Paranoides Gedankensystem? Nein, ein Justizskandal!

Korrupte Gerichte, eine Staatsanwaltschaft die trotz Beweisen nicht ermittelt, eine Ministerin die sowohl das Parlament wie auch und die Öffentlichkeit belügt… Schwarzgeldaffären… Viele Mitwisser, die schweigen… Ein Unschuldiger fast sieben Jahre weggesperrt…

(Auch wenn es Parallelen gibt, ich erzähle nicht von einem Fall aus Baselland CH, es ist in Bayern DE passiert!)

Im Jahr 2003 zeigt Gustl Mollath, aus Nürnberg, seine frühere Ehefrau und andere Bankmitarbeiter wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche an. Er behauptet, von der Filiale der HypoVereinsbank in Nürnberg sei systematisch Schwarzgeld reicher Kunden in die Schweiz verschoben worden.

Er nennt Zeugen und Täter, Namen von Kunden. Legt umfangreiche Dokumente vor. Überweisungsaufträge für Konten in der Schweiz mit dubiosen Namen wie „Seligstadt“ oder „DVD 6006“.

Doch die Staatsanwaltschaft in Nürnberg lehnt es ab, in der Schwarzgeldsache zu ermitteln. Stattdessen landet Gust Mollath in der geschlossenen Psychiatrie. Begründung: Die von Ihm angezeigten „Schwarzgeldverschiebungen“ seien Teil eines „paranoiden Gedankensystems“.

Merkwürdig: Die HypoVereinsbank hat seine Angaben sehr wohl ernst genommen. Bereits 2003 wurden interne Ermittlungen durchgeführt. Daraufhin Mollaths Ex-Frau und weitere Mitarbeiter entlassen. Was genau in dem Bericht steht war bisher geheim. Jetzt liegt Report Mainz dieser vertrauliche Sonderrevisionsbericht vor. Darin finden sich überraschende Ermittlungsergebnisse.

Detailliert werden „Abwicklungsmodalitäten des Vermögenstransfers“ beschrieben. Über einen „Direktversand per Wertpost von Nürnberg nach Zürich“ oder ein „Verrechnungsdepot bei der HYPO München 2 seien Gelder von Kunden in die Schweiz übertragen worden.

Es werden Millionenbeträge auf Schweizer Konten angesprochen. Überwiegend Gelder von Kunden aus dem Raum Nürnberg. Außerdem stellten die Prüfer einen Verstoß gegen das „GWG“ also Geldwäschegesetz fest. „Schwarzgeld“ sei „künstlich aufgesplittet“ worden. Das Geld stamme von einer allgemein bekannten Persönlichkeit.

Die genauen Ergebnisse dieser geheimen Untersuchung liegen der Staatsanwaltschaft und auch der Justizministerin vor. Die Staatsanwaltschaft äussert sich natürlich nicht dazu – beruft sich auf laufende Ermittlungen. Die Justizministerin, versucht den Skandal zu vertuschen und sagt auf Anfrage, ob die Vorwürfe von Mollaths zutreffen: „Soweit Sie verfolgbar waren, haben Sie sich nicht als zutreffend herausgestellt.«

Die Justizministerin wird natürlich keine Konsequenzen aus dem Skandal ziehen und behauptet, der Revisionsbericht habe ihr überhaupt nicht vorgelegen, als sie den Rechtsausschuss des Landtages informierte. Dafür hat sie aber sehr detailliert daraus berichtet.

Link: Komplette Revisionsbericht der HypoVereinsbank

Das komplette Interview mit der bayerischen Justizministerin Beate Merk

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3 Gedanken zu “Paranoides Gedankensystem? Nein, ein Justizskandal!

  1. Pingback: Das “System” Beate Merke – Peter Zwick. Bayern und Baselland! « etwasanderekritik

  2. Pingback: Ein “Paranoider” gewinnt gegen das korrupte System in Bayern! « etwasanderekritik

  3. Liebe Dani

    Genau diesen Beitrag meinte ich gestern! Erschütternd, was Herrn Mollath angetan wird. Und diese Arroganz der Ministerin Merk! Unglaublich

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