Lieber Martin Leschhorn…

Sie kämpfen engagiert und mit allen Mittel für die Initiative „Ja zum Schutz vor Passivrauchen“. Dabei bedienen Sie sich auch solcher Aussagen:

• “ Der Hintergrund der Initiative ist aber sehr wohl interessant, ja brisant. Die InitiantInnen aus Gesundheitskreisen reagierten mit der Initiative auf einen völlig unzureichenden Gesetzgebungsprozess auf Bundesebene. In den parlamentarischen Debatten rund um das „Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen“ wurden sämtliche griffige Bestimmungen rausgekippt. Die Tabaklobby hat auf die Bürgerlichen Druck gemacht und das Gesetz komplett verwässert. Damit wird der Geist der WHO Tabakkonvention verletzt, welche das Recht auf Gesundheit vor das Recht auf Profit stellt.“
oder
• “ Nun erwartet uns also einen Abstimmungskampf, in dem uns eine pseudo-libertäre Argumentationsweise um die Ohren geschlagen wird. „Ich will mich nicht bevormunden lassen!“, für „meine Gesundheit bin ich selbst verantwortlich.“
oder auch:
• „Richtig, liebe Genossinnen und Genossen, ich möchte mich nicht bevormunden lassen. Richtig, ich möchte auch nicht, dass die Tabak-, Alkohol- und Ernährungsindustrie die Politik bevormundet.
Wehren wir uns also gegen diese Bevormundung – bleiben wir als SP Basel unserer Politik treu und stellen das Recht auf Gesundheit über das Recht auf Profit und sagen auch diesmal JA zum Nichtraucherschutz.“.

Mit Ihren Aussagen unterstellen Sie permanent allen liberal denkenden Menschen, sie seien von der Tabaklobby beinflusst worden und suggerieren damit, ihnen sei die Gesundheit egal!

Lieber Martin Leschhorn
Hier mein liberales Statement:

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6 Gedanken zu “Lieber Martin Leschhorn…

  1. Herr Leschhorn, Herr Fox

    Beide Argumentationen finden bei mir Anklang. Ich bin selber Raucher und möchte mich daher in diese Debatte einbinden.

    Tatsache ist, dass sich viele gastronomische Kleinbetriebe in meiner näheren Umgebung seit Anfang der „Anti-Raucher Kampagne“ von zum Teil schwer verkraftbaren Einbussen zu schützen versuchen, welche darauf basieren, dass Stammgäste (welche meist Raucher sind) den Lokalen fernbleiben. insbesondere ist es ein verhältnismässig geringer Teil von Nichtrauchern welche diese Lücke von Kunden seit dem anfänglichen Rauchverbot ansatzweise füllen.

    Ich für meinen Teil halte mich, nach Möglichkeit, an möglichst freien Orten auf, um weder Kinder oder allenfalls Gesundheitlich angeschlagene Menschen dem Rauch auszusetzen.

    Wohin aber die Initiative zielt, ist es dass Raucher gesellschaftlich ausgeschlossen werden. Markierte Raucherzonen an Bahnhöfen oder Plätzen werden darauf hinaus laufen, dass eine strikte Trennung stattfindet.

    Jeder Raucher hat sich selber dazu entschieden anfangen zu rauchen. genauso, kann sich jeder Nichtraucher entscheiden den Rauchern fern zu bleiben.

    Freundliche Grüsse

    Sebastian Moser

  2. Herr Leschhorn, besten Dank für Ihre ausführliche Antwort.

    mir liegt es fern, Sie auf irgendwelche Weise anzugreifen, da dies nicht meine Absicht war und ist. Sollten Sie sich trotzdem von mir angegriffen fühlen, dann bitte ich Sie hier in aller Form um Entschuldigung, da, wie Sie richtig folgern, so kein Blumentopf gewonnen wird. Mir ist das wirklich bewusst.

    Wie schon erwähnt, gibt es bereits einen verschärften Nichtraucherschutz, der bereits über 90% der öffentlichen Räume einschliesst, was für mich somit bedeutet, dass es genügend Möglichkeiten gibt, dem Rauch nicht begegnen zu müssen. Eine weitere Verschärfung und die Forderung danach wirft für mich natürlich Fragen nach den Beweggründen der Befürworter auf, wie Sie sicherlich nachvollziehen können.

    Sie schreiben auch, dass es Regeln für den Schutz von Passivrauchen in Innenräumen geben soll, aber es ist ja nicht so, dass keine Regeln für diesen Fall existieren. Wenn Sie aber fordern, dass überall und in jedem Fall nur noch Nichtraucherzonen sind, dann ignorieren Sie meiner Meinung nach die Tatsache, dass etwa 25% der Bevölkerung raucht und widersprechen somit dem Prinzip des öffentlichen Raums zugunsten der ‚grösseren‘ Gruppe. Somit kann dieser Raum ja nicht mehr als öffentlich bezeichnet werden.

    Sie sagen, dass es keine Rolle spielt, ob Sie Auto fahren oder rauchen und hier kann ich Ihnen nicht folgen, da eine geforderte Massnahme bei anderen diese erst durch mein eigenes Handeln überhaupt nachvollziehbar macht.

    Wenn Sie also den Effekt des Rauchens als Grund für noch mehr Regulierung nehmen, dann müssen Sie aus meiner Sicht konsequenterweise alle Faktoren, die zu gesundheitlichen Schäden der Lunge, Herz/Kreislauf usw. führen, mitberücksichtigen, was faktisch eigentlich nicht möglich ist. Einfach eine Rosine aus dem Kuchen zu picken, aber die übrigen Faktoren zu isolieren, führt zu einseitigen Betrachtungsweisen und kann ebenfalls helfen, Fakten nach Belieben auszulegen, was auch gefährlich werden kann.

    Denn wenn die Argumente der Befürworter wirklich in sich schlüssig sind, dann brauche ich kein Monopol, um diese durchzusetzen und wenn diese nicht schlüssig sind, dann hilft mir das Monopol eben auch nicht bei der Durchsetzung, da ich dann auf Zwänge basierend einfach mein Anliegen durchdrücken will. Darum habe ich auch die Gegebenheit erwähnt, dass in meinem direkten Umfeld bereits eine Verschlechterung der Situation eingetreten ist, also die bereits existierenden Massnahmen nicht greifen.

    Ich bin bei Ihnen für ein tolerantes Miteinander und ich bin ebenso dafür, dass Lösungen für beide Seiten angestrebt werden. Mit mehr Verboten der einen gegen die anderen widersprechen wir der Toleranz und erreichen schon gar nicht das Gewünschte.

    Sie erwähnen den Staat, der dieses Anliegen durchzusetzen hat. Da der Staat als reines Konzept per se nicht existiert, sondern lediglich eine Gruppe von Leuten repräsentiert, die zudem ein Gewaltmonopol innehaben, wird hier ein Widerspruch sehr deutlich. Dieses Gewaltmonopol einzusetzen, um das Verbot durchsetzen zu können, wird, wie auch zum Bsp. die Prohibition in den U.S.A. deutlich gemacht hat, nicht funktionieren, da es auf dem Zwang und Widerspruch der Gewalt und des Verbots basiert, die in sich nicht schlüssig sind. Das und nur das ist mein Anliegen.

    Besten Dank nochmals und freundliche Grüsse

    Claude Fox

  3. Liebe Dani Brandt

    Na da scheine ich ja einen wunden Punkt getroffen zu haben… Lassen Sie mich die Argumentation nochmals präzisieren.

    Ich unterstelle im ersten Punkt nicht allen liberal denkenden Menschen, dass sie von einer Lobby beeinflusst worden seien. Ich sage aber sehr wohl, dass bürgerliche Politiker sich von dieser Lobby in der Gesundheitspolitik beeinflussen lassen. (hier zur Mitgliederliste der federführende Organisation: http://www.awmp.ch/mitglieder-awmp.html).

    Im zweiten Punkte unterstelle ich ebenfalls niemandem irgendwas, sondern ich charaktersiere den gegenwärtigen Diskurs als pseudo-libertär (und nicht pseudo-liberal). Damit unterstreiche ich, dass es eben beim Schutz vor Passivrauchen gerade nicht um liberal oder nicht-liberal geht. In öffentlichen Räumen das Rauchen zu regulieren, zielt nicht auf ein individuelles Verbot, sondern auf die Schaffung von Regeln im Umgang mit dem Rauchen für den öffentlichen Raum, der ja allen gehört. Dass dies gesundheitspolitisch ein sehr effektiver Ansatz ist, beruht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.

    Aus einer liberalen Position, wie ich sie verstehe, geht es eben darum, den Zugang des öffentlichen Raumes für alle offen zu halten – auch für Kinder, AsthmatikerInnen oder Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Den Schutz vor Passivrauchen zu verhindern heisst, diesen Menschen den Zugang zu diesen Räumen zu verbieten.

    Liebe Frau Brandt, Sie dürfen mir gerne blödes Gerede unterstellen wie Sie es mit Ihrem reichlich deplazierten Bild tun. Nur so viel: Meine Überlegungen basieren nicht auf irgendeinem fundamentalistischen Verbotskomplex sondern beruhen auf meiner Arbeit zu Fragen der globalen Gesundheitspolitik. Die chronischen Krankheiten sind längst nicht mehr nur bei uns eine grosse Herausforderung sondern auch im globalen Süden. (vgl. unser online-Dossier: http://www.medicusmundi.ch/mms/services/dossiers/chronische-krankheiten-die-globale-epidemie) Nur haben die Menschen in diesen Ländern ein zu schwaches Gesundheitssystem um diese anstehende Krise zu bewältigen. Die Tabak- und Ernährungsindustrie spielen eine Schlüsselrolle, um den Kampf gegen die nicht-übertragbaren Krankheiten zu gewinnen. Regulierungen bei uns spielen für die GesundheitsaktivistInnen in diesen Ländern eine zentrale Rolle im Kampf für eine effektive Präventionspolitik.

    Ich weiss. liebe Frau Brandt, eine globale Perspektive macht das ganze halt sehr viel komplexer um es im Rahmen einer einfaches hier liberal dort nicht-liberal Debatte abzuhandeln.

    Aber als liberal denkender Sozialdemokrat glaube ich durchaus mit Ihnen an die Kraft der Aufklärung.

    Herzliche Grüsse

    Martin Leschhorn Strebel

    • @Martin Leschhorn:

      1. An der Haltung der Mitglieder der Allianz der Wirtschaft für eine massvolle Präventionspolitik (AWMP) kann ich nichts Verwerfliches entdecken. Die Allianz vertritt ihr Interesse transparent und plädiert für Vernunft. Herr Leschhorn, Sie machen auch Lobbyarbeit für die Lungenliga. Ich nehme an, Sie werden dafür auch entlohnt!
      2. Es geht wohl um liberal oder nicht liberal – und wie! Es ist zu unterscheiden, was ein öffentlicher Raum ist. Zu den öffentlichen Räumen gehören u.a. Steuerverwaltung, Einwohneramt, Polizeiposten, Rathaus usw. Dass dort nicht geraucht werden sollte, stellt niemand in Frage – da diese Räume allen gehören, weil sie mit Steuergeldern finanziert werden.
      Ist aber ein Restaurant/Bar ein öffentliches Gebäude? Nein, ist es nicht und es gehört nicht allen, sondern nur denjenigen die Kapital investiert haben – Privat-Eigentum. Es würde reichen, wenn sich die Wirte verpflichten an den Eingangstüren ein Schild aufzuhängen mit Raucher- oder Nichtraucherbetrieb; so wie es mit Rollstuhlzeichen gemacht wird. Dann kann sich jeder entscheiden ob er den Innenraum betreten möchte oder nicht! So einfach sieht die praktische Lösung aus, lieber Herr Leschhorn.
      3. Karl Raimund Popper, der sich über vermeintliche Wissenschaftler ärgerte, die nichts zu sagen haben aber das „Nichts“ so kunstvoll verpacken, dass der Eindruck von etwas ganz Gewichtigem entsteht würde Ihren Satz „Dass dies gesundheitspolitisch ein sehr effektiver Ansatz ist, beruht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.“ als aufgemotzte Trivialität bezeichnen.

      4. An Ihrer Position kann ich nichts liberales entdecken. Im Gegenteil! Wieso fühlen Sie sich dazu berufen die Kinder, Asthmatiker oder Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schützen? Die Eltern sind wohl in der Lage ihre Kinder selber zu schützen indem sie sich überlegen welches Restaurant sie mit den Kindern besuchen oder nicht. Auch Asthmatiker und Herz-Kreislauf-Kranke wissen, dass Rauch für sie schädlich sein kann und setzen sich nicht absichtlich den Gefahren und Leiden aus. Und wenn ja, dann sind sie selber schuld!

      5. Ich gehe davon aus, dass Sie ein Gutmensch sind aber Ihre Behauptung „Den Schutz vor Passivrauchen zu verhindern heisst, diesen Menschen den Zugang zu diesen Räumen zu verbieten.“ ist zu viel des Guten.

      6. Die chronischen Krankheiten und globalen Gesundheitsprobleme lösen Sie nicht mit dieser Initiative. Wenn Sie sich schon über globale Gesundheitspolitik Überlegungen machen, dann denken Sie bitte auch global und verhältnismässig.

      7. Langfristig erreicht man mit der Aufklärung (kritischem Denken) bedeutend mehr als mit der Regulierung.

      8. Welche Qualifikation besitzen die „GesundheitsaktivistInnen“ eigentlich ausser, dass sie aktiv sind?

      Ja Herr Leschhorn, ich glaube an DIE Aufklärung.

      An Kants Aufklärung!

      Herzliche Grüsse
      Dani Brandt

      • Sehr geehrter Herr Leschhorn

        wie Sie im letzten Satz richtig sagen, ‚an die Kraft der Aufklärung‘. Ein Verbot steht jedoch im Gegensatz dazu, da es auf Zwängen basiert und somit eine Aggression inne hat. Eine Aggression ist in sich unschlüssig, was ich Ihnen auch beweisen kann, wenn Sie darauf bestehen.
        Zudem basiert ja ein Verbot auf dem Prinzip, dass der eine dem andern glaubt sagen zu können, was dieser zu tun hat, was ebenfalls in sich widersprüchlich ist und ich Ihnen ebenfalls beweisen kann.
        Ihre Absichten in Ehren, aber auf diese Weise werden Sie gar nichts erreichen und das ist ebenfalls Fakt.

        Wenn Sie dazu vom öffentlichen Raum sprechen, der, wie Sie schreiben, allen gehört, aber dann Gewisse doch ausgeschlossen werden müssen, dann offenbart sich hier schon Ihre Gesinnung. Wer ist denn Ihrer Meinung als nächster dran, von diesen Räumen ausgeschlossen zu werden? Verstehen Sie mich hier nur nicht falsch, ich bin auch dafür, dass der Schutz gewährleistet sein muss, aber dies ist ja bereits zu über 90% der Fall…..wenn also 25% der Bevölkerung raucht und über 90% des öffentlichen Raums bereits zugunsten Ihrer Ansichten ausgelegt ist, dann stimmt das Verhältnis bereits nicht mehr. Ich kann mit den bisherigen Regeln gut leben, aber irgendwann muss schluss sein, ansonsten laufen Sie Gefahr, dass – sollten Sie ein Auto fahren – ich Ihren ‚Luftveredler‘ getreu Ihrer Gesinnung per Gesetz ‚verbieten‘ lassen will.

        Ihre Arroganz Dani Brandt gegenüber gipfelt in folgendem Satz: ‚Ich weiss. liebe Frau Brandt, eine globale Perspektive macht das ganze halt sehr viel komplexer um es im Rahmen einer einfaches hier liberal dort nicht-liberal Debatte abzuhandeln.‘
        Sie glauben anscheinend, dass Sie hier den vollen globalen Durchblick haben, eine Mär, wie ich Sie aus den Märkten und Ihren selbsternannten ‚Wissenschaftsvertretern‘ auch immer vernehme. Die Resultate dieser ‚Experten‘ sprechen dann aber eine andere Sprache. Würden Sie Komplexität nur ansatzweise versuchen zu verstehen, statt einfach Parolen und Konzepten hinterher zu rennen, dann würden Sie zumindest merken, dass Sie ein Anliegen zwar aufgreifen, aber nicht mit Zwang durchsetzen können.

        Welcher politischer Gesinnung Sie angehören, interessiert mich dabei überhaupt nicht und wenn Sie das Wort liberal wirklich leben würden, dann wären Sie schon gar nicht unterwegs, andern vorzuschreiben, was Sie Ihrer Ansicht nach zu tun und zu lassen haben. Sie stehen hier auf wackligen, sehr widersprüchlichen Beinen. Sie bedienen sich netter Worte und Konzepte, aber ich denke dass der Vater des Gedanken einen anderen Ursprung hat.

        Wir haben bereits über 90% Nichtraucherschutz und somit genügend Möglichkeiten, dem Rauch aus dem Weg zu gehen, aber anscheinend genügt Ihnen das nicht. Vielleicht nähren Sie sich aus der Illusion, dass wenn Sie keinen Raucher mehr sehen, es auch keine mehr real gibt und somit alle Probleme gelöst sind. Ich frage mich, was dann der nächste ‚Feind‘ ist, der Ihrem Tag Struktur geben soll?

        Frei zu sein ist meiner Meinung nach Freiheit von Illusionen, etwas dass ich Ihnen empfehle, zu überdenken.

        Sie argumentieren hier wie die meisten auf den Effekt, also die Folgen, die zum Teil sogar stimmen, aber um das geht es nicht, sondern nur darum, ob Verbote, Zwänge und Aggressionen richtig oder falsch sind. Da Verbote ja auch durchgesetzt werden müssen, sind diese in der Folge dann mit Zwängen und/oder Aggressionen belegt. Und wie schon erwähnt, ist dieses Konzept beweisbar nicht schlüssig, da es einem Widerspruch zugrunde liegt.
        Zudem habe ich Daten, die bereits jetzt belegen, dass trotz der bereits existierenden Gesetze eine Verschlechterung der Situation eingetreten ist. Diese Daten stammen aus meinem direkten Umfeld, sind belegbar und nicht der Studie einer Lobby entsprungen.

        Ich bin bei Ihnen, was die Prävention und die Aufklärung anbelangt, aber wie Dani Brandt richtig folgert, muss kritisch nachgedacht werden. Mit Propaganda kommen wir nicht weiter.

        Zudem sind Menschen nicht nur vernunftgesteuert, da eben viele Sachen, die ungesund sind, auch Spass machen. Vielleicht liegt ja hier einer der Gründe für Ihren Tatendrang….

        Tja, wenn wir keine Lösungen finden, dann müssen wie immer Gesetze ran, richtig? Haben Sie sich schon mal überlegt, dass es auch gar keine abschliessende Lösung geben kann? Wir müssen mit solchen Tatsachen leben, denn dies ist ein Teil des Mensch seins. Ansonsten müssten Sie sich vielleicht auch dafür stark machen, den Tod zu verbieten, denn der ist nachweislich äusserst schädlich für das Leben aller Menschen….

        In diesem Sinn

        Freundliche Grüsse

        Claude Fox

        P.S. @ Dani Brandt, Respekt 🙂

        • Danke, Herr Fox, für den interessanten Beitrag.

          Bei der Debatte, die von Frau Brandt angestossen wurde, fühle ich mich ziemlich unverstanden. Ich stelle fest, dass mir von verschiedenen Personen meine Aussagen durch eine von Vorurteilen getrübte Brille begegnet wird. In totaler Umkehrung eines Textes von mir, den ich vor einem Jahr verfasst habe und in dem ich mich gegen eine von Verbote und Gebote geprägte Präventionspolitik gewehrt habe (http://www.medicusmundi.ch/mms/services/bulletin/improving-access-through-effective-health-financing-reader-of-the-swiss-tph-s-spring-symposium-2011/debatte/das-blinde-auge-der-praventionsarbeit.html), wurde mir Missionarentum und Hexenhammermethoden vorgeworfen. Netterweise wird dann auch immer an meiner Lebens- und Denkweise herumgekritelt, obwohl die in dieser Diskussion involvierten Personen diese gar nicht kennen. Auch Sie, Herr Fox, verzichten leider nicht darauf und gehen mich persönlich an, indem sie etwa auf Bedürfnisse meiner Tagesstruktur oder auf meine angeblich mangelnde Lebensfreude schliessen. Aus diesen Gründen habe ich mich aus der hier geführten Debatte verabschiedet, dies Frau Brandt mit einem ausführlichen Kommentar zu Ihrer Replik auch mitgeteilt.

          Sie animieren mich nun aber, doch nochmals meinen Punkt darzulegen.

          Bei der im September zur Abstimmung stehenden Initiative geht es für mich weder um eine Lebensstil- noch um eine Freiheitsfrage sondern schlicht um die demokratische Debatte über eine gesundheitspolitische Massnahme. Mit einer Debatte darüber, ob hier die individuelle Freiheit beschnitten wird oder nicht, kommen wir nicht weiter, da die individuelle Freiheit in öffentlich zugänglichen Innenräumen, in welchen Rauchen erlaubt ist, für spezifische Bevölkerungskreise unzugänglich bleiben – also implizit auch verboten wird. Es ist die wichtige, aber stets konfliktreiche Frage darüber, wo die Grenzen der eigenen Freiheit liegen.

          Es geht bei der Initiative nicht um mehr Verbote, aber durchaus eine gesundheitspolitisch motivierte Regulierung. Und da ist es durchaus richtig auch kritische Fragen zu stellen. Der wichtige – und durchaus auch zu debattierende Punkt ist dort wohl tatsächlich, ob der Staat regulativ in privaten, aber öffentlich zugänglichen Innenäumen wie Restaurants den Schutz vor Passivrauchen durchsetzen soll.

          Ich meine ja – dies wird in verschiedenen Kantonen und auch verschiedenen Staaten so verstanden. Auf föderaler Ebene wurde dieses Verständnis auch bereits verschiedentlich direktdemokratisch sanktioniert. Diese Regulierung lässt sich etwa damit begründen, dass der Staat zum Gesundheitsschutz etwa auch mit regulativen Anforderungen punkto Hygiene Regeln aufstellt. Er tut dies auch in verschiedenen anderen Bereichen: Ich fände es tatsächlich nicht richtig, wenn der Staat mir das Auto wegnehmen würde (ob ich eins habe oder nicht, lass ich hier offen, weil es keine Rolle spielt), es ist aber in Ordnung, dass der Staat Regeln für den Gebrauch des Autos aufstellt. Ich fände es falsch, wenn der Staat mir das Rauchen verbieten würde (ob ich rauche oder nicht, lass ich hier offen, weil es keine Rolle spielt), dass er aber Regeln für die öffentlich zugänglichen Innenräume zum Schutz vor Passivrauchen erlässt, befürworte ich.

          Die Wichtigkeit des Schutzes vor Passivrauchen stützen die InitiantInnen (ich gehöre übrigens nicht zu diesen) auf die gängigen wissenschaftlichen Erkenntnisse der massgebenden internationalen Institutionen. Man kann diese schlecht reden – und vielleicht werden die Erkenntnisse einmal auch, da sie eben mit transparente wissenschaftlichen Methoden arbeiten, widerlegt werden. Zurzeit ist das aber Stand des Wissens und für mich ausreichender Grund, die Initiative zu befürworten – in der Hoffnung darauf, dass die kommende Abstimmungsdebatte nicht polemisch und mit persönlichen Angriffen sondern sachlich geführt wird.

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