Ein (Ey)mann und die Medien

Fast alle Zeitungen in Raum Basel melden Christoph Eymann sei unschuldig und die Strafuntersuchung gegen ihn eingestellt. Eigentlich haben wir es gewusst, das ist ja keine Sensation.

Christoph Eymann hat es politisch nicht geschadet und er wird verdient wieder am 28. Oktober gewählt.

Medien zwar selbstkritisch, jedoch nicht alle

Sehr lobenswert ist der Beitrag von baz-Redakteur Raphael Suter auf der Seite 3 der Printausgabe. Er erklärt bzw. rechtfertigt die Rolle und die Berichterstattung der Medienlandschaft. Er hinterfragt auch baz kritisch  und entschudigt sich indirekt. So schreibt er: 

„Die Basler Zeitung war im Besitz der Dokumente und stellte sie ihrer Leserschaft detailliert vor. Immer mit dem Hinweis, dass für Christoph Eymann die Unschuldsvermutung so lange gelten muss, bis das Gegenteil bewiesen ist. Dieser gängige Zusatz mag ihm und seiner Familie in den vergangenen, schwierigen Wochen nur ein schwacher Trost gewesen sein. Die Anschuldigungen wogen zu schwer, um einfach zum Tagesgeschäft übergehen zu können. Zudem stehen Wahlen an…“

Auch die Basellandschaftlich Zeitung beschäfftigt sich indirekt mit der Rolle der Medien in diesem Fall.

„Gegenüber der bz gab sich Eymann denn auch erleichtert: «Jetzt geht die Arbeit wieder einfacher.» Es sei ihm nie schlecht gegangen, aber für seine Familie sei die Situation belastend gewesen. Viel habe Eymann dafür über die Arbeitsweise gewisser Medien gelernt: «Es ist die Aufgabe der Medien, Sachverhalte aufzudecken. Aber einige gehen dabei nicht mit der nötigen Sorgfalt vor», sagt er. Gerade bei einer Person wie D. M. hätte man vorsichtig sein müssen.“

Die TagesWoche bringt auch eine kurze Otto-Normalverbraucher-Meldung „Christoph Eymann entlastet“, jedoch von einer Entschuldigung ist keine Rede. Schade eigentlich – gerade die TagesWoche sollte sich wegen der geschmacklosen Fotomontage entschuldigen.

Nun sollten die Medien auch die Rolle der Justiz im Cosco-Fall kritisch unter Lupe nehmen. Es war und bleibt ein Armutszeugnis für die Justiz beider Basel.

P. S. Persönliches Mediencommuniqué von Regierungsrat Dr. Christoph Eymann

„Basel 10. Oktober 2012

Die Untersuchungen des ausserordentlichen Staatsanwaltes sind abgeschlossen, alle Anschuldigungen gegen mich sind haltlos. Der vom Regierungsrat eingesetzte ausserordentliche Staatsanwalt Simon Burger (leitender Staatsanwalt im Kanton Aargau) hat die Strafuntersuchung der gegen mich vorgebrachten Vorwürfe abgeschlossen. Alle Anschuldigungen gegen mich haben sich als unhaltbar erwiesen. Ich habe kein anderes Resultat erwartet, bin aber trotzdem froh, dass damit von neutraler und offizieller Stelle die Haltlosigkeit der Vorwürfe bestätigt wird. Wohl mit dem Ziel, meiner Integrität als Regierungsrat in der Öffentlichkeit zu schaden, wurden von D.M. und seinen Komplizen unhaltbare und absurde Unterstellungen und Anschuldigungen geäussert. Zu all den Lügen wurden auch gefälschte Dokumente als „Beweise“ präsentiert. D.M. ist in der sogenannten „Cosco-Affäre“ verurteilt worden und verbüsst derzeit eine mehrjährige Gefängnisstrafe. Seine Anschuldigungen gegen mich haben dazu geführt, dass der Regierungsrat einen ausserordentlichen Staatsanwalt mit der Untersuchung der Vorwürfe beauftragt hat. Dies ist das ganz normale Vorgehen, sobald einem Regierungsmitglied strafrechtliche Verstösse vorgeworfen werden. Der ausserordentliche Staatsanwalt kommt zum Schluss, dass sämtliche Vorwürfe gegen mich vage, widersprüchlich und unglaubwürdig sind. Insbesondere die Unterstellungen, ich sei in den „Cosco“-Fall involviert gewesen und hätte Schweigegeld bezahlt, mit dem dann eine Hanfplantage finanziert worden sei. Eine von D.M. als „Beweis“ präsentierte Quittung über CHF 10’000 erscheint als Fälschung. Auf den früher von D.M. geäusserte Vorwurf, ich hätte ihm mit Nachteilen gedroht, falls er seine Anschuldigungen gegen mich publik mache, wurde vom ausserordentlichen Staatsanwalt gar nicht erst eingegangen, da D.M. sich bei der Einvernahme geweigert hat, diesen Vorwurf zu konkretisieren. Ich wiederhole nochmals in aller Deutlichkeit, dass ich besagten D.M. weder kenne noch mich je mit ihm getroffen oder ihm Geld gegeben habe, auch nicht über angebliche Mittelsmänner. D.M. hatte mir bereits im Februar 2011 einen Brief mit Anschuldigungen geschickt. Diesen übergab ich umgehend der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt, die bereits seit längerem ermittelt im Zusammenhang mit anonymen, per Email verbreiteten Verleumdungen gegen mich. Ein Zusammenhang zwischen diesen Mails und der aktuellen Verleumdungskampagne scheint sehr wohl möglich. Die letzten Wochen waren für meine Familie und mich belastend. Im Wissen darum, dass ich mir nichts vorzuwerfen habe, war ich trotzdem gezwungen, Zeit und Energie dafür aufzuwenden um neben meiner täglichen Arbeit mit der grossen medialen Aufmerksamkeit umzugehen, welche diese Anschuldigungen ausgelöst hatten. Dass ich mein Arbeitspensum trotzdem gut erledigen konnte, verdanke ich der Unterstützung meiner Mitarbeitenden im Departement, vor allem auch meiner Assistentin Ursula König. Sie hat zudem die Fälschung eines angeblichen Beweisstückes entdeckt. Für meine Familie und Freunde, besonders aber für meine Kinder, gab es durch die Berichterstattung in den Medien immer wieder bedauerliche Momente von Unsicherheit und Angst. Die zahlreichen Sympathie- und Solidaritätsbekundungen, aus der Öffentlichkeit wie aus dem privaten Umfeld, haben uns aber geholfen und uns gestärkt. Diese Erfahrungen haben mir auch gezeigt, wie angreifbar und verletzlich wir als Regierungsmitglieder sind, wie leicht und wie schnell man durch völlig unhaltbare und absurde Anschuldigungen diskreditiert werden kann und wie aufwändig es ist, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Sehr erfreut bin ich darüber, dass keine politische Partei versucht hat, die Situation im Wahlkampf zu meinem Schaden auszunutzen. Im Gegenteil, die meisten Parteien und viele Politikerinnen und Politiker haben diese Verleumdungskampagne klar verurteilt. Ich freue mich, dass ich mich jetzt wieder ganz auf meine Arbeit als Vorsteher des Erziehungsdepartements, als Mitglied der Regierung des Kantons Basel-Stadt und in wichtigen nationalen bildungspolitischen Gremien konzentrieren kann.

Regierungsrat Dr. Christoph Eymann

Vorsteher Erziehungsdepartement Basel-Stadt“

 

 

 

 

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