Nichtraucher-Utopie!

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
(Fremde Feder: Markus Krueger)
 
Es ist das das Jahr 2015 und ich probe mal wieder den zivilen Ungehorsam, ganz für mich allein. Ich habe mir nämlich eine meiner geliebten Havannas angesteckt, die ich vor Jahren, als sie noch legal waren, im Keller gehortet hatte. Genüsslich paffe ich den Rauch in den freien Himmel über meinem Gartensitzplatz. Natürlich habe ich mich zuvor versichert, dass sich keine Passivraucher in der Gefahrenzone um mich herum befinden. Der Feuerwehr habe ich einen Znüni spendiert, damit sie ob meinem Räuchlein nicht ausrückt. Über mir zieht ein Mäusebussard seine Kreise. Sind seine Rufe nicht schon etwas heiser geworden? Ganz wohl ist es mir nicht dabei.
Immer wieder schaue ich zur Strasse hinunter, ob nicht die mobile Eingreifpatrouille der Lungenliga anrückt. Mit ihren hochmodernen Systemen können sie Spuren von Tabak orten, die mehrere Kilometer entfernt sind. Gerade letzte Woche hat eine Drohne der Antifetttruppen eine illegale Pommes-Frites-Bude entdeckt, obwohl diese im Keller eines Biolädelis perfekt getarnt war. Frittieren ist seit einem Jahr streng verboten, weil ungesund.
 
Mein Blick schweift hinüber zum nahen Weinberg. Oder besser, was von ihm übrig ist. Nämlich nichts. Letzten Monat wurden die letzten Reben ausgerissen und im Hochsicherheitsofen verbrannt. Wer noch Alkoholvorräte zu Hause hatte, musste diese bei der Giftsammelstelle entsorgen. Nun lässt der Bund alle privaten Keller durchsuchen, ob nicht jemand noch ein Tröpfchen des tödlichen Zeugs versteckt hält. Hoffentlich finden Sie meine Zigarren nicht.
 

Damit dies eine Utopie bleibt, stimme ich am 23. September Nein zum radikalen, flächendeckenden Rauchverbot.

Das geltende Gesetz ist streng genug und bietet Hand für ein Nebeneinander von Rauchern und Nichtrauchern.

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4 Gedanken zu “Nichtraucher-Utopie!

  1. Ich finde es gut, dass das Rauchen durch die vielen Reglementierungen immer weiter beschränkt wird. So wird die schädliche Selbstverständlichkeit des Überall-Qualmens allmählich immer anstößiger. Raucher kommen immer mehr unter Rechtfertigungsdruck gegenüber den vielen, die das stört und werden so gezwungen, sich mit ihrem Laster auseinanderzusetzen. Zigaretten zu rauchen ist eben kein harmloses Hobby wie Tee trinken.

    In meiner Praxis bestätigt mir jeder aufhörwillige Raucher, dass die Verbote und Einschränkungen eine große Hilfe seien, das Rauchen endgültig zu beenden. Und da sieht man doch: „Der Zweck heiligt die Mittel!“ Jedenfalls in diesem Zusammenhang…

  2. mir tun die chirurgen leid, die einem süchtigen den brustkorb öffnen müssen um an der schwarzen stinkenden raucherlungenflügel herum schnipseln zu können.

  3. Hier ist meine Utopie: Wann immer ein Idiot Tabak & Feuer hervorholt, kommen genervte Mitmenschen und schlagen den Flegel mit dicken Knüppeln zu Brei.
    Und Schreiberlingen, die Unsinnsartikel wie obigen schreiben, werden öffentlich gekreuzigt.
    An den Brücken und Laternenpfählen hängen Aktionäre und Manager von Zigarettenfabriken – für jederman sichtbar zur Abschreckung.
    Besitzer von Agenturen, die für die Tabakmafia Meinungsmache betrieben haben, hat man gezwungen, Roundup zu trinken.
    Bekannte Rockstars und Schauspieler, die Schleichwerbung für das Rauchen gemacht haben, hat man dicke Zigarren zu essen gegeben, bis sie grün im Gesicht waren.

    Jahre später sehen Papa und Sohn einen Klassiker im Fernsehen: Casablanca von 1941. Der Sohn – lassen wir ihn 12 Jahre alt sein – fragt: Papa, was haben diese Leute da für ulkige Dinger im Mund?
    Papa: Ach weißt du, das war so eine komische Sache, sich getrocknete Blätter anzukokeln und den Rauch einzuatmen. Ist aus der Mode gekommen, wahrscheinlich, weil es so gestunken hat…

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