. Die Ptolemäer erkannten bald, wie profitable Privatbanken waren und anstatt diese zu überwachen und betrügerische Bankaktiviäten zu beendingen, entschieden sie sich dafür, eine Staatsbank zu gründen, die sich selbst der betrügerischen Bankaktivitäten betätigte und zugleich über das „Prestige“ des Staates verfügte. Diese Haupterneuerung des ägyptischen Bankwesens war die Zentralisierung; die Schaffung einer staatlichen Zentralbank in Alexandria mit Zweigstellen in den wichtigsten Orten, sodass Privatbanken, wenn Sie verfügbar waren, eine zweitrangige Rolle in der Wirtschaft des Landes spielten. Die Staatsbank verwahrte die Steuereinnahmen, nahm auch private Gelder und Depositen gewöhnlicher Kunden an und investierte die nicht ausgegebenen Gelder zum Nutzen des Staates.

In Rom, wo der Saat das Gelände und die Geschäfte besass, in denen die Bankgeschäfte stattfanden, erwarb man beim Kauf der Lizenz das vom Staat gewährte Recht, Bankgeschäfte zu betreiben. Die Bankiers bildeten eine Gilde, um ihre gemeinsamen Interessen zu verteidigen und erlangten dadurch bedeutende Privilegien von den Kaisern. Der wirtschaftliche und soziale Zerfall des Römischen Reichs wurde durch eine inflationäre Politik des Staates verursacht, welche die Kaufkraft der Währung verminderte, und durch die Einführung von Höchstpreisen auf grundlegende Güter, was wiederum die Händler in den Ruin trieb und den Handel zwischen verschiedenen Regionen des Reiches zum Zusammenbruch brachte. Dies bedeutet auch vorerst das Ende des Bankwesens während des dritten und vierten Jahrhunderts und es brauchte beinahe 800 Jahre bis das Bankenwesen in den italienischen Städten des Spätmittelalters wiederentdeckt wurde.

Das Geschäftsmuster wiederholte sich und die Regierenden waren im allgemeinen nicht in der Lage, die Rechtsprinzipien durchzusetzen und gewährten den Bankiers in vielen Fällen Privilegien und Lizenzen, um sie in Ihren ungehörigen Aktivitäten zu ermutigen und daraus Gewinne in Form von Darlehen oder Steuereinnahmen zu erzielen, was erneut zu Zusammenbruch und Krisen führte. Es folgte die Praxis der Konfiszierung der Depositen durch die Regierenden, indem die Vermögenswerte jener enteignet wurden, die eine rechtliche Pflicht hatten, die Depositen Dritter besser zu schützen. Es ist daher verständlich, dass die Herrschenden als die Hauptnutzniesser der zweifelhaften Aktivitäten der Bankiers diese Gebaren schliesslich legitimierten, den Bankiers allerlei Privilegien gewährten und es ihnen erlaubten, mit einer Teildeckung an der Randzone der Legalitäte zu operieren……und dieses Muster ist dasselbe geblieben bis zum heutigen Tag.

Die unheilige Allianz zwischen Banken und Regierungen wurde seit dem verstärkt und privilegierte Zentralbanken eingeführt, mit dem Ziel das Geldsystem stärker zu kontrollieren. Papierwärhrungen kamen und gingen – allein im 20. Jahrhundert hatten wir bis zu 50 Hyperinflationen – doch Gold und Silber blieben zu jederzeit Geld!

Für eine detaillierte Uebersicht zur Entstehung des Bankensystems empfehle ich das Buch „Geld, Bankkredit und Konjunkturzyklen“ von Professor Jesús Huerta de Soto, welches ich ebenfalls als Quelle für den obigen Abschnitt verwendet habe.

Schlüsselstellen der Währungsgeschichte

Hiermit möchte ich Ihnen aufzeigen, wieviel Zeit das Zentralbankensystems benötigte um Gold und Silber aus dem Währungssystem raus zu drängen, sowie die einzelnen Schritte und Kriege, die dazu nötig waren.

Phase I: 1816 – 1914 / Der klassische Gold Standard

Ferdinand Lips beschrieb das 19. Jahrhundert als eine Periode des Wohlstand und Wirtschaftswachstum ohne Inflation. Damals blieben die bedeutendsten Währungen über lange Zeit beständig. Dies war die Zeit des Goldstandards. Die wichtigste Regel des Goldstandards war ein fester Goldpreis, wodurch man jede Währung, mit ihrem spezifischen Kurs, in Gold umtauschen konnte. Alle internationalen Zahlungsbilanzdefizite wurden mit Gold beglichen. Für Politiker war es so unmöglich, den Goldpreis zu manipulieren, wodurch den Bürgern eine Währung geboten werden konnte, die ihren Wert beibehält. Das volle Potenzial der Weltwirtschaft wurde ausgeschöpft und die Lebensstandards der Massen stiegen beträchtlich an, was wiederum zu einer sehr geringen oder gar keiner Arbeitslosigkeit führte. Weil es in dieser „Welt der Sicherheit“ keine Inflation gab, konnten die Menschen von ihren Ersparnissen leben und sich auf kulturelle Aktivitäten konzentrieren.

Am 23. Dezember 1913, als die meisten Parlamentarier bereits wieder auf dem Nachhauseweg in die Weihnachtsferien waren, machte Präsident Wilson das Federeal Reserve Act, auf Grundlage dessen schliesslich das Zentralbankensystem geschaffen wurde, zum Gesetz.

Phase II: 1914 – 1918 / WW I

1914, zu Beginn des ersten Weltkrieges, wurde der Goldstandard innerhalb einiger Wochenende verabschiedet. Um den Krieg zu finanzieren, griff die Welt auf Defizitfinanzierung und Papiergeld zurück und die Staatsverschuldung nahm ihren Anfang. Lips schrieb in seinem berühmten Buch „Gold Wars“: „ Wäre der Goldstandard nicht aufgegeben worden, hätte der Krieg nicht länger als ein paar Monate angedauert. So jedoch, zog er sich über mehr als vier Jahre hin, ruinierte die meisten führenden Wirtschaftsländer und forderte Millionen von Todesopfern.“

Nach dem ersten Weltkrieg wurde geplant, zum Goldstandard zurück zu kehren. Um dies zu erreichen hätten alle Nationen, die ihre Währungen wegen der Kriegsdefizite ausgehöhlt hatten, den Wert dieser Währungen im Vergleich zu Gold herabsetzen müssen. Die nationalen Goldreserven hätten wieder mit dem Wert des Papiergeldes jedes Landes abgeglichen werden müssen. Dies geschah nicht, vor allem weil sich die Briten weigerten. Sie befürchteten das Vertrauen der Leute in das britische Pfund zu verlieren.

Phase III: 1922 – 1931 / Der Gold Devisen Standard

An der Genoa Konferenz im Jahr 1922 wurde der Golddevisenstandard eingeführt, nach welchem der Dollar und das britische Pfund als so gut wie Gold betrachtet wurden und darum als Währungsreserven gehalten werden konnten. Wie schon zuvor erwähnt, ist es wichtig zu wissen, dass diese Währungen an Kaufkraft verloren hatten und somit in Wirklichkeit niemals so gut wie Gold sein konnten.

Die sofortige Wirkung dieses neuen Systems war, dass die Reserven nun doppelt gezählt wurden: Einerseits im Herkunftsland und andererseits im Gläubigerland, das es als Reserve aufbewahrte. Lassen Sie mich ein Beispiel nennen, wieso die Reserven doppelt gezählt wurden. Nehmen wir an, dass eine amerikanische Firma eine deutsche für 10 Millionen Dollar gekauft hat. Unter dem Goldstandard hätte man den Papiergeldbestand innerhalb der USA reduziert, weil ja 10 Millionen Dollar in Form von Gold auf das Konto der Deutschen Bundesbank verschifft worden wären. Im Gegenzug hätte sich der Papiergeldbestand in Deutschland (also D-Mark) um 10 Millionen Dollar vergrössert, weil sie ja jetzt mehr Gold, im Wert von eben diesen 10 Millionen Dollar besassen und somit in der Lage waren, mehr Geld in Umlauf zu bringen. Unter dem Golddevisenstandard jedoch wurde der Papiergeldbestand in Deutschland ebenfalls um 10 Millionen Dollar vergrössert, dieses Geld wurde in den USA jedoch nie gekürzt, weil ja der Dollar unter dem Golddevisenstandard als so gut wie Gold angesehen wurde.

Was die Deutschen in diesem Fall machten war, sie nahmen diese 10 Millionen Dollar und kauften mit demselben Betrag US Treasury Bills, für die sie Zinsleistungen erhielten. So mussten die USA ihren Papiergeldbestand nie kürzen, weil sie die Goldreserven behielten (der Dollar war dem Gold gleich gestellt und so hatten sie als einzige neben den Briten die Möglichkeit andere Nationen mit Papiergeld zu bezahlen).

Zudem waren die Reserveländer (USA und Grossbritanien) in der Lage Zahlungsausfälle auszugleichen ohne dabei in irgendeiner Hinsicht bestraft zu werden, solange ihnen das Vertrauen der anderen Länder in ihre Währung gesichert war. Das neue System setzte eine gewaltige Geld- und Kreditmachine in Gang und erzeugte den inflationären Boom in den 1920er Jahren. Der neue Mechanismus erwies sich als Antrieb der Inflation, dessen Produkt – Kaufkraftüberschuss – in Grundbesitz und Aktienmärkte floss.

Bereits 1925 war der Punkt erreicht, wo die Franzosen und die Briten dem tollen Treiben Einhalt gebieten wollten. Der damals vom Schatzkanzler amtierende Winston Churchill und Frankreichs Premier- und Finanzminister Pointcaré beschlossen zur Goldparität wie vor dem Krieg zurückzukehren. Grossbritannien sah sich somit einem enormen Goldabfluss ausgesetzt, da dies gleichzeitig eine Reduzierung des Geldumlaufs bedeutet, glitt das Land in eine schwere Deflationskrise. Die Wirtschaft war gelähmt durch einen der längsten Steiks der britischen Geschichte. Immer noch Weltmacht Nr. 1, riefen die Briten jetzt die Amerikaner zu Hilfe.

Um die massiven Goldabflüsse zu stoppen, sollten die Amerikaner ihre Zinsen auf das Niveau der britischen senken. Damit sollte das Ziel erreicht werden, ohne das heisse Eisen (angesichts der Streiks!) einer Zinserhöhung anfassen zu müssen. Die FED pumpte also auf Wunsch Grossbritanniens übermässig Papiergeldreserven in das US-Bankensystem und der Goldabfluss aus London wurde gestoppt. Der damit verbundene Liquiditäts- und Kreditüberschuss ergoss sich jedoch in die Börse und führte zu der bekannten Hausse. Zu spät konnte die überschüssige Liquidität abgesaugt werden – die Ungleichgewichte waren bereits zu gross. Der Rettungsversuch hatte einen unkontrollierten Schrumpfungsprozess zur Folge. Dies war die Ursache für die unausweichliche, ausgleichende Depression, die mit dem Crash von 1929 ihren Anfang nahm.

Phase IV: 1931 – 1945 / Fluktuierende Papierwähr. & WWII

Die Jahre der grossen Depression. Die keynesianische Wirtschaftstheorie war zur dominierenden Theorie geworden! Der Aktienmarkt brach zwischen 1929 und 1933 zusammen und der Dow-Jones-Index verlor über 90% seines Wertes. Sogar handfeste Vermögen wie Grundstücke wurden hart getroffen. Sowohl Wohnhäuser als auch Betriebsgebäude verloren bis zu 80% ihres ursprünglichen Wertes. Die meisten Waren erfuhren dasselbe Schicksal. Der Konsumentenpreisindex zwischen 1929 und 1933 fiel um 24%. Nur für Gold sah es gut aus. Sein Preis stieg um 75% von USD 20.67 auf USD 35.00 pro Unze nachdem Präsident Roosevelt 1933 das Gold der US Bevölkerung konfiszieren liess und im Anschluss daran den USD gegenüber Gold abwertete.

Vor 1933 beinhalteten die Noten der US Zentralbank das Versprechen in Gold eingelöst werden zu können. Später wurde dieser Teil der Abmachung jedoch abgeändert und man konnte eine Rechnung nur noch in „rechtmässiges Geld der Vereinigten Staaten“ umwandeln.

Wirtschaftler und Goldexperte John Exter beschrieb es wie folgt: „ Der Abschwung war so extrem, dass es Roosevelt vier Amtszeiten und einen Krieg kostete, da wieder raus zu kommen. 1933 stand die Arbeitslosigkeit bei 25%. 1937 war sie auf 15% gefallen aber zwischen 1938-38 erfuhr der Aktienmarkt ein weiteres Tief, die Wirtschaft geriet in einen erneuten Abschwung und die Arbeitslosigkeit stieg abermals auf 21%. Natürlich löste der Zweite Weltkrieg das Problem der Arbeitslosigkeit. Es ist nicht zu sagen, wie lange dies angedauert hätte, wäre da nicht der Krieg gewesen. „Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde Gold zu einem strategischen Handelsartikel. Der weltweite Goldhandel durch Privatpersonen und Unternehmen wurde gesperrt. Zur selben Zeit stiegen die Goldreserven der US Staatskasse, wegen dem Goldbarren Transfer für ausländische Einkäufe von militärischer Ausrüstung, weiter an.

Phase V: 1945 – 1968 / Bretton Woods System

Im Juli 1944 versammelten sich die Abgeordneten von 44 Länder in Bretten Woods um das nachkriegliche Währungssystem zu diskutieren. Gold und der US Dollar wurden als alleinige Leitwährungen bestimmt. Der USD war somit so gut wie Gold! Somit wurden alle Währungen von da an in Bezug auf, und in enger Verbindung zum US Dollar ausgedrückt. Der Dollar wiederum war immer noch am Gold fixiert. Da somit nur die Vereinigten Staaten Einfluss auf den Goldpreis nehmen konnten, waren alle anderen Nationen dazu gezwungen, ihre eigene Währung im Hinblick auf den Dollar auf- oder abzuwerten.

Unter dem Bretton Woods System hatten die USA die Verpflichtung, den Wert des Dollar aufrecht zu erhalten, indem sie unlimitierte Mengen von Gold für 35 USD pro Unze kauften und verkauften. Zusätzlich war ausgemacht, dass sie fremden Zentralbanken Gold auszahlen. Dieser Pflicht kamen die USA jedoch oft nicht nach, da sie sonst ihr gesamtes Gold verloren hätten. Diplomatischer Druck wurde ausgeübt um Goldentnahmen aus den USA zu verhindern. James Dines erinnerte daran, wie Präsident Johnson zum Beispiel Deutschland davon abriet, seine USD in Gold umzutauschen, indem er die Deutschen darauf hinwies, dass es US Truppen waren, die zwischen Deutschland und Russland standen.

Von da an war es den USA möglich ihre Schulden in USD aus dünner Luft zu schöpfen und mittels diesen Fiat-Money zu begleichen. Frankreichs Präsident, Charles de Gaulle, nannte dies das „exorbitant privilege“.

Im September 1949, auf dem Höhepunkt der amerikanischen Goldmacht, besass die US Staatskasse Gold im Wert von USD 24.6 Milliarden (zu 35 USD die Oz). Dies entsprach rund 700 Millionen Unzen oder 70% der gesamten Goldreserven aller Notenbanken der freien Welt. 10 Jahre später also 1959 waren die Goldbestände rein rechnerisch bereits aufgebraucht, da die ausländischen Dollarguthaben erstmals höher waren als der amerikanische Goldschatz. Hätten daher die ausländischen Notenbanken anstelle Dollars Gold nachgefragt, wären die Tresore in Fort Knox leer gewesen.

Phase VI: 1968 – 1971 / Niedergang Bretton Woods System

In den 60ern verlor der Dollar fortlaufend an Vertrauen und immer mehr Regierungen begannen, ihre Dollars in physisches Gold umzutauschen. Die französische Regierung kaufte für beinahe 3 Billionen Dollar Gold von der US Staatskasse, verschiffte den Grossteil des Goldes von Fort Knox nach Paris und stellte das Funktionieren des Bretton Woods Systems grundlegend in Frage. Der Londoner Gold-Pool, der errichtet wurde um den Goldpreis zu unterdrücken, scheiterte. Als Teil des ‚Washington Agreement‘ wurde schliesslich entschieden ihn zu schliessen und einen zwei stufigen Goldpreis zu errichten: einen für die Zentralbanken, der 35 USD betrug, und einen für den freien Markt. Zentralbanken war es untersagt auf dem freien Markt weder zu kaufen noch zu verkaufen. Dieses zweistufige System trennte für die nächsten sieben Jahre monetäres von nicht monetärem Gold.

Im März 1968 sanken die USD Goldbestände auf rund 10.5 Milliarden zum Preis von 35 USD pro Unze (im Vergleich zu 24.6 Milliarden USD in 1949). Noch im selben Monat hob der US Kongress die Vorgabe der obligatorischen 25% Goldreserve in der US Notenbank auf. Das Ende dieser monetären Tragödie wurde erreicht, als die Bank von England und die Schweizer Nationalbank 1971 die USA um Gold für ihre Dollars baten. Richard Salsman, amerikanischer Wirtschaftler und Dozent, schrieb in seinem Buch „Gold und Freiheit“, dass „sich bis 1971 mehr als die Hälfte der Goldvorräte, die den US Bürgern 1930 gewaltsam entrissen wurden, in den Tresoren von ausländischen Banken befanden. Dies war der grösste Bankraub der Weltgeschichte. Es geschah in Zeitlupe und das Ergebnis war bestimmt nicht von allen beteiligten Beamten so angestrebt worden.

Am 15. August 1971 reagierte Präsident Nixon, indem er das Goldfenster schloss. Von da an war es verboten anderen Zentralbanken Dollars, die im Ausland gehalten wurden, in Gold einzulösen. „Das Schliessen des Goldfensters war“, nach Salsman, „ein freundlicher Weg, die Goldzahlungen zu versäumen und gegen ein internationales monetäres Abkommen zu verstossen“. Salsman sagte auch: „ Als Gold 1971 ‚entmonetarisiert‘ wurde, dachten viele Goldkritiker, dass der Goldpreis auf unter 35 USD pro Unze fallen würde. Sie glaubten, der Papierdollar mache den Wert des Goldes aus, nicht umgekehrt.“ Die Vergangenheit zeigte, dass diese Aussage an Falschheit nicht zu übertreffen ist.

Phase VII: seit dem 15.8.1971 leben wir in einem „Papier-(Schein-)geld-System

Seit August 1971 wurde der Dollar zu einer ungedeckten Währung und die US Zentralbank war bemächtigt, diese monetäre Expansion nach Belieben auszubauen. Das Resultat ist, wie wir gesehen haben, ein enormer Anstieg der Schulden. Das Problem dieser Schuldenberge ist, dass sie schlicht nicht abbezahlt werden können. „Schulden sind“, wie John Exter einmal äusserte, „eine lustige Sache: sie müssen immer abbezahlt werden, wenn nicht vom Schuldner, dann vom Gläubiger, oder noch schlimmer, von den Steuerzahlern!“

Hier sehen wir nun die Entwicklungen der Preise, veranschaulicht in einem Diagramm von Ferdinand Lips und Jacques Trachsler aus ihrem Buch ‚Geld, Gold und die Wahrheit‘. Es wird verdeutlicht, wie beständig die Preise unter dem Goldstandard seit 1661 waren: 1914 waren sie nicht höher als 1661. Mit der unteren Darstellung wird klar, dass wir seit 1914 ein ernstes Problem haben.

Schlüsselstellen der Währungsgeschichte!

Schlussfolgerungen! Claudio

Bonus

Alan Greenspan

Bsp. Kaufkraftverlust

Abwertung Papierg. vs Gold_Bsp. Geldschö..

Bsp. Geldschöpfung1

Bsp. Geldschöpfung2

Bsp. Geldschöpfung 3

Bsp4

Bsp.5

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Die explizite Staatverschuldung entspricht dem Official government debt, also verbriefte Schulden zahlbar aus den aktuellen Staatseinnahmen.

Die Implizite Staatsverschuldung steht für unfunded liabilities und beschreibt insbesonder staatliche Zahlungsversprechen in Bezug auf Renten-, Pensions- und Medicareansprüche….) nicht eingerechnet sind die Schulden des privaten Sektors….

Wenn man sich dieses historische Verschuldungsniveau anschaut ist davon auszugehen, dass die Zentralbanken auch in Zukunft Geld drucken in einem Umfeld, das keine positiven Zinsen erlaubt…d.h. dass die Zinsen von der Inflation aufgefressen werden. Dies bedeutet, dass wir über die Hintertüre enteignet werden. Gleichzeitig ist es ersichtlich, dass diese Verbindlichkeiten nicht finanziert werden können. Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht!

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Claudio Grass ist Geschäftsführer von Global Gold AG in der Schweiz

http://www.globalgold.ch/

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5 Gedanken zu “Claudio Grass: Echtgeld vs Falschgeld!

  1. Interessant. Ist wirklich so. Es ist kein großer Segen wenn Preise steigen auch wenn die Güter als Assets werden bezeichnet… Zwischen mehr wert und höher bewertet respektive überteuert bepreist ist ein maßgeblicher Unterschied. Da darf sich der Mensch nicht verwirren lassen.

  2. Pingback: Smart Investor | SIW 6/2013: Wahrer Glaube und falsche Fuffziger

  3. Pingback: Wie ist Geld entstanden ? « volksbetrug.net

  4. Pingback: SilberNews – 04.02.13 – US-Silberproduktion stark gefallen | DER KLARE BLICK

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