Christoph Mörgeli: Richtungswechsel?

Christoph Mörgeli charakterisierten sowohl seine Anhänger als auch seine Gegner als hochintelligenten, dynamischen, scharfsinnigen Mann, einen Strategen, zuverlässig, leistungs- und zielorientiert, effizient, top vorbereitet, wacher Geist, kein einfacher Gegner.

Seit einiger Zeit präsentiert sich ein anderer Christoph Mörgeli. Die Berichte der Rundschau (19.09.2012) und von Schweiz aktuell (17.09.2012) zeigen, dass sich sein ganzes Verhalten und sein Wesen stark verändert haben. Er zeigt sich uneinsichtig und sucht nach Ausreden und Rechtfertigungen. Sein komplettes Erscheinungsbild hat sich verändert, die Augen getrübt, die Haare ungepflegt, er wirkt abwesend. Fragen beantwortet er so, als ob er sie nicht wirklich verstanden hat. 

Untypisch ist auch für ihn, dass er nur noch reagiert und nicht mehr agiert wie früher.

Nun spekulieren die Medien, die Politiker (manche mit Schadenfreude) und die Öffentlichkeit über die Ursache. Es ist die Rede von einem Komplott, Verschwörung gegen die SVP, Mörgeli redet von Mobbing etc.

Könnte es nicht eine andere Erklärung für diese gravierende Wesensveränderung von Christoph Mörgeli geben?

Tatsache ist, dass er im Dez. 2008 einen schweren Autounfall hatte. Seine Rückenverletzung war so schwer, dass sie zeitweise Lähmungserscheinungen verursachte.

In der Sendung Schawinski vom 24.10.2011 (ab der Minute 20:55) auf die Folgen seines Unfalls angesprochen sagte er u. a:

„Ich habe gewisse Nachfolgeschäden, die wahrscheinlich auch nicht völlig verschwinden.“

Schawinski: „Nehmen Sie noch Medikamente?“

„Ich nehme noch Medikamente, die einfach die Nervenschmerzen ein wenig dämpfen.“

„Es gibt Leute, die sagen, ich sei ruhiger geworden, ich sei etwas abgeklärter.“

Nervenschmerzen werden in der Regel mit verschreibungspflichtigen Opiaten behandelt. Opiate sind unbestritten die besten Anästhetika und Analgetika die die Medizin kennt. Sie wirken dämpfend auf die Schmerzen haben aber auch bei längerer Einnahme gravierende Nebenwirkungen. Nach kurzer Zeit beginnt ein biologischer Abhängigkeitsprozess. Die Wirkstoffe dieser süchtig machenden Medikamente übernehmen schleichend die Regie über das Tun und Wollen!

Könnten/sollten obige Überlegungen zutreffen, bräuchte Mörgeli keine (politischen) Scheindebatten, sondern Hilfe und gute Freunde, die den Mut haben zu handeln. Christoph Mörgeli hätte es verdient, dass sowohl die Medien als auch die politischen Gegner verantwortungsvoll und überlegt mit diesem Thema umgehen würden.

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5 Gedanken zu “Christoph Mörgeli: Richtungswechsel?

  1. Pingback: 2.0 Mörgeli braucht Hilfe und keine Gaffer! « etwasanderekritik

  2. Zur Richtigstellung: Opiate werden nicht als Anästhetika verwendet. Klar haben sie eine beruhigende Wirkung, aber sie sind viel zu schlecht steuerbar. Hingegen sind sie wirklich die potentesten Analgetika, nach wie vor. Beunruhigend ist aber der Irrglaube, dass Opiate bei korrekter Verwendung eine Abhängigkeit verursachen. Bei opiatbedürftigen Schmerzen entsteht keine Abhängigkeit, ganz im Gegensatz zur Konsumation ohne Schmerzen, die den Opiaten ihren leider zweifelhaften Ruf in der Bevölkerung einbrachten.
    Falsch ist auch die Aussage, Opiate hätten bei längerer Einnahme gravierende Nebenwirkungen. Sie verursachen vor allem Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung, gelegentlich auch Juckreiz. Diese Nebenwirkungen nehmen allerdings bei längerer Therapie eher ab. Im Gegensatz zu anderen Schmerzmitteln haben Opiate keine schädigende Wirkung auf Organe, auch nicht bei langer Anwendung. Schlussendlich sind sie Abkömmlinge körpereigener Substanzen (Endorphine) und werden dementsprechend gut toleriert.
    Die Veränderungen Mörgelis deshalb nur medikamentös zu begründen scheint deshalb etwas zu einfach zu sein. So ein schwerer Unfall kann zum Beispiel durchaus zu einer posttraumatischen Belastungsproblematik mit Wesenveränderung führen. Vielleicht hat er auch einfach weitsichtigeres und toleranteres Denken nach dem Unfall gelernt und bemerkt, dass er dieses Denken mit seiner politischen Orientierung nicht vereinbaren kann…

    • @Toggi: Genau das sagen viele Ärzte in der Schmerztherapie. Auf diese Art wird die Abgabe von Opiaten zur Schmerzbekämpfung verharmlost. Tatsache ist, dass die Einnahme von Opiaten abhängig macht mit allen den bekannten Nebenwirkungen. Es entsteht eine Art „Schmerz-Belohnungs-Prinzip“. Die neuesten Forschungen zeigen, dass schmerzstillende und suchmachende Wirkung nicht zwei verschiedenen Rezeptoren zugeordnet werden können. Hat die Droge (und Opiate sind legale Drogen auf Rezept) erst einmal das Gehirn und das Leben eines Menschen in seiner Gewalt gebracht, setzt sich ein Räderwerk in Gang. Ein biologischer aber auch psychologischer Mechanismus. Es besteht ein gewaltiges Unterschied zwischen einem körperlichen Verlangen und einer Sucht. Rausch, den die Opitate verursachen, wird zum Lebensmittelpunkt eines Menschen. Z. Bsp. Ein Diabetiker ist von seinem Insulin körperlich abhängig. Diese Abhängigkeit verursacht keine Wesens- und Persönlichkeitveränderung.
      Ein süchtiger Mensch kann seine Sucht nicht vergessen, es entsteht ein enormer psychische Druck, undabhängig von den Schmerzen, weitere Opiate einzunehmen. Es entsteht ein Teufelskreis aus mehr Schmerzen, mehr Medikamenten. Auch das Nachlassen der Schmerzen würde das Verlangen nach Opiaten nicht reduzieren. Es entsteht eine zerstörerische Leidenschaft.
      Opiate wurden Anfang des 20. Jahrhundert nicht ohne Grund verboten und später dem Betäubungsmittelgestzt (heute Heil- und Betäubungsmittelgesetz)unterstellt.

    • Ich kannte Opfer von Autounfällen, die jahrelang Tramal bekamen, davon abhängig wurden, die Dosis immer weiter erhöht bekamen und am Schluss fürchterlich unter dem Entzug litten.

      Die Frage, ob der Mann diesen Unfall einfach so wegstecken wird, habe ich mir damals auch gestellt. Vielleicht müsste die SVP bei der Scheininvaliden-Diskussion über die Bücher.

  3. Man kann dies auch so sehen… Viele Schwerkranke bekommen solche Schmerzmittel vom Arzt verschrieben. Sein Arzt hat auch Verantwortung, falls er ihm solche Medikamente zum Schlucken verschrieben hat. Eigentlich sollte er (Mörgeli) nicht mehr Autofahren, politisieren und andere lebensgefährdende Tätigkeiten ausüben.

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